{"id":18072,"date":"2023-07-13T15:11:02","date_gmt":"2023-07-13T13:11:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05923-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:11:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:11:02","slug":"05923-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05923-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Erprobung alternativer Rauchgasreinigungstechniken zur Immissionssenkung von Krematorien"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Versuche im Projekt war es, eine neuartige Rauchgasreinigungstechnik, bestehend aus einem keramischen Hei\u00dffilter und einer Reaktoreinheit, die mit verschiedenen Katalysatoren zur Reduzierung von NOx, PCDD\/ PCDF und CO sowie Quecksilber best\u00fcckt wurde, unter den Betriebsbedingungen eines Krematoriums zu erproben. Des Weiteren sollten durch Ermittlung des Inputs und der Schadstoffbeladung des Roh- und Reingases Grundlagen f\u00fcr eine qualifizierte Bewertung und Auslegung dieser Technik geschaffen werden.<br \/>\nDie Anlage wurde dazu im Krematorium P\u00f6\u00dfneck aufgebaut und durch einen Bypass parallel zur Altanlage betrieben. Dazu wurde ein permanenter Teilvolumenstrom von durchschnittlich V=200 Nm3\/h aus einer seitlichen \u00d6ffnung des Rekupators der Altanlage entnommen. Die Abgastemperatur lag bei etwa 500\u00b0 C an der Entnahmestelle. Die Anordnung der Anlagenkomponenten erfolgte so, dass sich der Hei\u00dfgasfilter vor dem Katalysator befand. Die Versuchsanlage wurde von der Firma HWH Engineering Gro\u00df-langheim bereitgestellt und betreut.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber den Versuchszeitraum wurden f\u00fcr 159 Kremationen deren Eingangswerte und die Verbrennungsbedingungen im Ofen erfasst sowie die Betriebsparameter der Versuchsanlage mitgeschrieben. Dar\u00fcber hinaus erfolgten diverse Schadgasmessungen im Roh- und Reingas zur Bestimmung der Abbauraten der Schadstoffe. Die Emissionsmessungen erfolgten durch die Firma ILU Luftanalytik GmbH, Saalfeld.<br \/>\nDer in P\u00f6\u00dfneck vorhandene Ofen war ein 1990 von der Firma Paul a. F. Schulze Dresden neu errichteter Etagenofen, der den Anforderungen der VDU 3891 entsprach. Der Ofen verf\u00fcgte \u00fcber eine integrierte Nachverbrennungskammer und eine vollautomatische SPS zur Steuerung der diversen Luftklappen in Abh\u00e4ngigkeit von der Temperatur und vom Sauerstoffgehalt im Ofen, der \u00dcberwachung der geforderten Verriegelungsdingungen und zur Dokumentation der Messwerte.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Versuche wurden vom Ingenieurb\u00fcro Groschwitz positiv beurteilt. Die eingesetzten Aggregate arbeiteten \u00fcber den Versuchszeitraum zuverl\u00e4ssig. Die Reduzierung der Schadstoffe war z. T. erheblich. Die Ergebnisse zeigten aber auch, dass die Auslegung dieser Technik noch qualifiziert werden musste. Die Abbauraten bei den Dioxinen\/ Furanen und Quecksilber sowie CO schwankten sehr stark. Besondere Aufmerksamkeit musste den sehr hohen PCDD\/ PCDF-Gehalten in der Filtertasche gewidmet werden. Inwieweit diese Werte aus dem Input bzw. den Verbrennungsbedingungen resultierten oder aber ihre Ursache in den Betriebsbedingungen des Hei\u00dfgasfilters hatten, h\u00e4tte k\u00fcnftig untersucht werden m\u00fcssen, da die Kl\u00e4rung dieses Sachverhaltes die Grundlage f\u00fcr m\u00f6gliche Minimierungsma\u00dfnahmen zur Dioxin-\/ Furanbelastung in Krematorien schaffen konnte. Weitere Versuche zu dieser Problematik waren vom B\u00fcro Groschwitz geplant. Aus den Ergebnissen der Emissionsmessungen konnte man unter Zugrundelegung der Forderungen des LAI f\u00fcr eine bundeseinheitliche Regelung nach \u00a7 23 BlmSchG f\u00fcr Krematorien ableiten, dass der Grenzwert f\u00fcr NOx auch ohne Minderungstechnik sicher eingehalten wurde.<br \/>\nIn Zusammenfassung der Einzelauswertungen kam das Ingenieurb\u00fcro Groschwitz zu dem Ergebnis, dass die Kombination von keramischen Hei\u00dfgasfilter mit einer Katalysatoreinheit eine ernsthafte Alternative f\u00fcr die Rauchgasreinigung in Krematorien darstellte. Bei sachgerechter Auslegung der Einzelkomponenten war die Einhaltung der Grenzwerte gew\u00e4hrleistet. Allerdings reichten die vorliegenden Messwerte nicht aus, um die Auslegung der Aggregate zu qualifizieren. Aus diesem Grund wurde es f\u00fcr erforderlich gehalten, eine weitere Erprobung und Bemessung dieser Technik vorzunehmen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Adresse:<br \/>\nIngenieurb\u00fcro Groschwitz &#038; Sommer, Zille Stra\u00dfe 14 a, 07318 Saalfeld, Telefon 03671-35814Fax: 03671-358159, Ansprechpartner: Herr Dipl.-Ing. Ralf Groschwitz<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Krematorien waren seit Juni 1993 nach dem BImSchG &#8211; BImSchV &#8211; Spalte 2 &#8211; Nummer 10.24 &#8211; genehmigungspflichtige Anlagen, wobei es damals noch keine verbindliche Verwaltungsvorschrift gab, nach welchen Kriterien diese Anlagen in Zukunft genehmigt und welche Kriterien an die Umr\u00fcstung gestellt werden sollten. Die einzelnen L\u00e4nder &#8211; vornehmlich die neuen Bundesl\u00e4nder &#8211; versuchten diese Situation durch Verf\u00fcgung vorl\u00e4ufiger Erlasse bis zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu entsch\u00e4rfen, wobei sich die herangezogenen Grenzwerte in vielen F\u00e4llen an den Grenzwerten der 17. BImSchV orientierten und nicht an der VDI 3891. Problematisch war dies f\u00fcr die Reglementierung der Dioxine\/ Furane, Quecksilber und dem niedrigen Staubgrenzwert. Allein mit den damals im Einsatz befindlichen Staubfiltern waren diese Grenzwerte nicht zu gew\u00e4hrleisten, so dass eine Erweiterung bzw. Umr\u00fcstung der Rauchgasreinigungsanlagen in den Krematorien notwendig war. Insofern handelte es sich um ein wesentliches Projekt, das mit wichtigen Erkenntnissen abgeschlossen wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Versuche im Projekt war es, eine neuartige Rauchgasreinigungstechnik, bestehend aus einem keramischen Hei\u00dffilter und einer Reaktoreinheit, die mit verschiedenen Katalysatoren zur Reduzierung von NOx, PCDD\/ PCDF und CO sowie Quecksilber best\u00fcckt wurde, unter den Betriebsbedingungen eines Krematoriums zu erproben. 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