{"id":18099,"date":"2023-07-13T15:14:22","date_gmt":"2023-07-13T13:14:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10961-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:23","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:23","slug":"10961-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10961-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Umsetzung der Pr\u00fcfung von Zuckerr\u00fcbensorten auf Toleranz gegen Ramularia beticola zur Reduktion des Fungizideinsatzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ramularia beticola ist ein wirtschaftlich bedeutender Blattfleckenerreger der Zuckerr\u00fcbe. Gegen diesen Pilz werden oftmals prophylaktisch Fungizide eingesetzt. Ein Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes ist der Einsatz toleranter Sorten zur Einsparung von Pflanzenschutzmitteln. Auf Grund des regional und zeitlich unbestimmten Auftretens von R. beticola unter nat\u00fcrlichen Bedingungen sollte versucht werden, ein Verfahren zu entwickeln, das eine gleichm\u00e4\u00dfige und von \u00e4u\u00dferen Bedingungen weitgehend unabh\u00e4ngige Krankheitsentstehung und -entwicklung zur Pr\u00fcfung von Zuckerr\u00fcbensorten auf Toleranz gegen\u00fcber R. beticola zul\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Grundlage f\u00fcr eine Ramularia-Inokulation wurde eine Isolatensammlung von Ramularia-Herk\u00fcnften verschiedener geographischer Herk\u00fcnfte angelegt sowie Protokolle zur Inokulumproduktion und zur Anlage von Dauerkulturen erarbeitet. Die Inokulation mit Ramularia beticola im Feld wurde erfolgreich mit einer Parzellenpflanzenschutzspritze durchgef\u00fchrt. In den verschiedenen Phasen bzw. Fragestellungen des Projektes wurden unterschiedliche ein- oder zweifaktorielle Feldversuche mit Zuckerr\u00fcben angelegt. An mehreren Orten wurde untersucht, ob unter nat\u00fcrlichem Befall bzw. mit Hilfe der Inokulationsmethode sich verschieden anf\u00e4llige Zuckerr\u00fcbengenotypen unterscheiden lassen. In einem weiteren Feldversuch wurde gepr\u00fcft, ob sich verschiedene Ramularia-Herk\u00fcnfte in ihrer Pathogenit\u00e4t gegen\u00fcber unterschiedlich anf\u00e4lligen Sorten unterscheiden. Schlie\u00dflich wurde ein Feldversuch zweij\u00e4hrig angelegt, um die Frage zu pr\u00fcfen, ob es Interaktionen zwischen Toleranz der Sorte und dem Auftreten der Blattfleckenkrankheitserreger Ramularia beticola und Cercospora beticola gibt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Inokulation mit dem Erreger ist notwendig, um entsprechend tolerante Genotypen zu selektieren und Sorten auf Toleranz unter vertretbaren Aufwand zu pr\u00fcfen, da nat\u00fcrlicher Befall zu unsicher in Vorkommen und Befallsst\u00e4rke ist. Die Feldversuche, die in Regionen mit erwartetem nat\u00fcrlichen Ramularia-Befall angelegt wurden, zeigten keine deutliche Differenzierungsm\u00f6glichkeit der unterschiedlich anf\u00e4lligen Genotypen.Die Feldversuche zur Pr\u00fcfung verschiedener Genotypen auf Ramularia-Toleranz zeigten unter Einsatz der entwickelten Inokulationsmethode eine deutliche Differenzierung und boten somit Ans\u00e4tze zur Selektion toleranter Sorten. Es wurde in den Versuchen aber auch deutlich, dass die Toleranz von Genotypen gegen Ramularia auf anderen Mechanismen beruht als gegen Cercospora und umgekehrt. Deutlich wurde zudem, dass eine Pr\u00fcfung auf Ramularia-Toleranz nicht in Regionen mit nat\u00fcrlich hohem Infektions-potential von Cercospora m\u00f6glich ist, da Cercospora sich schneller ausbreiten und die Ramularia-Effekte \u00fcberlagern kann.