{"id":53845,"date":"2023-09-11T06:56:00","date_gmt":"2023-09-11T04:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=53845"},"modified":"2023-09-12T16:03:21","modified_gmt":"2023-09-12T14:03:21","slug":"klimakrise-fuehrt-zu-enormen-kosten","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/klimakrise-fuehrt-zu-enormen-kosten\/","title":{"rendered":"Klimakrise f\u00fchrt zu enormen Kosten"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_FO_Portraet4_bearb_\u00a9guy@strikingfaces-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53959\" style=\"width:391px;height:260px\" width=\"391\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_FO_Portraet4_bearb_\u00a9guy@strikingfaces-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_FO_Portraet4_bearb_\u00a9guy@strikingfaces-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_FO_Portraet4_bearb_\u00a9guy@strikingfaces-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Klimaforscherin Prof. Dr. Friederike Otto ist auch promovierte Philosophin. Sie bewegt die Frage nach einem \u201eguten Leben\u201c, vor allem mit Blick auf Werte wie Gesundheit, Gesellschaft und Gerechtigkeit. Am 29. Oktober erh\u00e4lt sie den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), \u00fcberreicht von Bundespr\u00e4sident Frank-Walter Steinmeier. \u00a9 guy@strikingfaces<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Text: Kerstin Heemann<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck\/London. Was ist ein gutes Leben? Das fragt Prof. Dr. Friederike <strong>Otto<\/strong>, die am 29. Oktober den mit insgesamt 500.000 Euro dotierten <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/der-deutsche-umweltpreis\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/der-deutsche-umweltpreis\/\" target=\"_blank\">Deutschen Umweltpreis<\/a> 2023 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/DE\/Home\/home_node.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bundespraesident.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\">Bundespr\u00e4sident <\/a>Frank-Walter <strong>Steinmeier <\/strong>\u00fcberreicht bekommt. Ausgezeichnet wird die Klimawissenschaftlerin f\u00fcr ihre Leistung, die Rolle des globalen Klimawandels bei regionalen extremen Wetterereignissen zu untersuchen und in k\u00fcrzester Zeit zu ver\u00f6ffentlichen. Als eine der wichtigsten Aufgaben nennt die Physikerin und promovierte Philosophin, die gesellschaftlichen Werte zu hinterfragen. Sie teilt sich den Preis mit der Holzbau-Pionierin Dagmar <strong>Fritz-Kramer<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hitzeaktionspl\u00e4ne weiter ausrollen, \u00dcbersterblichkeit mindern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die in Kiel geborene Britin ist Spezialistin f\u00fcr die Frage, welche Rolle die weltweite Klimakrise bei regionalem Extremwetter spielt. Zum Beispiel w\u00e4ren die Hitzewellen in Nordamerika und S\u00fcdeuropa im vergangenen Juli ohne menschengemachte Erderw\u00e4rmung unm\u00f6glich gewesen, haben sie und ihr Team der <em><a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">World Weather Attribution<\/a> (WWA)<\/em>-Initiative herausgefunden. Das ist aber nicht das einzige Ergebnis der <a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/extreme-heat-in-north-america-europe-and-china-in-july-2023-made-much-more-likely-by-climate-change\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a>. Ein Aspekt \u201eist extrem wichtig\u201c, sagt sie: \u201eIn vielen Gemeinden und St\u00e4dten gibt es inzwischen Hitzeaktionspl\u00e4ne und dort ist tats\u00e4chlich auch die \u00dcbersterblichkeit merklich zur\u00fcckgegangen.