{"id":166568,"date":"2026-02-04T09:22:36","date_gmt":"2026-02-04T08:22:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=166568"},"modified":"2026-02-04T09:31:26","modified_gmt":"2026-02-04T08:31:26","slug":"nachhaltige-textilproduktion-in-europa","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/nachhaltige-textilproduktion-in-europa\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Textilproduktion in Europa"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1201\" height=\"721\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-digitaler-avatar-assyst-gmbh.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166638\" style=\"aspect-ratio:1.6657204614703507;width:427px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-digitaler-avatar-assyst-gmbh.jpg 1201w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-digitaler-avatar-assyst-gmbh-800x480.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-digitaler-avatar-assyst-gmbh-400x240.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1201px) 100vw, 1201px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Passgenaue Produktion: <\/strong>Eine virtuelle Kleideranprobe soll \u00dcberproduktion und unn\u00f6tige Retouren verhindern. Das schont Ressourcen und orientiert sich am Bedarf der Kundinnen und Kunden.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck\/Denkendorf. Zunehmendes Online-Shopping in Kombination mit <em>Fast Fashion<\/em>, also Mode als billiger Massenware, belastet mehr und mehr die Umwelt: Allzu schnell ist Kleidung per Knopfdruck bestellt, obwohl der Kleiderschrank eigentlich noch gut best\u00fcckt ist. Das Problem: Der Textilsektor ist nicht nur einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Wirtschaftszweige, sondern verantwortlich f\u00fcr j\u00e4hrlich fast 92 Millionen Tonnen Abfall, enorme Emissionen klimasch\u00e4dlicher Treibhausgase (THG) und massiven Rohstoffverbrauch. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat eine kundenorientierte Strategie der Kleidungsproduktion gef\u00f6rdert \u2013 umweltfreundlicher, regional und genau passend.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Projekt \u201eEco-Shoring\u201c: Paradigmenwechsel in der Modeindustrie<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Einer <a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/de\/~\/media\/McKinsey\/Locations\/Europe%20and%20Middle%20East\/Deutschland\/News\/Presse\/2020\/2020-08-27%20Fashion%20on%20Climate\/200827_pm%20fashion%20on%20climate.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">McKinsey-Studie<\/a> zufolge tr\u00e4gt die globale Modeindustrie durch den Aussto\u00df von j\u00e4hrlich rund zwei Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen betr\u00e4chtlich zum Klimawandel bei. Die Ursachen liegen innerhalb der weltweiten Lieferketten: Anbau und Gewinnung von Rohstoffen, Verarbeitung, Transport, Handel und Nutzung. \u201eDie Textilbranche hat einen enormen Hebel f\u00fcr den Klimaschutz\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. Zudem erh\u00f6hen ihm zufolge Digitalisierungs- und Automatisierungstechniken Produktivit\u00e4t und Kosteneffizienz und sie er\u00f6ffnen Chancen f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit. Die Firma <a href=\"https:\/\/style3d-assyst.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Assyst<\/a> (Aschheim, Bayern) und die <a href=\"https:\/\/www.ditf.de\/de\/ditf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutschen Institute f\u00fcr Textil- und Faserforschung (DITF)<\/a> (Denkendorf, Baden-W\u00fcrttemberg) zeigen mit \u201e<em>Eco-Shoring<\/em>\u201c, also dem \u00f6kologischen Ausgliedern von Aufgaben, einen m\u00f6glichen Paradigmenwechsel in der Modeindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Online-Handel: mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-t-shirt-assyst-gmbh-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166636\" style=\"aspect-ratio:1.5001214476560603;width:418px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-t-shirt-assyst-gmbh-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-t-shirt-assyst-gmbh-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-t-shirt-assyst-gmbh-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Erstes Probe-Design: <\/strong>Die Deutschen Institute f\u00fcr Textil- und Faserforschung (DITF) haben produkt- und materialspezifische N\u00e4hte und Klebungen an einem eigens designten DBU-Shirt ausgetestet.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Idee: Statt Kleidung in fernen L\u00e4ndern in gro\u00dfen Mengen zu produzieren, setzt das Konsortium auf regionale Produktion nach Bedarf \u2013 also nur das, was wirklich gebraucht wird. Dabei helfen digitale Technologien, mit denen Kleidungsst\u00fccke am Computer geplant und auf Ma\u00df gefertigt werden k\u00f6nnen. In einem vorgeschalteten Vorhaben entwickelte die Firma <a href=\"https:\/\/www.human-solutions.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Human Solutions<\/em><\/a> mit dem Projektkonsortium einen vollst\u00e4ndig digitalen Vertriebsprozess zwischen Herstellung, Handel und Kundschaft. DBU-Fachreferent Dr. Michael <strong>Schwake<\/strong>: \u201eIm Online-Shop kann ein digitales dreidimensionales Abbild des eigenen K\u00f6rpers, ein sogenannter Avatar, erstellt und die Kleidung virtuell anprobiert werden.\u201c Zugleich werden der Kundschaft die Auswirkungen verschiedener Kaufentscheidungen transparent gemacht: \u00d6kobilanzierung, Quantifizierung und Visualisierung der Umweltentlastungseffekte werden im Gesamtprozess des Onlinehandels dargestellt. Zum Hintergrund: In Deutschland hatte 2024 der Online-Handel bei Bekleidung und Accessoires laut Handelsverband Deutschland (<a href=\"https:\/\/einzelhandel.de\/images\/Konjunktur\/Online_Monitor_2025_HDE.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">HDE<\/a>) mehr als 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt dieser Branche. \u201eDie passende Bestellung dank virtueller Kleideranprobe verringert die Retourenquote und schont deshalb Ressourcen und Umwelt\u201c, so Schwake.