{"id":30501,"date":"2023-06-14T08:24:04","date_gmt":"2023-06-14T06:24:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=30501"},"modified":"2023-06-14T08:24:04","modified_gmt":"2023-06-14T06:24:04","slug":"wie-die-klimakrise-krank-macht","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/wie-die-klimakrise-krank-macht\/","title":{"rendered":"Wie die Klimakrise krank macht"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. N\u00e4chsten Montag pr\u00e4sentieren gleich zwei Sachverst\u00e4ndigenr\u00e4te der Bundesregierung Gutachten zu \u201eUmwelt und Gesundheit\u201c. Das ist auch als Aufforderung zu verstehen, bei Entscheidungen \u00fcber besseren Schutz von Klima und Biodiversit\u00e4t die Gesundheit viel st\u00e4rker als bisher zu ber\u00fccksichtigen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) widmet sich dieser Aufgabe bereits seit 2020 und startete im vorigen Jahr die F\u00f6rderinitiative \u201e<em><a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/themen\/foerderinitiativen\/planetary-health\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Planetary Health<\/a><\/em>\u201c (planetare Gesundheit) mit derzeit 19 unterst\u00fctzten Vorhaben in H\u00f6he von rund 2,8 Millionen Euro. Erste Resultate: Stadtplanung ben\u00f6tigt einen fundamentalen Richtungswechsel, muss sogar \u201evon Stra\u00dfenecke zu Stra\u00dfenecke\u201c f\u00fcr mehr Gesundheits- und Klimaresilienz agieren. Die Hitzebelastung eines Menschen h\u00e4ngt mit sozialen Faktoren zusammen. Und: Die Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen ist enorm reformbed\u00fcrftig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/Fotolia_78592526_L_\u00a9-mur162-Fotolia_2-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-30521\" width=\"375\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/Fotolia_78592526_L_\u00a9-mur162-Fotolia_2-1.jpg 1500w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/Fotolia_78592526_L_\u00a9-mur162-Fotolia_2-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/Fotolia_78592526_L_\u00a9-mur162-Fotolia_2-1-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Beim Schutz von Klima und Biodiversit\u00e4t muss es aus Sicht der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) viel mehr als bisher auch um Gesundheit gehen \u2013 verbunden mit der Frage, wie die Menschen sich k\u00fcnftig ern\u00e4hren, wie sie wohnen und wirtschaften sollten, damit der Planet lebenswert bleibt. \u00a9 mur162_fotolia<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bonde: Wir brauchen ein neues strategisches Denken<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde <\/strong>kommt zu folgendem Schluss: \u201eDas Thema Gesundheit muss runter von der verbalen Reservebank und eine viel zentralere Rolle beim Umwelt- und Klimaschutz spielen. Denn die Klimakrise ist auch ein medizinischer Ernstfall und macht Menschen krank.\u201c &nbsp;Es sei zwar ein Fortschritt, dass neben der 2020 vorgelegten <a href=\"https:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/fileadmin\/Dateien\/5_Publikationen\/Gesundheit\/Broschueren\/GlobaleGesundheitsstrategie_Web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Strategie der Bundesregierung zur globalen Gesundheit<\/a> etwa auch die <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/commission\/presscorner\/detail\/en\/ip_22_7153\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Global Health<\/em>-Strategie der Europ\u00e4ischen Union von 2022<\/a> das Thema in den Mittelpunkt r\u00fccke ebenso wie erstmals eine Weltklimakonferenz, n\u00e4mlich 2021 in Glasgow. Bonde: \u201eDas allein reicht aber noch nicht. Wir brauchen neues strategisches Denken \u2013 sowohl beim Umgang mit den Folgen von Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise f\u00fcr die Gesundheit als auch bei den Anforderungen an den Gesundheitssektor selbst, der viel nachhaltiger werden muss.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Akuter Handlungsbedarf bei der Verpflegung in Gesundheitseinrichtungen<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gesundheitswesen \u2013 einer der gr\u00f6\u00dften Arbeitgeber weltweit \u2013 ist allein in Deutschland laut <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u00d6ko-Institut<\/a> pro Jahr f\u00fcr etwa f\u00fcnf Prozent des Aussto\u00dfes klimasch\u00e4dlicher <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/themen\/klima-energie\/klimaschutz-energiepolitik-in-deutschland\/treibhausgas-emissionen\/die-treibhausgase\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Treibhausgase <\/a>(THG) verantwortlich. Mehr als die Luftfahrt. Die <a href=\"https:\/\/www.who.int\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weltgesundheitsorganisation WHO<\/a> beziffert den Anteil an deutschen THG-Emissionen gar mit rund 6,7 Prozent, das sind rund 50 Millionen Tonnen THG. Akuten Handlungsbedarf gibt es unter anderem bei der Verpflegung in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Das ist das vorl\u00e4ufige Ergebnis einer Untersuchung der <a href=\"https:\/\/www.charite.