\u201c Aber solche Ma\u00dfnahmen existieren nach ihren Worten lange noch nicht \u00fcberall und \u201egerade in Anbetracht von zunehmender Vulnerabilit\u00e4t durch eine alternde Gesellschaft und vermehrter Ungleichheit in der Gesellschaft besteht ein unglaublicher Bedarf, diese Hitzeaktionspl\u00e4ne weiter auszurollen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hohe Temperaturen in St\u00e4dten mit mehr Gr\u00fcn senken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Warnungen gab es indes schon fr\u00fch: Bereits 2008 ver\u00f6ffentlichte die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.who.int\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.who.int\/\" target=\"_blank\">Weltgesundheitsorganisation<\/a> (WHO) mit Blick auf den Hitzesommer 2003 einen <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/apps.who.int\/iris\/bitstream\/handle\/10665\/107888\/9789289071918-eng.pdf?sequence=1&amp;isAllowed=y\" target=\"_blank\">Leitfaden<\/a> zur Umsetzung von Hitzeaktionspl\u00e4nen. Organisationen, darunter renommierte Einrichtungen wie der Deutsche Wetterdienst liefern Daten \u00fcber immer h\u00e4ufigere Hitzewellen, die in Zukunft immer h\u00e4ufiger und intensiver auftreten werden. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit, vor allem bei verwundbaren Gruppen wie \u00e4lteren Menschen, S\u00e4uglingen, Schwangeren und Menschen mit Vorerkrankungen. Die Zahlen sind beunruhigend: Mehr als 60.000 hitzebezogene Todesf\u00e4lle wurden im Sommer 2022 in Europa verzeichnet, so Forschende des <a href=\"https:\/\/www.isglobal.org\/en\/-\/el-calor-record-del-verano-de-2022-causo-mas-de-61-000-muertes-en-europa?redirect=https%3A%2F%2Fwww.isglobal.org%2Fen%2Fsearch-results%3Fp_p_id%3D3%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dmaximized%26p_p_mode%3Dview%26_3_cur%3D1%26_3_keywords%3Deurope%2B2022%26_3_formDate%3D1694174427203%26_3_format%3D%26_3_struts_action%3D%252Fsearch%252Fsearch&amp;inheritRedirect=true\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Barcelona Institute for Global Health<\/em><\/a><em> (ISGlobal)<\/em>. Deutschland hatte nach Italien und Spanien mit mehr als 8.000 Toten die drittmeisten Hitzeopfer zu beklagen. Hei\u00dfe Tage, tropische N\u00e4chte \u2013 besonders f\u00fcr Stadtbewohnende eine Herausforderung. Denn dort bilden W\u00e4rme speichernde Asphalt-, Beton- und Glasoberfl\u00e4chen Hitzeinseln. Otto: \u201eMehr Gr\u00fcn- und Wasserfl\u00e4chen sowie Stadtb\u00e4ume geh\u00f6ren hier zu den wichtigsten Anpassungsma\u00dfnahmen.\u201c Denn diese w\u00fcrden die lokalen Temperaturen um mehrere Grad senken. Allein wenn 30 Prozent einer st\u00e4dtischen Fl\u00e4che mit B\u00e4umen bedeckt w\u00e4re, k\u00f6nnte einer <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.isglobal.org\/en\/-\/4-of-summer-mortality-is-attributable-to-urban-heat-islands?redirect=https%3A%2F%2Fwww.isglobal.org%2Fen%2Fsearch-results%3Fp_p_id%3D3%26p_p_lifecycle%3D0%26p_p_state%3Dmaximized%26p_p_mode%3Dview%26_3_cur%3D1%26_3_keywords%3Dheat%26_3_formDate%3D1692878039255%26_3_format%3D%26_3_struts_action%3D%252Fsearch%252Fsearch&amp;inheritRedirect=true\" target=\"_blank\"><em>ISGlobal<\/em>-Studie<\/a> zufolge ein Drittel der durch Hitzeinseln verursachten Todesf\u00e4lle vermieden werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_Mais-2022_Duerre_\u00a9Kerstin-Heemann_DBU-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-53961\" style=\"width:435px;height:327px\" width=\"435\" height=\"327\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_Mais-2022_Duerre_\u00a9Kerstin-Heemann_DBU-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_Mais-2022_Duerre_\u00a9Kerstin-Heemann_DBU-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-uwp2023_Mais-2022_Duerre_\u00a9Kerstin-Heemann_DBU-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vom Klimawandel verursachte langanhaltende Trockenheit f\u00fchrt zu Ernteeinbu\u00dfen \u2013 wie bei diesem Maisfeld. Das kann sich auf globale Nahrungsmittelpreise auswirken. Klimaforscherin Friederike Otto, die den diesj\u00e4hrigen Deutschen Umweltpreis der DBU erh\u00e4lt, will noch intensiver mit \u00d6konomen