{"id":18067,"date":"2023-07-13T15:13:46","date_gmt":"2023-07-13T13:13:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10168-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:13:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:13:48","slug":"10168-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10168-01\/","title":{"rendered":"Bundesweite Kooperation zur \u00f6kologischen Produktbewertung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Medicalprodukte stellen eine der vielf\u00e4ltigsten und umfangreichsten Produktgruppen im Krankenhaus dar (von der Spritze bis zum Herzkatheter) und sind dar\u00fcber hinaus von gro\u00dfer wirtschaftlicher Bedeutung (Medizinischer Bedarf macht rund 50 % an den Sachkosten der Krankenh\u00e4user aus). Der Einsatz dieser Produkte f\u00fchrt zu Umweltbelastungen in Form von Ressourcenverbrauch, Abfall, Abwasser oder Emissionen. Die Fachexperten der Partnerkrankenh\u00e4user bewerten die Medizinprodukte unter medizinisch-pflegerischen, hygienischen, sicherheitstechnischen und \u00f6kologischen Gesichtspunkten und erg\u00e4nzen diese Bewertung der Produktqualit\u00e4t um eine Kostenanalyse. Die Bewertung des Umweltschut-zes ist integraler Bestandteil der Qualit\u00e4tsbewertung und damit der Produktentscheidung. Mit diesem Ansatz soll eine reale Entlastung der Umwelt (Mengen- und Schadstoffreduzierung erreicht werden. Pro Jahr soll in den Krankenh\u00e4usern jeweils ein Produkt bewertet werden. Um den Bewertungsaufwand f\u00fcr die einzelnen Krankenh\u00e4user m\u00f6glichst gering zu halten, ist vorgesehen, dass sich die Krankenh\u00e4user die Arbeit teilen und miteinander kooperieren. Als Ergebnis sollen den Partnerkrankenh\u00e4usern Doku-mentationen zur Verf\u00fcgung stehen, die ihnen eine krankenhausindividuelle Produktauswahl erm\u00f6glichen. Dar\u00fcber hinaus soll am Projektende ein Handbuch bewerteter Medizinprodukte, das auch Dritten (nicht projektbeteiligte Krankenh\u00e4user sowie Hersteller von Medizinprodukten) den Einkauf umweltvertr\u00e4glicher Medizinprodukte erleichtert. Gemeinsam mit Herstellern soll ein allgemein akzeptiertes Instrumentarium zur Bewertung der Umweltvertr\u00e4glichkeit erarbeitet werden (\u00d6koprofile f\u00fcr Medizinprodukte), das den Bed\u00fcrfnissen der Hersteller nach vertraulichem Umgang mit \u00f6kologischen Produktdaten ebenso Rechnung tr\u00e4gt wie dem Wunsch der Krankenh\u00e4user nach einer Reduzierung des Arbeitsaufwandes f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der \u00f6kologischen Bewertung und damit Akzeptanz und Einbindung des Umweltschut-zes erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage der Produktbewertung sind die vom LBK Hamburg entwickelten Instrumente zur Einbindung des Umweltschutzes in die Einkaufsentscheidung und zur Bewertung der Umweltvertr\u00e4glichkeit von Medizinprodukten und ihrer Verpackungen. Medizinprodukte werden angelehnt an die Methodik \u00d6kobilanz bewertet. Die Ergebnisse der \u00d6kologiebewertung werden regelhaft in die Qualit\u00e4tsbewertung der Medizinprodukte eingebunden. Produktqualit\u00e4t (Nutzen) und Kosten werden mittels einer Kosten-Nutzen-Untersuchung gegeneinander abgewogen und bilden die Entscheidungsgrundlage f\u00fcr die konkrete Produktwahl.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die bislang erzielten Bewertungsergebnisse best\u00e4tigen, dass der Ansatz, Umweltschutz in die Beurteilung der Produktqualit\u00e4t einzubinden und mittels Kosten-Nutzen-Abw\u00e4gung eine transparente Grundlage f\u00fcr die Produktentscheidung zu treffen, richtig ist.Die konkreten Bewertungsergebnisse f\u00fcr sehr unterschiedliche Medizinprodukte zeigen u. a.:<br \/>\n\u00b7\tMedizinprodukte sind \u00f6kologisch relevant. Eine \u00f6kologische Bewertung kann krankenhausseitig zu realer Umweltentlastung (z. B. reduzierte Verbr\u00e4uche, geringeres Abfallaufkommen, umweltvertr\u00e4glichere Materialien) genutzt werden.<br \/>\n\u00b7\tDer Bereich Umweltschutz wird mit 5 bis 30 % bei der Bewertung der Produktqualit\u00e4t ber\u00fccksichtigt. Die Arbeitsgruppe \u00d6koprofil f\u00fcr Medizinprodukte empfiehlt eine Ber\u00fccksichtigung mit mindestens 10 %.