{"id":141830,"date":"2025-06-15T09:00:00","date_gmt":"2025-06-15T07:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=141830"},"modified":"2025-06-13T13:11:12","modified_gmt":"2025-06-13T11:11:12","slug":"biodiversitaet-rueckgrat-fuer-betriebe","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/biodiversitaet-rueckgrat-fuer-betriebe\/","title":{"rendered":"&#8220;Biodiversit\u00e4t R\u00fcckgrat f\u00fcr Betriebe\u201c"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Der Schutz biologischer Vielfalt, kurz Biodiversit\u00e4t, muss viel mehr als bisher fester Bestandteil von Gesch\u00e4ftsmodellen in Unternehmen werden, fordert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). \u201eBiodiversit\u00e4t ist Existenzgrundlage menschlichen Lebens \u2013 und R\u00fcckgrat f\u00fcr Betriebe\u201c, so DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde<\/strong>. \u201eFast die H\u00e4lfte des weltweiten Bruttosozialprodukts h\u00e4ngt von intakter nat\u00fcrlicher Umwelt und deren Ressourcen ab \u2013 nahezu 40 Billionen Euro.\u201c Wie die Umsetzung zu einer Koalition von Wirtschaft und Natur gelingen kann, er\u00f6rtert die DBU in ihrer Reihe \u201eHauptstadtimpuls\u201c morgen (Montag) im VKU-Forum in Berlin mit ausgewiesenen Fachleuten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bonde: Florierende Wirtschaft auf den Erhalt des Naturkapitals angewiesen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach Bondes Worten ist der R\u00fcckgang der Artenvielfalt \u201eein unersetzlicher Verlust, den wir uns weder \u00f6kologisch noch \u00f6konomisch leisten k\u00f6nnen. Dass ungef\u00e4hr 80 Prozent unserer Nutzpflanzen, vor allem Obst und Gem\u00fcse, zum Beispiel Best\u00e4ubung durch Bienen und andere Insekten ben\u00f6tigen, verdeutlicht die Abh\u00e4ngigkeit.\u201c Bonde weiter: \u201eEine florierende Wirtschaft braucht sprichw\u00f6rtliche bl\u00fchende Biodiversit\u00e4t und ist auf den Erhalt dieses Naturkapitals angewiesen.\u201c Laut DBU-Generalsekret\u00e4r birgt die Zerst\u00f6rung biologischer Vielfalt und von \u00d6kosystemen in Kombination mit der Klimakrise \u201eerhebliche Gefahren f\u00fcr Unternehmen durch Naturrisiken wie D\u00fcrre, Hitze, \u00dcberflutungen. Die Folgen: vernichtete Produktionsst\u00e4tten, wegbrechende Lieferketten, versiegende Rohstoffquellen, unkalkulierbare Preissteigerungen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schutz biologischer Vielfalt als Mehrwert begreifen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptstadtimpuls der DBU findet in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Umweltforschung (UFZ) sowie dem Unternehmensnetzwerk <a href=\"https:\/\/www.business-and-biodiversity.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Biodiversity in Good Company (BiGC)<\/em><\/a> statt. Im <em>BiGC<\/em> haben sich \u2013 von Banken bis Brauereien \u2013 Firmen zusammengeschlossen, die Biodiversit\u00e4tsschutz nicht als Last begreifen, sondern als Mehrwehrt. Die am DBU-Hauptstadtimpuls teilnehmende <em>BiGC<\/em>-Vorsitzende Dr. Stefanie <strong>Eichiner<\/strong> formuliert das so: \u201eFalscher Umgang mit Natur, Biodiversit\u00e4t und \u00d6kosystemen bringt klar finanzielle, physische und operative Risiken mit sich.