zusammenarbeiten und die wirtschaftlichen Kosten ermitteln. Ein Ziel: deutlich machen, wie sehr sich Klimaschutz auch finanziell lohnt. \u00a9 Kerstin Heemann | DBU<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Wissen um Gesundheitsrisiko k\u00f6nnte Akzeptanz f\u00fcr Klimaschutz erh\u00f6hen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zudem ist nach Ottos Worten die Kombination mit Luftverschmutzung und extremer Hitze eine der Hauptursachen f\u00fcr die sogenannte \u00dcbersterblichkeit bei Hitzewellen. Die Professorin am <em>Grantham Institute Climate Change and the Environment<\/em> des <a href=\"https:\/\/www.imperial.ac.uk\/people\/f.otto\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Imperial College London<\/em><\/a> sagt: \u201eWer Gesundheit und Lebensqualit\u00e4t einer Bev\u00f6lkerung sch\u00fctzen will, sollte Autos aus den Innenst\u00e4dten verbannen.\u201c In Zukunft m\u00f6chte sie noch intensiver mit Forschenden aus dem Gesundheitswesen zusammenarbeiten. \u201eWir haben keine fundierten Erkenntnisse, wie viele Menschen global aufgrund des menschengemachten Klimawandels sterben. Das k\u00f6nnte man jedoch absch\u00e4tzen\u201c, so Otto.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mehrheit der Deutschen f\u00fcr Anpassungen an die Klimakrise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Was makaber klingen mag, spielt eine gro\u00dfe Rolle, um ins Handeln zu kommen. \u201eWenn die Leute verstehen, dass es ihnen an den Kragen geht, werden sie wahrscheinlich eher aktiv, als wenn die Eisb\u00e4ren sterben\u201c, sagte etwa Umweltmedizinerin Claudia <strong>Traidl-Hoffmann<\/strong> in einem Interview mit dem Fachmagazin <a href=\"https:\/\/www.aerzteblatt.de\/treffer?mode=s&amp;wo=1041&amp;typ=1&amp;nid=130150&amp;s=Traidl%2DHoffmann\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsches \u00c4rzteblatt<\/a>. Sie ist Direktorin des <a href=\"https:\/\/www.helmholtz-munich.de\/environmental-health\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.helmholtz-munich.de\/environmental-health\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Instituts f\u00fcr Umweltmedizin<\/a> beim Helmholtz-Zentrum M\u00fcnchen und Mitglied im <a href=\"https:\/\/www.wbgu.de\/de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.wbgu.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung<\/a> (WBGU). Mittlerweile h\u00e4lt die \u00fcberwiegende Mehrheit der Deutschen Anpassungen an die bereits deutlich sp\u00fcrbare Klimakrise f\u00fcr notwendig, besagt die aktuelle <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/presse\/pressemitteilungen\/umweltbewusstseinsstudie-mehrheit-der-deutschen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umweltbewusstseinsstudie<\/a> des <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Umweltbundesamtes<\/a>. Das deutsche <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/ministerium\/meldungen\/lauterbach-besser-auf-gesundheitliche-auswirkungen-von-hitze-vorbereiten.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Gesundheitsministerium<\/a> will sich jetzt an dem seit rund 20 Jahren bestehenden Hitzeschutzplan Frankreichs orientieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6konomische Auswirkungen des Klimawandels besser bestimmen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Klimaforscherin Otto geht es um das <em>Big Picture<\/em>: Sie m\u00f6chte der Gesellschaft die Kosten des Klimawandels zeigen. Bevor sie mit dem <em>WWA<\/em>-Team eine Studie in Angriff nimmt, wird von ihnen die Schwere eines extremen Wetterereignisses anhand von standardisierten Kriterien bestimmt. Diese sogenannten Trigger sind zusammen mit <a href=\"https:\/\/www.ifrc.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rotkreuz<\/a>-Mitarbeitenden entwickelt worden. Otto: \u201eBei \u00dcberschwemmungen ist zum Beispiel ein solcher Trigger, wenn mehr als 100 Menschen zu Tode kommen oder wenn mehr als eine Million Menschen oder mehr als 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung betroffen sind.