{"id":177528,"date":"2026-03-28T10:32:02","date_gmt":"2026-03-28T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/05837-01\/"},"modified":"2026-03-28T10:32:05","modified_gmt":"2026-03-28T09:32:05","slug":"05837-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/05837-01\/","title":{"rendered":"Solargeb\u00e4ude Leinefelde &#8211; Planung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ein in Plattenbauweise errichtetes, nicht mehr genutztes Kindergartengeb\u00e4ude in Leinefelde\/Th\u00fcr. soll in energetisch und \u00f6kologisch vorbildlicher Weise saniert und erweitert werden. Das so geschaffene energieoptimierte Geb\u00e4ude soll die Anforderungen der f\u00fcr 1999 in Aussicht gestellten WSVO weit unterbieten und minimalen Energiebedarf mit hohem Nutzerkomfort verbinden. Der geringe Restheizw\u00e4rmebedarf soll \u00fcberwiegend durch regnerative Energiequellen gedeckt werden. Das Geb\u00e4ude soll als Demonstrationsprojekt f\u00fcr die drastische Senkung des CO2-Aussto\u00dfes dienen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls f\u00fcr den Erfolg des Projektes wesentliche Pr\u00e4missen wurden erhoben:<\/p>\n<p>1.\tUnterordnung aller fachplanerischen Ans\u00e4tze unter der Vorgabe, ein energetisch vorbildliches und<br \/>\n\tkosteng\u00fcnstiges Geb\u00e4ude zu schaffen;<br \/>\n2.\tinterdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit aller beteiligten Fachplaner und Ausf\u00fchrungsbetriebe schon in der<br \/>\n\tPlanungsphase;<\/p>\n<p>In der Phase der Konzeptfindung &#8211; die bereits durch die DBU gef\u00f6rdert wurde &#8211; sind, ausgehend von grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen, verschiedene Varianten des Geb\u00e4udes untersucht worden. Dazu wurde ein Expertenteam aus dem gesamten Bundesgebiet rekrutiert. Letzte Hinweise zur Konzeptverbesserung sowohl in energetischer Sicht als auch zur Kostenoptimierung lieferte eine dynamische Geb\u00e4udesimulation mit TRNSYS.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach nur acht Monaten Bauzeit wurde das Solargeb\u00e4ude Leinefelde im Februar 1996 in Betrieb genommen. Ein umfangreiches Me\u00dfprogramm liefert seither Daten, welche die vorausberechneten Werte weitgehend best\u00e4tigen.<br \/>\nDie Zielsetzung, ein Niedrigstenergiegeb\u00e4ude unter Einbeziehung eines ehemaligen Plattenbaus zu schaffen, wurde erreicht. Die Geb\u00e4udeheizung kommt &#8211; bis auf einen geringen Restbedarf an W\u00e4rmepumpenstrom &#8211; v\u00f6llig ohne fossile Energiequellen aus. Das Solargeb\u00e4ude verf\u00fcgt weder \u00fcber einen Schornstein, noch \u00fcber \u00d6l- oder Gasanschlu\u00df.<br \/>\nAls wesentliche Voraussetzung sei hier noch einmal das Erreichen einer m\u00f6glichst w\u00e4rmebr\u00fcckenfreien, luftdichten und hochwirksam ged\u00e4mmten Geb\u00e4udeh\u00fclle erw\u00e4hnt. Der Erfolg dieser Ma\u00dfnahme h\u00e4ngt &#8211; nach sorgf\u00e4ltiger Planung und geeigneter Konstruktion &#8211; ganz entscheidend von der Ausf\u00fchrungssorgfalt ab. Hier bestehen noch erhebliche Diskrepanzen zwischen dem \u00fcblichen Stand des Handelns auf der einen und dem Stand der Technik auf der anderen Seite. Selbst bestehende Vorschriften werden nicht selten mi\u00dfachtet.<br \/>\nMit dem Solargeb\u00e4ude ist es gelungen, die o. g. Voraussetzung weitestgehend zu erf\u00fcllen. Gerade der oftmals sehr problematische Dachbereich konnte durch Anwendung des Pro-Dach-Systems nahezu luftdicht und w\u00e4rmebr\u00fcckenfrei ausgef\u00fchrt werden.