{"id":17911,"date":"2023-07-13T15:14:39","date_gmt":"2023-07-13T13:14:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11411-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:14:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:14:40","slug":"11411-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11411-01\/","title":{"rendered":"Veredlung von gemischtem Altpapier mittels St\u00f6rstoffentlastung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Vorhabens war Entwicklung eines Verfahrens im Technikums- und Pilotma\u00dfstab zur Aufbereitung von gemischtem Altpapier. Dabei waren die Einhaltung der Produktivit\u00e4tsparameter und der Festigkeitseigenschaften f\u00fcr Faltschachtelkarton wesentliche Voraussetzungen. Mit dem Verfahren soll nachgewiesen werden, dass die im Altpapier enthaltenen, f\u00fcr das Endprodukt kritischen Kontaminenten, wirksam reduziert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Verfahren wurde projektseitig wie geplant realisiert und durch praxisorientierte Tests im technischen Ma\u00dfstab auf seine grunds\u00e4tzliche Machbarkeit \u00fcberpr\u00fcft.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Einsatz der klassischen Deinking-Chemikalien wurde v\u00f6llig aufgegeben. Im Gegensatz zum Deinkingverfahren wurde die Flotationszelle nicht mit Altpapier beschickt, das im Hochkonsistenzpulper gel\u00f6st wurde, sondern es wurde auf die Kurzfaserkomponente zur\u00fcckgegriffen, die bei der Aufbereitung von gemischtem Altpapier f\u00fcr die Einlage des Kartons anf\u00e4llt. In dieser Komponente ist bereits eine Aufkonzentration des Anteils an alten Pigmenten erfolgt.<\/p>\n<p>Die speziellen Eigenschaften der MAC-Zelle von Lamort gestatten, anders als in den klassischen Flotationszellen, eine Austragung dieser Pigmente zusammen mit Faserbruchst\u00fccken, die f\u00fcr die Festigkeitsbildung nicht mehr so wichtig sind. Im Zusammenhang mit der gro\u00dfen spezifischen Oberfl\u00e4che, die auf diese Weise abgef\u00fchrt wird, werden auch gro\u00dfe Anteile der Kontaminenten abgef\u00fchrt. Dieses Problem muss weiter quantifiziert und optimiert werden. <\/p>\n<p>Als Erfolg ist die Sicherstellung der Maschinengeschwindigkeit anzusehen. Dar\u00fcber hinaus wurde durch gezielte Ver\u00e4nderungen in der Wasserkreislauff\u00fchrung ein Anstieg des Wei\u00dfgrades im Rohkarton erreicht.<br \/>\nDer Wei\u00dfgradanstieg des flotierten Stoffes reicht aber nicht aus, um damit die teureren Rohstoffe in der Schonschicht zu ersetzen. Der flotierte Stoff wurde in der R\u00fcckseite des Kartons eingesetzt. Damit wurde eine Leistungssteigerung der Maschine erreicht. Gleichzeitig konnte der Gehalt an Makroklebern in der R\u00fcckseite des Kartons auf etwa 50 % reduziert werden. Damit lassen sich beim nachgelagerten Druckprozess die Waschintervalle in der Druckmaschine erweitern.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Hausinterne Symposien;<br \/>\nDarstellung der Ergebnisse in technischen Aussch\u00fcssen des Fachverbandes;<br \/>\nErgebnisse werden in der Arbeitsgruppen zur Reduzierung der St\u00f6rstoffanteile im Karton ausgewertet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die St\u00f6rstoffreduzierung in gemischtem Altpapier ist durch Nutzung der Flotation als Grundverfahren prinzipiell m\u00f6glich. Die Struktur- und Festigkeitsparameter des so aufbereiteten Altpapiers \u00e4ndern sich erheb-lich und f\u00fchren insgesamt zu einer Qualit\u00e4tsverbesserung des Kartons.<br \/>\nDie St\u00f6rstoffreduzierung (Pentachlorphenole, polychlorierte Biphenyle, Diisopropylnaphtaline, Amine) als Hauptziel des Verfahrens konnte mit \u00fcber 50% gegen\u00fcber dem klassischen Deinkingverfahren verbessert werden. Nicht ausreichend ist offensichtlich die erreichte Prozessstabilit\u00e4t und Produktivit\u00e4t der Kartonmaschine. Setzt man ein entsprechend aufbereitetes Altpapier nur in der R\u00fcckseite des Kartons ein, so ergibt sich unter \u00e4hnlichen Bedingungen wie bei WEIG ein leichter Produktivit\u00e4tsanstieg. Wird jedoch der ge-samte Anteil des Kartons unter der Decklage derart behandelt, besteht die Gefahr der Leistungsreduzierung. Die Projektziele wurden auf Grund der genannten Produktivit\u00e4ts und Qualit\u00e4tsprobleme nur teilweise erreicht. Gleichwohl hat das Unternehmen zus\u00e4tzliche Investitionen zur Umsetzung der verfahrenstechni-schen Erkenntnisse get\u00e4tigt.<br \/>\nIn welchem Ma\u00dfe der Anteil eines nach diesem Verfahren von St\u00f6rstoffen entlasteten Altpapiers bei der Kartonherstellung f\u00fcr Verpackungen in der Lebensmittelindustrie wirtschaftlich vertretbar gesteigert werden kann, muss in weiteren Untersuchungen (ohne F\u00f6rdermittel) vom Unternehmen bzw. in der Branche gekl\u00e4rt werden. Eine Multiplikatorwirkung wurde mit dem F\u00f6rderprojekt erreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Vorhabens war Entwicklung eines Verfahrens im Technikums- und Pilotma\u00dfstab zur Aufbereitung von gemischtem Altpapier. Dabei waren die Einhaltung der Produktivit\u00e4tsparameter und der Festigkeitseigenschaften f\u00fcr Faltschachtelkarton wesentliche Voraussetzungen. 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