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Digitale Demonstrator-Plattform: von der \u00d6kobilanzierung bis zur Produktentwicklung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Vorhaben <em>Eco-Shoring <\/em>entwickelten die DITF Simulationsmodelle, die sowohl traditionelle als auch zukunftsorientierte Produktionsszenarien vergleichbar machen \u2013 inklusive Recycling und regionaler Fertigung. Projektleiter Dr. Martin <strong>Lades <\/strong>von der Firma Assyst: \u201eDamit gewinnen wir Transparenz \u00fcber Umweltauswirkungen und Ressourceneinsatz. So erkennen wir Hebel f\u00fcr einen nachhaltigeren Lieferprozess.\u201c Ein weiterer Baustein war die Entwicklung einer Demonstrator-Plattform, die laut Konsortium von der \u00d6kobilanzierung bis zur Produktentwicklung alle wichtigen digitalen Komponenten integriert. Lades: \u201eDie Demonstratoren sind die Br\u00fccke zwischen Forschung und Anwendung.\u201c Die Plattform dient als Werkzeug f\u00fcr Unternehmen, um eigene Nachhaltigkeitsszenarien zu erproben und ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen zu entwickeln. F\u00fcr die stark fragmentierte Modebranche sollten Voraussetzungen f\u00fcr eine voll vernetzte integrierte Kette in einem auf Bedarf produzierenden Netzwerk erarbeitet werden. \u201eDie Plattform unterst\u00fctzt zudem in der Lieferkette gezielt den Trend, nachhaltige Fertigungsstrukturen durch teilweise R\u00fcckverlagerung von Produktionsst\u00e4tten von Asien zur\u00fcck nach Europa aufzubauen\u201c, sagt Lades.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-111505345-ivan-kurmyshov-stockadobe-com-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-166634\" style=\"width:440px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-111505345-ivan-kurmyshov-stockadobe-com-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-111505345-ivan-kurmyshov-stockadobe-com-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-111505345-ivan-kurmyshov-stockadobe-com-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Alternative zur Stangenware aus Massenproduktion: <\/strong>Beim Eco-Shoring wird Kleidung per digitalem Avatar bedarfsgerecht f\u00fcr die Kundinnen und Kunden in Deutschland produziert. Das reduziert Retouren, Abf\u00e4lle und weite Transportwege.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Einsparungen von mehr als zwei Millionen Tonnen klimasch\u00e4dliches CO2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Projektleiter Lades ist sicher, \u201edass nachhaltige Textilproduktion in Europa nicht nur m\u00f6glich, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist\u201c. Das Konsortium rechnet damit, dass durch die Anwendung von <em>Eco-Shoring<\/em>-Strategien der CO2-Fu\u00dfabdruck von Bekleidung um bis zu 98 Prozent gegen\u00fcber <em>Fast Fashion<\/em>, also der massenhaften Billigproduktion, gesenkt werden kann \u2013 insbesondere durch \u00d6kostrom, weniger \u00dcberproduktion und l\u00e4ngerer Nutzung von Kleidung. Lades versichert: \u201eAllein bei zehn Prozent <em>Eco Shoring-Produktion<\/em> f\u00fcr den deutschen Markt k\u00f6nnten j\u00e4hrlich mehr als zwei Millionen Tonnen klimasch\u00e4dliches Kohlendioxid (CO2) eingespart werden.\u201c Zum Vergleich: 2023 wurden laut Datenportal <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/481771\/umfrage\/treibhausgasemissionen-bei-der-herstellung-von-textilien-bekleidung-leder-und-lederwaren-in-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Statista<\/a> in Deutschland insgesamt mehr als eine Million Tonnen CO2-\u00e4quivalente Treibhausgase bei der Produktion von Textilien, Bekleidung, Leder und Lederwaren ausgesto\u00dfen. Zudem sind laut Lades weniger Abfall und k\u00fcrzere Lieferzeiten Vorteile des neuen Ansatzes. Die Demonstrator-Plattform soll k\u00fcnftig Unternehmen helfen, diese umweltfreundlichen L\u00f6sungen in die Praxis zu bringen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt f\u00f6rderte beide Vorhaben mit insgesamt rund 920.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei fachlichen Fragen&nbsp;(AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34611-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/34611-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">34611\/01<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37686-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/37686-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">37686\/01<\/a>):<\/strong>&nbsp;Dr. Martin Lades, Tel.: +49 89 9050 5123<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-2cc9764c-16aa-47aa-b14d-00d7beb5efb7' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-2cc9764c-16aa-47aa-b14d-00d7beb5efb7' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=8n9c87jzkBdNoc06bnP8yPxGIJ7YeY9oZgp7Ynhj3bE%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Dr. Martin Lades<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Assyst GmbH<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-2cc9764c-16aa-47aa-b14d-00d7beb5efb7' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2026-pm-009-2026-eco-shoring-1.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>CO2-Aussto\u00df um bis zu 98 Prozent senken \u2013 DBU f\u00f6rdert<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":166634,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2742,57,2477,47,51,2437,53],"class_list":["post-166568","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-baden-wuerttemberg-2","tag-bayern","tag-deutschland","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-textilien","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"0","dbu_submenu":"0","dbu_submenu_position":"middel","dbu_submenu_entry":[{"dbu_submenu_entry_link_size":"normal","dbu_submenu_entry_link_weight":"big"}],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/166568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/166568\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":166695,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/166568\/revisions\/166695"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/166634"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=166568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=166568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=166568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}