\u201c Auch das Ausrufen eines nationalen Notstands kann nach ihren Worten dazu f\u00fchren, \u201edass eine Studie in Betracht gezogen wird\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>World Weather Attribution-Teams listen Auswirkungen der Extremwetter auf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Studien des <em>World Weather Attribution<\/em>-Teams listen neben Todesopfern auch weitere Auswirkungen der Extremwetter auf. Ein Beispiel sind die Buschbr\u00e4nde in S\u00fcdost-Australien 2019 bis 2020: \u201eEtwa 5900 Geb\u00e4ude wurden zerst\u00f6rt. Es wird gesch\u00e4tzt, dass zwischen 0,5 und 1,5 Milliarden Wildtiere sowie Zehntausende von Nutztieren ihr Leben verloren haben\u201c, ist in der Einleitung der <a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/bushfires-in-australia-2019-2020\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>WWA<\/em>-Studie<\/a> zu lesen. Weiter hei\u00dft es: \u201eDie Buschbr\u00e4nde haben wirtschaftliche Auswirkungen sowie unmittelbare und langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die dem Rauch ausgesetzt sind und mit den psychologischen Folgen der Br\u00e4nde zu k\u00e4mpfen haben.\u201c Dazu Otto: \u201eWir m\u00f6chten mehr mit \u00d6konomen zusammenarbeiten, um noch besser die finanziellen Kosten berechnen zu k\u00f6nnen.\u201c So wirken sich D\u00fcrren etwa auch auf Weizenernten sowie globale Getreide- und damit Nahrungsmittelpreise insgesamt aus. \u201eEs w\u00e4re unglaublich machtvoll, wenn man diese Kosten tats\u00e4chlich quantifizieren w\u00fcrde\u201c, sagt sie. \u201eDann wird auch deutlich, wie sehr es sich lohnen w\u00fcrde, den Klimawandel finanziell ernst zu nehmen.\u201c Ihr Ziel: \u201eIch m\u00f6chte, dass Politik gemacht wird, die langfristig diese Kosten eind\u00e4mmt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Finanzielle Hilfen f\u00fcr sogenannte Entwicklungsl\u00e4nder gezielt einsetzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Gerechtigkeit geh\u00f6rt dabei zu Ottos Hauptanliegen: \u201eZu den besten Anpassungsma\u00dfnahmen z\u00e4hlen Armutsbek\u00e4mpfung, bessere Wohnungen f\u00fcr Menschen sowie ein Zugang zu Sozial- und Gesundheitssystemen. Das macht Menschen wirklich resilient.\u201c Besonders betroffen vom Klimawandel sind nach Angaben des <a href=\"https:\/\/www.bmz.de\/de\/service\/lexikon\/klimagerechtigkeit-125076\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesministeriums f\u00fcr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung<\/a> \u201edie Menschen in den Entwicklungsl\u00e4ndern\u2060 und unter ihnen wiederum die Verletzlichsten, etwa indigene Gemeinschaften, Kleinb\u00e4uerinnen und -bauern, Frauen, Kinder sowie alte und kranke Menschen\u201c. Die von der Weltklimakonferenz 2022 beschlossene Einrichtung eines <a href=\"https:\/\/www.bmz.de\/de\/themen\/klimawandel-und-entwicklung\/globaler-schutzschirm-klimarisiken\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fonds f\u00fcr Sch\u00e4den und Verluste<\/a> soll den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten und von den Auswirkungen des Klimawandels am meisten betroffenen L\u00e4ndern finanzielle Unterst\u00fctzung gew\u00e4hren. Doch nach Ottos Worten ist es zun\u00e4chst wichtig, die genauen Ursachen der Schadensereignisse zu kennen, um die finanziellen Mittel passend einzusetzen. Otto nennt als ein Beispiel die \u00dcberschwemmung 2022 in Nigeria. \u201eDort gab es zwar extreme Niederschl\u00e4ge und ein gro\u00dfes Klimawandelsignal\u201c, so die Klimawissenschaftlerin. \u201eAber der Grund f\u00fcr den Tod so vieler Menschen war tats\u00e4chlich ein ge\u00f6ffneter Staudamm, der zuvor als Anpassungsma\u00dfnahme gebaut worden war.