{"id":17933,"date":"2023-07-13T15:13:58","date_gmt":"2023-07-13T13:13:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/10519-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:02","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:02","slug":"10519-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/10519-01\/","title":{"rendered":"Stoffstrommanagement in Textilw\u00e4schereien &#8211; Anwendung und Verbreitung in der Praxis"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Durch den Einsatz einer Versuchsanlage zur Wasserkreislauff\u00fchrung werden die Voraussetzungen zum Aufbau eines Stoffstrommanagments gepr\u00fcft und die Umsetzung in der Praxis vorbereitet. Ziel des Stoffstrommanagements ist eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauches (Wasser, Waschmittel, Energie) durch eine gezielte Steuerung von Stoffstr\u00f6men, auf der Grundlage innovativer L\u00f6sungsans\u00e4tze. Innerhalb der Produktlinie ist die Phase des Gebrauches und der Pflege von Bekleidung aus energetischer Sicht und bez\u00fcglich der CO2-Emissionen die Phase mit der gr\u00f6\u00dften Umweltrelevanz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZur Einbindung aller beteiligten Akteure und Kooperationspartner wird eine netzf\u00f6rmige Kommunikationsstruktur aufgebaut, als Voraussetzung f\u00fcr eine tragf\u00e4hige Zusammenarbeit zur Vorbereitung und Umsetzung des Stoffstrommanagements. Es wird eine detaillierte Stoffflu\u00dfanalyse aller relevanten Bereiche in der Textilw\u00e4scherei durchgef\u00fchrt, sowohl qualitativ als auch quantitativ. Auf der Grundlage der somit vorliegenden belastbaren Daten werden Modelle zur Datenbewertung entwickelt. In deren Ergebnis steht die Bildung von Sollwerten, Belastungs- und Zielindikatoren steht. Im Anschlu\u00df erfolgt die Planung der optimierten Produktionsproze\u00dff\u00fchrung, einschlie\u00dflich der Anforderungsdefinition an eine zu entwicklende sensorische Me\u00df- und Regelungstechnik. Zur Vorbereitung der Kreislaufschlie\u00dfung sowie zur Herausfilterung kritischer Punkte wird probeweise eine Versuchsanlage (Teilstrom Abwasser) zur Wasseraufbereitung installiert. Die Wirkungsmechanismen und Beeinflussungsm\u00f6glichkeiten der Stoffstr\u00f6me k\u00f6nnen somit in der Praxis \u00fcberpr\u00fcft und weiterentwickelt werden. Im Ergebnis der Bewertung der analysierten Daten des Versuchsbetriebes stehen Aussagen zur Durchf\u00fchrbarkeit des Stoffstrommanagements, sowie die daf\u00fcr notwendigen Voraussetzungen. Die weiterf\u00fchrenden Anforderungen an alle Akteure werden benannt und in ihrer Umsetzungsm\u00f6glichkeit diskutiert. Sowohl die zu erwartenden \u00f6kologischen Effekte durch die Realisierung des Stoffstrommanagements als auch die notwendigen finanziellen Aufwendungen werden dargestellt und dokumentiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Mit einer mehrstufigen Pilotanlage wurden zwei Verfahren zur Aufbereitung von W\u00e4schereiabw\u00e4ssern entwickelt und auf ihre Eignung zur Wasser-, Waschmittel- und W\u00e4rmer\u00fcckf\u00fchrung untersucht. Als wesentliches Ergebnis wurde die R\u00fcckf\u00fchrbarkeit von Waschmittelbestandteilen exemplarisch anhand der Tenside nachgewiesen. Die Eignung der dynamischen Oberfl\u00e4chenspannung als Me\u00dfverfahren f\u00fcr ein on-line-f\u00e4higes Me\u00df- und Regelungssystem zur Nachdosierung von Tensiden konnte gezeigt werden. In der optimierten Verfahrensvariante l\u00e4\u00dft sich durch Feinfilter ein tensidhaltiges Proze\u00dfwasser f\u00fcr die Vorw\u00e4sche erzeugen und durch Membranverfahren ein Wasser mit Klarwasch- und Sp\u00fclqualit\u00e4t bereitstellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den gesamten W\u00e4schereibetrieb wurde eine