{"id":61084,"date":"2023-12-01T08:57:38","date_gmt":"2023-12-01T07:57:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=61084"},"modified":"2023-12-01T09:21:07","modified_gmt":"2023-12-01T08:21:07","slug":"biologisch-gegen-hexenkraut","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/biologisch-gegen-hexenkraut\/","title":{"rendered":"Biologisch gegen Hexenkraut"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-Striga-\u00a9-Toothpick-Company-.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61196\" style=\"width:337px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-Striga-\u00a9-Toothpick-Company-.jpg 1024w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-Striga-\u00a9-Toothpick-Company--800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-Striga-\u00a9-Toothpick-Company--400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Auch wenn die Bl\u00fcte von Striga hermonthica \u2013 oder Hexenkraut \u2013 sch\u00f6n anzusehen ist: Der pflanzliche Parasit sorgt in West-Kenia insbesondere beim Maisanbau f\u00fcr enorme Erntesch\u00e4den. \u00a9 Toothpick Company<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck\/Kakamega. Der pflanzliche Parasit <em>Striga hermonthica<\/em>, auch Hexenkraut genannt, ist f\u00fcr die Landwirtschaft in Kenia ein gravierendes Problem. Denn <em>Striga<\/em> bef\u00e4llt vor allem Maispflanzen \u2013 ein wichtiges Grundnahrungsmittel der Region. In einem von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gef\u00f6rderten Projekt der <a href=\"https:\/\/www.welthungerhilfe.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Welthungerhilfe <\/a>wurde in Kenia die gemeinn\u00fctzige Gesellschaft <em><a href=\"https:\/\/toothpickcompany.co.ke\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Toothpick Company Limited<\/a><\/em> gegr\u00fcndet, die das biologische Bek\u00e4mpfungsmittel \u201e<em>Kichawi<\/em> <em>Kill<\/em> Sporenpulver\u201c produziert und verteilt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehr als 70 Prozent der Anbaufl\u00e4chen in West-Kenia von \u201eStriga\u201c befallen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201e<em>Striga<\/em> bef\u00e4llt die Wurzeln von Mais und anderem Getreide und entzieht N\u00e4hrstoffe sowie Wasser, sodass die Nutzpflanzen nicht mehr richtig wachsen k\u00f6nnen \u2013 das f\u00fchrt zu enormen Ernteverlusten\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Susanne <strong>Wiese-Willmaring<\/strong>, Leiterin des DBU-Referats Lebensmittel. \u201eStudien zeigen, dass mehr als 70 Prozent der Anbaufl\u00e4chen in West-Kenia von <em>Striga<\/em> befallen sind und dass in Kenia jedes Jahr etwa zw\u00f6lf Prozent der produzierten 2,4 Millionen Tonnen Mais verloren gehen.\u201c Die <em>Striga<\/em>-Samen bleiben Wiese-Willmaring zufolge zudem \u00fcber Jahrzehnte im Boden und keimen immer wieder neu. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4tte eine ungeeignete Bek\u00e4mpfung des Hexenkrauts vielerorts eher zu einer Zunahme der Bodenverseuchung mit <em>Striga<\/em>-Samen und somit zu einem verst\u00e4rkten Befall \u00fcber die Jahre gef\u00fchrt. \u201eMais ist in Kenia das wichtigste Nahrungsmittel, und der landwirtschaftliche Anbau des Getreides stellt die Haupteinnahmequelle vieler kleinb\u00e4uerlicher Haushalte dar\u201c, sagt die DBU-Expertin. \u201eEffektive, nachhaltige und vor allem erschwingliche Pflanzenschutz-L\u00f6sungen sind daher dringend n\u00f6tig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hexenkraut mit Schimmelpilz bek\u00e4mpfen \u2013 gemeinn\u00fctziges Unternehmen im DBU-Projekt gegr\u00fcndet<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"562\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-und-ohne-Behandlung-\u00a9-Toothpick-Company.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61198\" style=\"width:392px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-und-ohne-Behandlung-\u00a9-Toothpick-Company.jpg 1000w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-und-ohne-Behandlung-\u00a9-Toothpick-Company-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Feld-mit-und-ohne-Behandlung-\u00a9-Toothpick-Company-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Hexenkraut entzieht den Maispflanzen N\u00e4hrstoffe und Wasser, sodass diese nicht mehr richtig wachsen k\u00f6nnen (rechts). Durch die Anwendung des im DBU-Projekt produzierten Bioherbizids (links) kann der Ernteertrag deutlich gesteigert werden. \u00a9 Toothpick Company<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.kalro.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">kenianische Forschungsinstitut f\u00fcr Landwirtschaft und Viehzucht<\/a> (KALRO) hat zusammen mit der <a href=\"https:\/\/www.montana.edu\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Montana State University<\/a> in den USA ein biologisches Pflanzenschutzmittel gegen <em>Striga<\/em> entwickelt. \u201eDas Verfahren basiert auf einem in Kenia heimischen Schimmelpilz und kommt vollst\u00e4ndig ohne chemische Wirkstoffe aus\u201c, so Wiese-Willmaring. 