{"id":131395,"date":"2025-04-10T10:32:13","date_gmt":"2025-04-10T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/18815-01\/"},"modified":"2025-04-10T10:32:16","modified_gmt":"2025-04-10T08:32:16","slug":"18815-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/18815-01\/","title":{"rendered":"Wissenstransfer f\u00fcr das methodische Vorgehen bei der Aufstellung von regionalen Abfallwirtschaftspl\u00e4nen am Beispiel eines Komitats in Ungarn"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Rahmen des EU-Beitritts und den Vorgaben des nationalen Abfallwirtschaftsplanes aus dem Jahr 2000 sind die 21 Komitate Ungarns als Regionalverwaltungen dazu verpflichtet, einen regionalen Abfallwirtschaftsplan aufzustellen. Erstmalig sollen hierin die bisher f\u00fcr Gesamtungarn nur in sehr pauschalen Ans\u00e4tzen vorliegenden Angaben zum Abfallaufkommen, zur Abfallmengenentwicklung und zur technischen Ausgestaltung des abfallwirtschaftlichen Systems durch konkrete, regionale Daten und Planungsans\u00e4tze ersetzt werden. In Zusammenarbeit mit dem ungarischen Umweltministerium sollte am Beispiel des Komitats Szabolcs-Szatm\u00e1r-Bereg ein solcher Abfallwirtschaftsplan erarbeitet und dabei das Wissen zur Erstellung derartiger Pl\u00e4ne an die MitarbeiterInnen des Inspektorats, als ausf\u00fchrender Regionalbeh\u00f6rde, transferiert werden. Neben der praktischen Bearbeitung des Plans sollte der Wissenstransfer im Rahmen von Workshops erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas mit den Vertretern des ungarischen Umweltministerium ausgew\u00e4hlte Komitat Szabolcs-Szatm\u00e1r-Bereg liegt in Ostungarn an der ukrainischen-rum\u00e4nischen Grenze. Es umfasst eine Fl\u00e4che von 5.937 km\u00b2 und hat 598.746 Einwohner (5,8 % Ungarns). Das Komitat wird von 226 Gemeinden gebildet. Die Komitatshauptstadt ist Ny\u00edregyh\u00e1za mit ca. 118.000 Einwohnern.<br \/>\nDen Kernpunkt des Projektes bildete die Erfassung, Zusammenstellung, Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung des Datenmaterials zum Abfallaufkommen, zur Abfallzusammensetzung und zur Beschreibung des aktuellen Entsorgungssystems.<br \/>\nDarauf aufbauend wurde eine Abfallmengenprognose bis zum Jahr 2020 entwickelt. Im n\u00e4chsten Schritt wurden dann insgesamt 4 technische Varianten zur Vorbehandlung des Restabfalls entwickelt und vorgestellt. Den Abschluss des Projektes bildete eine Zeit- und Ma\u00dfnahmenplanung.<br \/>\nBegleitet wurde das Projekt von insgesamt 3 Workshops, auf denen einerseits die Ergebnisse der Bearbeitung vorgestellt, andererseits die Teilnehmer in die Diskussion \u00fcber die Festlegung von Getrennterfassungsquoten, Absch\u00e4tzung der Kosten und Kooperationsm\u00f6glichkeiten in einem Entsorgungsverbund einbezogen wurden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Datenrecherche und Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung ergab sich, dass die bis dato verwendeten Mengenans\u00e4tze (volumetrische einwohnerspezifische Angaben) zuk\u00fcnftig zu einer \u00dcbersch\u00e4tzung des Abfallaufkommens gef\u00fchrt h\u00e4tten. Die verwendete, zentral vorgegebenen einwohnerspezifischen Mengenangaben, und hier insbesondere f\u00fcr Haum\u00fcll, entsprachen nicht den tats\u00e4chlich vor Ort ermittelten Mengen. Weiterhin wurde sichtbar, dass das Abfallaufkommen nur f\u00fcr grob gegliederte Abfallgruppen bekannt war.<br \/>\nDurch die intensive Datenrecherche in der Anfangsphase des Projektes konnte gezeigt werden, dass die Datenbasis ausreichte, um eine erste in sich konsistente Abfallbilanz des Komitats zu erstellen. Hierzu trug insbesondere die gute Datenverf\u00fcgbarkeit der Deponie in der Komitatshauptstadt Ny\u00edregyh\u00e1za bei (Wiegedaten). F\u00fcr den Hausm\u00fcll, mengenm\u00e4\u00dfig wichtigste Abfallart, wurde bei einem Anschlussgrad der Bev\u00f6lkerung an die \u00f6ffentliche Abfallentsorgung von 76 % eine erfasste Menge von 131.479 Mg\/a f\u00fcr 2001 ermittelt (entspricht 220 kg\/E*a). Bezogen auf einen Anschlussgrad von 100 % liegt das spezifische Aufkommen bei 289 kg\/E*a Hausm\u00fcll (2001). Besonderes Charakteristikum der Abfallwirtschaft im Komitat ist, dass neben 8 genehmigten Deponien noch 112 z.T. sehr kleine Gemeindedeponien (Abfallhalden) betrieben werden.