qualitative und quantitative Stoffstromanalyse mit und ohne die Kreislauff\u00fchrung vorgenommen. Anhand eines f\u00fcr die Branche typischen W\u00e4schereibetriebes wurden belastbare Daten gewonnen, die repr\u00e4sentative Aussagen zu den Umweltauswirkungen erlauben und Reduktionspotentiale aufzeigen. Diese Stoffstromanalyse mit der Systemgrenze W\u00e4scherei ist die Basis und ein erster Schritt f\u00fcr ein betriebs\u00fcbergreifendes Stoffstrommanagement im Bereich Pflegen und Tragen innerhalb der Textilen Kette. Es wurden im Versuchsbetrieb f\u00fcr reales W\u00e4schereiwasser (unter Einhaltung vorgegebener W\u00e4schequalit\u00e4tskriterien) folgende Stoffstromreduktionen gegen\u00fcber dem Status quo in der W\u00e4scherei erzielt:<br \/>\nWiedereinsatz von 80 % des W\u00e4schereiabwassers anstelle von Trinkwasser im Waschproze\u00df, Tensidr\u00fcckf\u00fchrung von 42 %, Einsparung von Hilfsstoffen von 46 %, Heiz\u00f6leinsparung von 7 %. <\/p>\n<p>Zur Vorbereitung des betriebs\u00fcbergreifenden Stoffstrommanagements wurden die bestehenden Akteursbeziehungen und Kommunikationsstrukturen analysiert und eine zuk\u00fcnftige netzf\u00f6rmige Kooperationsstruktur entwickelt. Die Akteure befinden sich in verschiedenartigen Ausgangspositionen und haben unterschiedliche Kenntnisst\u00e4nde zur Thematik. Bisher beruhen die Kontakte zwischen ihnen allein auf wirtschaftlichen Einzelinteressen. Die in der Machbarkeitsstudie ermittelten Optimierungspotentiale k\u00f6nnen jedoch nur im gemeinsamen Zusammenwirken aller Akteure verwirklicht werden. Dies soll k\u00fcnftig durch eine netzf\u00f6rmige Kooperationsstruktur sichergestellt werden. Die gemeinsamen Workshops sollen von einem externen Koordinator vorbereitet und durchgef\u00fchrt werden, der au\u00dferdem den Informationsaustausch gew\u00e4hrleistet und als neutraler Vermittler Entscheidungen vorbereitet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eine Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse des Projektes im Umweltwirtschaftsforum und in den Fachzeitschriften Reiniger &#038; W\u00e4scher sowie W\u00e4scherei &#038; Reinigungspraxis ist in Vorbereitung. Eine Verbreitung der Ergebnisse via Internet ist geplant. \u00dcber den Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Modellbetriebes, der zugleich Vorsitzender des Regionalverbandes der Krankenhaus-Zentralw\u00e4schereien ist, ist eine weitere Multiplikatorwirkung zu erwarten. Eine Vortragsreihe vor den Innungsversammlungen ist ebenfalls in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie konnte nachgewiesen werden, da\u00df ein Stoffstrommanagement f\u00fcr gewerbliche W\u00e4schereien realisierbar ist, signifikante Umweltentlastungen bringt und den Betrieb auch wirtschaftlich entlasten kann. Der Ansatz einer integrierten Kreislauff\u00fchrung bedarf technischer Innovationen, die sich nur im Zusammenwirken verschiedener Akteure verwirklichen lassen. Aus diesem Grund ist Gewerbliches Waschen ein hervorragendes Beispiel zur Anwendung des Stoffstrommanagement-Konzeptes in der Praxis. Eine gro\u00dftechnische Umsetzung der Projektergebnisse in Kooperation aller Akteure ist beabsichtigt, erfordert jedoch weitere Forschungs- und Entwicklungs-schritte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Durch den Einsatz einer Versuchsanlage zur Wasserkreislauff\u00fchrung werden die Voraussetzungen zum Aufbau eines Stoffstrommanagments gepr\u00fcft und die Umsetzung in der Praxis vorbereitet. Ziel des Stoffstrommanagements ist eine deutliche Reduzierung des Ressourcenverbrauches (Wasser, Waschmittel, Energie) durch eine gezielte Steuerung von Stoffstr\u00f6men, auf der Grundlage innovativer L\u00f6sungsans\u00e4tze. 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