2017 startete die Welthungerhilfe gemeinsam mit anderen Gesellschaftern in einem DBU-gef\u00f6rderten Vorhaben die gemeinn\u00fctzige Gesellschaft <em>Toothpick Company Limited<\/em>. Das gemeinwohlorientierte Unternehmen produziert und vermarktet das Bioherbizid in Kenia unter dem Namen \u201e<em>Kichawi Kill <\/em>Sporenpulver\u201c. \u201eDie kenianische Firma produziert zun\u00e4chst Pilzsporen in einer speziellen Fl\u00fcssigkeit. Dazu wird eine N\u00e4hrl\u00f6sung mit dem Myzel des Pilzes beimpft und in sogenannten Laborsch\u00fcttlern solange gesch\u00fcttelt, bis sich der Pilz ausreichend vermehrt hat \u201c, erkl\u00e4rt Dr. Peter <strong>L\u00fcth<\/strong>, Vorstandsvorsitzender der <em>Toothpick Company<\/em> und Tr\u00e4ger des <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Umweltpreises<\/a> 2002. Die Fl\u00fcssigkeit mit den lebenden Pilzsporen werde anschlie\u00dfend mit sehr feinem Holzpulver gemischt und unter sterilen Bedingungen getrocknet. Das so hergestellte Pulver wird zum Schluss mit Puderzucker vermengt und als fertiges Produkt verpackt. \u201eDann kann das Bioherbizid zur Behandlung des Maissaatguts eingesetzt werden \u2013 200 Gramm sind ausreichend f\u00fcr einen Hektar Anbaufl\u00e4che\u201c, so L\u00fcth. \u201eDurch das Pflanzenschutzmittel k\u00f6nnen wir auf mit <em>Striga<\/em> verseuchten Ackerfl\u00e4chen eine Ertragssteigerung von bis zu 100 Prozent erreichen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Offizielle Einf\u00fchrung von \u201eKichawi Kill Sporenpulver\u201c Anfang Dezember<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"808\" height=\"608\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Begutachtung-der-Wirkung-\u00a9-Toothpick-Company.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-61200\" style=\"width:345px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Begutachtung-der-Wirkung-\u00a9-Toothpick-Company.jpg 808w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Begutachtung-der-Wirkung-\u00a9-Toothpick-Company-800x602.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Begutachtung-der-Wirkung-\u00a9-Toothpick-Company-400x301.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 808px) 100vw, 808px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Farmerinnen und Farmer begutachten die Wirkung des biologischen Pflanzenschutzmittels, das in einem DBU-gef\u00f6rderten Projekt in Kenia produziert und verteilt wird. \u00a9 Toothpick Company<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Am 2. Dezember 2023 wird das Produkt offiziell in den kenianischen Markt eingef\u00fchrt. \u201eEine umweltschonende und kosteng\u00fcnstige Bek\u00e4mpfung von <em>Striga<\/em> kann die Produktivit\u00e4t landwirtschaftlicher Betriebe in Kenia deutlich steigern und so zu einer Verbesserung der Ern\u00e4hrungssituation beitragen\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. Au\u00dferdem demonstriere die <em>Toothpick Company<\/em>, \u201ewie unternehmerisches Denken zusammen mit \u00f6kologischer und sozialer Verantwortung einen positiven Wandel in Richtung nachhaltiger Entwicklung vorantreiben kann\u201c, so Bonde. Dar\u00fcber hinaus wird nach seinen Worten in der Region die Akzeptanz f\u00fcr biologische Pflanzenschutzmittel gesteigert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im DBU-Folgeprojekt soll Verteilsystem optimiert werden<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einem DBU-gef\u00f6rderten Folgeprojekt wird in Kakamega in Kenia nun ein Qualit\u00e4ts- und Entwicklungslabor aufgebaut sowie das Produktionsverfahren weiter optimiert. \u201eIn den n\u00e4chsten Jahren wollen wir ein ausgereiftes Verteilsystem vom Labor zum Feld etablieren \u2013 perspektivisch auch in anderen afrikanischen L\u00e4ndern, wo insgesamt etwa 40 Millionen kleinb\u00e4uerliche Betriebe von <em>Striga<\/em> betroffen sind\u201c, sagt L\u00fcth. Dar\u00fcber hinaus wird an einer kosteng\u00fcnstigeren Alternative geforscht, um noch mehr Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern den Zugang zum Produkt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt bei fachlichen Fragen<\/strong> <strong>(AZ <strong><a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34341-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34341-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">34341\/01<\/a><\/strong><\/strong> <strong>&amp; <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37920-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37920-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">37920\/01<\/a>):<\/strong> Laura Pl\u00f6ger, Tel.+49 228 2288 304<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-30ca7bb5-b577-4a14-b8ab-4c5e90004e72' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-30ca7bb5-b577-4a14-b8ab-4c5e90004e72' class='dbu-icon  ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=j1VpXvrid3G11LdodveS9iK1IP%2FJM30uM%2BC3FVk9C9fTKs2CFm0dzLh8uxcf7fsm'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Laura Pl\u00f6ger<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Welthungerhilfe<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-30ca7bb5-b577-4a14-b8ab-4c5e90004e72' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-147-2023-Striga-Bekaempfung-Kenia.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU-Projekt zum Maisanbau in Kenia<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":61200,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2422,49,50],"class_list":["post-61084","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-landnutzung","tag-landwirtschaft","tag-naturschutz"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/61084","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/61084\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":61212,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/61084\/revisions\/61212"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/61200"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61084"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=61084"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=61084"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}