{"id":56078,"date":"2023-10-23T09:02:43","date_gmt":"2023-10-23T07:02:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=56078"},"modified":"2023-10-23T09:02:45","modified_gmt":"2023-10-23T07:02:45","slug":"ohne-muecken-keine-schokolade","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/ohne-muecken-keine-schokolade\/","title":{"rendered":"Ohne M\u00fccken keine Schokolade \u2013 ohne Natur kein Aspirin und Penicillin"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck\/L\u00fcbeck. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) ruft Wirtschaft und Politik dazu auf, die Belange der Biodiversit\u00e4t viel st\u00e4rker als bisher zu ber\u00fccksichtigen. \u201eEine naturvertr\u00e4gliche \u00d6konomie muss Standard werden\u201c, so DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. Wie das gelingen kann, er\u00f6rtert ein <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/livestream-zum-symposium-unternehmen-brauchen-arten-vielfalt-auf-dem-weg-zu-einer-naturvertraeglichen-wirtschaft-anlaesslich-des-deutschen-umweltpreises-2023\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/livestream-zum-symposium-unternehmen-brauchen-arten-vielfalt-auf-dem-weg-zu-einer-naturvertraeglichen-wirtschaft-anlaesslich-des-deutschen-umweltpreises-2023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DBU-Symposium<\/a> am Samstag, 28. Oktober, von 14 bis 16 Uhr in L\u00fcbeck \u2013 also einen Tag, bevor die DBU den mit 500.000 Euro dotierten diesj\u00e4hrigen <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/der-deutsche-umweltpreis\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/der-deutsche-umweltpreis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Umweltpreis<\/a> an Klimawissenschaftlerin Prof. Dr. Friederike <strong>Otto <\/strong>sowie Holzbau-Pionierin Dipl.-Ing. Dagmar <strong>Fritz-Kramer<\/strong> verleiht, \u00fcberreicht von <a href=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/DE\/Home\/home_node.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundespr\u00e4sident <\/a>Frank-Walter <strong>Steinmeier<\/strong>. Das DBU-Symposium wird live \u00fcbertragen: <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/uwp23-symposium\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.dbu.de\/uwp23-symposium<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Borretsch_\u00a9Lea-Kessens_DBU-4-1440x1920.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56108\" style=\"width:375px;height:500px\" width=\"375\" height=\"500\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Borretsch_\u00a9Lea-Kessens_DBU-4-1440x1920.jpg 1440w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Borretsch_\u00a9Lea-Kessens_DBU-4-600x800.jpg 600w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Borretsch_\u00a9Lea-Kessens_DBU-4-300x400.jpg 300w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Borretsch_\u00a9Lea-Kessens_DBU-4-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Borretsch lockt die Bienen an: Die auch als Gurkenkraut bekannte Pflanze stammt aus der Familie der Raublattgew\u00e4chse \u2013 und tr\u00e4gt mit seiner Beliebtheit bei Best\u00e4ubern zur biologischen Vielfalt bei. Die Bl\u00fcten des W\u00fcrz- und Heilkrauts zeigen sich von Mai bis Juli oder sogar l\u00e4nger und leuchten blau bis violett. \u00a9 Lea Kessens | DBU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bonde: Unternehmen haben m\u00e4chtigen Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Bondes Worten soll das Symposium ein Schlaglicht auf das Thema Biodiversit\u00e4t werfen \u201eund auf deren enorme Bedeutung f\u00fcr die Wirtschaft. Denn anders als beim Klimaschutz steht der Erhalt biologischer Vielfalt noch l\u00e4ngst nicht \u00fcberall oben auf der Agenda.\u201c Der DBU-Generalsekret\u00e4r: \u201eEin solches Schattendasein f\u00fcr weltweit so wichtige Zusammenh\u00e4nge ist aus wirtschaftlicher Sicht aber h\u00f6chst riskant. Wenn die menschengemachte Zerst\u00f6rung \u00f6kologischer Lebensgrundlagen weitergeht wie bisher, hat das eklatante Folgen f\u00fcr die Unternehmen weltweit.