{"id":44890,"date":"2023-08-03T09:00:00","date_gmt":"2023-08-03T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=44890"},"modified":"2023-08-03T09:15:09","modified_gmt":"2023-08-03T07:15:09","slug":"rotwild-macht-einen-bogen-um-schafsherden","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/rotwild-macht-einen-bogen-um-schafsherden\/","title":{"rendered":"Rotwild macht einen Bogen um Schafsherden"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck\/Jessen. St\u00f6rt eine Beweidung mit Schafen und Ziegen das heimische Rotwild? Diese Frage behandelte eine Studie, die die gemeinn\u00fctzige Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, bei der <a href=\"https:\/\/www.hnee.de\/de\/Startseite\/HNEEberswalde-Startseite-E9875.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde<\/a> in Auftrag gab. Inzwischen haben Forschende des Fachgebiets Wildbiologie die Wechselwirkungen von extensiver Beweidung f\u00fcr den Naturschutz und heimischen Wildtieren auf der <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbeflaechen\/gluecksburger-heide\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DBU-Naturerbefl\u00e4che Gl\u00fccksburger Heide<\/a> im Landkreis Wittenberg untersucht und ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Heidebluete_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44908\" width=\"389\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Heidebluete_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Heidebluete_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Heidebluete_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 389px) 100vw, 389px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Sowohl das Rotwild als auch die zur Landschaftspflege eingesetzten Schafe tragen dazu beitragen, die Heidelandschaft auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Gl\u00fccksburger Heide zu erhalten. \u00a9 Egbert Brunn\/Bundesforst<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>GPS-Sender liefern Daten zum Raumverhalten von Rotwild<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eEs konnte festgestellt werden, dass Rotwild die beweidete Fl\u00e4che und auch das Umfeld zeitweise gemieden hat &#8211; auch wenn die Schafherde nachts nicht da war. Nach Abzug der Herde normalisierte sich die Rotwildbewegung auf die Beweidungsfl\u00e4che nach einigen Wochen aber wieder\u201c, erl\u00e4utert Dr. J\u00f6rg <strong>Tillmann<\/strong>, stellvertretender fachlicher Leiter im DBU Naturerbe. Letztlich w\u00fcrden sowohl das Rotwild als auch die zur Landschaftspflege eingesetzten Schafe dazu beitragen, die abwechslungsreiche Heidelandschaft auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Gl\u00fccksburger Heide auch im Sinne der europ\u00e4ischen <a href=\"http:\/\/www.fauna-flora-habitatrichtlinie.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie<\/a> zu erhalten. Der Offenlandmanager unterstreicht die Bedeutung des Einsatzes von Schafen und Ziegen im Naturschutz: \u201eAuf den meisten unserer <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbe\/flaechen\/flaechenliste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">71 DBU-Naturerbefl\u00e4chen<\/a> mit rund 70.000 Hektar setzen wir auf Beweidungskonzepte, um wertvolle Wiesen und Heiden zu pflegen. Als Natursch\u00fctzer liegt uns aber nat\u00fcrlich auch die Lebensraumerhaltung der gro\u00dfen heimischen Wildtiere am Herzen und dementsprechend auch eine Versachlichung der Diskussion, ob eine Haustier-Beweidung nachhaltig heimische Wildtiere verdr\u00e4ngt\u201c, so Tillmann. Im Rahmen der Studie wurde untersucht, wie sich eine zeitweise Beweidung mit Schafen und Ziegen auf das Raumverhalten vom Rotwild auswirkt. Die Wildtiere wurden mit GPS-Sendern versehen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler analysierten ihre Bewegungen und setzten diese in Beziehung zur geh\u00fcteten Schafherde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>M\u00f6gliche Gr\u00fcnde f\u00fcrs Ausweichen: Nahrungskonkurrenz, St\u00f6rung und das Wolfsrudel<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In der wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung \u201e<a href=\"https:\/\/cms.dbu.de\/phpTemplates\/publikationen\/pdf\/101022113922fnvs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Displacement Effects of Conservation Grazing on Red Deer Spatial Behaviour<\/a>\u201c von Fabio <strong>Weiss<\/strong>, Frank Uwe <strong>Michler<\/strong>, Benjamin <strong>Gillich<\/strong>, Tillmann und weiteren Autorinnen und Autoren interpretieren die Forschenden die Rotwildreaktion: \u201eSicherlich spielt die Nahrungskonkurrenz eine Rolle, aber auch die St\u00f6rung, die von den Schafen und Ziegen in Kombination mit Sch\u00e4fer und H\u00fctehund und ihren Aktivit\u00e4ten ausgeht\u201c, so Tillmann. In der Weidesaison falle es dem Rotwild zudem leicht auf umliegende landwirtschaftliche Fl\u00e4chen auszuweichen, die in dem Zeitraum auch ein attraktives Futterangebot bieten. \u201eEine weitere Hypothese ist, dass