{"id":70339,"date":"2024-04-02T14:29:51","date_gmt":"2024-04-02T12:29:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=newsletter&#038;p=70339"},"modified":"2024-04-02T15:40:22","modified_gmt":"2024-04-02T13:40:22","slug":"nachhaltigkeitsbewertung-interview","status":"publish","type":"newsletter","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/newsletter\/dbuaktuell-maerz-2024\/nachhaltigkeitsbewertung-interview\/","title":{"rendered":"Nachhaltigkeitsbewertung: \u201eWichtig ist, dass konkrete Handlungen abgeleitet werden\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Nachhaltigkeit gilt als Megatrend unserer Zeit. Nachhaltiges Handeln signalisiert Verantwortung f\u00fcr unseren Planeten und f\u00fcr zuk\u00fcnftige Generationen. Die Nachhaltigkeit von Prozessen, Produkten und Dienstleistungen kann dabei als positives Verkaufsargument genutzt werden. Nachhaltigkeitsberichterstattung ist vielfach erw\u00fcnscht und im Rahmen des EU Green Deal f\u00fcr eine gro\u00dfe Zahl an Unternehmen vorgeschrieben. Doch wie l\u00e4sst sich Nachhaltigkeit messen? Die DBU f\u00f6rdert Instrumente und Kompetenzen der Nachhaltigkeitsbewertung (siehe unten). DBU<em>aktuell<\/em> sprach mit Melanie Vogelpohl vom DBU-Referat MINT-Bildung und Nachhaltigkeitsbewertung, was diese Bewertungen leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"620\" height=\"640\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/Melanie-Vogelpohl.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5446\" style=\"width:232px;height:auto\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Melanie Vogelpohl vom DBU-Referat MINT-Bildung und Nachhaltigkeitsbewertung. Foto: DBU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DBUaktuell:<\/em><\/strong><em> <\/em>Was definiert eine Nachhaltigkeitsbewertung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Melanie Vogelpohl: <\/em><\/strong>Bei der Nachhaltigkeitsbewertung handelt es sich um eine Evaluierung der sozialen, \u00f6kologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen einer Dienstleistung, eines Produkts, eines Projekts, eines Unternehmens oder einer Politik. Nachhaltigkeitsbewertungen helfen also, die Nachhaltigkeit von Produkten, Technologien usw. qualitativ und quantitativ bewerten zu k\u00f6nnen und sie liefern auch die Grundlage, um auf Basis dieser Daten das eigene Handeln nachhaltiger ausrichten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DBUaktuell:<\/em><\/strong> Wer sollte \u2013 oder muss \u2013 sich damit befassen?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Vogelpohl:<\/em><\/strong> In erster Linie sind hier gr\u00f6\u00dfere Unternehmen gefragt. Das Thema hat jedoch weit dar\u00fcber hinaus Relevanz f\u00fcr zuliefernde Betriebe, die Finanzwirtschaft, aber auch f\u00fcr uns Konsument*innen. F\u00fcr Unternehmen bieten Nachhaltigkeitsbewertungen das Potenzial, die wirklich kritischen Stellen im Bereich Nachhaltigkeit im eigenen Handeln aufzudecken und so z.B. Energie- und Ressourcenverbr\u00e4uche zu reduzieren. Durch den Green Deal der EU sind in Zukunft allein in Deutschland rund 15.000&nbsp;Unternehmen zu einer Nachhaltigkeitsberichtserstattung verpflichtet. F\u00fcr diese Unternehmen sind aber auch die Daten ihrer Lieferketten relevant. Somit wird sich die Datenerhebung auch auf viele weitere kleine und mittlere Unternehmen ausweiten. Der Green Deal zielt zudem auch auf die Finanzwirtschaft, denn Investitionen sollen auf nachhaltigere Technologien und Unternehmen umgelenkt werden. So wird die Finanzwirtschaft verpflichtet, Informationen dar\u00fcber bereitzustellen, wie sie mit negativen \u00f6kologischen und sozialen Auswirkungen und Risiken ihrer Investitionen umgeht, und dies auch in Beratungsgespr\u00e4chen mit ihren Kund*innen zu thematisieren. Hier und auch dar\u00fcber hinaus ist f\u00fcr Konsument*innen ein Grundverst\u00e4ndnis der Nachhaltigkeitsbewertung relevant, denn nur so k\u00f6nnen sie fundierte Kauf- und Investitionsentscheidungen treffen und sich nicht von \u201eGreenwashing&#8221; blenden lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DBUaktuell:<\/em><\/strong><em> <\/em>Wie sieht eine solche Bewertung im Einzelnen aus?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Vogelpohl:<\/em><\/strong> Es existiert eine Reihe von Methoden, um unterschiedliche Aspekte von Nachhaltigkeit zu bewerten, beispielsweise Lebenszyklusanalysen oder \u00d6kobilanzen und Standards, an die Unternehmen sich bei der Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten halten k\u00f6nnen, wie die Globale Reporting Initiative (GRI) oder der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK). Zu Beginn muss dabei festgelegt werden, welche Bereiche der Nachhaltigkeit und welche zugeh\u00f6rigen Indikatoren betrachtet werden sollen. Mit Indikatoren l\u00e4sst sich der abstrakte Begriff der Nachhaltigkeit tats\u00e4chlich messen. Das sind zum Beispiel der kumulierte Energieverbrauch, die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die Recyclingquote oder auch die Frauenquote im oberen Management oder die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern aus dem Ausland, die Aspekte der sozialen Nachhaltigkeit erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DBUaktuell: <\/em><\/strong>Warum sind Nachhaltigkeitsbewertungen f\u00fcr die DBU ein Thema?