{"id":70236,"date":"2024-03-20T08:51:59","date_gmt":"2024-03-20T07:51:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=70236"},"modified":"2024-03-20T09:02:17","modified_gmt":"2024-03-20T08:02:17","slug":"naturschutz-im-wald-einfach-wachsen-lassen-geht-nicht-immer","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/naturschutz-im-wald-einfach-wachsen-lassen-geht-nicht-immer\/","title":{"rendered":"Naturschutz im Wald: Einfach wachsen lassen geht nicht immer"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Naturnaher-Wald_Beienroder-Holz_\u00a9Heike-Schneider-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-70234\" style=\"width:439px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Naturnaher-Wald_Beienroder-Holz_\u00a9Heike-Schneider-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Naturnaher-Wald_Beienroder-Holz_\u00a9Heike-Schneider-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Naturnaher-Wald_Beienroder-Holz_\u00a9Heike-Schneider-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Schrittweise entl\u00e4sst das DBU Naturerbe ihre W\u00e4lder in eine nat\u00fcrliche Entwicklung. Der Laubwald mit seinen zahlreichen \u00f6kologischen Nischen auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Beienroder Holz (Niedersachsen) kann sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck. Einer der gr\u00f6\u00dften deutschen privaten Waldbesitzer entl\u00e4sst seine W\u00e4lder schrittweise in eine nat\u00fcrliche Entwicklung. Die gemeinn\u00fctzige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, entwickelt Naturw\u00e4lder von morgen. \u201eEtwa ein Drittel unserer rund 55.000 Hektar gro\u00dfen W\u00e4lder haben bereits eine naturnahe Struktur und breite Artenzusammensetzung, so dass wir sie inzwischen sich selbst \u00fcberlassen und keinen Waldumbau mehr betreiben\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong> am <a href=\"https:\/\/tag-des-waldes.de\/\">Tag des Waldes<\/a> (21. M\u00e4rz). Damit flankiert das DBU Naturerbe ein Ziel der <a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/themen\/naturschutz\/allgemeines-und-strategien\/nationale-strategie\">Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt<\/a>, indem f\u00fcnf Prozent der deutschen Waldfl\u00e4che einer nat\u00fcrlichen Entwicklung \u00fcberlassen werden sollen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verkehrssicherung und Waldbrandvorsorge bleiben als Aufgabenfelder<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer aber glaubt, dass wir irgendwann mit unserem Wald nichts mehr zu tun haben werden, der irrt. Nicht nur etwa die Verkehrssicherung der Wege sowie die Waldbrandvorsorge erfordern kontinuierliche Arbeit, sondern auch sogenannte Sonderbewirtschaftungsfl\u00e4chen, die wir weiter pflegen\u201c, wei\u00df Bonde. Kulturhistorische Waldweiden, Eichenwald-Lebensr\u00e4ume oder naturnahe Waldr\u00e4nder geh\u00f6ren zu den Waldbildern, bei denen dauerhaft Eingriffe zum Erhalt notwendig seien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Der Weg zum \u201aNaturwald von morgen\u2018 ist lang<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Pilz-auf-Totholz_\u00a9Lisa-Marie-Hille-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-70232\" style=\"width:280px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Pilz-auf-Totholz_\u00a9Lisa-Marie-Hille-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Pilz-auf-Totholz_\u00a9Lisa-Marie-Hille-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Pilz-auf-Totholz_\u00a9Lisa-Marie-Hille-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Totholz verbleibt im Wald und ist Lebensraum f\u00fcr Tier-, Pflanzen- und Pilzarten.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDie allermeisten W\u00e4lder in Deutschland werden forstwirtschaftlich genutzt. Wir geben auf unseren<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbe\/flaechen\/flaechenliste\/\"> 66 Fl\u00e4chen<\/a> dem Naturschutz Vorrang\u201c, betont Bonde, der am <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/news\/goldene-tanne-fuer-alexander-bonde\/\">13. M\u00e4rz f\u00fcr sein Naturschutz-Engagement mit der Goldenen Tanne der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW)<\/a> ausgezeichnet wurde. Die meisten DBU-Naturerbefl\u00e4chen wurden ehemals milit\u00e4risch genutzt, bevor sie die Stiftungstochter ab 2008 vom Bund \u00fcbernahm. Oft dominierten strukturarme Nadelholzbest\u00e4nde, die beispielsweise den Soldaten bei ihren \u00dcbungen als Sichtschutz dienten. \u201eDer Weg zum \u201aNaturwald von morgen\u2018 ist lang. Indem wir Nadelh\u00f6lzer oder standortfremde B\u00e4ume entnehmen und f\u00fcr vereinzelte Laubb\u00e4ume zwischen Kiefern oder Fichten Licht schaffen, beschleunigen wir den Prozess zu mehr Naturn\u00e4he\u201c, erkl\u00e4rt Bonde. So k\u00e4me es auch im DBU Naturerbe vor, dass beispielsweise am Wegesrand aufgestapelte Nadelholzst\u00e4mme l\u00e4gen. Nicht geordnet verbleibt Totholz im DBU Naturerbe im Wald. \u201eMancherorts werden unsere W\u00e4lder daher als unaufger\u00e4umt empfunden\u201c, so Bonde. Totholz spiele aber f\u00fcr die biologische Vielfalt eine wichtige Rolle. Es gibt auf den Absterbeprozess spezialisierte Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, die Totholz als Lebensraum brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eichenwald-Lebensr\u00e4ume \u2013 ein Kulturgut mit Pflegebedarf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eOhne menschliche Eingriffe w\u00fcrde ein Eichenbestand auf vielen Waldstandorten hingegen nicht als solcher zu halten sein\u201c, wei\u00df Susanne <strong>Belting<\/strong>, Fachliche Leiterin im DBU Naturerbe. Um diesen lichtbed\u00fcrftigen Eichen ausreichend Raum zu geben, werden im DBU Naturerbe vereinzelt schattenwerfende Laubb\u00e4ume entnommen. \u201eEs ist schwer, auch wertvolle Buchen zwischen den Eichen zu f\u00e4llen. Aber diese Eichenw\u00e4lder stehen unter europ\u00e4ischen Schutz, so dass wir die gemeldeten Fl\u00e4chen erhalten und optimieren m\u00fcssen\u201c, erkl\u00e4rt Belting.