{"id":18055,"date":"2025-04-10T10:32:10","date_gmt":"2025-04-10T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10229-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:11","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:11","slug":"10229-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10229-01\/","title":{"rendered":"Die umweltfreundlichen Haushalte 1996\/97 in Deutschland &#8211; Durchf\u00fchrung eines bundesweiten Wettbewerbs zur \u00f6kologischen Haushaltsf\u00fchrung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Anla\u00df zum Start einer gro\u00dfen verbraucherorientierten Umweltkampagne die Umweltfreundlichen Haushalte 1996\/97 waren: 1. eine Studie des Umweltbundesamtes 1994, die eine ca. 20%ige Diskrepanz in Deutschland zwischen der Eigeneinsch\u00e4tzung der Verbraucher umweltbewu\u00dft zu sein und potentiell umweltbewu\u00dftem Handeln aufzeigte; 2. die Erfolge\/Erfahrungen der Aktion die Umweltfreundlichen Haushalte 1989. Ziele der Kampagne die Umweltfreundlichen Haushalte 1996\/97 waren: 12 Mio. Haushalte direkt und indirekt ( \u00fcber die Medien) zu erreichen, Aufzeigen von konkreten \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Einsparpotentialen im Haushalt durch praktische Umwelt-Tips, Sensibilisierung\/Bewu\u00dftseinsbildung in Mio. von Haushalten, Hilfestellung mittels Informationen \u00fcber Umwelt- und Gesundheitsschutz zu geben, Nachfragef\u00f6rderung u.a. nach umweltvert\u00e4glichen Produkten\/Dienstleistungen, Intensivierung des Austausches von Umweltwissen und Know-How zwischen Forschungsinstitutionen, Verb\u00e4nden, Unternehmen und Verbrauchern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenKonzept der Kampagne: 1. Der Wettbewerb Umweltfreundliche Haushalte 2. Das gro\u00dfe Gewinnspiel Umwelt Gewinnt. F\u00fcr den Wettbewerb wurde ein langer Fragebogen erstellt, dessen Grundlage die von B.A.U.M. entwickelte CD-ROM Umwelt-Check f\u00fcr den Haushalt darstellte. Die Verbreitung der Frageb\u00f6gen erfolgte nur durch pers\u00f6nliche Abforderung \u00fcber einen Zeitraum von einem Jahr. Um noch breitere Bev\u00f6lkerungskreise zu erreichen, wurde ein Kurzfragebogen mit Sensibilisierungsfragen f\u00fcr das Gewinnspiel erstellt. Die Fragebogenaktion des Gewinnspiels lief ca. drei Monate. Beim Wettbewerb Umweltfreundliche Haushalte gab es 12 relevante Handlungsfelder: Essen\/Trinken, Kleidung, Waschen\/Reinigen, Kochen\/K\u00fchlen, Abfall, Verkehr, Heizung, Bad\/WC, Wohnen, Schreibwaren\/B\u00fcroger\u00e4te, Bauen\/Renovieren sowie Garten. Eine wissenschaftiche Auswertung des Umweltverhaltens privater Haushalte wurde auf der Grundlage der eingegangenen 1043 langen Frageb\u00f6gen (Umweltfreundliche Haushalte) von der Universit\u00e4t Giessen, der Universit\u00e4t L\u00fcneburg und der Universit\u00e4t Essen erstellt. Die eingegangenen 140.000 Gewinnspielfrageb\u00f6gen bildeten die Grundlage f\u00fcr eine Marktforschungsanalyse. Die Mitwirkung von wichtigen gesellschaftlichen Gruppen an der Kampagne erfolgte durch einen Fachbeirat mit Vertretern aus der Industrie, Verbraucherinitiativen, Umweltverb\u00e4nden, Umweltberatung, Wissenschaft und dem Staat.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die R\u00fccklaufzahlen der Wettbewerbsfrageb\u00f6gen des Haushalts-Checks lagen zum Stichtag bei 1043. Die Absatzzahlen der CD-ROM Umwelt-Check f\u00fcr den Haushalt betrugen zum Stichtag 20.200 Stk.. Von den Gewinnspiel-Frageb\u00f6gen gingen 140.000 ein. Direkt und indirekt wurde die Bev\u00f6lkerung durch Berichte in verschiedenen Medien auf die Kampagne aufmerksam. Insgesamt addierten sich die \u00fcber die Printmedien realisierten Auflagezahlen mit Berichten und Artikeln zu einer Abdruckzahl von 500 Mio.. Die H\u00f6rfunkbeitr\u00e4ge und -Interviews hatten eine H\u00f6rerreichweite von 14 Mio. Die im Vorfeld der Kampagne von B.A.U.M. durchgef\u00fchrten Berechnungen, Einsparungen von j\u00e4hrlich 70 Mrd. durch umweltbewu\u00dftes Verhalten im Privatbereich zu erzielen, wurden durch eine marktorientierte Auswertung gest\u00fctzt. Die wissenschaftliche Begleitforschung ergab auf der Grundlage der 1043 ausgewerteten Haushaltschecks, da\u00df die meisten Teilnehmer der Kampagne insgesamt umweltfreundlicher als die Mehrzahl der Bev\u00f6lkerung waren. Als Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitforschung des langen Fragebogens (Haushalts-Checks) k\u00f6nnen folgende Tendenzen aufgezeigt werden: Haushalte mit Kindern verhalten