{"id":17867,"date":"2023-07-13T15:10:19","date_gmt":"2023-07-13T13:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/04684-02\/"},"modified":"2023-07-13T15:10:20","modified_gmt":"2023-07-13T13:10:20","slug":"04684-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/04684-02\/","title":{"rendered":"Analytisches Begleitprogramm f\u00fcr die Versickerung von Niederschlagsabfl\u00fcssen an einem Pilotprojekt bei kritischen Untergrundverh\u00e4ltnissen (Nachbewilligung)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Regenwasserversickerung zur R\u00fcckf\u00fchrung von Niederschlagsabfl\u00fcssen in den nat\u00fcrlichen Wasserkreislauf kann sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Verbesserung des Wasserhaushaltes bewirken. In urbanen Ballungsgebieten liegen allerdings oftmals kritische Standortvoraussetzungen des Untergrundes in Form k\u00fcnstlicher Ablagerungen und Altlasten vor. Ziel des Projektes ist deshalb die Pr\u00fcfung, ob eine Versickerung von Niederschlagsabfl\u00fcssen auch bei einem derart vorbelasteten Untergrund aus der Sicht des Grundwasserschutzes zul\u00e4ssig ist oder ob durch die gezielte Versickerung Schadstoffe eventuell mobilisiert und in das Grundwasser eingetragen werden k\u00f6nnen. Zus\u00e4tzlich soll die Stoffanreicherung im Oberboden der Versickerungsanlagen untersucht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer verl\u00e4ngerte Projektzeitraum erm\u00f6glichte eine Untersuchung der Niederschlagsperioden im Herbst\/Winter 1996 und im Fr\u00fchjahr 1997 (siehe hierzu auch AZ 04684\/01). Aufgrund des ab August 1996 gestiegenen Niederschlagsaufkommens konnten nachfolgend Probenahmen aller tiefengestuften Messstellenebenen durchgef\u00fchrt werden. Auf die alternativ geplanten Untersuchungen, wie z.B. die Durchf\u00fchrung von Systemversuchen, bei denen die Versickerungsanlage k\u00fcnstlich geflutet und somit soviel Muldenzufluss erzeugt wird, so dass auch eine Beprobung der tieferen Messstellen (unterhalb der Rigolensohle) m\u00f6glich ist, konnte somit verzichtet werden, da der Beprobung von nat\u00fcrlichen Niederschlags-Abfluss-Ereignissen auf jeden Fall der Vorzug gegeben wurde. Zur Erm\u00f6glichung einer Frachtabsch\u00e4tzung wurden an geeigneten Messpunkten bei mehreren Niederschlags-Abfluss-Ereignissen zur Verifizierung der an die Mulden angeschlossenen Abflussfl\u00e4chen exemplarisch Volumenmessungen der Niederschlagsabfl\u00fcsse durchgef\u00fchrt.<br \/>\nWeiterhin wurden nach 31 Monaten Betriebszeit des Mulden-Rigolen-Systems noch einmal (bislang durchgef\u00fchrte Probenahmen nach 12 und 18 Monaten Betriebszeit) tiefengestuft Bodenproben in den Versickerungsbereichen genommen, um den Aspekt der Ersch\u00f6pfung des Stoffr\u00fcckhalteverm\u00f6gens des Bodens bei Langzeitbetrieb differenzierter bewerten zu k\u00f6nnen. Bei den Untersuchungen des Muldenbodens wurden zu diesem Zeitpunkt neben den Metallen auch polyzyklische aromatische Kohlenwas-serstoffe (PAK) in das Parameterspektrum mit aufgenommen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Anhand der ermittelten Untersuchungsergebnisse im Projektzeitraum ist eine Regenwasserversickerung an der Kindertagesst\u00e4tte in Dortmund aus Sicht des Grundwasserschutzes zu bef\u00fcrworten. Eine umweltrelevante Mobilisierung von Schadstoffen im Untergrund des Rigolenk\u00f6rpers konnte anhand der vorliegenden Datenbasis bislang nicht nachgewiesen werden.<br \/>\nIm gesamten Projektzeitraum (17.05.1994 &#8211; 30.06.1997) konnten 45 Niederschlagsereignisse beprobt werden. Zu Beginn des Projektes erfolgten erste Messungen zur Systemcharakterisierung sowie die Gesamtuntersuchung einzelner Niederschlagsereignisse. Die geplante Charakterisierung von Einzelereig-nissen in ihrer quantitativen und qualitativen Aufl\u00f6sung stellte sich als problematisch heraus, da durch die Bereitstellung der erforderlichen Probenvolumina Mengenprobleme in Abh\u00e4ngigkeit von der Intensit\u00e4t und der Menge der vorausgegangenen Niederschlagsereignisse auftraten. Demzufolge konnte nicht bei jedem Niederschlagsereignis eine vollst\u00e4ndige Probenahme aller Messstellen durchgef\u00fchrt werden. Die Probenfrequenz insbesondere der tiefergelegenen Messstellen war aber im Projektzeitraum ausreichend erh\u00f6ht, da die Niederschlagsmengen ab ca. August 1996 im Vergleich zu den Vormonaten nicht mehr als unterdurchschnittlich einzustufen waren.