{"id":29525,"date":"2023-05-31T09:00:00","date_gmt":"2023-05-31T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=29525"},"modified":"2023-05-31T10:15:39","modified_gmt":"2023-05-31T08:15:39","slug":"urwaldfledermaeuse-im-keller","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/urwaldfledermaeuse-im-keller\/","title":{"rendered":"Urwaldflederm\u00e4use im Keller"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Wasserfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29551\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Wasserfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Wasserfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Wasserfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stark gef\u00e4hrdet und streng gesch\u00fctzt: eine winterschlafende Wasserfledermaus, die sich in einen sogenannten Hohlblockstein zur\u00fcckgezogen hat. Auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Dammer Berge wurden drei Keller und drei Geb\u00e4ude mit solchen Versteckm\u00f6glichkeiten ausgestattet. \u00a9 Katharina Heemann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Damme\/Osnabr\u00fcck. Der Nachweis von seltenen Bechsteinflederm\u00e4usen auf der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.dbu.de\/naturerbeflaechen\/dammer-berge\/\" target=\"_blank\">DBU-Naturerbefl\u00e4che \u201eDammer Berge\u201c<\/a> ist eine Erfolgsgeschichte f\u00fcr den Naturschutz. So wertet die Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), das DBU Naturerbe, den Fund im Rahmen einer Winterkontrolle. Fledermausquartiere sind erhalten geblieben und der Wald entwickelt sich allm\u00e4hlich zu einem naturnahen und strukturreichen Mischwald. Seit 2013 ist das DBU Naturerbe verantwortlich f\u00fcr die 143 Hektar gro\u00dfe Fl\u00e4che des <a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/themen\/naturschutz-artenvielfalt\/naturschutz-biologische-vielfalt\/gebietsschutz-und-vernetzung\/nationales-naturerbe\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Nationalen Naturerbes<\/a>, einem ehemals milit\u00e4risch genutzten Gebiet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcr den Schutz der Flederm\u00e4use bleiben Keller und Geb\u00e4ude erhalten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Zugang zur DBU-Naturerbefl\u00e4che \u201eDammer Berge\u201c \u2013 eine fr\u00fchere Luftwaffenmunitionsanstalt \u2013 ist f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung zwar gesperrt. Doch nach einem Telefonat mit Revierleiter Wolfgang <strong>Hartmann <\/strong>vom <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundesimmobilien.de\/bundesforst\" target=\"_blank\">Bundesforst<\/a>betrieb Niedersachsen darf Biologe Carsten <strong>Dense <\/strong>hier Naturschutzarbeit leisten. Er kennt die Fl\u00e4che seit 2017, als er im Rahmen eines Auftrags eine erste Winterkontrolle durchgef\u00fchrt hat. Der Grund: Urspr\u00fcnglich sollten dort wie auch auf anderen Fl\u00e4chen des Nationalen Naturerbes alle alten Geb\u00e4ude entfernt werden, um der Natur mehr Platz zu lassen. Doch \u201evor etwa 30 Jahren hatte der Bundesforstbetrieb zusammen mit dem \u00f6rtlichen Naturschutzbund in verschiedenen Geb\u00e4uden und Kellern Versteckm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Flederm\u00e4use geschaffen\u201c, sagt Hartmann. Bei einem vollst\u00e4ndigen R\u00fcckbau w\u00e4ren diese Winter- und Sommerquartiere verloren gegangen. Deshalb beauftragte das DBU Naturerbe das <a href=\"https:\/\/www.dense-lorenz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">B\u00fcro f\u00fcr angewandte \u00d6kologie und Landschaftsplanung Dense &amp; Lorenz<\/a>, Osnabr\u00fcck, mit einem Gutachten. Das Ergebnis: Zahlreiche Nachweise von streng gesch\u00fctzten Flederm\u00e4usen sorgten daf\u00fcr, dass drei Keller und drei Geb\u00e4ude samt Verstecken erhalten blieben.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1440\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Hirschkaefer_Lucanus-cervus_\u00a9Tom-Kirschey-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29553\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Hirschkaefer_Lucanus-cervus_\u00a9Tom-Kirschey-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Hirschkaefer_Lucanus-cervus_\u00a9Tom-Kirschey-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Hirschkaefer_Lucanus-cervus_\u00a9Tom-Kirschey-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Von einem Naturwald profitiert der stark gef\u00e4hrdete Hirschk\u00e4fer. F\u00fcr dessen Schutz wurde das Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)-Gebiet \u201eDammer Berge\u201c ausgewiesen, in dem sich auch die gleichnamige DBU-Naturerbefl\u00e4che befindet. \u00a9 Tom Kirschey<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Ein echtes Highlight: Nachweis von Bechsteinflederm\u00e4usen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ausger\u00fcstet mit Gummistiefeln und Taschenlampe hat Dense aus eigenem Interesse im vergangenen Februar die mit Gittern verriegelten Winterquartiere zum vierten Mal nach 2017, 2018 und 2022 erforscht. Konzentriert suchten er und zwei weitere Freiwillige jeden noch so kleinen Hohlraum der W\u00e4nde und Decken mit Taschenlampen ab. \u201eWir sind bei solchen Winterkontrollen m\u00f6glichst leise und leuchten nur kurz in die Verstecke, um die Tiere nicht zu st\u00f6ren\u201c, so Dense. \u201eDas au\u00dferplanm\u00e4\u00dfige Aufwachen w\u00fcrde die Tiere viel Energie kosten. Da im Winter nur wenige Insekten und Spinnen unterwegs sind, kann der Energieverlust nicht \u00fcber eine Nahrungsaufnahme ausgeglichen werden.\u201c Sein Fazit: Der Quartiererhalt hat sich mehr als gelohnt. Neben einer kontinuierlich gestiegenen Gesamtzahl an Flederm\u00e4usen, darunter Braune Langohren, Gro\u00dfe Mausohren und Fransenflederm\u00e4use, hat der Experte hier seltene Bechsteinflederm\u00e4use entdeckt: \u201eUnd davon gleich drei Exemplare. Ein echtes Highlight!