{"id":29117,"date":"2023-05-22T09:13:00","date_gmt":"2023-05-22T07:13:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=29117"},"modified":"2023-06-07T13:42:27","modified_gmt":"2023-06-07T11:42:27","slug":"neuer-klima-rechner-fuer-kliniken","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/neuer-klima-rechner-fuer-kliniken\/","title":{"rendered":"Neuer Klima-Rechner f\u00fcr Kliniken"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Der Gesundheitssektor muss viel st\u00e4rker als bisher von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beachtet werden, um klimasch\u00e4dliche <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/klima\/treibhausgas-emissionen-in-deutschland\" target=\"_blank\">Treibhausgase (THG)<\/a> wie Kohlendioxid (CO<sub>2<\/sub>), Energieverbrauch und somit die Erderw\u00e4rmung zu minimieren, so die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Sie fordert deshalb ein Umdenken. \u201eWir m\u00fcssen dieses ungenutzte Reduktions-Potenzial im Kampf gegen die Klimakrise verst\u00e4rkt nutzen\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. Ein erster Schritt ist jetzt gemacht, der bundesweit f\u00fcr Furore sorgen k\u00f6nnte: Die DBU hat die Entwicklung eines digitalen Instruments durch das <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.uniklinik-freiburg.de\/de.html\" target=\"_blank\">Universit\u00e4tsklinikum Freiburg<\/a> sowie das dort ans\u00e4ssige <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.oeko.de\/\" target=\"_blank\">\u00d6ko-Institut<\/a> mit 125.000 Euro gef\u00f6rdert. Das CO<sub>2<\/sub>-Tool dient der Berechnung von umfassenden Klimabilanzen in Gesundheitseinrichtungen, ist kostenlos und ab heute frei verf\u00fcgbar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gesundheitswesen verursacht mehr Treibhausgasemissionen als die Luftfahrt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas \u00d6ko-Institut geht davon aus, dass das Gesundheitswesen f\u00fcr rund f\u00fcnf Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich ist \u2013 mehr als die Luftfahrt\u201c, so Bonde. Die <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.who.int\/\" target=\"_blank\">Weltgesundheitsorganisation WHO<\/a> spricht gar von 6,7 Prozent j\u00e4hrlich, das sind rund 50 Millionen Tonnen CO<sub>2<\/sub>. Trotz dieser Dimension hapert es nach Bondes Worten daran, \u201edass es f\u00fcr die Branche kaum verbindliche Reduktionsstrategien gibt. Ein solches Vers\u00e4umnis k\u00f6nnen wir uns nicht l\u00e4nger leisten.\u201c Zugleich bringen nationale und EU-weite Vorgaben zum Klimaschutz die Branche erheblich in Zugzwang \u2013 etwa in Deutschland, das laut Klimaschutzgesetz bis 2045 klimaneutral sein muss, inklusive Gesundheitswesen. Oder auf EU-Ebene Richtlinien und Verordnungen, die binnen der n\u00e4chsten Jahre Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit verlangen. Bonde zufolge gibt es noch einen anderen, globalen Zusammenhang: \u201eEs geht ja nicht nur um einen Richtungswechsel allein f\u00fcr den Gesundheitssektor. Der so zu erzielende st\u00e4rkere Klimaschutz zahlt zugleich auf die planetare Gesundheit insgesamt ein. Nur wenn die Erde gesund ist, bleibt der Mensch gesund.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u00d6ffentlich zug\u00e4ngliche Datenbasis wird anderen Einrichtungen zur Verf\u00fcgung gestellt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der durch die Freiburger Kooperationspartner nun auf Grundlage einer Fallstudie am Beispiel des Uniklinikums Freiburg bereitgestellte CO<sub>2<\/sub>-Rechner soll k\u00fcnftig anderen Krankenh\u00e4usern und Pflegeeinrichtungen bundesweit helfen, unterschiedliche Emissionstypen standardm\u00e4\u00dfig zu erfassen. \u201eZur Verf\u00fcgung gestellt wird auf diese Weise nicht nur eine \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Datenbasis, sondern auch ein Berechnungstool auf Grundlage des <em><a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/ghgprotocol.org\/\" target=\"_blank\">Greenhouse Gas (GHG) Protocol<\/a><\/em>\u201c, erl\u00e4utert der in der Stiftung f\u00fcr das Projekt zust\u00e4ndige DBU-Referatsleiter Dr. Alexander <strong>Bittner<\/strong>. Das <em>GHG Protocol<\/em> (deutsch \u201eTreibhausgas-Protokoll\u201c) dient der Bilanzierung von CO<sub>2<\/sub>-Emissionen. Es gilt unter anderem wegen seiner Prinzipien und drei Beobachtungsstufen (engl. <em>Scope<\/em>) als wichtigster und verbreitetster Standard f\u00fcr die THG-Berechnung von Organisationen \u2013 bislang allerdings vor allem auf Unternehmensebene und minimal im Gesundheitssektor: Lediglich drei Prozent der Kliniken in Deutschland erf\u00fcllen derzeit die Anforderungen des <em>GHG Protocol<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bonde: Das ist echte Pionierarbeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Genau dies soll sich mithilfe des neuen CO<sub>2<\/sub>-Rechners \u00e4ndern. Bittner: \u201eZiel ist, auf Grundlage aller drei <em>Scopes<\/em> eine THG-Bilanzierung von Kliniken und perspektivisch auch anderen Institutionen des Sektors zu erm\u00f6glichen.