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Berliner Charit\u00e9<\/a>, die im Zuge der DBU-F\u00f6rderinitiative \u201e<em>Planetary Health<\/em>\u201c vorgenommen wurde. Studienleiterin Dr. med. Lisa Maria <strong>P\u00f6rtner <\/strong>sagt, \u201eder Gro\u00dfteil der negativen Umweltauswirkungen\u201c solcher Verpflegung sei \u201eauf den hohen Konsum tierischer Lebensmittel zur\u00fcckzuf\u00fchren\u201c. Die Ern\u00e4hrung stimme also \u201ein gro\u00dfen Teilen nicht mit den Empfehlungen der <em><a href=\"https:\/\/www.bzfe.de\/nachhaltiger-konsum\/lagern-kochen-essen-teilen\/planetary-health-diet\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Planetary Health Diet<\/a><\/em>\u201c \u00fcberein \u2013 also einer universellen Referenzkost mit \u00fcberwiegend pflanzenbasierter Ern\u00e4hrung und in Ma\u00dfen Milchprodukten, Fisch oder Gefl\u00fcgelfleisch. Ziel ist, Gesundheit von Mensch und Erde gleicherma\u00dfen zu sch\u00fctzen sowie eine gesunde und \u00f6kologisch nachhaltige Ern\u00e4hrung bis 2050 f\u00fcr dann rund zehn Milliarden Menschen zu sichern. P\u00f6rtner zum Charit\u00e9-Projekt: \u201eInsgesamt zeigt sich schon jetzt ein deutlicher Handlungsbedarf, die Ern\u00e4hrung in deutschen Gesundheitseinrichtungen ges\u00fcnder und umweltfreundlicher zu gestalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Planetary Health geht es auch um die mentale Gesundheit: Gefahr vermehrter Einsamkeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine sprichw\u00f6rtlich andere gro\u00dfe Baustelle zeichnet sich f\u00fcr die Stadtplanung ab. Diesen Schluss l\u00e4sst ein DBU-Planetary Health-Projekt in Zusammenarbeit mit dem <a href=\"https:\/\/www.ufz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ)<\/a> in Leipzig zu. Dabei wurde erforscht, wie Hitzestress \u2013 eine der gravierendsten und schon jetzt sp\u00fcrbaren unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels \u2013 in Stadtquartieren zu reduzieren ist. Auf den Ernst der Lage weist auch der Hitzeaktionstag heute (Mittwoch) in der Bundes\u00e4rztekammer hin. Bonde: \u201eWie wir wohnen, wirtschaften und uns ern\u00e4hren, entscheidet \u00fcber das Wohlergehen sowohl der Welt als auch der Menschen.\u201c Laut UFZ-Projektleiter Prof. Dr. Uwe <strong>Schlink <\/strong>stellen besonders in Stadtgebieten mit sehr heterogener Umwelt Klimawandel-Extreme wie Hitzewellen, Luftschadstoffe, D\u00fcrre und \u00dcberflutungen die Menschen \u201evor enorme Herausforderungen\u201c. Dichte Bebauung, Bodenversiegelung, Emissionen und mangelnde Vegetation k\u00f6nnten sich teils schon \u201evon Stra\u00dfenecke zu Stra\u00dfenecke\u201c unterscheiden. Sein Rat: quartiersbezogene Strategien. Als hilfreich k\u00f6nnte sich dabei ein durch das DBU-Projekt entwickeltes Instrument erweisen. Schlink: \u201eUm biophysikalische Faktoren wie Sonneneinstrahlung, Durchl\u00fcftung, Verdunstung sowie W\u00e4rmespeicherung f\u00fcr jedes Quartier auch quantitativ zu bestimmen, haben wir einen neuen Attributierungs-Algorithmus entwickelt.\u201c Damit k\u00f6nnten Planungsb\u00fcros und Beh\u00f6rden die Ursachen f\u00fcr Hitze gezielt lokal beeinflussen. Es geht dabei keineswegs allein um k\u00f6rperliches Wohlbefinden, sondern laut Schlink \u201eauch um die mentale Gesundheit\u201c. Die Untersuchungen h\u00e4tten gezeigt, dass die Hitzebelastung eines Menschen \u201emit sozialen Faktoren\u201c zusammenh\u00e4nge. Und: Immer mehr Ein-Personen-Haushalte ver\u00e4ndern soziale Strukturen; \u00e4ltere Menschen gehen Schlink zufolge \u201ekaum noch aus der Wohnung\u201c. Einsamkeit ist die Folge. Das zu verhindern, m\u00fcsse Stadtplanung k\u00fcnftig ebenfalls ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>WBGU-Vorsitzende Pittel: fundamentales Umdenken im Umgang mit Gesundheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>N\u00e4chsten Montag stellen der <a href=\"https:\/\/www.umweltrat.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sachverst\u00e4ndigenrat f\u00fcr Umweltfragen (SRU)<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.wbgu.de\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltver\u00e4nderungen (WBGU)<\/a> ihre Gutachten in Berlin vor. WBGU-Vorsitzende Prof. Dr. Karen <strong>Pittel <\/strong>mahnt mit Blick darauf \u201eein fundamentales Umdenken im Umgang mit Gesundheit\u201c an. \u201eDie immer sp\u00fcrbareren Auswirkungen des Klimawandels f\u00fchren die Verletzlichkeit unserer Gesellschaften vor Augen\u201c, so die WBGU-Vorsitzende.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-270aafbf-d2a3-4cdb-8417-44a43a0ee641' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-270aafbf-d2a3-4cdb-8417-44a43a0ee641' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-081-2023-Planetary-Health_WBGU-Gutachten.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU: Mehr Fokus auf Gesundheit \u2013 Gutachten zweier Beir\u00e4te<\/p>\n","protected":false},"author":16,"featured_media":30516,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[412,47,50],"class_list":["post-30501","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-alle-bundeslaender","tag-klimaschutz","tag-naturschutz"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Eine Mail wurde nicht verschickt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/30501","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/16"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/30501\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30574,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/30501\/revisions\/30574"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/30516"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=30501"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=30501"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=30501"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}