{"id":17934,"date":"2023-07-13T15:10:28","date_gmt":"2023-07-13T13:10:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04915-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:29","slug":"04915-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04915-01\/","title":{"rendered":"Entwicklung und Realisierung einer Kreislauflogistik f\u00fcr Flurf\u00f6rderzeuge"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Da sich Hersteller und Lieferanten von technisch langlebigen Produkten zunehmend mit den Forderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes auseinandersetzen m\u00fcssen, stellt der Aufbau geschlossener Kreislaufstrukturen gerade f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen eine gleicherma\u00dfen schwierige aber auch strategische Herausforderung dar. Flurf\u00f6rderzeuge weisen als technisch langlebige, variantenreiche Produkte einen gro\u00dfen Verbreitungsgrad in Industrie, Handel und Dienstleistung auf, so da\u00df durch den Einsatz geeigneter Kreislauflogistikkonzepte ein Gro\u00dfteil der Flurf\u00f6rderzeuge am Ende einer ersten Nutzungsphase erneut dem Produktkreislauf zugef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Vor diesem Hintergrund sollte vom Fachgebiet Planung und Steuerung von Lager- und Transportsystemen, Universit\u00e4t Hannover, in Kooperation mit der MIAG Fahrzeugbau GmbH, einem Hersteller von explosionsgesch\u00fctzten Flurf\u00f6rderzeugen, eine Kreislauflogistik f\u00fcr Flurf\u00f6rderzeuge entwickelt und exemplarisch realisiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm sowohl den Zielvorgaben der Gesetzgebung als auch der betrieblichen Praxis gen\u00fcgen zu k\u00f6nnen, wurde unter Einbeziehung von Baugruppen- und Bauteillieferanten, H\u00e4ndlern und Betreibern eine in zwei Projektlinien geteilte Vorgehensweise gew\u00e4hlt. W\u00e4hrend sich die Projektlinie 1 auf Altfahrzeuge konzentrierte, d.h. auf Flurf\u00f6rderzeuge, auf deren Entwicklung, Konstruktion und Produktion kein Einflu\u00df mehr genommen werden kann, stand die Entwicklung recyclinggerecht gestalteter Neufahrzeuge im Mittelpunkt der zweiten Projektlinie.<br \/>\nMit Hilfe eingehender Zustandsanalysen sollten vor dem Hintergrund der betrieblichen Abl\u00e4ufe und Strukturen des Projektpartners f\u00fcr eine Auswahl charakteristischer Flurf\u00f6rderzeugtypen die auslegungsrelevanten Informationen und Restriktionen ermittelt werden. Auf dieser Datenbasis waren unterschiedliche Kreislauflogistikkonzepte zu entwickeln und hinsichtlich der erzielbaren Effekte vergleichend zu bewerten. Nach der Selektion eines \u00f6kologisch und \u00f6konomisch tragf\u00e4higen Logistikkonzeptes sollten die zun\u00e4chst konzeptionell vorliegenden Kreislaufstrukturen exemplarisch in die betriebliche Praxis des Projektpartners implementiert werden. Die w\u00e4hrend der Umsetzungsphase gesammelten Erfahrungen sollten als recyclingorientierte Anforderungen in die Entwicklung von Neufahrzeugen einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bearbeitung des Forschungsvorhabens erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen dem Fachgebiet Planung und Steuerung von Lager- und Transportsystemen, Universit\u00e4t Hannover, und der MIAG Fahrzeugbau GmbH in Braunschweig. Entsprechend der angestrebten Vorgehensweise wurden die einzelnen Arbeitspakete gemeinschaftlich bearbeitet.<br \/>\nAm Anfang des Forschungsvorhabens stand eine bezogen auf den ausgew\u00e4hlten Betrachtungsbereich umfassende Zustandsanalyse, in der sowohl produkt- als auch unternehmensspezifische Anforderungen und Restriktionen der vorgefundenen Ausgangssituation ermittelt wurden. Durch die Auswertung von Betriebsanleitungen, Fertigungsst\u00fccklisten, Ersatzteillisten, Konstruktionsunterlagen, Schadensstatistiken etc. konnten die verschiedenen Fahrzeugtypen eingehend analysiert werden. Dar\u00fcber hinaus wurden die theoretisch ermittelten Erkenntnisse durch eine exemplarische Demontage eines Altfahrzeuges vervollst\u00e4ndigt. Neben der produktbezogenen Datenaufnahme wurden zus\u00e4tzlich die logistischen Strukturen mit der jeweiligen Aufbau- und Ablauforganisation erfa\u00dft.