<br \/>\n\u00b7\tDie Bereitschaft zur Lieferung sog. \u00d6kodaten (Angaben zur Materialzusammensetzung der Medizin-produkte) ist herstellerseitig verbesserungsbed\u00fcrftig.<br \/>\n\u00b7\tF\u00fcr eine breite und regelhafte Akzeptanz und Ber\u00fccksichtigung \u00f6kologischer Aspekte ist eine Vereinfachung der \u00f6kologischen Bewertung im Sinne der \u00d6koprofile f\u00fcr Medizinprodukte (Arbeitsteilung zwischen Herstellern und Krankenh\u00e4usern, weitgehende Bewertung durch die Hersteller auf der Basis eines gemeinsamen und allseits bekannten Bewertungsinstrumentes) sinnvoll.<br \/>\nIn enger Zusammenarbeit mit Herstellern von Medizinprodukten ist die Entwicklung eines gemeinsamen Bewertungsinstrumentes (\u00d6koprofile f\u00fcr Medizinprodukte) gelungen. Das Instrument bedarf allerdings noch der Erprobung bevor eine breite und regelhafte Anwendung m\u00f6glich ist.<br \/>\nDie Erfahrungen im Projekt zeigen neben fachlich-inhaltlichen insbesondere strukturelle Heraufforderungen f\u00fcr Krankenh\u00e4user (fach\u00fcbergreifende Zusammenarbeit, Projektorganisation, Information und Kommunikation) und Hersteller (Umgang mit Kundenw\u00fcnschen, unternehmensinterne Kommunikation, Bereitstellung von Daten und Mustern) auf. Die Kommunikation zwischen Krankenh\u00e4usern und Herstellern ist stark verbesserungsbed\u00fcrftig (Bearbeitung von Anfragen, Auseinandersetzung \u00fcber die Produktqualit\u00e4t im allgemeinen sowie die \u00f6kologische Produktqualit\u00e4t im besonderen. Dem Ver\u00e4nderungsmanagement ist &#8211; auf Krankenhaus- und Herstellerseite &#8211; besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Die Bewertung der Umweltvertr\u00e4glichkeit alleine reicht f\u00fcr eine regelhafte Etablierung des Umweltschutzes (Bewusstsein und Umsetzung in Handeln) nicht aus.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Projektverlauf wurden Zwischenergebnisse insbesondere \u00fcber die Fachpresse publiziert. Daneben wurden die Ergebnisse in verschiedenen Veranstaltungen einer breiteren Fach\u00f6ffentlichkeit (z. B. 2. Norddeutscher Umwelttag 2001) vorgestellt. Diese Pr\u00e4sentationen wurden durch gesonderte Pr\u00e4sen-tationsveranstaltungen f\u00fcr Hersteller erg\u00e4nzt. Beteiligte Partnerkrankenh\u00e4user und die Hersteller von Medizinprodukten wurden \u00fcber sog. INFO fortlaufend \u00fcber aktuelle Projektfragen und Ergebnisse infor-miert. Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus dem Projekt werden Interessierten \u00fcber das Internet (www.hkgev.de\/koep\/start.htm) zug\u00e4nglich sein. Detailergebnisse stehen den Partnerkrankenh\u00e4usern in einem passwortgesch\u00fctzten Bereich zur Verf\u00fcgung. Aus juristischen Gr\u00fcnden muss die \u00fcber diesen Kreis hinausgehende Weitergabe in anonymisierter Form erfolgen. Anonymisierte Ergebnisse werden allen Interessierten als CD-Rom zum Selbstkostenpreis zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Krankenh\u00e4user mit klar geregelten Ablaufstrukturen und (ersten) Erfahrungen im Qualit\u00e4tsmanagement haben keine Schwierigkeiten, innerhalb der vorgesehenen Zeiten in ihren Teams klar strukturierte, aussage- und umsetzungsf\u00e4hige Ergebnisse zu erzielen, die sich in Form eines Produktwechsels und finanzieller Einsparungen bemerkbar machen. Damit ist auch eine Umweltentlastung verbunden. Das Projekt zeigt jedoch, dass es zur regelhaften Anwendung des Instrumentes weiterer Anstrengungen bedarf, z. B. durch<br \/>\n\u00b7\tImplementierung in den Einkaufsprozess (Krankenh\u00e4user),<br \/>\n\u00b7\tErprobung und regelhafte Erstellung von \u00d6koprofilen f\u00fcr Medizinprodukte (Hersteller),<br \/>\n\u00b7\tKommunikation (in den Krankenh\u00e4usern und den Unternehmen und zwischen diesen Institutionen) und<br \/>\n\u00b7\tdurch Umsetzung der Ans\u00e4tze zur integrierten Produktpolitik (IPP) der EU.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Medicalprodukte stellen eine der vielf\u00e4ltigsten und umfangreichsten Produktgruppen im Krankenhaus dar (von der Spritze bis zum Herzkatheter) und sind dar\u00fcber hinaus von gro\u00dfer wirtschaftlicher Bedeutung (Medizinischer Bedarf macht rund 50 % an den Sachkosten der Krankenh\u00e4user aus). 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