<br \/>\nDie Umsetzung der Inokulationsmethode in einem umfangreichen Feldversuchsprogramm zeigte, dass es in allen F\u00e4llen m\u00f6glich war, sowohl mit einzelnen Pilzherk\u00fcnften als auch mit Gemischen verschiedener Pilzherk\u00fcnfte bei Inokulation nach BBCH 39 der Zuckerr\u00fcbe eine Infektion auf Zuckerr\u00fcbenbl\u00e4ttern auszul\u00f6sen. K\u00fchle Witterung nach der Inokulation f\u00fchrte gelegentlich zu Verz\u00f6gerungen im Auftreten und der Ausbreitung von Schadsymptomen (Blattflecken) auf den Bl\u00e4ttern der Zuckerr\u00fcben; unter den gegebenen Bedingungen waren die Symptome durch Cercospora beticola durchweg st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt als durch Ramularia beticola. Allerdings wurde auch deutlich, dass die unterschiedlichen Ramularia-Herk\u00fcnfte zu verschieden starken Symptomauspr\u00e4gungen f\u00fchren k\u00f6nnen. Daher wird vorgeschlagen, eine Mischung verschiedener Pilzherk\u00fcnfte f\u00fcr die Inokulation zu verwenden.<br \/>\nDurch die Feldversuche wurde deutlich, dass Ramularia beticola einen deutlichen Schaden an der Zuckerr\u00fcbe (bis zu 25 % Ertragsverlust) verursachen kann. Durch starken Befall wird sowohl der R\u00fcbenertrag gesenkt wie auch der Gehalt der Melassebildner Natrium und Aminostickstoffverbindungen erh\u00f6ht. Das insgesamt recht hohe Schadenspotential des Erregers l\u00e4sst die Entwicklung von toleranten Sorten sinnvoll erscheinen. Diese Sorten k\u00f6nnten in Befallsgebieten zu einer deutlichen Reduzierung des Fungizideinsatzes beitragen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>ADAMS, H. 1998: Gibt es Resistenz und\/oder Toleranz gegen die Ramularia-Blattfleckenkrankheit bei Zuckerr\u00fcben? 3. G\u00f6ttinger Zuckerr\u00fcbentagung, G\u00f6ttingen: 1.\/2. 9. 1998. auch: Zuckerindustrie 123 (1998) Nr. 9, S. 702-705.<br \/>\nADAMS, H. &#038; SCH\u00c4UFELE, W.R. 1998: Reaktion von Zuckerr\u00fcben nach Inokulation mit Ramularia beticola. 51. Dt. Pflanzenschutztagung, Halle\/Saale 5.-8. 10. 1998.auch: Mitt. A. d. Biol. Bundesanst. H. 357 (1998), S. 67.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Wie die Ergebnisse der Versuche aus 1997 und 1998 zur Pr\u00fcfung unterschiedlicher regionaler Herk\u00fcnfte von R. beticola zeigen, ist es notwendig, f\u00fcr die Inokulation ein Gemisch verschiedener Herk\u00fcnfte zu verwenden, da sich die regionalen Herk\u00fcnfte in ihrer Aggressivit\u00e4t unterscheiden k\u00f6nnen.Unterschiedlich anf\u00e4llige Zuckerr\u00fcbengenotypen lassen sich durch Inokulationsmethode sicher unterscheiden\/selektieren.Starkes Auftreten von Cercospora beticola kann die Effekte von Ramularia beticola \u00fcberlagern, so dass die Pr\u00fcfung auf Ramulariatoleranz im Feld nicht in Befallsregionen von C. beticola durchgef\u00fchrt werden sollte.<br \/>\nDie genetischen Grundlagen f\u00fcr die Toleranz gegen\u00fcber R. beticola und C. beticola sind vermutlich unterschiedlich. Doppeltolerante Genotypen sind aber prinzipiell vorhanden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ramularia beticola ist ein wirtschaftlich bedeutender Blattfleckenerreger der Zuckerr\u00fcbe. Gegen diesen Pilz werden oftmals prophylaktisch Fungizide eingesetzt. Ein Prinzip des integrierten Pflanzenschutzes ist der Einsatz toleranter Sorten zur Einsparung von Pflanzenschutzmitteln. 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