{"id":18118,"date":"2023-07-13T15:12:56","date_gmt":"2023-07-13T13:12:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/08771-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:12:59","modified_gmt":"2023-07-13T13:12:59","slug":"08771-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/08771-01\/","title":{"rendered":"F\u00f6rderschwerpunkt Bioabfallverwertung (2): Reduzierung der St\u00f6rstoffanteile unter Ber\u00fccksichtigung von Beratungsma\u00dfnahmen, Erfassungssystemen und Wirtschaftlichkeit bei der Bioabfallsammlung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Ein- und Zweifamilienhausbebauung werden in Gebieten mit verdichteter Bebauung h\u00e4ufig nur relativ geringe Bioabfallmengen erfasst und es treten Probleme durch erh\u00f6hte St\u00f6rstoffgehalte auf. Im Rahmen des Vorhabens wurden Untersuchungen zur Reduzierung der St\u00f6rstoffanteile und zur Erh\u00f6hung der Erfassungsquote bei der Bioabfallsammlung speziell in Gebieten mit verdichteter Bebauung durchgef\u00fchrt. Es sowohl abfallwirtschaftliche als auch sozialwissenschaftliche Ma\u00dfnahmen zur Optimierung der Bioabfallsammlung getestet und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit und Effizienz bewertet.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Untersuchungen wurden in vier Modellst\u00e4dten in Gebieten mit entsprechender Struktur durchgef\u00fchrt. Nach einer ersten Datenerhebung zu den \u00f6rtlichen Randbedingungen (Erfassungssystem, Art der Biotonneneinf\u00fchrung etc.) erfolgte zun\u00e4chst eine Ist-Analyse in den jeweiligen Untersuchungsgebieten. Im Rahmen dieser Eingangserhebung wurden sowohl Sortieranalysen zur Ermittlung der St\u00f6rstoffgehalte und Erfassungsquoten als auch Befragungen der Bewohner zur Ermittlung der Einstellung sowie des Verhaltens vor allem im Hinblick auf Motivationsm\u00f6glichkeiten vorgenommen. Anschlie\u00dfend wurden auf dieser Basis gezielt erarbeitete abfallwirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Ma\u00dfnahmen jeweils se-parat als auch in Kombination umgesetzt. Im Rahmen einer Abschlusserhebung (Vorgehen analog zur Eingangserhebung) wurden die Auswirkungen der getesteten Ma\u00dfnahmen im Hinblick induzierte Einstellungs- und Verhaltens\u00e4nderungen gegen\u00fcber Bioabf\u00e4llen ermittelt.<br \/>\nAuf der Basis der Ergebnisse des Vorhabens sowie Erfahrungen aus anderen Untersuchungen wurden Empfehlungen zur Optimierung der Bioabfallsammlung erarbeitet. Diese sind insbesondere auf die spe-ziellen Bedingungen einer verdichteten Bebauung ausgerichtet und sind auf andere \u00e4hnlich strukturierte Bezirke \u00fcbertragbar.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Eine begrenzte Einflussnahme vor allem im Hinblick auf die Qualit\u00e4t der erfassten Bioabf\u00e4lle ist \u00fcber die Standplatzgestaltung m\u00f6glich. Eine gezielte Stoffstromlenkung ist \u00fcber eine spezielle Gestaltung des Erfassungs- und Abrechnungssystems denkbar, die die in der verdichteten Bebauung vorliegenden Nachteile auszugleichen versucht (Fehlen des pers\u00f6nlichen Bezugs, der sozialen Kontrolle und eines ausreichenden finanziellen Anreizes), wie z. B. hauseingangs- oder haushaltsbezogenen Beh\u00e4lter sowie M\u00fcllschleusen. Die Vor- und Nachteile dieser Systeme wurden beschrieben.<br \/>\nDie fehlende soziale Kontrolle kann durch gezielt vorgenommene externe Kontrollvorg\u00e4nge mit entsprechender R\u00fcckmeldung (z. B. in Form von gr\u00fcnen, gelben und roten Karten) aufgegriffen werden. Die Kontrolle kann sporadisch bzw. im Bedarfsfalle eingesetzt werden. Sie kann sowohl optisch als auch mit Hilfe eines Metalldetektors am Sammelfahrzeug erfolgen.