<br \/>\nLuftdichte Geb\u00e4ude erfordern L\u00fcftungsanlagen. Insbesondere das Zusammentreffen von W\u00e4rmeschutzm\u00e4ngeln und unzureichender Bel\u00fcftung verursacht Bausch\u00e4den. Gerade bei der Sanierung der Plattenbauwohnungen in den neuen Bundesl\u00e4ndern wird die L\u00fcftungsproblematik weitgehend ignoriert. Aus energetischer Sicht ist es geboten, die L\u00fcftungsanlagen mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnungsanlagen zu kombinieren. Im Solargeb\u00e4ude Leinefelde konnten die L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste durch Nutzung einer L\u00fcftungsanlage mit WRG erheblich reduziert werden.<br \/>\nMit der Absenkung des Energiebedarfs kommt den solaren Gewinnen und auch dem Nutzerverhalten gr\u00f6\u00dfere Bedeutung zu. Allein die Stellung der Jalousien auf der S\u00fcdseite kann je nach Sonnenstand und Strahlungsintensit\u00e4t die Raumtemperatur teilweise deutlich beeinflussen.<br \/>\nDie drastische Absenkung des Heizenergiebedarfs f\u00fchrte auch dazu, da\u00df jetzt die Antriebsenergien relativ gro\u00dfes Gewicht bei der Betrachtung der Gesamtenergiebilanz erhalten. Beim Aufsp\u00fcren von diesbez\u00fcglichen Optimierungsm\u00f6glichkeiten ist die Me\u00dftechnik \u00e4u\u00dferst hilfreich.<br \/>\nUnabdingbar f\u00fcr energieoptimierte Bauten ist die Einbeziehung der energetischen \u00dcberlegungen in das Konzept der Fachplaner unter Dominanz der energetischen Ziele.<br \/>\nWesentliche Erfahrungen sind:<br \/>\n1. Der Weg, Geb\u00e4ude \u00fcber gro\u00dfe Fl\u00e4chen bei niedrigen Vorlauftemperaturen zu beheizen, ist bauphysikalisch und \u00f6konomisch richtig und sollte weiter beschritten werden. Gleiches gilt f\u00fcr die K\u00fchlung, wobei die Problematik der Taupunktunterschreitung zu beachten ist.<br \/>\n2. Baumasse spielt nicht nur aus Gr\u00fcnden des Schallschutzes eine Rolle, sondern kann auch energetisch vorteilhaft genutzt werden.<br \/>\n3. Die Anwendung von Erdabsorbern zur Nutzung der oberfl\u00e4chennahen Erdtemperatur zum Heizen und K\u00fchlen ist einfach und wirtschaftlich. Die Verbesserung der thermischen Qualit\u00e4t der Geb\u00e4ude f\u00fchrt zu immer kleiner dimensionierten Absorberfeldern.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>&#8211; F\u00fchrung f\u00fcr Besuchergruppen\/ st\u00e4ndige Ausstellung<br \/>\n&#8211; Fachtagungen und Fachmessen sowohl als Teilnehmer als auch als Veranstalter<br \/>\n&#8211; zahlreiche Ver\u00f6ffentlichungen (Fachpresse, Presse, TV, Internet)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Qualit\u00e4t des Solargeb\u00e4udes Leinefelde wird durch 3 wesentliche Kennwerte charakterisiert:<br \/>\n1. Jahresheizw\u00e4rmebedarf:          ca. 19,8 kWh\/m\u00b2 NGF<br \/>\n2. j\u00e4hrliche Brennstoff-Kosten:   ca. 2.100,- DM (W\u00e4rmepumpenstrom) bei einer NGF von 4290 m\u00b2<br \/>\n3. Baukosten:                                ca. 2.170,- DM\/m\u00b2 NG<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ein in Plattenbauweise errichtetes, nicht mehr genutztes Kindergartengeb\u00e4ude in Leinefelde\/Th\u00fcr. soll in energetisch und \u00f6kologisch vorbildlicher Weise saniert und erweitert werden. Das so geschaffene energieoptimierte Geb\u00e4ude soll die Anforderungen der f\u00fcr 1999 in Aussicht gestellten WSVO weit unterbieten und minimalen Energiebedarf mit hohem Nutzerkomfort verbinden. 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