{"id":17820,"date":"2025-04-10T10:32:10","date_gmt":"2025-04-10T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/11769-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:12","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:12","slug":"11769-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/11769-01\/","title":{"rendered":"Sommerakademie f\u00fcr Solararchitektur"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Geb\u00e4udesektor liegt ein hohes Potential f\u00fcr den Klimaschutz vor. Diesem Faktum stehen Defizite in der studentischen Ausbildung gegen\u00fcber. An den Hochschulen besteht allerdings eine steigende, dort nicht zu befriedigende Nachfrage f\u00fcr eine Auseinandersetzung mit solarem Bauen. In Theorie und Praxis mu\u00df bisher eine mangelnde Zusammenf\u00fchrung von Solartechnik, Architektur und Klimaschutz beobachtet werden.<br \/>\nDiese Gesichtspunkte bildeten die Motivation f\u00fcr die Sommerakademie, in der die Entwicklung integraler Geb\u00e4ude- und Energiekonzepte einge\u00fcbt wurde. Mit der Akademie wurde der Anspruch umgesetzt, das solare Energiekonzept zum mitbestimmenden Entwurfskriterium werden zu lassen. Mit der Veranstaltung kann mittelbar eine vielschichtige Einbindung der Solarenergie im Bereich der Stadt- und Geb\u00e4udeplanung induziert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBei der Sommerakademie handelte es sich um ein Projekt, das 1997 und 1998 \u00fcber je zwei Wochen in Freiburg durchgef\u00fchrt wurde. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden in die Planung k\u00fcnftiger Akademien einflie\u00dfen. Im Mittelpunkt der Akademie stand ein integraler Ansatz f\u00fcr das Gesamtsystem Geb\u00e4ude. Den einzelnen Kooperationspartnern wuchsen fachlich ineinandergreifende Aufgaben zu. <\/p>\n<p>Es wurden Alt- und Neubauten behandelt. Die zu fertigenden Entw\u00fcrfe sollten Anregungen f\u00fcr eine sp\u00e4tere Realisierung in der Praxis liefern. Nach fachlichen Einf\u00fchrungen wurden die Teilnehmer zur kreativen Auseinandersetzung mit ihren Aufgabenstellungen angeregt. Die Bearbeitung erfolgte in Gruppen von je drei bis vier Teilnehmern. Dabei fand eine gezielte Betreuung durch wissenschaftliche Fachkr\u00e4fte aus architektonischer, bauphysikalischer und geb\u00e4udetechnischer Sicht statt. Exkursionen und verschiedene Foren (z.B. zur Sanierung und Bewirtschaftung von Geb\u00e4uden) rundeten die zwei Akademien ab.<br \/>\nDie Umweltrelevanz ist mittelbar. Das in den Akademien Geschaffene wird sp\u00e4ter seinen Niederschlag in eigenen praktischen Anwendungen finden. Die Teilnehmer werden als Multiplikatoren (und k\u00fcnftige Entscheidungstr\u00e4ger) ihre Erfahrungen weitertragen. Als Entwurfsaufgaben wurden 1998 das Thema Solarer Wohnungsbau am Beispiel von Reihenhaustypologien in Freiburg sowie die Erweiterung und die Sanierung eines B\u00fcrogeb\u00e4udes in Gengenbach bei Offenburg bearbeitet. Im Jahr 1997 standen der Neubau eines B\u00fcrgeramtes in Freiburg sowie Ma\u00dfnahmen der Altbausanierung am Technischen Rathaus Freiburg im Mittelpunkt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Es hat sich in den letzten zwei Jahren gezeigt, da\u00df die Sommerakademie auf gro\u00dfes Interesse sowohl in der Fachwelt als auch bei den Studenten der Architektur st\u00f6\u00dft. Dies spiegelt sich nicht nur in der Zahl der Teilnehmer wider, sondern auch darin, da\u00df mittlerweile \u00e4hnliche Ausbildungsangebote in Deutschland bestehen. <\/p>\n<p>Didaktik und Methodik der Akademie haben sich sehr gut bew\u00e4hrt. Neben der Mischung aus selbst\u00e4ndiger Arbeit &#8211; Vortr\u00e4gen &#8211; Exkursionen &#8211; Diskussionen hat vor allem der Workshop-Charakter wesentlich zu den guten Ergebnissen beigetragen. Durch Gruppenarbeit und die st\u00e4ndige Betreuung entstand ein lebhafter Diskurs zu den verschiedenen