<br \/>\nAusgehend von der vorliegenden Datenbasis wurden die auslegungsrelevanten Zielvorgaben und Rahmenbedingungen festgeschrieben, so da\u00df die einzelnen Funktionsbausteine entsprechend ihrer Auspr\u00e4gung zu verschiedenen Kreislauflogistikkonzepten zusammengef\u00fcgt werden konnten. Um trotz der zahlreichen Einflu\u00dffaktoren und Kombinationsm\u00f6glichkeiten effiziente Kreislaufstrukturen entwickeln zu k\u00f6nnen, konzentrierte sich die zielgerichtete Detaillierung auf aussichtsreich erscheinende Konzeptvarianten. Neben der Ausgestaltung der Material- und Informationsfl\u00fcsse wurden die einzelnen Aufgabenbereiche den Elementen des logistischen Netzwerkes zugeordnet.<br \/>\nIm Rahmen eingehender Bewertungen wurden anschlie\u00dfend die entwickelten Konzeptvarianten vergleichend gegen\u00fcbergestellt. Vor dem Hintergrund der betrieblichen Praxis wurden anhand \u00f6konomischer und \u00f6kologischer Kriterien ausf\u00fchrliche Beurteilungen vorgenommen. Mit Hilfe der Bewertungsergebnisse erfolgte eine Fokussierung auf ein f\u00fcr die Umsetzung geeignetes Kreislauflogistikkonzept.<br \/>\nDie anschlie\u00dfende Realisierungsphase war durch eine schrittweise Vorgehensweise gepr\u00e4gt. So wurden die einzelnen Funktionsbausteine unternehmensvertr\u00e4glich in die bestehenden Betriebsabl\u00e4ufe integriert. Durch bereichsspezifische Modifikationen konnten zielgerichtete Anpassungen vorgenommen werden. Da f\u00fcr die effiziente Planung und Steuerung einer Kreislauflogistik vielf\u00e4ltige Informationen bereitzustellen sind, in einzelnen Bereichen jedoch zum Teil erhebliche Defizite in der Datenqualit\u00e4t bestehen, wurde im Verlauf der Umsetzungsphase ein Recycling-Informationssystem f\u00fcr Flurf\u00f6rderzeuge entwickelt und erprobt. Mit Hilfe des Informationssystems lassen sich EDV-gest\u00fctzte Auswertungen mit einem hohen Aussagewert durchf\u00fchren, so da\u00df f\u00fcr das Recycling von erfa\u00dften Flurf\u00f6rderzeugen abgesicherte Entscheidungen getroffen werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Erfahrungen und Erkenntnisse, die f\u00fcr den Betrachtungsbereich Altfahrzeuge erzielt werden konnten, wurden f\u00fcr die Entwicklung und Konstruktion recyclinggerecht gestalteter Neufahrzeuge genutzt. Durch die Formulierung recyclingorientierter Gestaltungsregeln konnten dar\u00fcber hinaus weitere Optimierungspotentiale erschlossen werden.<br \/>\nDurch die exemplarische Konzeptumsetzung konnte die Praxistauglichkeit des entwickelten Kreislauflogistikkonzeptes nachgewiesen werden. Neben der Bereitschaft hat insbesondere die gute Zusammenarbeit der beteiligten Mitarbeiter dazu beigetragen, Schwierigkeiten zu \u00fcberwinden und das Projekt auf eine Basis zu stellen, auf der die MIAG Fahrzeugbau GmbH eigenst\u00e4ndig die bestehenden Entwicklungen vorantreiben kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Verlauf der Projektarbeiten wurden wichtige Zwischenergebnisse kontinuierlich ver\u00f6ffentlicht. Neben Ver\u00f6ffentlichungen in der Zeitschrift Logistikwelt wurde das Forschungsvorhaben im Rahmen der Industriemesse 1996 in Hannover auf dem Messestand der MIAG Fahrzeugbau GmbH einem breiten Fachpublikum pr\u00e4sentiert. An dieser Stelle konnten sich insbesondere  Flurf\u00f6rderzeugbetreiber \u00fcber die Aktivit\u00e4ten des Unternehmens zum Themenkreis Flurf\u00f6rderzeug und Umweltschutz informieren.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zusammenfassend l\u00e4\u00dft sich feststellen, da\u00df die Entwicklung und Realisierung einer Kreislauflogistik auch f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen unter Beachtung bestehender Restriktionen durchf\u00fchrbar ist. Umweltorientierte L\u00f6sungskonzepte, die gleicherma\u00dfen wirtschaftlichen Unternehmenszielen gen\u00fcgen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines neuen Umweltbewu\u00dftseins und f\u00fcr einen schonenden Umgang mit den nat\u00fcrlichen Ressourcen. Als eine Reaktion auf das Forschungsvorhaben sind deshalb neue Impulse und Denkanst\u00f6\u00dfe zu erwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Da sich Hersteller und Lieferanten von technisch langlebigen Produkten zunehmend mit den Forderungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes auseinandersetzen m\u00fcssen, stellt der Aufbau geschlossener Kreislaufstrukturen gerade f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen eine gleicherma\u00dfen schwierige aber auch strategische Herausforderung dar. 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