{"id":18020,"date":"2024-11-27T10:34:14","date_gmt":"2024-11-27T09:34:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10907-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:34:15","modified_gmt":"2024-11-27T09:34:15","slug":"10907-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10907-01\/","title":{"rendered":"Marktorientierte Instrumente eines regionalen Stoffstrommanagements in der Produktlinie Ern\u00e4hrung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der integrierten Zielorientierung einer Nachhaltigen Regionalentwicklung soll f\u00fcr die Region M\u00fcnster ein regionales Managementkonzept zur Vermarktung von Lebensmitteln aus der Region erarbeitet werden. Ein derartiges Managementkonzept setzt voraus, da\u00df sich die wichtigsten Akteure in der Produktlinie Ern\u00e4hrung \u00fcber die grundlegenden \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Ziele verst\u00e4ndigen. Die Gesamtkonzeption bewegt sich in einem Spannungsfeld von kooperativem Handeln und einzelwirtschaftlichen Interessen. Hieraus k\u00f6nnen auf Dauer produktive Synergien erwachsen, wenn es insbesondere auf der einzelwirtschaftlichen Ebene gelingt, bestimmte Ver\u00e4nderungen einzuleiten. Hierbei geht es v.a. um:<br \/>\n&#8211; Produktionsalternativen auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe (Produktdiversifizierung\/ Qualit\u00e4tsorientierung\/ Extensivierung\/ Energie- und Rohstoffeinsparung\/ Dienstleistungsorientierung),<br \/>\n&#8211; St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit durch gezielte Regionalvermarktung,<br \/>\n&#8211; eine gezielte Innovationsf\u00f6rderung f\u00fcr die \u00f6kologische Umstellung der Betriebsabl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projektvorhaben gliedert sich in vier Phasen: Analyse, Konzeptentwicklung, modellhafte Konzeptumsetzung sowie \u00f6kologische und \u00f6konomische Bewertung der Ma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Unter Ber\u00fccksichtigung der durch verschiedene Marktanalysen und eine Akteursbefragung ermittelten konkreten Entwicklungschancen und Entwicklungshemmnisse wird im Rahmen eines dialogorientierten Prozesses ein F\u00f6rder- und Transfersystem konzipiert, dass der konkreten sozio\u00f6konomischen Situation insbesondere klein- und mittelst\u00e4ndischer Unternehmen gerecht wird. Die Methoden zur Verankerung innovativer Ma\u00dfnahmen sowie die Ergebnisse der prozessualen Beteiligung der Akteure im Rahmen eines Stoffstrommanagements in der Produktlinie Ern\u00e4hrung werden systematisch ausgewertet und konzeptionell so aufbereitet, dass sie auf \u00e4hnlich gelagerte Teilr\u00e4ume \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In der StadtRegion M\u00fcnsterLand wurden in der Produktlinie Ern\u00e4hrung neue regionale Marktpotentiale erschlossen und selbsttragende Netzwerkstrukturen aufgebaut. Inzwischen arbeiten mehrere Erzeugergemeinschaften und Landwirte unter dem gemeinsamen regionalen Herkunfts- und Qualit\u00e4tszeichen M\u00fcnsterLand Qualit\u00e4tsprodukte. Sie wirtschaften unter selbst definierten Erzeugungs- und Verarbeitungskriterien, die Anforderungen an Regionalit\u00e4t und Umweltvertr\u00e4glichkeit erf\u00fcllen. Es wurden neue und innovative Marktbeziehungen mit dem Ern\u00e4hrungshandwerk, dem Gro\u00df- und Einzelhandel, Kantinen, Gastronomiebetrieben und Endverbrauchern aufgebaut. Kontinuierlich hat sich ein Gef\u00fcge von verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Aktivit\u00e4ten etabliert, f\u00fcr dessen Ausbau noch erhebliche sozio\u00f6konomische Potentiale bestehen.<br \/>\nAls wesentliche Kernelemente und \u00fcbertragbare Ergebnisse lassen sich folgende Punkte auff\u00fchren:<br \/>\nDie Raumrelevanz und Verkn\u00fcpfung mit den Anrainerbereichen pr\u00e4destiniert die Produktlinie Ern\u00e4hrung als zentrales Handlungsfeld Nachhaltiger Regionalentwicklung.<br \/>\nDas Modellprojekt benutzt f\u00fcr die Bestimmung nachhaltiger Potentiale regionaler Entwicklung einen flexiblen Raumzuschnitt, der im Terminus der StadtRegion M\u00fcnsterLand seinen Ausdruck findet.