{"id":29089,"date":"2023-05-19T09:00:13","date_gmt":"2023-05-19T07:00:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=29089"},"modified":"2023-06-08T17:47:18","modified_gmt":"2023-06-08T15:47:18","slug":"artenvielfalt-foerdern-gruenland-bewahren","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/artenvielfalt-foerdern-gruenland-bewahren\/","title":{"rendered":"Artenvielfalt f\u00f6rdern: Gr\u00fcnland bewahren"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1285\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kurzfluegelige_Beissschrecke_Metrioptera_brachyptera_\u00a9Thomas-Fartmann-1920x1285.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29101\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kurzfluegelige_Beissschrecke_Metrioptera_brachyptera_\u00a9Thomas-Fartmann-1920x1285.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kurzfluegelige_Beissschrecke_Metrioptera_brachyptera_\u00a9Thomas-Fartmann-800x536.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kurzfluegelige_Beissschrecke_Metrioptera_brachyptera_\u00a9Thomas-Fartmann-400x268.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">D\u00fcstere Aussicht: Die Kurzfl\u00fcgelige Bei\u00dfschrecke (Foto) z\u00e4hlt wegen ihrer austrocknungsempfindlichen Eier zu den durch die Erderw\u00e4rmung bedrohten Heuschreckenarten. Profiteure sind hingegen w\u00e4rmeliebende Heuschrecken, die sich in der Eifel ausbreiten k\u00f6nnten \u2013 so Dr. Franz L\u00f6ffler in seiner von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gef\u00f6rderten und vielfach ausgezeichneten Dissertation. \u00a9 Thomas Fartmann<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck. Der Biodiversit\u00e4tsverlust auf der Welt ist verheerend. Pro Tag sterben Sch\u00e4tzungen zufolge 150 Tier- und Pflanzenarten aus. Grund daf\u00fcr ist etwa die Zerst\u00f6rung nat\u00fcrlicher Lebensr\u00e4ume durch den Menschen. Aber auch die Klimakrise wirkt sich auf die Artenvielfalt aus. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) dr\u00e4ngt anl\u00e4sslich des <a href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/service\/veranstaltungen\/veranstaltung\/internationaler-tag-der-biologischen-vielfalt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Welttages der biologischen Vielfalt<\/a> am 22. Mai auf verst\u00e4rkten Schutz und eine schnelle Renaturierung von Lebensr\u00e4umen. Passend dazu untersucht ein von der Stiftung gef\u00f6rdertes Projekt der<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/de\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/de\" target=\"_blank\"> Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen<\/a> Faktoren f\u00fcr eine erfolgreiche Aufwertung von landwirtschaftlich gepr\u00e4gtem Gr\u00fcnland durch Mahdgut\u00fcbertragung.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer R\u00fcckgang der Artenvielfalt ist ein unersetzlicher Verlust, den wir uns nicht leisten k\u00f6nnen\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. \u201eEs geht um die Lebensgrundlage der Menschen.\u201c Nach Bondes Worten ist es zu begr\u00fc\u00dfen, dass sich die Staatengemeinschaft auf der <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bmuv.de\/cbd-cop15\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.bmuv.de\/cbd-cop15\" target=\"_blank\">Weltnaturkonferenz in Kanada<\/a> Ende vergangenen Jahres darauf geeinigt hat, bis 2030 weltweit mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresfl\u00e4che zu sch\u00fctzen. \u201eAllerdings beginnt jetzt erst die Arbeit\u201c, so Bonde. \u201eWir brauchen Regelungen in Deutschland, aber auch eine gezielte, internationale Zusammenarbeit, um Pflanzen, Tiere und Lebensr\u00e4ume zu bewahren. Unsere Nahrung, unser Wohlergehen und auch unsere wirtschaftliche Entwicklung h\u00e4ngen davon ab.