sich das in der Region etablierte Wolfsrudel h\u00e4ufiger im Umfeld der Schafhutung aufh\u00e4lt, was wiederum ein Ausweichen des Rotwildes in diesem Umfeld nach sich ziehen k\u00f6nnte\u201c, erg\u00e4nzt Tillmann. Auch wenn das Rotwild in der Weidesaison die Fl\u00e4chen mit Schafbeweidung meidet, d\u00fcrften die Wildtiere unterm Strich von der Landschaftspflege profitieren, da mithilfe der Beweidung von Schafen und Ziegen gro\u00dfe Heidefl\u00e4chen auch als Futterfl\u00e4chen f\u00fcr das Rotwild offengehalten werden und nicht verbuschen. Zudem werde die Qualit\u00e4t des Weideaufwuchses durch die Verj\u00fcngung der Futterpflanzen gesteigert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Rotwild_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-1920x1398.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-44904\" width=\"360\" height=\"262\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Rotwild_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-1920x1398.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Rotwild_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-800x583.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Rotwild_\u00a9Egbert-Brunn_Bundesforst-1-400x291.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Forschende der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde haben die Wechselwirkungen von extensiver Beweidung mit Rotwild auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Gl\u00fccksburger Heide im Landkreis Wittenberg untersucht. \u00a9 Egbert Brunn\/Bundesforst<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Gl\u00fccksburger Heide geh\u00f6rt zum Nationalen Naturerbes<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ab 1936 beanspruchte die Wehrmacht die rund 2.600 Hektar gro\u00dfe Gl\u00fccksburger Heide als Truppen\u00fcbungsplatz, insbesondere f\u00fcr die Luftwaffe. Ein 400 Hektar gro\u00dfes Areal diente als Bombenabwurfgebiet. Nach 1945 nutzten russische Streitkr\u00e4fte die Fl\u00e4che als Panzer\u00fcbungsplatz. Es gab Schie\u00dfpl\u00e4tze und einen Hubschrauberlandeplatz. Nach der Wende 1990 wurde der Milit\u00e4rbetrieb eingestellt und 2008 \u00fcbernahm das DBU Naturerbe die Fl\u00e4che als Teil des <a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/themen\/naturschutz-artenvielfalt\/naturschutz-biologische-vielfalt\/gebietsschutz-und-vernetzung\/nationales-naturerbe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nationalen Naturerbes<\/a>. Der Bund verzichtet seit 2005 auf den Verkauf ausgew\u00e4hlter, wertvoller Naturfl\u00e4chen im Bundeseigentum und hat bislang rund 164.000 Hektar stattdessen dem Naturschutz gewidmet und an Stiftungen, Naturschutzverb\u00e4nde oder Bundesl\u00e4nder \u00fcbertragen. Im DBU Naturerbe sollen offene Lebensr\u00e4ume mit seltenen Tier- und Pflanzenarten durch Pflege bewahrt, W\u00e4lder m\u00f6glichst ohne menschlichen Eingriff ihrer nat\u00fcrlichen Entwicklung \u00fcberlassen, strukturarme Forste zu naturnahen W\u00e4ldern umgewandelt und Feuchtgebiete sowie Gew\u00e4sser \u00f6kologisch aufgewertet oder erhalten werden. Zudem m\u00f6chte die DBU-Stiftungstochter Menschen f\u00fcr die heimische Natur begeistern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hier der Link zur Ver\u00f6ffentlichung: <a href=\"https:\/\/cms.dbu.de\/phpTemplates\/publikationen\/pdf\/101022113922fnvs.pdf\"><\/a><a href=\"https:\/\/cms.dbu.de\/phpTemplates\/publikationen\/pdf\/101022113922fnvs.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/cms.dbu.de\/phpTemplates\/publikationen\/pdf\/101022113922fnvs.pdf<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-cc0dcf4c-4407-45eb-80f1-d6d3e363fa91' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-cc0dcf4c-4407-45eb-80f1-d6d3e363fa91' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-PM-102-2023-Gluecksburger-Heide_Rotwildtelemetrie.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-cc0dcf4c-4407-45eb-80f1-d6d3e363fa91' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu_media-Hintergrund-DBU-Naturerbe-4.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Hintergrund zum DBU Naturerbe<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Studie der Hochschule Eberswalde untersucht Wechselwirkungen von Beweidung auf heimische Wildtiere<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":44904,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[75,50],"class_list":["post-44890","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-naturerbe","tag-nationales-naturerbe","tag-naturschutz"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/44890","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/44890\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44914,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/44890\/revisions\/44914"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44890"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=44890"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=44890"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}