\u201c Die entsprechende <a href=\"https:\/\/www.worldweatherattribution.org\/climate-change-exacerbated-heavy-rainfall-leading-to-large-scale-flooding-in-highly-vulnerable-communities-in-west-africa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>WWA<\/em>-Studie<\/a> res\u00fcmiert deshalb, die Wasserbewirtschaftung dringend zu verbessern und die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr saisonale Niederschl\u00e4ge zu verringern. Wichtig sei dabei, dass nicht nur akute Sch\u00e4den beseitigt, sondern auch langfristige Planungen erm\u00f6glicht werden, so Otto. Nach ihren Worten sollte auf gar keinen Fall weniger, sondern eher mehr gezahlt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werte wie Gesundheit, Zusammenhalt der Gesellschaft und Gerechtigkeit politisch fokussieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Otto m\u00f6chte noch genauer hinschauen. Einrichtungen wie der australische oder der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.dwd.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\">Deutsche Wetterdienst<\/a> k\u00f6nnten selbst Attributionsstudien nach dem <em>WWA-<\/em>Muster vornehmen. Das b\u00f6te laut Otto die Chance, dass \u201ewir uns mit <em>World Weather Attribution<\/em> zum einen auf die Ereignisse wie St\u00fcrme konzentrieren k\u00f6nnen, bei denen wissenschaftlich noch viel zu tun ist, und vor allem auf den Teil der Welt, wo den Wetterdiensten solche Kapazit\u00e4ten fehlen.\u201c Ihr Anliegen: \u201eWir m\u00fcssen Ideen hinterfragen, was ein gutes Leben ist. Dann k\u00e4men wom\u00f6glich viele auch zur Erkenntnis, dass ein Auto oder ein Einfamilienhaus nicht unbedingt dazu geh\u00f6ren m\u00fcssen.\u201c Vielmehr sollte sich die Politik nach Ottos Worten an Werten wie Gesundheit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und Gerechtigkeit orientieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daten, Zahlen, Fakten, Hintergr\u00fcnde und Reportagen im DBU-Umweltpreis-Blog: <\/strong><a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/umweltpreis-blog\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis\/umweltpreis-blog\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-94e47132-8b35-4fe6-b7e3-8aeff848acf9' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-94e47132-8b35-4fe6-b7e3-8aeff848acf9' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-118-2023-Deutscher-Umweltpreis-2023_Studien-Otto.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-94e47132-8b35-4fe6-b7e3-8aeff848acf9' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/news\/deutscher-umweltpreis-der-dbu-fuer-klimaforscherin-und-holzbau-pionierin\/'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-link'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Deutscher Umweltpreis 2023: Zusammenfassung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-94e47132-8b35-4fe6-b7e3-8aeff848acf9' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Deutscher-Umweltpreis_Infos-zu-Ausgezeichneten-2.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Die Idee des Deutschen Umweltpreises<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Prof. Dr. Friederike Otto: Politik an Werten orientieren<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":53956,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[45],"class_list":["post-53845","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-deutscher-umweltpreis"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/53845","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/53845\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":54150,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/53845\/revisions\/54150"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53956"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53845"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=53845"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=53845"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}