Entwurfsideen. Mit der Akademie wurde auch das Einbeziehen von Spezialisten in den Planungsablauf ge\u00fcbt. Dieses interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeiten in einem mehr analytisch-konzeptionellen Kontext kommt an den Hochschulen meist zu kurz. <\/p>\n<p>Wesentlich war weiterhin, da\u00df eine durchgehende Aufgabe bearbeitet wurde. Energieoptimiertes Bauen ist immer im Kontext eines gesamtheitlichen Konzepts zu sehen, in dem architektonische Fragestellungen mit beantwortet werden m\u00fcssen. Schlie\u00dflich konnte vermittelt werden, da\u00df es keine allgemeing\u00fcltigen L\u00f6sungen f\u00fcr energieoptimiertes (solares) Bauen gibt, sondern da\u00df Entscheidungen immer &#8211; im Sinne einer bedarfs- oder anforderungsorientierten Planung &#8211; projektspezifisch zu treffen sind.<\/p>\n<p>Die Einbindung externer Institutionen, etwa des Stadthochbauamts Freiburg, sicherte den Realit\u00e4tsbezug des Entwurfs. Dar\u00fcber hinaus wirkte sie motivationsf\u00f6rdernd, weil Aussicht besteht, da\u00df die besten Entw\u00fcrfe im Hinblick auf eine sp\u00e4tere Verwirklichung gepr\u00fcft werden. Die Beteiligung des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme erweiterte f\u00fcr die Teilnehmer den Fundus an M\u00f6glichkeiten zur effizienten Solarenergienutzung im Geb\u00e4udebereich. Der Praxistransfer von Forschungsergebnissen, die beim sp\u00e4teren Berufsbeginn der jetzigen Studenten sicher z.T. schon als marktf\u00e4hige Produkte zur Verf\u00fcgung stehen, wird somit konsequent forciert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden und werden in einer Reihe von Fachzeitschriften und Konferenzen vorgestellt. Dazu z\u00e4hlen eine Ver\u00f6ffentlichung im Journal SunWorld 1\/1998, die Vorstellung auf dem DGS-Sonnenforum in K\u00f6ln 1998 und ein Artikel in SunWorld 1\/1999. Weiterhin sind ein Beitrag f\u00fcr die Zeitschrift Sonnenenergie der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Sonnenenergie geplant sowie eine Vorstellung des Projekts im Rahmen der European Conference on Teaching in Architecture 1999. Eine Kurzdarstellung der Akademie liegt auf dem Internet (www.ises.org \u00ae Projekte).<br \/>\nDas Vorhaben soll international weitergef\u00fchrt werden. In diesem Zusammenhang wird bei den einschl\u00e4gigen Vorplanungen und Antr\u00e4gen nat\u00fcrlich auf die Keimzelle Sommerakademie 1997\/1998 verwiesen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Konzept der Sommerakademie hat sich insgesamt sehr gut bew\u00e4hrt. Die Erfahrungen der ersten zwei Jahre k\u00f6nnen als Keimzelle f\u00fcr die  Weiterentwicklung des Projektes dienen. Dabei sollen diejenigen Gesichtspunkte, welche sich bislang als positiv herauskristallisiert haben, auch k\u00fcnftig beibehalten werden. Es sind dies:<\/p>\n<p>\t\u00b7\tKreative Auseinandersetzung mit einer Entwurfsaufgabe<br \/>\n\t\u00b7\tBezug auf Alt- und Neubau<br \/>\n\t\u00b7\tVisualisierung durch Anschauungsmaterial und Exkursionen<br \/>\n\t\u00b7\tVielfalt im didaktisch-methodischen Ansatz<\/p>\n<p>Weiterhin hat sich gezeigt, da\u00df die behutsame Erweiterung des fachlichen Spektrums mit einer \u00d6ffnung f\u00fcr andere Disziplinen sinnvoll ist. Prinzipiell sollte auch \u00fcberlegt werden, den Fokus der Akademie auf praktizierende Architekten zu erweitern. Hierzu w\u00e4re jedoch ein anderes Konzept zu entwickeln, das den Berufsalltag und Lehrerfahrungen bei der Weiterbildung von Erwachsenen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Geb\u00e4udesektor liegt ein hohes Potential f\u00fcr den Klimaschutz vor. Diesem Faktum stehen Defizite in der studentischen Ausbildung gegen\u00fcber. An den Hochschulen besteht allerdings eine steigende, dort nicht zu befriedigende Nachfrage f\u00fcr eine Auseinandersetzung mit solarem Bauen. 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