{"id":132719,"date":"2025-04-22T08:57:27","date_gmt":"2025-04-22T06:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=132719"},"modified":"2025-04-22T08:58:31","modified_gmt":"2025-04-22T06:58:31","slug":"von-bier-bis-arznei-wie-hopfen-gegen-spinnmilben-resistenter-wird","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/von-bier-bis-arznei-wie-hopfen-gegen-spinnmilben-resistenter-wird\/","title":{"rendered":"Von Bier bis Arznei: Wie Hopfen gegen Spinnmilben resistenter wird"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Wenn die Brauwirtschaft am 23. April wie jedes Jahr den \u201e<a href=\"https:\/\/brauer-bund.de\/reinheitsgebot\/tag-des-bieres\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/brauer-bund.de\/reinheitsgebot\/tag-des-bieres\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Tag des deutschen Bieres<\/a>\u201c feiert, will sie vor allem an die mittelalterliche, bayerische Landesordnung von 1516 erinnern \u2013 und damit an das Reinheitsgebot. Seinerzeit ging es neben Gerste und Wasser besonders um Hopfen. Deutschland ist weltweit einer der beiden Hauptproduzenten dieser Kulturpflanze, die auch Grundlage etwa von Arzneien ist. Doch es lauert Gefahr: die Spinnmilbe. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert deshalb mit rund 450.000 Euro ein Projekt der <a href=\"https:\/\/www.lfl.bayern.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.lfl.bayern.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft<\/a> (LfL). Das Ziel: die nat\u00fcrliche Resistenz des Hopfens st\u00e4rken \u2013 und so zugleich die chemische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung reduzieren.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1080\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-anbauflaeche-florian-weihrauch-lfl-1920x1080.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-132750\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-anbauflaeche-florian-weihrauch-lfl-1920x1080.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-anbauflaeche-florian-weihrauch-lfl-800x450.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-anbauflaeche-florian-weihrauch-lfl-400x225.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Hopfen aus Deutschland: <\/strong>Die Bundesrepublik ist einer der weltweit gr\u00f6\u00dften Produzenten der unter anderem f\u00fcr das Brauen von Bier gebrauchten Pflanze. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert nun ein Projekt, um die nat\u00fcrliche Resistenz von Hopfen gegen Spinnmilben zu st\u00e4rken \u2013 und so f\u00fcr besseren Umweltschutz den Pestizideinsatz zu reduzieren.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bundesweite Hopfenernte steigerte sich um rund 13 Prozent<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde <\/strong>hebt die Bedeutung dieses doppelten Ansatzes hervor: \u201eDas sichert den B\u00e4uerinnen und Bauern die Existenzgrundlage, sorgt zugleich aber f\u00fcr mehr Umweltschutz.\u201c Laut <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Home\/_inhalt.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Home\/_inhalt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Statistischem Bundesamt<\/a> haben deutsche Brauereien 2023 rund 7,2 Milliarden Liter alkoholhaltiges Bier hergestellt. Dazu kommen etwa 556 Millionen Liter alkoholfreies Bier. Daf\u00fcr ist die Branche unter anderem auf einen Rohstoff angewiesen: Hopfen. Dem <a href=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Home\/home_node.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bmel.de\/DE\/Home\/home_node.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Bundesministerium f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft<\/a> zufolge sind 2024 bundesweit rund 46.540 Tonnen Hopfen geerntet worden, ein Anstieg zum Vorjahr um rund 13 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pestizide gef\u00e4hrden Artenvielfalt in Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kulturhopfen mit Bayern als Hauptanbaugebiet in Deutschland ist allerdings durch die sogenannte Gemeine Spinnmilbe als Sch\u00e4dling bedroht. Sie verursacht nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft erhebliche Qualit\u00e4ts- und Ernteverluste \u2013 bis hin zum Totalausfall. Um das zu verhindern, kommt chemische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung zum Einsatz, darunter zum Beispiel Akarizide \u2013 also Pestizide zur speziellen Bek\u00e4mpfung von Milben und Zecken. Doch es gibt einen Haken, erkl\u00e4rt DBU-Abteilungsleiter Dr. Maximilian <strong>Hempel<\/strong>: \u201ePestizide tragen entscheidend zum R\u00fcckgang der biologischen Vielfalt bei. Letztlich gef\u00e4hrdet das auch die Existenz b\u00e4uerlicher Betriebe.