<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em><strong>Vogelpohl:<\/strong> <\/em>Nachhaltigkeitsbewertungen sind komplex und eine gro\u00dfe Herausforderung, gerade auch f\u00fcr unsere Zielgruppe der kleinen und mittleren Unternehmen. Ein Fokus liegt daher auf der Entwicklung einfacher und standardisierter Bewertungssysteme f\u00fcr Branchen, die vom Mittelstand gepr\u00e4gt sind. Aktuell ist das zum Beispiel der Bereich Werkzeugbau. Auch die Herausforderungen der Scope 3-Dimensionen, also beispielsweise CO<sub>2<\/sub>-Emissionen, die in der Lieferkette entstehen, sind Thema in F\u00f6rderprojekten, da hier oft die meisten Emissionen entstehen. Hier f\u00f6rdern wir Ans\u00e4tze, wie diese erfasst werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus nehmen wir Zukunftsthemen in den Blick, wie die Bewertung der Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemleistungen. Wichtig ist dabei vor allem, dass es nicht bei der Bewertung bleibt, sondern konkrete Handlungen abgeleitet werden, die zu einem nachhaltigeren Handeln beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h5 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\"><br><strong>DBU-F\u00f6rderung zu Nachhaltigkeitsbewertung, -bewusstsein und -handeln<\/strong><\/h5>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/foerderung\/projektfoerderung\/foerderthemen\/instrumente-und-kompetenzen-der-nachhaltigkeitsbewertung-sowie-staerkung-von-nachhaltigkeitsbewusstsein-und-handeln\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> F\u00f6rderthema 1 <\/a>\u201eInstrumente und Kompetenzen der Nachhaltigkeitsbewertung sowie St\u00e4rkung von Nachhaltigkeitsbewusstsein und -handeln\u201c engagiert sich die DBU daf\u00fcr, die Entwicklung, Gestaltung und Akzeptanz nachhaltiger Produkte und Prozesse durch das Sichtbarmachen von Nachhaltigkeitsauswirkungen zu unterst\u00fctzen und Nachhaltigkeitsbewusstsein und Nachhaltigkeitsbildung gesamtgesellschaftlich zu verankern. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Projekt der Universit\u00e4t Hamburg soll beispielsweise ein Prozess zur vollst\u00e4ndigen Erfassung von Scope-3-Emissionsdaten entwickelt werden. Das Verfahren soll m\u00f6glichst effizient gestaltet und dabei realistisch umsetzbar sein, indem an interne Prozesse von Unternehmen und Datenanbietenden angekn\u00fcpft wird (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38194-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">38194<\/a>). CSRD-Reporting und Biodiversit\u00e4t: Wie wesentlich ist das Thema f\u00fcr mein Unternehmen? Diese Frage steht im Fokus eines DBU-Projektes mit der Umweltstiftung Michael Otto, in dem noch in diesem Jahr ein praxisnaher Leitfaden f\u00fcr eine CSRD-konforme, wissenschaftsbasierte und gleichzeitig kosteneffiziente Wesentlichkeitsanalyse entwickelt werden soll (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/39351-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">39351<\/a>). Finanzielle Anreize und gezielte Beratung f\u00fcr den Lebensmitteleinzelhandel stehen im Fokus eines Vorhabens der Leibniz-Fachhochschule Hannover mit der Edekabank AG. Nachhaltigkeitsbewertung soll hier als Basis f\u00fcr Kreditanreize dienen (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37417-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">37417<\/a>). Wie gelingt nachhaltiger Klimaschutz in der Milchviehhaltung? Dazu wird in einem Projekt der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft ein Internet-Dashboard erarbeitet, das verschiedene Treibhausgas-Minderungsma\u00dfnahmen inklusive eines Leitfadens pr\u00e4sentiert (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/36093-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">36093<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sie haben auch eine innovative Idee, um Nachhaltigkeitsbewertung, -bewusstsein und -handeln voranzubringen? Hier geht es zu unseren F\u00f6rderkriterien: <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/foerderung\/projektfoerderung\/\">https:\/\/www.dbu.de\/foerderung\/projektfoerderung\/<\/a><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":15,"featured_media":72945,"parent":70333,"template":"","meta":{"footnotes":""},"newsletter-kategorie":[],"class_list":["post-70339","newsletter","type-newsletter","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"meta_box":{"dbu_newsletter_gruppe_container":[{"dbu_newsletter_gruppe_container_select":"newsletter"}],"dbu_news_mail":"0","dbu_news_mail_status":"Eine Mail wurde nicht verschickt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter\/70339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/newsletter"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/15"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter\/70339\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":73071,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter\/70339\/revisions\/73071"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter\/70333"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/72945"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"newsletter-kategorie","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/newsletter-kategorie?post=70339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}