{"id":129953,"date":"2026-03-30T10:32:16","date_gmt":"2026-03-30T08:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38636-01\/"},"modified":"2026-03-30T10:32:16","modified_gmt":"2026-03-30T08:32:16","slug":"38636-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/38636-01\/","title":{"rendered":"Metastudie zu Nachhaltigkeitsbewertungen in der Denkmalpflege mit Fokussierung auf die \u00d6kobilanzierung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Bauwesen und die damit verbundenen Berufe stehen vor bedeutenden Herausforderungen, die durch die Verknappung fossiler Energietr\u00e4ger, Umweltkatastrophen und die begrenzte Verf\u00fcgbarkeit mineralischer Baustoffe verursacht werden. Die zunehmende Komplexit\u00e4t im Bauwesen sowie Nachhaltigkeitskriterien auf dem Immobilienmarkt versch\u00e4rfen diese Probleme. Prognosen zufolge wird der Anteil an Neubauten am gesamten Geb\u00e4udebestand bis 2035 weniger als 10 % betragen. Der bestehende Geb\u00e4udebestand, einschlie\u00dflich erhaltenswerter Geb\u00e4ude, spielt daher eine wesentliche Rolle, insbesondere im Hinblick auf die in den Materialien enthaltene graue Energie und das Konzept des \u201eUrban Mining\u201c.<\/p>\n<p>Derzeit ber\u00fccksichtigen gesetzliche Vorschriften und F\u00f6rderungen weder die Ressourceneffizienz noch die Ressourcenschonung im Bestand oder bei Denkm\u00e4lern. Es ist notwendig, die Geb\u00e4udebewertung anzupassen, da der aktuelle Energieausweis lediglich die Betriebseffizienz f\u00fcr Heizw\u00e4rme und Warmwasser erfasst und f\u00fcr Denkm\u00e4ler nicht verpflichtend ist. Um die Dekarbonisierung des Bauwesens voranzutreiben, muss eine Grundlage geschaffen werden, die es erm\u00f6glicht, diese Potenziale einzubeziehen. Die Metastudie untersucht, wie \u00f6kologische Aspekte in denkmalgesch\u00fctzten Best\u00e4nden ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen und welche Potenziale durch Bewertungen einflie\u00dfen sollten, einschlie\u00dflich einer Analyse m\u00f6glicher Bewertungsverfahren unter Ber\u00fccksichtigung der \u00d6kobilanzierung.<\/p>\n<p>Das Ziel der Studie besteht darin, einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die Einbindung der \u00f6kologischen Aspekte von Baustoffen in denkmalgesch\u00fctzten Best\u00e4nden zu geben. Referenzprojekte mit \u00d6kobilanzierung werden identifiziert und analysiert, um darauf basierende Handlungsempfehlungen abzuleiten. Es soll eine \u00dcberarbeitung der Systematik f\u00fcr Baudenkmale mit einer Lebensdauer von mehr als 50 Jahren vorgeschlagen werden, wobei die Priorisierung von Bauteilen und die Bewertung der Betriebseffizienz im Vergleich zu Suffizienzstrategien ber\u00fccksichtigt werden sollen. Es wird angestrebt, Hinweise f\u00fcr zuk\u00fcnftige Ma\u00dfnahmen zur Bew\u00e4ltigung des Klimawandels, einschlie\u00dflich des Einsatzes erneuerbarer Energien, zu geben. Die Studie bietet Empfehlungen zur Verbesserung der Beurteilungskriterien in Denkm\u00e4lern und zeigt Potenziale zur Implementierung in Bewertungssystemen auf, einschlie\u00dflich der Ber\u00fccksichtigung von Ausnahmeregelungen f\u00fcr Kulturdenkm\u00e4ler. Es soll erfasst und analysiert werden, wie \u00d6kobilanzen in verschiedenen Bewertungsmethoden f\u00fcr historische Geb\u00e4ude verwendet wurden. Eine \u00dcbersicht \u00fcber Denkmalprojekte, die erneuerbare Energien nutzen, sowie deren Effizienz- und \u00d6kobilanzbewertung wird erstellt. Die Unterschiede und Auswirkungen von Lebenszyklusanalysen werden untersucht, um Handlungsempfehlungen f\u00fcr zuk\u00fcnftige Systemmodifikationen und Nachhaltigkeitsbewertungen bereitzustellen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Gesamtprojekt wird zur strukturierten und systematischen Bearbeitung in einzelne Arbeitspakete untergliedert. Diese sind aufeinander abgestimmt und f\u00f6rdern eine kontinuierliche Entwicklung sowie einen iterativen Prozess. Dabei werden folgende Arbeitsschritte unterschieden:<\/p>\n<p>1. Grundlagenermittlung und Projektrecherche<br \/>\nDer erste Arbeitsschritt der Metastudie umfasst eine Recherche zu Berechnungssystemen, Modellen f\u00fcr Lebenszyklusbetrachtungen und Nachhaltigkeitszertifikaten (DGNB, BNB, NaWoh, BirN) sowie deren Adaptionsf\u00e4higkeit f\u00fcr Denkm\u00e4ler im baukulturellen Kontext. Eine Synopse wird die Vergleichbarkeit der Systematiken und Zertifizierungen analysieren.