{"id":18054,"date":"2023-07-13T15:09:08","date_gmt":"2023-07-13T13:09:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/02952-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:09:09","modified_gmt":"2023-07-13T13:09:09","slug":"02952-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/02952-01\/","title":{"rendered":"Studie zum Recycling von Beton"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Demonstrationsvorhabens war der erstmalige Einsatz von Beton aus aufbereitetem Altbeton im Hochbau am Beispiel des Neubaus der Gesch\u00e4ftsstelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabr\u00fcck. Qualifizierte Aufbereitungsverfahren mit hoch entwickelten Aufbereitungstechniken, die g\u00fctegesicherte Recycling-Baustoffe aus Sekund\u00e4rstoffen erzeugten, standen bereits zur Verf\u00fcgung. Der Einsatz der Recycling-Bau-Stoffe lag bisher vorwiegend im Stra\u00dfenbau und in einfacheren Bauteilen, wie L\u00e4rmschutzw\u00e4llen und Hinterf\u00fcllungen.<br \/>\nIm Rahmen des Projektes sollten daher die Materialeigenschaften von Recycling-Beton im Sinne der \u00fcberpr\u00fcfbaren Qualit\u00e4tssicherung zur Anwendung f\u00fcr hochwertige Bauteile im Hochbau, auch f\u00fcr statisch belastete Geb\u00e4udeteile, gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie betontechnologischen Pr\u00fcfungen f\u00fchrte die Firma Dieckmann gemeinsam mit dem Institut f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Pr\u00fcfung IFEP GmbH, Osnabr\u00fcck, sowie dem Institut f\u00fcr Industrialisierung des Bauens (IIB GmbH), Hannover, durch. F\u00fcr die Versuche wurde Altbeton aus Bordsteinen und Pflastersteinen in einer Recyclinganlage gebrochen und aufbereitet. Sie wurden anschlie\u00dfend durch die Pr\u00fcftechnik IFEP gepr\u00fcft. Zus\u00e4tzlich f\u00fchrte IFEP beim Institut f\u00fcr Bautechnik in Berlin und der Amtlichen Materialpr\u00fcfungsanstalt f\u00fcr das Bauwesen beim Institut f\u00fcr Baustoffkunde und Materialpr\u00fcfung der Universit\u00e4t Hannover eine Kl\u00e4rung der bauaufsichtlichen Zulassungsm\u00f6glichkeit von Recycling-Zuschlagstoffen aus Altbeton durch.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Zum Projekt liegen die baustofflichen Materialpr\u00fcfungs-Berichte f\u00fcr \u0082Beton mit Recycling-Betonsplitt und dem \u0082Vergleichsbeton mit Quarzitsplitt nach 2, 7, 28, 103 und 362 Tagen (Januar 1995) der Amtlichen Materialpr\u00fcfungsanstalt f\u00fcr das Bauwesen beim Institut f\u00fcr Baustoffkunde und Materialpr\u00fcfung der Universit\u00e4t Hannover vor. Die Druckfestigkeit stieg von 32 N\/mm2 nach 2 Tagen auf 64 N\/mm2 nach 362 Tagen beim Recycling-Beton (30 bis 66 N\/mm2 beim Vergleichsbeton). Die Rohdichte betrug nach 2 Tagen 2290 kg\/m3 und nach 362 Tagen 2260 kg\/m3 (2360 bis 2330 kg\/m3 beim Vergleichsbeton). Damit wurde f\u00fcr das Bauvorhaben \u0082Neubau der Gesch\u00e4ftsstelle der DBU mit Schreiben vom 22.02.1994 eine Zustimmung im Einzelfall gem. \u00a7 25 NbauO f\u00fcr die Verwendung von Recycling-Zuschlagstoffen f\u00fcr die Betonherstellung erteilt. Die Soll-Zusammensetzung des Recycling-Betons wurde sicherheitshalber als B 35 ausgelegt, wenngleich die Betonklasse als B 25 angesetzt wurde. Insgesamt wurden rund 120 m3 Recycling-Beton f\u00fcr den Neubau der Gesch\u00e4ftsstelle eingebaut. Damit konnten etwa 50 % der Ortbetonarbeiten unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Recycling-Beton ausgef\u00fchrt werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die im Projekt erzielten Ergebnisse wurden von den am Projekt beteiligten Institutionen in der Fachwelt ver\u00f6ffentlicht. Im Rahmen des Neubaus, der Einweihung und des Bezuges der Gesch\u00e4ftsstelle f\u00fchrte die DBU begleitend eine umfangreiche \u00d6ffentlichkeitsarbeit durch. Dabei wurde auch auf die erstmalige Zu-lassung und Verwendung von Recycling-Beton f\u00fcr statisch tragende Bauteile hingewiesen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt hat beim Bau ihres Verwaltungsgeb\u00e4udes erstmals in tragenden Hochbauteilen Recyclingbeton eingesetzt &#8211; eine Innovation im Hochbau &#8211; und damit die M\u00f6glichkeit ge-schaffen, den Ressourcenverbrauch an nat\u00fcrlichen Zuschlagstoffen zu reduzieren und gleichzeitig Abfallprobleme bei der Entsorgung von Altbeton zu mindern. F\u00fcr Recyclingbeton wird der Betonbruch abgerissener Bauwerke auf eine bestimmte Korngr\u00f6\u00dfe gebrochen, gesiebt und als Zuschlagstoff neuem Beton beigemischt. Der f\u00fcr den Neubau der Gesch\u00e4ftsstelle verwendete Recycling-Beton erreichte dabei sehr gute Druckfestigkeiten (der Beton wurde als B 35 im Konsistenzbereich KR konzipiert; statisch erforderlich war B 25). Grundlage f\u00fcr die erstmalige Zustimmung durch das Nieders\u00e4chsische Sozialministerium als oberste Bauaufsichtsbeh\u00f6rde waren vorangegangene Untersuchungen im Institut f\u00fcr Forschung, Entwicklung und Pr\u00fcfung (Pr\u00fcftechnik IFEP) in Osnabr\u00fcck sowie im Institut f\u00fcr Baustoffkunde und Materialpr\u00fcfung der Universit\u00e4t Hannover. Unter Federf\u00fchrung der Deutschen Aussch\u00fcsse f\u00fcr Stahlbeton entstanden in den Folgejahren Deutsche Regelwerke zur Anwendung von Betonsplit. Wesentlich dabei war die Regelung der zur \u00dcberwachung des Betonsplitts notwendigen Pr\u00fcfungen und Anforderungen, um sch\u00e4dliche Einfl\u00fcsse aus dem Altbeton auf das Bauwerk auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Demonstrationsvorhabens war der erstmalige Einsatz von Beton aus aufbereitetem Altbeton im Hochbau am Beispiel des Neubaus der Gesch\u00e4ftsstelle der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabr\u00fcck. Qualifizierte Aufbereitungsverfahren mit hoch entwickelten Aufbereitungstechniken, die g\u00fctegesicherte Recycling-Baustoffe aus Sekund\u00e4rstoffen erzeugten, standen bereits zur Verf\u00fcgung. 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