\u201c Kein Unternehmen werde sich einem notwendigen Wandel entziehen k\u00f6nnen \u2013 allein schon wegen der seitens der EU geplanten Berichtspflichten, unter anderem zur Biodiversit\u00e4t. Eichiner: \u201eWir brauchen ein neues Normal, in dem die Herstellung von Produkten und die Gewinnung von Rohstoffen so praktiziert wird, dass Biodiversit\u00e4t global gesch\u00fctzt und gef\u00f6rdert wird. In dem es normal ist, dass Profite auf Kosten von Mensch und Natur nicht mehr m\u00f6glich sind und dass die Unternehmen, die innerhalb der planetaren Grenzen wirtschaften, den wirtschaftlichen Vorteil haben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00f6hning-Gaese: Biodiversit\u00e4t ist der Maschinenraum f\u00fcr gesunde, funktionierende \u00d6kosysteme<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1402\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-1127091608-weerasak-adobestock-com-1920x1402.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-141833\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-1127091608-weerasak-adobestock-com-1920x1402.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-1127091608-weerasak-adobestock-com-800x584.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-adobestock-bilder-nicht-zum-download-adobestock-1127091608-weerasak-adobestock-com-400x292.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die Balance muss stimmen: Der Schutz der biologischen Vielfalt ist auch f\u00fcr die Wirtschaft \u00fcberlebenswichtig. Der Hauptstadt-Impuls \u201eWirtschaft und Natur\u201c der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) er\u00f6rtert am 16. Juni in Berlin mit hochkar\u00e4tigen Fachleuten \u00f6konomische L\u00f6sungen f\u00fcr besseren Biodiversit\u00e4tsschutz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis-blog\/deutscher-umweltpreis-2021-fuer-oekologin-und-moorkundler\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/umweltpreis-blog\/deutscher-umweltpreis-2021-fuer-oekologin-und-moorkundler\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Prof. Dr. Katrin B\u00f6hning-Gaese<\/a><strong>,<\/strong> Wissenschaftliche Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des <a href=\"https:\/\/www.ufz.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">UFZ in Leipzig<\/a>, und <a href=\"https:\/\/www.ufz.de\/index.php?de=38572\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Prof. Dr. Josef Settele<\/a>, am UFZ Leiter des Departments Naturschutzforschung, sind ebenfalls beim DBU-Hauptstadtimpuls dabei und lassen aus ihrer wissenschaftlichen Sicht keinen Zweifel an einer dringend notwendigen verst\u00e4rkten Partnerschaft von Wirtschaft und Natur. B\u00f6hning-Gaese: \u201eFast alles, was wir als Lebensgrundlage ben\u00f6tigen, stammt aus der Natur: die Luft, die Nahrung, sauberes Trinkwasser, Medikamente, Bauholz, auch die Erholung f\u00fcr psychisches Wohlergehen.\u201c Biodiversit\u00e4t sei \u201eder Maschinenraum f\u00fcr solche gesunden, funktionierenden \u00d6kosysteme\u201c. Settele verweist auf den j\u00fcngsten Risikobericht Anfang des Jahres (<a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/publications\/global-risks-report-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Global Risks Report 2025<\/em><\/a>) durch das Weltwirtschaftsforum (<a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>World Economic Forum<\/em><\/a><em>, WEF<\/em>). Dazu Settele: \u201eDer Verlust biologischer Vielfalt und der Zusammenbruch von \u00d6kosystemen wird f\u00fcr die n\u00e4chsten zehn Jahre auf Platz 2 der globalen Risiken eingestuft \u2013 direkt nach der Gefahr extremer Wetterereignisse.\u201c \u00a0Der WEF-Bericht hat laut Settele dazu beigetragen, \u201edass gro\u00dfe Teile der Wirtschaft begriffen haben, wie bedeutend Biodiversit\u00e4t f\u00fcr Unternehmen ist\u201c. Settele schl\u00e4gt \u201e<em>nature credits<\/em>\u201c als Finanzierungsmodell f\u00fcr die angemessene Ber\u00fccksichtigung von Biodiversit\u00e4t vor. \u201eUnsere Alltagsprodukte \u2013 ohne biologische Vielfalt kaum oder gar nicht denkbar \u2013 w\u00fcrden so \u00fcber einen h\u00f6heren Preis ihren wahren Wert erhalten.