<br \/>\nDie Abfallmengenprognose wurde f\u00fcr einen Zeitraum bis 2020 in einem Hoch- und Niedrigszenarium erstellt (hohe bzw. niedrige Restabfallmengen nach Verwertung). In das Prognosemodell wurde der Einfluss der Bev\u00f6lkerungsentwicklung, der sozio-\u00f6konomischen Entwicklung, die Ver\u00e4nderung des Anschlussgrades und die Getrennterfassungsquoten auf die Abfallmengen f\u00fcr jede Abfallart abgesch\u00e4tzt. Das Prognoseergebnis zeigt, dass die Steigerung des Anschlussgrades von derzeit 76 % auf 100 %, gem\u00e4\u00df der Ziele der nationalen Planung, die Abfallmengenentwicklung sehr stark beeinflusst. Durch diese Steigerung der Abfallmengen geht der Effekt der Abfallverringerung, der durch die Einf\u00fchrung einer Getrennterfassung erzielt werden kann, zun\u00e4chst verloren und schl\u00e4gt sich positiv erst nach 2010 nieder.<br \/>\nF\u00fcr die Entwicklung der technischen Varianten wurde auf die prognostierte Abfallmengenentwicklung des Hochszenariums zur\u00fcckgegriffen. Insgesamt wurden 4 Varianten entwickelt: (1) Deponierung als Vergleichsvariante (gesetzlich nicht mehr zugelassen); (2) thermische Behandlung; (3) Kombination aus mechanisch-biologischer Behandlung und thermischer Behandlung im Komitat (4) thermische Behandlung au\u00dferhalb des Komitats (Verbundl\u00f6sung mit anderen Komitaten) und mechanisch-biologische Behandlung im Komitat. F\u00fcr alle Varianten wurden erste Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Auslegung der Anlagen und der notwendige Deponiebedarf erarbeitet. Weiterhin wurde der Bedarf f\u00fcr die Behandlung von Bioabf\u00e4llen\/Gr\u00fcnschnitt ausgewiesen. Die Planung ergab, dass unter den vorgegebenen abfallwirtschaftlichen Zielen der vorhandene Deponieraum von ca. 1,9 Mio. Mg (Stand 2001) bis zum Jahr 2020 ausreicht.<br \/>\nDer Wissenstransfer zu den Themen Bearbeitungstiefe, Datenstrukturierung, Zielsetzung, Berechnungs- und Sch\u00e4tzverfahren sowie zu strategischen Fragen der Systemgestaltung konnte so insbesondere durch die aktive Teilnahme der InspektoratsmitarbeiterInnen w\u00e4hrend des Bearbeitungsprozesses und der Teilnehmer w\u00e4hrend der Workshops gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde im Rahmen der \u00d6kotech-Messe in Budapest vom 15.10.- 18.10.02 und in 3 Workshops mit Teilnehmern aus dem Komitat vorgestellt (Jun 2002, Sep 2002 und Feb 2003).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem vorliegenden Projekt konnten gemeinsam mit den MitarbeiterInnen des ungarischen Umweltministeriums und des Komitats Szabolcs-Szatm\u00e1r-Bereg die Grundz\u00fcge eines regionalen Abfallwirtschaftsplans entworfen werden. Es zeigte sich, dass die ungarnweit vorgegebenen Kennwerte zur Charakterisierung der regionalen abfallwirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse nicht geeignet sind. Durch den gemein-samen Bearbeitungsprozess ergibt sich noch folgender Handlungsbedarf:<br \/>\n\u00b7\tVertiefung des Methodenverst\u00e4ndnisses zur Planerstellung durch weitere Schulung der Mitarbeiter\/-innen bei den Komitatsverwaltungen und Gemeinden,<br \/>\n\u00b7\tDurchf\u00fchrung und Auswertung von Abfallanalysen,<br \/>\n\u00b7\tEntwicklung von Deponieschlie\u00dfungskonzepten,<br \/>\n\u00b7\tweiterer Wissenstransfer zum Thema Investitionskosten- und Betriebskostensch\u00e4tzung im Rahmen abfallwirtschaftlicher Planungsprozesse und Darstellung der Einfl\u00fcsse auf die Entsorgungsgeb\u00fchren,<br \/>\n\u00b7\trechtliche und strategische Aspekte der Zweckverbandsgr\u00fcndung (komitat\u00fcbergreifend).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Rahmen des EU-Beitritts und den Vorgaben des nationalen Abfallwirtschaftsplanes aus dem Jahr 2000 sind die 21 Komitate Ungarns als Regionalverwaltungen dazu verpflichtet, einen regionalen Abfallwirtschaftsplan aufzustellen. 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