{"id":130395,"date":"2026-08-16T10:32:06","date_gmt":"2026-08-16T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38652-01\/"},"modified":"2026-08-16T10:32:07","modified_gmt":"2026-08-16T08:32:07","slug":"38652-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38652-01\/","title":{"rendered":"Ready for Take-Off!? \u2013 Integration der drohnengest\u00fctzten Fernerkundung in das Monitoring von Offenland-FFH-Lebensraumtypen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Schutzgebietsmonitoring z.B. von Natura2000- oder DBU Naturerbefl\u00e4chen bedarf einer regelm\u00e4\u00dfigen Kon-trolle der Flora-Fauna-Lebensraumtypen um deren Erhaltungszustands zu erfassen und ggf. Management-ma\u00dfnahmen einzuleiten. Daf\u00fcr sind f\u00fcr alle Lebensraumtypen Leitf\u00e4den in Form von Kartieranleitungen mit Bewertungsschemata entwickelt worden, die in Feldbegehungen von Expert*innen erhoben werden. Die gro\u00dfe Anzahl an Schutzgebieten und Lebensraumtypen und der damit verbundene Arbeitsaufwand stellt die ausf\u00fchrenden Beh\u00f6rden vor finanzielle und personelle Herausforderungen.<br \/>\nNeue technische und wissenschaftliche Entwicklungen im Bereich der Drohnenfernerkundung f\u00fcr die fl\u00e4-chendeckende Erfassung von \u00d6kosystemen k\u00f6nnten den Arbeitsaufwand von Schutzgebietsmonitorings verringern und dessen Objektivit\u00e4t verbessern.<br \/>\nIn unserem Vorhaben wollen wir Methoden der Drohnenfernerkundung zur Erfassung des Erhaltungszu-stands von FFH Lebensraumtypen des Offenlandes auf ihre Praxistauglichkeit hin pr\u00fcfen und weiterentwi-ckeln. Ziel ist es, eine Wissensdatenbank zu erstellen, welche Indikatoren der Habitatqualit\u00e4t mit den da-zugeh\u00f6rigen gepr\u00fcften und standardisierten Methoden verkn\u00fcpft. Aus der Wissensdatenbank k\u00f6nnen dann neue Leitf\u00e4den zum Schutzgebietsmonitoring zusammengestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden<\/p>\n<p>Das Vorhaben wird im wesentlichen mit drei aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen realisiert.<br \/>\n(1) In einer Potentialanalyse bewerten wir existierende Methoden aus der wissenschaftlichen Literatur der Drohnenfernerkundung bez\u00fcglich ihrer Praxistauglichkeit und identifizieren L\u00fccken in der gesamten Verar-beitungskette die einen operationellen Einsatz im FFH Monitoring momentan erschweren oder verhindern.<br \/>\n(2) Identifizierte praxistaugliche Methoden aus der Potentialanalyse bilden die Grundlage des Methodenwi-kis welches technisch als kollaboratives Onlinewiki realisiert wird.<br \/>\n(3) Identifizierte methodische L\u00fccken mit hohem Realisierungspotenzial bilden die Grundlage f\u00fcr die Ent-wicklung neuer Verarbeitungsketten die auf Offenlandfl\u00e4chen der Kooperationspartner sowohl auf ihre Qua-lit\u00e4t als auch ihre Praxistauglichkeit evaluiert werden.<\/p>\n<p>Umfrage zur Praxistauglichkeit von Drohnen unter Planungsb\u00fcros<br \/>\nDie Potentialanlyse umfasst sowohl eine Zusammenfassung der wissenschaftlichen Literatur (siehe Er-gebnisse) als auch die Perspektive des praktischen Naturschutzes auf Drohnen und Auswertungsverfahren analysieren. Dazu entwickelten wir eine Umfrage \u00fcber die Nutzung von Drohnen, Sensoren und Auswer-tungsm\u00f6glichkeiten die den aktuellen Stand der Praxis erfassen soll. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Tier\u00f6kologie des Instituts f\u00fcr Landschafts\u00f6kologie verbreiteten wir die Umfrage im Februar 2026 deutsch-landweit bei rund 200 Institutionen des praktischen Naturschutzes. Eine Auswertung und Ver\u00f6ffentlichung der Umfrageergebnisse wird zum Sommer 2026 durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Entwicklung von Verarbeitungsketten zur Informationsgewinnung auf Drohnenbildern<br \/>\nAutomatische Verarbeitungsketten von Drohnendaten f\u00fcr die Landschaftsanalyse sind ein Schl\u00fcssel zur schnellen, objektiven Bewertung von Schutzgebieten. Aus unserer Potentialanalyse der wissenschaftlichen Literatur ergab sich, dass so gut wie keine Studien automatisierte Methoden bereitstellen. Unsere Vision ist es, Modelle bereitzustellen, die Drohnenbilder vollautomatisch bez\u00fcglich relevanter Bewertungskriterien der FFH-Richtlinie analysiert. Hierzu wollen wir Tief-Lernende KI Modelle Trainieren wie sie auch in der Bilderkennung zum Einsatz kommen (Convolutional Neural Networks). Die Idee ist, nicht wie bisher in den Artikeln die Methode zu beschreiben, sondern die trainierten Modelle an sich zu Ver\u00f6ffentlichen damit die-se m\u00f6glichst einfach und effizient von Kartierer*innen angewendet werden k\u00f6nnen. Die Schwierigkeit die-ses Vorhabens ist es, dass die bereitgestellten Modelle<br \/>\n\u2022 m\u00f6glichst einfach Anwendbar sind<br \/>\n\u2022 zuverl\u00e4ssige Ergebnisse liefern sowie<br \/>\n\u2022 selbstst\u00e4ndig die Grenzen der Auswertungsmethoden dem Endnutzer vermitteln<br \/>\nUm dieses Vorhaben zu realisieren, bedarf es einer gro\u00dfen Menge von Trainingsdaten des gleichen Le-bensraumtyps auf deren Basis der Algorithmus den Zusammenhang zwischen Drohnenbild und Erhal-tungszustand lernt und diesen Zusammenhang im Modell abbildet. Als erstes Fallbeispiel zur Modellent-wicklung fokussieren wir uns auf Trockene Europ\u00e4ische Heiden (Lebensraumtyp 4030) aus einem reichhal-tigen Datensatz von 16 Befliegungen und Kartierungen der DBU Naturerbefl\u00e4chen &#8211; zur Verf\u00fcgung gestellt von Henning Schneidereit DBU. Zus\u00e4tzlich haben wir mit den Projektpartnern der Biologischen Station Zwillbrock e.V. das Zwillbrocker Venn beflogen und der amtlichen Kartierung beigewohnt um weitere Da-tens\u00e4tze f\u00fcr dieses Vorhaben zur Verf\u00fcgung zu haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Schutzgebietsmonitoring z.B. von Natura2000- oder DBU Naturerbefl\u00e4chen bedarf einer regelm\u00e4\u00dfigen Kon-trolle der Flora-Fauna-Lebensraumtypen um deren Erhaltungszustands zu erfassen und ggf. Management-ma\u00dfnahmen einzuleiten. Daf\u00fcr sind f\u00fcr alle Lebensraumtypen Leitf\u00e4den in Form von Kartieranleitungen mit Bewertungsschemata entwickelt worden, die in Feldbegehungen von Expert*innen erhoben werden. 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