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klimakrise hat Auswirkungen auf wichtige Gr\u00fcnland-Lebensr\u00e4ume<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zu den in Europa am h\u00e4ufigsten vorkommenden \u00d6kosystemen z\u00e4hlt Gr\u00fcnland, \u201ealso landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen, die durch Mahd oder Beweidung gepflegt werden und auf denen \u00fcberwiegend Gr\u00e4ser und Kr\u00e4uter wachsen\u201c, sagt Dr. Volker <strong>Wachend\u00f6rfer<\/strong>, DBU-Experte f\u00fcr Natur- und Gew\u00e4sserschutz. Die offenen Gr\u00fcnlandfl\u00e4chen bieten Lebensr\u00e4ume f\u00fcr viele seltene Tier- und Pflanzenarten, \u201esie sind aber etwa durch eine Umwandlung in Ackerland und mangelnde Pflege bedroht\u201c, so Wachend\u00f6rfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass sich dar\u00fcber hinaus ver\u00e4nderte Temperatur- und Niederschlagsmuster angesichts der Klimakrise bereits im Gr\u00fcnland Mitteleuropas auswirken, hat Dr. Franz <strong>L\u00f6ffler<\/strong>, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der <a href=\"https:\/\/www.uni-osnabrueck.de\/startseite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Universit\u00e4t Osnabr\u00fcck<\/a>, in seiner durch das DBU-Promotionsstipendium gef\u00f6rderten Dissertation festgestellt. \u201eDie Studien zeigten unter anderem, dass sich w\u00e4rmeliebende Heuschreckenarten in der Eifel durch die Klimaerw\u00e4rmung in den letzten 30 Jahren ausbreiten konnten\u201c, so L\u00f6ffler. Da es sich dabei \u00fcberwiegend um weniger anspruchsvolle Generalisten handelt, k\u00f6nne dies in ohnehin schon degradierten Gr\u00fcnland-\u00d6kosystemen langfristig zu einer Vereinheitlichung der Lebensgemeinschaften f\u00fchren. Um die Artenvielfalt zu bewahren, gibt L\u00f6ffler anhand seiner Studienergebnisse Empfehlungen f\u00fcr nachhaltiges Gr\u00fcnland-Management: \u201eGr\u00f6\u00dfe, Qualit\u00e4t und eine gute Vernetzung der Lebensr\u00e4ume sind ma\u00dfgebliche Faktoren, damit insbesondere auch spezialisierte Arten mit Klimaver\u00e4nderungen Schritt halten k\u00f6nnen.\u201c L\u00f6fflers Doktorarbeit erlangte internationale Aufmerksamkeit und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr allgemeine und angewandte Entomologie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mahdgut\u00fcbertragung als effektive Methode zur Renaturierung von Gr\u00fcnland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kalkmagerrasen_Oberes-Ahrtal_\u00a9Franz_Loeffler-1920x1440.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29099\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kalkmagerrasen_Oberes-Ahrtal_\u00a9Franz_Loeffler-1920x1440.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kalkmagerrasen_Oberes-Ahrtal_\u00a9Franz_Loeffler-800x600.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Kalkmagerrasen_Oberes-Ahrtal_\u00a9Franz_Loeffler-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gr\u00fcnland (im Bild der Kalkmagerrasen im Oberen Ahrtal) z\u00e4hlt zu den am h\u00e4ufigsten vorkommenden \u00d6kosystemen in Europa. Diese sind zunehmend durch ver\u00e4nderte Landnutzung und menschengemachte Klimaver\u00e4nderungen bedroht. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fordert deshalb den verst\u00e4rkten Schutz solcher Biodiversit\u00e4ts-Hotspots. \u00a9 Franz L\u00f6ffler<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Um Pflanzenarten auf verarmtem Gr\u00fcnland effizient wieder zu etablieren und somit die Biodiversit\u00e4t und naturschutzfachliche Qualit\u00e4t zu erh\u00f6hen, arbeitet ein Forschungsteam der Justus-Liebig-Universit\u00e4t Gie\u00dfen in einem DBU-gef\u00f6rderten Vorhaben an einheitlichen Standards f\u00fcr die sogenannte Mahdgut\u00fcbertragung \u2013 eine f\u00fcr Gr\u00fcnland h\u00e4ufig angewendete Renaturierungsmethode. \u201eDabei werden artenreiche Fl\u00e4chen gem\u00e4ht und das samenreiche Pflanzenmaterial auf der zu renaturierenden Fl\u00e4che aufgebracht\u201c, sagt Prof. Dr. Till <strong>Kleinebecker<\/strong>, Leiter der <a href=\"https:\/\/www.uni-giessen.de\/de\/fbz\/fb09\/institute\/ilr\/loek\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Arbeitsgruppe Landschafts\u00f6kologie und Landschaftsplanung der Universit\u00e4t Gie\u00dfen<\/a>. Das Problem: \u201eViele Faktoren, zum Beispiel der Zeitpunkt der \u00dcbertragung oder die Qualit\u00e4t des Materials, k\u00f6nnen den Erfolg der Renaturierungsma\u00dfnahme beeinflussen\u201c, so Kleinebecker. Diese Auswirkungen seien allerdings oftmals erst Jahre sp\u00e4ter erkennbar, \u201ein der Regel gibt es aber kein Langzeitmonitoring\u201c, sagt Kleinebecker.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Standortbedingungen f\u00fcr erfolgreiche Mahdgut\u00fcbertragung wichtig \u2013 Entwicklung von Standards<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Team der Universit\u00e4t Gie\u00dfen hat daher im Rahmen des DBU-Projekts unter anderem Dauerbeobachtungsfl\u00e4chen in Auenwiesen am hessischen Oberrhein eingerichtet, die vor mehr als zehn Jahren renaturiert wurden und Vegetation, Boden und Biomasseaufwuchs untersucht. \u201eIm Vergleich zu Daten wenige Jahre nach der Renaturierung sind die meisten Arten auch nach 15 Jahren stabil geblieben oder haben sogar zugenommen\u201c, sagt Kleinebecker. Positive Effekte einer Bodenbearbeitung vor dem Mahdgutauftrag etwa durch Pfl\u00fcgen konnte das Forschungsteam hingegen nicht mehr feststellen. \u201eVielmehr sind lokale Standortbedingungen wie das Verh\u00e4ltnis von Kohlenstoff zu Stickstoff im Boden oder die H\u00e4ufigkeit von \u00dcberflutungen entscheidend, wie viele Pflanzenarten sich langfristig etablieren\u201c, sagt Kleinebecker. Ferner k\u00f6nne eine gezielte Einsaat von seltenen Arten in Kombination mit der Mahdgut\u00fcbetragung sinnvoll sein. Um Erfahrungswissen zu b\u00fcndeln, hat das Projektteam dar\u00fcber hinaus Interviews mit Beteiligten aus Planung, Verwaltung, Landwirtschaft und Naturschutz gef\u00fchrt. Aus den Ergebnissen werden nun allgemeing\u00fcltige Faktoren und Empfehlungen entwickelt, die Ende 2023 ver\u00f6ffentlicht werden sollen. Die DBU f\u00f6rdert das Vorhaben fachlich und finanziell mit rund 212.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-e79d62f8-21db-4465-80f8-30aec4c180f8' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-e79d62f8-21db-4465-80f8-30aec4c180f8' class='dbu-icon  ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=W2QLHgKl%2FxQ6h4qZWsRqbKqw8bjyl6dH2%2F0rpXvMO0s%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Dr. Franz L\u00f6ffler<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-e79d62f8-21db-4465-80f8-30aec4c180f8' class='dbu-icon  ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=Ma996cvDkL%2BE5AwS1If4yRnhoitBxchkfn60PtL4mG5pwYsO3%2BxCENAOOiMKIgQi'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Prof. Dr. Till Kleinebecker<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung Mahdgut\u00fcbertragung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-e79d62f8-21db-4465-80f8-30aec4c180f8' class='dbu-icon  ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/PM-071-2023-Tag-biolog.-Vielfalt.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Internationaler Tag der biologischen Vielfalt am 22. 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