<br \/>\nF\u00fcr die Vorsortierung im Haushalt ist die Bereitstellung von Vorsortiergef\u00e4\u00dfen zu empfehlen. Eine weitere Steigerung des Sammelkomforts stellt der Einsatz von kompostierbaren T\u00fcten (aus Papier oder biologisch abbaubarem Werkstoff) dar. Durch die Bereitstellung der T\u00fcten konnte die Beteiligung an der getrennten Sammlung gesteigert und parallel der St\u00f6rstoffgehalt, bedingt durch den Wegfall der sonst \u00fcblicherweise in dieser Bebauungsstruktur h\u00e4ufig zur Sammlung im Haushalt eingesetzten Plastikt\u00fcten, posi-tiv beeinflusst werden.<\/p>\n<p>Eine wirksame Abfallberatung zeichnet sich durch das Eingehen auf die besonderen \u00f6rtlichen Bedingungen aus und sollte daher mit einer Situationsanalyse beginnen. Bei der Gestaltung von Informationsmaterial ist zun\u00e4chst der pers\u00f6nliche Bezug einer konkreten Person zu den Informationsmaterialien wichtig. Schriftliche Informationen werden dar\u00fcber hinaus weitaus h\u00e4ufiger wahrgenommen, wenn die Aufmerksamkeit durch eine Kombination der Materialien mit Verhaltensangeboten oder Handlungsanreizen geweckt wird. Durch eine Visualisierung der Informationen werden die Botschaften leichter und schneller verst\u00e4ndlich vermittelt als bei rein schriftlichen Hinweisen. Bei Informationen in Textform ist der Anteil und die Herkunft der ausl\u00e4ndischen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrger zu beachten und durch eine Mehrsprachigkeit der Materialien zu ber\u00fccksichtigen. Um alle Familienmitglieder auf das gleiche Informationsniveau zu bringen, lassen sich bereits f\u00fcr Kinder und Jugendliche spezielle Materialien und Medien erstellen.<br \/>\nUm neue Verhaltensweisen zu festigen, ist es wichtig, R\u00fcckmeldungen \u00fcber die positive Wirkung des neuen Verhaltens zu geben. Pers\u00f6nliche Beratungen stellen eine besonders wirksame M\u00f6glichkeit der Verhaltensbeeinflussung dar, erfordern allerdings auch spezielle fachliche, psychologische und soziale Qualifikationen auf Seiten der Abfallberaterinnen und Abfallberater und sind sehr zeit- und kostenintensiv. Pers\u00f6nliche Beratungsangebote in einem Stadtteilb\u00fcro, an einem Infostand oder Infomobil vor Ort sollten multimedial angek\u00fcndigt werden und k\u00f6nnen einen Anreiz f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger darstellen, die bereits ein gr\u00f6\u00dferes Interesse f\u00fcr die Abfalltrennung entwickelt haben.<br \/>\nDa Informationen bei den Empf\u00e4ngern nach einer gewissen Zeit in Vergessenheit geraten, neu zugezogenen Mitb\u00fcrgerinnen und Mitb\u00fcrgern Informationen fehlen oder umweltgerechtes Verhalten aus Bequemlichkeit wieder verloren geht, ist im Sinne einer Verstetigung eine Fortf\u00fchrung der Informationsarbeit (etwa alle zwei Jahre) erforderlich.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211;\tDBU-Statusseminar Bioabfallverwertung, 25.-26.11.1998 (Initiativen zum Umweltschutz 10)<br \/>\n&#8211;\tTagung ORBIT 99, 02.-04.09.1999, Weimar<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Hinblick auf eine Optimierung der Bioabfallsammlung in Gebieten mit verdichteter Bebauung sind sowohl bei den abfallwirtschaftlichen Aspekten z. B. im Bereich des Erfassungssystems als auch bei der Abfallberatung die generellen Bedingungen in diesen Strukturen sowie auch die jeweils \u00f6rtlich spezifischen Gegebenheiten zu ber\u00fccksichtigen. Es sind speziell angepasste Konzepte zu entwickeln. M\u00f6glichkeiten verschiedener Ma\u00dfnahmen sowie die jeweiligen Auswirkungen auf die Bioabfallmenge und -qualit\u00e4t (Erfolg oder keine Wirkung) wurden aufgezeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Gegensatz zur Ein- und Zweifamilienhausbebauung werden in Gebieten mit verdichteter Bebauung h\u00e4ufig nur relativ geringe Bioabfallmengen erfasst und es treten Probleme durch erh\u00f6hte St\u00f6rstoffgehalte auf. 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