\u201c Tats\u00e4chlich wird rund die H\u00e4lfte des globalen Bruttoinlandsprodukts \u2013 im Jahr 2021 waren das etwa 90 Billionen Euro \u2013 durch nat\u00fcrliche \u00d6kosystemleistungen erbracht. Bonde: \u201eDarauf m\u00fcssen wir aufpassen \u2013 sowohl aus Umweltsicht als eben auch in \u00f6konomischer Perspektive: Die Wirtschaft weltweit w\u00fcrde sonst in unabsehbare Turbulenzen st\u00fcrzen.\u201c Die Unternehmen haben Bonde zufolge zugleich einen \u201em\u00e4chtigen Hebel zum Erhalt der Biodiversit\u00e4t in der Hand: durch Anpassen von Produktionsprozessen und durch schonenden Umgang mit Natur-Ressourcen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wachstumschancen und Wettbewerbsvorteile durch Biodiversit\u00e4tsstrategie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Darauf weist auch Dr. Tobias <strong>Raffel <\/strong>hin, Gastwissenschaftler an der <a href=\"https:\/\/www.senckenberg.de\/de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.senckenberg.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Senckenberg Gesellschaft f\u00fcr Naturforschung<\/a>. Zum DBU-Symposium wird er mit einem Impulsvortrag beitragen \u2013 ebenso wie Dr. Christof <strong>Schenck<\/strong>, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der <a href=\"https:\/\/fzs.org\/de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/fzs.org\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zoologischen Gesellschaft Frankfurt<\/a> und Tr\u00e4ger des Deutschen Umweltpreises der DBU im Jahr 2022. Unternehmen sollten sich Raffel zufolge jetzt \u201esystematisch und strategisch\u201c mit dem Thema Biodiversit\u00e4t auseinandersetzen \u2013 nicht nur wegen des zunehmenden regulatorischen Drucks und die Anforderung, bald \u00fcber Abh\u00e4ngigkeiten von der Natur und Auswirkungen auf die Natur berichten zu m\u00fcssen. Ein erster Schritt sei, sich die Risiken bewusst zu machen, die etwa entstehen, wenn bestimmte Produkte aus der Natur nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen oder knapp und teuer werden. Raffel: \u201eWer jetzt eine gute Biodiversit\u00e4tsstrategie entwirft, kann sich neue Wachstumschancen und Wettbewerbsvorteile verschaffen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Verlust von Natur und biologischer Vielfalt in dramatischer Geschwindigkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wirtschaft sei auf die Leistungen der Natur angewiesen, sagt Raffel. Ein Supermarkt in Hannover habe diese Abh\u00e4ngigkeit einmal demonstriert und alle Waren aus den Regalen ger\u00e4umt, die es ohne nat\u00fcrliche Best\u00e4ubung nicht g\u00e4be. Raffel: \u201e60 Prozent der Regale blieben leer: kein Obst, kein Gem\u00fcse, kein Kaffee, keine Schokolade. Und weder Gummib\u00e4rchen noch Tiefk\u00fchl-Pizza oder Wattepads.\u201c Bienen sind dabei oft die Best\u00e4uber, aber auch andere Insekten erbringen diese wichtige und kostenlose \u00d6kosystemleistung. \u201eDie Produktion von Kakao etwa h\u00e4ngt von der Best\u00e4ubung durch eine bestimmte M\u00fccke ab. Ohne M\u00fccken gibt es keine Schokolade\u201c, sagt Raffel. \u201eDerzeit verlieren wir Natur und biologische Vielfalt in dramatischer Geschwindigkeit\u201c, so der Wissenschaftler weiter. Nicht nur die Lebensmittelbranche, auch andere Wirtschaftszweige wie die Pharmaindustrie seien betroffen. Raffel: \u201eMehr als zwei Drittel aller medizinischen Wirkstoffe stammen aus der Natur. Medikamente wie Penicillin und Aspirin g\u00e4be es ohne nat\u00fcrliche Substanzen nicht.\u201c Vor allem aber berauben sich die Menschen laut Raffel \u201eauch der M\u00f6glichkeit, neue Wirkstoffe zu entdecken und innovative Medikamente beispielsweise gegen Krebs zu entwickeln, wenn wir die biologische Vielfalt weiter zerst\u00f6ren\u201c.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1014\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Schmetterling_\u00a9Wiebke-Lenz_DBU-1-1920x1014.