<br \/>\nDie Bestimmung nachhaltiger Potentiale erfolgt durch eine produktlinienbezogene Betrachtungsweise. Diese beinhaltet eine Fokussierung auf die jeweiligen Akteurskonstellationen und ihre handlungspolitische Bedeutung f\u00fcr eine Nachhaltige Regionalentwicklung.<br \/>\nDas Aufzeigen von \u00f6konomischen Potentialen einer nachhaltigen Regionalisierung sichert eine kontinuierliche Beteiligung der Akteure und erh\u00e4lt den Gesamtprozess langfristig aufrecht.<br \/>\nDer kontinuierliche Abgleich von Interessen und Ergebnissen mit den Akteuren beinhaltet eine neue Kommunikationsstrategie. Hierdurch kann ein H\u00f6chstma\u00df an Transparenz und Projektreflexion sowie eine hohe Einbindung der Akteure erreicht werden.<br \/>\nEine Verst\u00e4ndigung der Akteure \u00fcber die regionale Ausgangslage sowie \u00fcber Chancen und Grenzen einer nachhaltigen Regionalisierung ben\u00f6tigt eine fundierte Regionalanalyse. Die hiermit zu leistende Komplexit\u00e4tsreduktion stellt einen entscheidenden Schritt bei der Etablierung eines gemeinsamen Problembewusstseins und der Erarbeitung regionaler Entwicklungskorridore dar.<br \/>\nDie aus der Regionalanalyse formulierten Ansatzpunkte f\u00fcr ein nachhaltiges Regionalmanagement machen M\u00f6glichkeiten und Grenzen des Konzepts der Nachhaltigkeit auf der regionalen Ebene deutlich.<br \/>\nDas Zusammenspiel von Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft und Staat f\u00fchrt zur Ausbildung neuer Formen von regional governance und ist ein Beispiel f\u00fcr eine innovative Politikgestaltung.<br \/>\nEine Nachhaltige Regionalisierung der Produktlinie Ern\u00e4hrung ist auf ein professionelles r\u00e4umliches Konfliktmanagement angewiesen.<br \/>\nDie erarbeitete Checkliste f\u00fcr das Regionalmanagement sowie die aufgezeigten Kernelemente und Ebenen Nachhaltiger Regionalentwicklung bilden eine Arbeitsgrundlage zur nachhaltigen Regionalisierung der Produktlinie Ern\u00e4hrung in anderen Regionen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden kontinuierlich der Bev\u00f6lkerung in der StadtRegion M\u00fcnsterLand durch Workshops, Agenda 21-Arbeitskreise und eine intensive Medienarbeit vermittelt. Ver\u00f6ffentlichungen von Ergebnissen erfolgten u.a. in den Schriftenreihen des I\u00d6W (135\/98), der Westf\u00e4lischen Kommission f\u00fcr Geographie (50\/2000), der Akademie f\u00fcr Natur- und Umweltschutz Baden-W\u00fcrttemberg (H. 8\/1999), der Zeitschrift \u00d6kologisches Wirtschaften (5\/98), den Loccumer Protokollen (71\/97) und im Handbuch Reginale \u0082Good practices f\u00fcr eine nachhaltige Raum- und Siedlungsentwicklung des Bundesamtes f\u00fcr Bauwesen und Raumordnung (BBR 2000). Der Endbericht erscheint in der Schriftenreihe des I\u00d6W.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Als traditioneller Agrarwirtschaftsraum bot sich die StadtRegion M\u00fcnsterLand als Modellregion an. Umso \u00fcberraschender war es, dass es relevanten Akteuren an einem grundlegenden Vorverst\u00e4ndnis \u00fcber die regionale Ausgangslage und Marktpotentiale in der Produktlinie Ern\u00e4hrung mangelte. Trotz erkennbarer Hemmnisse und Schwierigkeiten konnte das Projekt in allen Zielbereichen (Umwelt, Wirtschaftsstruktur, Region, Markt) bedeutsame Fortschritte erzielen. Dennoch weisen die aufgebauten Netzwerk-, Kommunikations- und Marktstrukturen immer noch eine gewisse Instabilit\u00e4t auf. Vor diesem Hintergrund muss dem Aufbau und der Verstetigung eines r\u00e4umlichen Konfliktmanagements in Prozessen zur Nach-haltigen Regionalentwicklung (und deren F\u00f6rderung) ein zentraler Stellenwert einger\u00e4umt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Vor dem Hintergrund der integrierten Zielorientierung einer Nachhaltigen Regionalentwicklung soll f\u00fcr die Region M\u00fcnster ein regionales Managementkonzept zur Vermarktung von Lebensmitteln aus der Region erarbeitet werden. 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