\u201c So umfasst \u201e<em>Scope 1<\/em>\u201c die direkten THG-Emissionen wie eigene Anlagen oder Geb\u00e4ude, \u201e<em>Scope 2<\/em>\u201c den indirekten Aussto\u00df von Treibhausgasen etwa aus der Nutzung von extern bereitgestellten Energietr\u00e4gern zum Beispiel f\u00fcr W\u00e4rme und K\u00fchlung, \u201e<em>Scope 3<\/em>\u201c schlie\u00dflich THG-Emissionen, die durch Lieferketten oder Dienstleistungen entstehen. Ber\u00fccksichtigt werden dabei auch Medikamentenherstellung sowie Produktion, Verpackung und Transporte nicht nur von Hygienemitteln, sondern auch von medizinischem Verbrauchsmaterial, Arzneien und Lebensmitteln. Dazu Bittner: \u201eBesonders bei <em>Scope 3<\/em> liegen noch zu wenige Daten vor.\u201c Diese L\u00fccke will der Freiburger CO<sub>2<\/sub>-Rechner schlie\u00dfen. Aus gutem Grund: Denn der in <em>Scope 3<\/em> anfallende Aussto\u00df klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase macht zwar h\u00e4ufig den Gro\u00dfteil der Emissionen eines Unternehmens aus, spielt oft jedoch in der CO<sub>2<\/sub>-Kalkulation keine oder eine nur geringe Rolle. DBU-Generalsekret\u00e4r Bonde nennt die Leistung der Freiburger \u201eechte Pionierarbeit. Denn die Daten und das Tool liefern die Option, den Aussto\u00df von Treibhausgasen gr\u00f6\u00dftm\u00f6glich zu bilanzieren. Erst dann wei\u00df man, mit welchen Stellschrauben klimasch\u00e4dliche Emissionen vermieden werden k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klimasch\u00e4dliche Narkosegase komplett ersetzt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Universit\u00e4tsklinikum Freiburg hat im Zuge des Projekts diese Aufgabe schon bew\u00e4ltigt und kann nun zielgenau die Minimierung des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes in Angriff nehmen: Das Krankenhaus emittiert im Klinikbetrieb rund 104.000 Tonnen Kohlendioxid; hinzu kommen bei der Produktion von Fernw\u00e4rme f\u00fcr andere Einrichtungen etwa 41.000 Tonnen THG. Und bei der Eigenproduktion von W\u00e4rme, K\u00e4lte und Strom zur Nutzung in der Klinik schlagen ungef\u00e4hr 33.000 Tonnen CO<sub>2<\/sub> zu Buche. Gehandelt f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit hat das Klinikum bereits: Besonders klimasch\u00e4dliche Narkosegase sind komplett ersetzt worden, und das Tumorzentrum wird mit Schwarzwaldgrundwasser gek\u00fchlt. DBU-Generalsekret\u00e4r Bonde: \u201eDas zeigt, was alles m\u00f6glich ist. Wir k\u00f6nnen im Gesundheitssektor viel f\u00fcr den Klimaschutz herausholen.\u201c Tats\u00e4chlich sind die Dimensionen riesig \u2013 in Deutschland mit seinen etwa 1890 Krankenh\u00e4usern ebenso wie in Europa mit nahezu 24.300 Kliniken und weltweit.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt bei fachlichen Fragen (AZ 38024\/01):<\/strong> Prof. Dr. Andy Maun, Tel. +49 761 2707 2490<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-87d97f8d-179f-48c2-9ce0-c190f0719175' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-87d97f8d-179f-48c2-9ce0-c190f0719175' class='dbu-icon  ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=4CGebkd2X7GcLRGUqX93HeZIk08aFqQBTBFmN%2F3MGJs%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Prof. Dr. Andy Maun<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-87d97f8d-179f-48c2-9ce0-c190f0719175' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-072-2023-Digital-Tool-CO2-Bilanz-Kliniken-3.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU f\u00f6rdert wegweisendes Pilotprojekt in Freiburg<\/p>\n","protected":false},"author":13,"featured_media":29118,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[47,53],"class_list":["post-29117","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-klimaschutz","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"0","dbu_news_mail_status":"Eine Mail wurde nicht verschickt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/13"}],"version-history":[{"count":14,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29117\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":30046,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/29117\/revisions\/30046"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29118"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}