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Waldweide \u2013 Licht und Raum f\u00fcr mittelalterlichen Hutewald<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"782\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/phpThumb_generated_thumbnail-91.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6226\" style=\"width:573px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/phpThumb_generated_thumbnail-91.jpg 1200w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/phpThumb_generated_thumbnail-91-800x521.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/phpThumb_generated_thumbnail-91-400x261.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Waldweiden sind heute selten geworden. Im DBU Naturerbe gibt es noch rund 1.000 Hektar \u2013 unter anderem auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Hainberg in Bayern. <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die pr\u00e4gende Baumart in sogenannten Hutew\u00e4ldern ist ebenfalls die Eiche. Im Mittelalter wurden Nutztiere zur winterlichen Mast auf diese Waldweiden getrieben. In den lichtdurchfluteten W\u00e4ldern wuchsen vorzugsweise gro\u00dfkronige Eichen, die im Herbst ihre n\u00e4hrstoffreichen Fr\u00fcchte zu Boden warfen \u2013 ein ideales Futter f\u00fcr Schweine. Durch Fra\u00df, Tritte, Scharren und W\u00e4lzen sorgten die Tiere daf\u00fcr, dass junge Birken oder Kiefern zur\u00fcckgedr\u00e4ngt wurden und erhielten den Lebensraum f\u00fcr V\u00f6gel wie Wendehals und Kleintiere wie Hirschk\u00e4fer. Waldweiden sind heute selten geworden. Im DBU Naturerbe gibt es noch rund 1000 Hektar. \u201eAuf der<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbeflaechen\/hainberg\/\"> DBU-Naturerbefl\u00e4che Hainberg in Bayern<\/a> pr\u00e4gen knorrige Solit\u00e4reichen das park\u00e4hnliche Landschaftsbild. Neben der Beweidung mit Ziegen und Schafen m\u00fcssen wir regelm\u00e4\u00dfig Altkiefern f\u00e4llen sowie die Krautschicht zur\u00fcckschneiden, um dieses Waldbild zu sch\u00fctzen\u201c, verdeutlicht Belting.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Waldr\u00e4nder \u2013 neuer Lebensraum zwischen Wald und Offenland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDort, wo der dichte Baumbestand endet h\u00f6rt das Waldleben nicht auf\u201c, wei\u00df Belting. Denn ein Wald, der nicht abrupt aufh\u00f6rt, sondern flie\u00dfend in das Offenland leitet, ist wertvoll. \u201eNaturnahe Waldr\u00e4nder schlagen eine sanfte Br\u00fccke zwischen Wald und offener Kulturlandschaft und schaffen gleichzeitig einen neuen, sehr artenreichen Lebensraum\u201c, erkl\u00e4rt Belting. Vogelarten wie Baumpieper, Schmetterlinge wie Schillerfalter sowie Flederm\u00e4use finden in den stufigen \u00dcberg\u00e4ngen mit niederw\u00fcchsigen B\u00e4umen und Str\u00e4uchern Entfaltungsr\u00e4ume \u2013 ein wahrer Hotspot f\u00fcr die biologische Vielfalt. Um stufige Waldr\u00e4nder zu schaffen oder zu erhalten, werden im DBU Naturerbe dichte Geh\u00f6lzstreifen gelichtet und Totholz an Waldr\u00e4ndern liegen gelassen.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-6d2143ba-4a4d-4d8f-a0c5-99e0626683e9' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-6d2143ba-4a4d-4d8f-a0c5-99e0626683e9' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-028-2024-Tag-des-Waldes-1.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-6d2143ba-4a4d-4d8f-a0c5-99e0626683e9' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-202401_Hintergrund-DBU-Naturerbe.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Hintergrund zum DBU Naturerbe<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag des Waldes: DBU Naturerbe sch\u00fctzt und entwickelt \u201aNaturw\u00e4lder von morgen\u2018 <\/p>\n","protected":false},"author":11,"featured_media":70234,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[433,75,50,2463],"class_list":["post-70236","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-naturerbe","tag-dbu-naturerbe","tag-nationales-naturerbe","tag-naturschutz","tag-wald"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/70236","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/11"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/70236\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":70362,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/70236\/revisions\/70362"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/70234"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=70236"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=70236"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=70236"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}