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-56090\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Schmetterling_\u00a9Wiebke-Lenz_DBU-1-1920x1014.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Schmetterling_\u00a9Wiebke-Lenz_DBU-1-800x423.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium_Schmetterling_\u00a9Wiebke-Lenz_DBU-1-400x211.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Empfindliche \u00d6kosysteme: Ein unverminderter R\u00fcckgang biologischer Vielfalt, f\u00fcr deren Erhalt auch Schmetterlinge als Best\u00e4uber eine wichtige Rolle spielen, h\u00e4tte dramatische Folgen f\u00fcr die Wirtschaft. \u00a9 Wiebke Lenz | DBU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Schenck: Es lohnt sich, in eine intakte Natur zu investieren \u2013 auch um fatale Krankheitswellen zu verhindern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einen eindringlichen Appell richtet auch Schenck an die Betriebe: \u201eDie Wirtschaft sollte sich tatkr\u00e4ftig gegen den Verlust der Biodiversit\u00e4t einsetzen \u2013 aus moralischer Verpflichtung, vor allem aber aus purem Eigennutz. Denn es geht ums \u00dcberleben der Unternehmen.\u201c So, wie die Menschen derzeit \u201eauf Kosten der Zukunft leben und konsumieren\u201c, werde es den Planeten in den Ruin f\u00fchren. Global verbrauchen, wohnen und wirtschaften die Menschen laut Schenck so, \u201eals h\u00e4tten sie 1,7 Erden zur Verf\u00fcgung\u201c. Hoffnung hat er gleichwohl: \u201eDie Wirtschaft kann eine Menge gegen den Biodiversit\u00e4tsverlust tun. Unternehmen, die ihren Biodiversit\u00e4ts-Fu\u00dfabdruck heute analysieren und reduzieren, werden morgen die Nase vorne haben.\u201c Warum sich der Erhalt biologischer Vielfalt allein schon aus Kostengr\u00fcnden lohnt, verdeutlicht Schenck an einem Beispiel aus j\u00fcngster Vergangenheit. Es gebe, so Schenck, einen engen Zusammenhang zwischen dem Verlust der Biodiversit\u00e4t und der Ausbreitung gef\u00e4hrlicher Krankheiten, vor allem von Zoonosen. Also Krankheiten, die von Tieren auf den Menschen \u00fcbergehen. Schenck: \u201eDie Corona-Pandemie kostete die deutsche Wirtschaft rund 350 Milliarden Euro. Da lohnt es sich, in intakte Natur zu investieren, um solche fatalen Krankheitswellen zu verhindern.\u201c<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-58d0d2b1-92a8-4368-af23-4a1f165dc0bf' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-58d0d2b1-92a8-4368-af23-4a1f165dc0bf' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-130-2023-UWP-Symposium.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-58d0d2b1-92a8-4368-af23-4a1f165dc0bf' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/news\/deutscher-umweltpreis-der-dbu-fuer-klimaforscherin-und-holzbau-pionierin\/'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-link'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung zur Bekanntgabe des Deutschen Umweltpreises 2023<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eNaturvertr\u00e4gliche \u00d6konomie als Standard\u201c \u2013 DBU-Symposium<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":56090,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[45,50,51,2516,52],"class_list":["post-56078","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-deutscher-umweltpreis","tag-naturschutz","tag-ressourcenschonung","tag-symposium-deutscher-umweltpreis","tag-umweltforschung"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/56078","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/56078\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":56138,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/56078\/revisions\/56138"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/56090"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=56078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=56078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=56078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}