sich in allen Haushaltsbereichen umweltfreundlicher als alle anderen. Alleinlebende Frauen verhalten sich tendentiell umweltfreundlicher als alleinlebende M\u00e4nner. RentnerInnen verhalten sich weniger umweltfreundlich als junge Haushalte. Im Rahmen der Begleitforschung wurden die Lebensstile der Beteiligten untersucht, um Aussagen \u00fcber das pers\u00f6nliche Umweltbewu\u00dftsein und Umwelthandeln treffen zu k\u00f6nnen. Es kristallisierten sich folgende Lebensstile heraus: Familien- und arbeitsorientierter Lebenstil, Lebensstil der beruflich Engagierten und Lebensstil der Traditionellen. Die H\u00e4ufigkeitsausz\u00e4hlung einzelner Lebensziele lie\u00df eine allgemeine Typisierung sensibler Verbraucher zu. Die Hintergrundbedingungen, die zu umweltgerechtem Handeln f\u00fchren, sind eine hohe Bildung, ein mehr h\u00e4uslich orientiertes Freizeitverhalten, Lebensziele wie Naturverbundenheit, eine Familie\/Kinder haben, soziales Engagement und eine befriedigende Arbeit. Zur Absicherung der Typen m\u00fc\u00dften aber noch weitere Untersuchungen folgen. Der Interpretation der gewonnen Daten waren Grenzen gesetzt, teilweise aufgrund der geringen Besetzung bestimmter Haushaltstypen und teilweise aus methodischen Schw\u00e4chen bei der Datenerfassung und -auswertung. Trotz einiger Kritikpunkte stellt der \u00f6kologische Haushalts-Check nach Meinung des wissenschaftlichen Begleitforschungsteams das zur Zeit beste Instrumentarium zur Analyse des haush\u00e4lterischen Umwelthandelns dar und ist zur Motivation der Haushaltsmitglieder geeignet, um sich das eigene Handeln in seinen umweltrelevanten Konsequenzen bewu\u00dft zu machen und entsprechende Ver\u00e4nderungen herbeizuf\u00fchren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Gewinner des Gewinnspiels wurden medienwirksam durch Frau Marie-Luise Marajan gezogen. Durch die Gewinnung der Bundesumweltministerin Frau A. Merkel als Schirmherrin wurde die Kampagne u.a. \u00f6ffentlichkeitswirksam. 14 von 16 Landessiegern und 4 Bundessieger wurden im Rahmen von Pressekonferenzen von den jeweiligen LandesumweltministerInnen, SenatorInnen, Staatssekret\u00e4rInnen, die die Schirmherrschaft f\u00fcr ihre L\u00e4nder \u00fcbernommen hatten, geehrt. Weiterhin wurden folgende Medien zur Kommunizierung der Kampagne genutzt: Die BILD (Gesamtauflage Deutschland): Umwelt Gewinnt! Mensch mach mit \u00fcber 3 Wochen mit praktischen Umwelttips rund um den Haushalt. Super-RTL: Ausstrahlung eines 30 Sek. Umwelt-Gewinnt-Spots (130 mal) und Ausstrahlung eines Sendeformats Umwelt-Gewinnt im Tiermagazin Muuh. Gro\u00dffl\u00e4chenplakate: 15.000 Stk. gingen an Gro\u00dfplakatau\u00dfenwerber in ganz Deutschland. Die Plakatfl\u00e4chen befanden sich schwerpunktm\u00e4\u00dfig an Bahnh\u00f6fen. Die CD-ROM Umwelt-Check f\u00fcr den Haushalt gibt es in neuer Auflage in Verbindung mit dem Nachschlagewerk Alternatives Branchenbuch und Internetzugang auf dem Markt zu kaufen. Die wissenschaftlichen Begleitstudien der Universit\u00e4ten Gie\u00dfen, L\u00fcneburg und Essen liegen beim Projekttr\u00e4ger vor, ebenso die Ergebnisse der schriftlichen Befragung Gewinnspiel Umwelt Gewinnt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit den angewandten Methoden wurden die angestrebten Ziele weitestgehend erreicht. Der R\u00fccklauf des Haushalts-Checks lag bei 0,1%., der des Gewinnspielfragebogens lag deutlich h\u00f6her, bei 3,5%. Der Kurzfragebogen des Gewinnspiels wurde eher von der normalen Bev\u00f6lkerung ausgef\u00fcllt. Die unterschiedlichen R\u00fccklaufquoten der beiden Frageb\u00f6gen spiegeln auch die Diskrepanz zwischen Umweltbewu\u00dftsein und tats\u00e4chlichem Umweltverhalten wider. Sie best\u00e4tigen somit die Studie des Umweltbundesamtes von 1994. Das Thema der Umwelt-Gewinnt- Kampagne wird zuk\u00fcnftig in Form eines Workshops mit dem Beirat fortgef\u00fchrt. Die CD-ROM Umwelt-Check f\u00fcr den Haushalt wird auch k\u00fcnftig weiterentwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Anla\u00df zum Start einer gro\u00dfen verbraucherorientierten Umweltkampagne die Umweltfreundlichen Haushalte 1996\/97 waren: 1. eine Studie des Umweltbundesamtes 1994, die eine ca. 20%ige Diskrepanz in Deutschland zwischen der Eigeneinsch\u00e4tzung der Verbraucher umweltbewu\u00dft zu sein und potentiell umweltbewu\u00dftem Handeln aufzeigte; 2. die Erfolge\/Erfahrungen der Aktion die Umweltfreundlichen Haushalte 1989. 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