\u201c, so Dense. Er sch\u00e4tzt, dass es aktuell im Umkreis von f\u00fcnf bis zehn Kilometern eine Wochenstube geben k\u00f6nnte, also eine gr\u00f6\u00dfere Gruppe Bechsteinflederm\u00e4use mit Nachwuchs, \u2013 sofern es sich bei den gefundenen Tieren um Weibchen handelte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Laubb\u00e4ume wie Eichen und Buchen erhalten Licht und Platz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.bfn.de\/artenportraits\/myotis-bechsteinii\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesamt f\u00fcr Naturschutz<\/a> (BfN) bezeichnet die Bechsteinfledermaus als \u201eUrwaldfledermaus\u201c. Der Grund: Alte Eichen- und Buchenw\u00e4lder mit einem hohen Alt- und Totholzanteil sind bevorzugter Lebensraum der in Deutschland stark gef\u00e4hrdeten Art. In einem Gebiet, das umgeben von landwirtschaftlichen Feldern als \u201eWaldinsel\u201c gilt und zu einem gro\u00dfen Teil aus Nadelb\u00e4umen wie Fichten und Kiefern besteht, \u201eist das Vorkommen durchaus bemerkenswert und eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes\u201c, meint Dr. Heike <strong>Schneider<\/strong>, zust\u00e4ndig f\u00fcr die Naturerbe-Entwicklungsplanung der Dammer Berge sowie das Waldmonitoring im DBU Naturerbe. \u201eDenn der Nachweis zeigt, dass wir mit unseren Ma\u00dfnahmen das Richtige bewirken.\u201c Neben dem Erhalt von Kellern und sonstigen Bauten k\u00f6nnen sich naturnahe, standortheimische Mischw\u00e4lder durch Naturverj\u00fcngung entwickeln. Schneider: \u201eLaubb\u00e4ume wie Eichen und Buchen erhalten auf unserer Fl\u00e4che Licht und Platz zum Keimen und Wachsen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1277\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Totholz_\u00a9Bundesforst-Niedersachsen-1920x1277.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29556\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Totholz_\u00a9Bundesforst-Niedersachsen-1920x1277.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Totholz_\u00a9Bundesforst-Niedersachsen-800x532.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Dammer-Berge_Totholz_\u00a9Bundesforst-Niedersachsen-400x266.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Starke, abgestorbene B\u00e4ume bleiben auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che Dammer Berge stehen und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt \u2013 etwa f\u00fcr Spechte, die in die Altb\u00e4ume H\u00f6hlen h\u00e4mmern. <br>\u00a9 Bundesforstbetrieb Niedersachsen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Artenvielfalt durch abgestorbene B\u00e4ume und Naturwaldentwicklung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Revierleiter Hartmann erg\u00e4nzt: \u201eStarke, abgestorbene B\u00e4ume jeder Art bleiben stehen und leisten so einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt.\u201c In die Altb\u00e4ume h\u00e4mmern Spechte ihre H\u00f6hlen, die sp\u00e4ter etwa von Bechsteinflederm\u00e4usen f\u00fcr die Jungenaufzucht genutzt werden. So entwickle sich eine reichhaltige Struktur auf der Fl\u00e4che \u201ebis wir einen Mischwald bekommen, der alle Erwartungen an einen Naturwald erf\u00fcllt\u201c, sagt Hartmann. Davon profitieren nach Schneiders Einsch\u00e4tzung neben Flederm\u00e4usen auch viele Vogel- und Insektenarten. Dazu z\u00e4hlt zum Beispiel der ebenfalls stark gef\u00e4hrdete Hirschk\u00e4fer. F\u00fcr dessen Schutz wurde extra das Fauna-Flora-Habitat-(FFH-)-Gebiet \u201eDammer Berge\u201c im Jahr 2000 ausgewiesen, in dem sich auch die DBU-Naturerbefl\u00e4che befindet. Eine der gr\u00f6\u00dften Hirschk\u00e4ferpopulationen Niedersachsens kommt hier und im angrenzenden Landschaftsschutzgebiet vor.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Bechsteinfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29547\" width=\"360\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Bechsteinfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann.jpg 1695w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Bechsteinfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Bechsteinfledermaus_\u00a9Katharina-Heemann-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Ein echtes Highlight stellt nach Expertenmeinung der Fund seltener Bechsteinflederm\u00e4use dar. Auf der DBU-Naturerbefl\u00e4che \u201eDammer Berge\u201c zeigt der Nachweis laut Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU), dass die Naturschutz-Ma\u00dfnahmen wirken. \u00a9 Katharina Heemann<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-bd120c12-3570-4c86-a044-30549d3f9e6d' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-bd120c12-3570-4c86-a044-30549d3f9e6d' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-078-2023-Bechstein-Dammer-Berge.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seltener Fund auf DBU-Naturerbefl\u00e4che Dammer Berge<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":29549,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,14],"tags":[75,50,64],"class_list":["post-29525","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","category-naturerbe","tag-nationales-naturerbe","tag-naturschutz","tag-niedersachsen"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29525","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29525\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30678,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29525\/revisions\/30678"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29549"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29525"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29525"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29525"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}