<br \/>\nIm deutschsprachigen Raum (D-A-CH) wird eine Projektrecherche zu Kulturdenkmalen und erhaltenswerter Bausubstanz durchgef\u00fchrt, die eine \u00d6kobilanz- und\/oder Nachhaltigkeitsbewertung erhalten haben. Ein systematisches Mapping der Akteure (Forschungseinrichtungen, Zertifizierungsstellen, Immobilienwirtschaft, Projektentwickler) wird ebenfalls erfolgen.<\/p>\n<p>2. Analyse ausgew\u00e4hlter Projekte<br \/>\nIm Rahmen des zweiten Schrittes werden ausgew\u00e4hlte Projektdaten zu Vorgehensweisen recherchiert und analysiert. Die erfassten Daten werden zur Strukturierung der Auswertung kategorisiert. Es werden Kriterien festgelegt, um eine vertiefte Auswertung der Projektbeispiele zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>3. Auswertung<br \/>\nIm dritten Arbeitsschritt werden die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen der einschl\u00e4gigen Kriterien zur Nachhaltigkeitsbewertung in Bezug auf ihre Anwendbarkeit bei Baudenkm\u00e4lern dargestellt. Dabei werden spezifische Rahmenbedingungen f\u00fcr die Bilanzierung des denkmalpflegerischen Geb\u00e4udebestands und Defizite, wie z. B. fehlende Datengrundlagen f\u00fcr denkmalspezifische Baustoffe, ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>4. Interviews mit Expert*innen<br \/>\nDie n\u00e4chste Phase der Metastudie umfasst die Durchf\u00fchrung von Interviews, um nicht-publiziertes Wissen und Erfahrungswissen aus der Praxis zu erfassen, welches bisher nicht in die aktuelle Forschungs- und Bewertungssystematik einflie\u00dft. Ziel ist es, wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis zu gewinnen. Diese Interviews sollen zudem Hinweise auf m\u00f6gliche Anpassungsbedarfe von Bewertungs- und Zertifizierungssystemen f\u00fcr den Bereich Denkmalschutz aus der praktischen Anwendung liefern.<\/p>\n<p>5. Aufbereitung der Ergebnisse und Dokumentation<br \/>\nIm n\u00e4chsten Arbeitsschritt werden die Ergebnisse umfassend dokumentiert. Basierend auf diesen Ergebnissen werden konkrete Handlungsempfehlungen und sinnvolle Ma\u00dfnahmen zur weiteren Vorgehensweise ausgearbeitet. Abschlie\u00dfend werden die zusammengefassten Ergebnisse und Handlungsempfehlungen in einer frei zug\u00e4nglichen Abschlusspublikation (open access) ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>6. Begleitgremium und Meilensteinsitzungen<br \/>\nDas letzte Arbeitspaket umfasst die Qualit\u00e4tssicherung durch einen Kreis von Expertinnen und Experten, bestehend aus Mitgliedern der WTA und der VDL sowie weiteren Fachleuten aus Wissenschaft, Stiftungen und der Baupraxis. Es sind Termine zur Einbindung dieser Expert*innen w\u00e4hrend der Projektlaufzeit vorgesehen. Zudem erfolgt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden eine Information an die DBU \u00fcber den aktuellen Sachstand, entweder in Form von Onlinebesprechungen oder kurzen schriftlichen Darstellungen des Arbeitsstandes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Bauwesen und die damit verbundenen Berufe stehen vor bedeutenden Herausforderungen, die durch die Verknappung fossiler Energietr\u00e4ger, Umweltkatastrophen und die begrenzte Verf\u00fcgbarkeit mineralischer Baustoffe verursacht werden. Die zunehmende Komplexit\u00e4t im Bauwesen sowie Nachhaltigkeitskriterien auf dem Immobilienmarkt versch\u00e4rfen diese Probleme. 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