\u201c Der Agrarwissenschaftler macht sich f\u00fcr das Verursacherprinzip stark: \u201eWer zum Beispiel Rohstoffe nutzt und daf\u00fcr Fl\u00e4chen abholzt, muss daf\u00fcr Ausgleich schaffen oder zahlen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Preisschild f\u00fcr Biodiversit\u00e4t: j\u00e4hrlicher Wert globaler \u00d6kosystemleistungen rund 108 Billionen Euro<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ob und wie k\u00fcnftig der Wert von Biodiversit\u00e4t bemessen werden kann, d\u00fcrfte beim DBU-Hauptstadtimpuls morgen ebenfalls zur Sprache kommen. \u201eAnders als bisher darf es k\u00fcnftig nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich sein, f\u00fcr wirtschaftlichen Wohlstand das Naturkapital abzusch\u00f6pfen, ohne auf wom\u00f6glich verheerende Folgen f\u00fcr die biologische Vielfalt zu achten\u201c, sagt Michael <strong>Dittrich<\/strong>. Der stellvertretende DBU-Generalsekret\u00e4r und DBU-Finanzchef wird die DBU-Veranstaltung in Berlin mit B\u00f6hning-Gaese und Eichiner er\u00f6ffnen. Dittrich weiter: \u201eDie Auswirkungen der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit eines Unternehmens auf die Artenvielfalt \u2013 also der Naturverbrauch \u2013 und umgekehrt die Folgen des Artenverlusts f\u00fcr das Gesch\u00e4ftsmodell eines Betriebs m\u00fcssen gleicherma\u00dfen ber\u00fccksichtigt werden.\u201c Die DBU unterst\u00fctze deshalb ein Projekt zur Erfassung mess- und vergleichbarer Kriterien zur Biodiversit\u00e4t. <a href=\"https:\/\/www.bafin.de\/SharedDocs\/Veroeffentlichungen\/DE\/Meldung\/2024\/meldung_2024_12_23_EU_Green_Bonds.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><em>Green Bonds<\/em><\/a> \u2013 also festverzinsliche Wertpapiere, deren Erl\u00f6se allein in Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz flie\u00dfen \u2013 k\u00f6nnen laut Dittrich ein Instrument zur Finanzierung von Projekten f\u00fcr biologische Vielfalt und Renaturierung sein, \u201eauch um Biodiversit\u00e4tsaspekte einfacher an den Finanzm\u00e4rkten zu platzieren\u201c. &nbsp;Das Preisschild f\u00fcr Biodiversit\u00e4t ist n\u00e4mlich immens: Laut Bundesamt f\u00fcr Naturschutz betr\u00e4gt der j\u00e4hrliche Wert globaler \u00d6kosystemleistungen umgerechnet rund 108 Billionen Euro \u2013 darunter Trinkwasser, Frischluft, W\u00e4rmeabsorption, W\u00e4lder, Ozeane, Nahrungsmittel und Best\u00e4ubung.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-d249a266-6194-4f71-a77c-32a48acaa035' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-d249a266-6194-4f71-a77c-32a48acaa035' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-072-2025-hauptstadtimpuls-wirtschaft-natur.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU-Hauptstadtimpuls: Koalition Wirtschaft und Natur<\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":141833,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2517,58,2818,3016,47,2531,50,64],"class_list":["post-141830","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-artenschutz","tag-berlin","tag-biodiversitaet","tag-geldanlagen","tag-klimaschutz","tag-nachhaltigkeit","tag-naturschutz","tag-niedersachsen"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/141830","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/141830\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":141846,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/141830\/revisions\/141846"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/141833"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=141830"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=141830"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=141830"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}