<br \/>\nAufgrund der vorliegenden Untersuchungsergebnisse kann festgehalten werden, dass die Reinigungsleistung der Oberbodenpassage die mit den Niederschlagsabfl\u00fcssen eingetragene Schmutzfracht ausreichend verringert. Das Sickerwasser weist bereits nach der Passage des Muldenbettes wieder Metall- und PAK-Konzentrationen auf, die in den meisten F\u00e4llen unter der Niederschlagsausgangsbelastung liegen. Zwischen dem Sickerwasser nach der Oberbodenpassage und dem Rigolenwasser bestehen nur geringe qualitative Unterschiede. Eine Mobilisierung der im Untergrund vorhandenen Schadstoffe konnte w\u00e4hrend des gesamten Untersuchungszeitraumes nur f\u00fcr Nickel nachgewiesen werden, wobei die Pr\u00fcfwerte der LAWA (1994) f\u00fcr Grundwasser aber deutlich unterschritten wurden. Der pH-Wert des Nieder-schlags wird beim Abflussvorgang deutlich abgepuffert und bleibt w\u00e4hrend der Flie\u00dfstrecken zum Sickerwasser unterhalb der Rigolensohle \u00fcber pH 7.<br \/>\nZur Verifizierung der Gr\u00f6\u00dfe der angeschlossenen Steildachfl\u00e4chen an die Mulden wurden bei mehreren Niederschlagsereignissen exemplarisch Volumenmessungen der Niederschlagsabfl\u00fcsse durchgef\u00fchrt. Die Kontrollmessungen best\u00e4tigten ausreichend genau die Gr\u00f6\u00dfen der berechneten Steildachfl\u00e4-chen und erm\u00f6glichten somit nachfolgend Frachtabsch\u00e4tzungen.<br \/>\nDie Untersuchung von Bodenproben in verschiedenen Tiefenbereichen der einzelnen Mulden hat best\u00e4tigt, dass bislang speziell in den obersten 5 cm eine Stoffanreicherung stattfindet. Hier fanden sich insbesondere in Abh\u00e4ngigkeit vom Stoffinput (Beschaffenheit der Muldenzufl\u00fcsse) Akkumulationen des Dachrinnen- und Fallrohrmaterials Zink. Bei den organischen Stoffe wurden nach 31 Monaten Be-triebszeit erste oberfl\u00e4chennahe (0 &#8211; 2 cm) Anreicherungen von 4-, 5- und 6-Ring PAK nachgewiesen. Die bislang vorhandenen Anreicherungen stellen keine Gef\u00e4hrdung der Schutzg\u00fcter Kind oder Umwelt dar. Die Versauerungsgeschwindigkeit des Muldenbodens ist aufgrund der durchschnittlichen pH-Werte der Muldenzufl\u00fcsse von 7,4 sowie der kleinen Anschlussverh\u00e4ltnisse (Ared \/ As = angeschlossene abflusswirksame Fl\u00e4che \/ versickerungswirksame Fl\u00e4che) als gering einzustufen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Remmler, F. und H\u00fctter, U. (1997): Storm water management in urban areas: Risks and case studies. In: Chilton, J. et al. (Eds.): Groundwater in the Urban Environment. Proceedings of the XXVII IAH Congress, Vol. 1, 647 &#8211; 652. Rotterdam.<br \/>\nH\u00fctter, U., Hesse, U. und Kaczmarczyk, B. (1998): Investigation on the migration of storm water pollut-ants in soils. In: Proceedings of the NOVATECH 1998, Vol. 2, 567 &#8211; 574.<br \/>\nRemmler, F., H\u00fctter, U. und Stecker, A. (1998): Hydraulische Untersuchungen an einem Mulden-Rigolen-System. In: Korrespondenz Abwasser, 45, Nr. 4, 657 &#8211; 669.<br \/>\nRemmler, F. (1998): Regenwasserversickerung und Grundwasserschutz. In: Zeitschrift f\u00fcr Kulturtechnik und Landentwicklung, 39, 272 &#8211; 279.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt hat wertvolle Hinweise zur M\u00f6glichkeit der Versickerung von Niederschlagsabfl\u00fcssen an einem stofflich vorbelasteten Standort gegeben. Die Vorgehensweise zur Beantwortung der Fragestellung an einem Realprojekt hat sich bew\u00e4hrt. Zur Beurteilung l\u00e4ngerfristiger Auswirkungen dieser Versickerungsma\u00dfnahme sollten allerdings zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt weitere Untersuchungen zur Best\u00e4tigung der bislang vorliegenden Untersuchungsergebnisse durchgef\u00fchrt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Regenwasserversickerung zur R\u00fcckf\u00fchrung von Niederschlagsabfl\u00fcssen in den nat\u00fcrlichen Wasserkreislauf kann sowohl eine quantitative als auch eine qualitative Verbesserung des Wasserhaushaltes bewirken. 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