\u201c Doch es gibt Auswege, wie eine seitens der DBU entwickelte bundesweite F\u00f6rderinitiative zur Pestizidvermeidung gezeigt hat. Rund drei Millionen Euro F\u00f6rderung durch die DBU flossen in insgesamt fast ein Dutzend Projekte. Hempel: \u201eMotivation ist, den Schutz biologischer Vielfalt zu verst\u00e4rken, ohne die Existenz von Bauernh\u00f6fen aufs Spiel zu setzen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-spinnmilben-befall-florian-weihrauch-lfl-1-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-132757\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-spinnmilben-befall-florian-weihrauch-lfl-1-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-spinnmilben-befall-florian-weihrauch-lfl-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-hopfen-spinnmilben-befall-florian-weihrauch-lfl-1-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Gef\u00e4hrlicher Sch\u00e4dling: <\/strong>Diese Hopfenpflanze ist von Spinnmilben befallen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert nun ein Projekt, um die nat\u00fcrliche Resistenz von Hopfen zu st\u00e4rken \u2013 und so f\u00fcr besseren Umweltschutz den Pestizideinsatz zu reduzieren.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bayerische Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft forscht auf 31 Hopfenanbau-Fl\u00e4chen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Daher sucht auch die LfL nach Methoden f\u00fcr nachhaltigen Pflanzenschutz. Projektleiter Dr. Florian <strong>Weihrauch <\/strong>berichtet \u00fcber eine bemerkenswerte Erkenntnis: \u201eHopfen-Anbaufl\u00e4chen, die von erheblichen Sch\u00e4den durch Spinnmilben betroffen waren, hatten in den Folgejahren kaum oder gar nicht mehr mit Befall zu k\u00e4mpfen \u2013 ganz ohne den Einsatz von Pestiziden.\u201c In dem von der DBU gef\u00f6rderten Projekt untersucht die LfL 31 Hopfeng\u00e4rten \u00fcber f\u00fcnf Jahre. In jedem wurde ein Teilbereich allj\u00e4hrlich mit Akariziden behandelt, w\u00e4hrend eine zweite Teilfl\u00e4che unbehandelt blieb. Ziel ist es, die Gr\u00fcnde f\u00fcr das beobachtete Ph\u00e4nomen zu finden und wissenschaftlich zu belegen. Das Projekt l\u00e4uft bis Ende Mai 2026. Was f\u00fcr Weihrauch jetzt schon sicher ist: \u201eEine j\u00e4hrliche Hopfen-Behandlung mit Akariziden ist gar nicht notwendig und sch\u00e4digt die Umwelt. Unsere Untersuchungen auf den Beobachtungsfl\u00e4chen lassen erkennen, dass selbst bei einem reduzierten Pestizideinsatz in vielen Jahren keine Ernteausf\u00e4lle drohen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eWie eine Impfung bei Menschen\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Weitere Forschungsergebnisse erhofft sich Weihrauch noch aus einer anderen Erkenntnis: Nach einem starken Befall mit Spinnmilben ver\u00e4ndern sich nach seinen Worten mehrere Faktoren bei der Hopfenpflanze. Der Projektleiter: \u201eUnter anderem produziert sie vermehrt sogenannte Methyl-Salicyls\u00e4ure, die dazu beitr\u00e4gt, einen erneuten Sch\u00e4dlingsbefall deutlich unwahrscheinlicher zu machen. Bis zum Projektende wollen wir die Gr\u00fcnde noch eingehender untersuchen.\u201c F\u00fcr Weihrauch steht fest: \u201eHopfen bildet eine nat\u00fcrliche Resistenz gegen die Spinnmilben aus. Das tritt zwar auch bei anderen Pflanzen wie Baumwolle, Sojabohnen oder Zitrusfr\u00fcchten auf, doch solch ein Schutz gegen einen bei\u00dfenden Sch\u00e4dling ist selten.\u201c Dieses Ph\u00e4nomen wollen die LfL-Forschenden folglich f\u00fcr eine \u00f6kologischere und umweltschonendere Landwirtschaft nutzen. \u201eStark vereinfacht kann man es sich vorstellen wie eine Impfung bei Menschen\u201c, so Weihrauch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Landwirte und Umwelt profitieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Hopfenpflanzen auf nat\u00fcrliche Weise gegen Sch\u00e4dlinge abgeh\u00e4rtet oder zumindest weniger Akarizide verwendet werden m\u00fcssen, h\u00e4tte das laut Weihrauch mehrere positive Effekte: \u201eZum einen eine erhebliche Kostenersparnis. Denn der Einsatz der Chemikalien schl\u00e4gt im Schnitt pro Hektar und pro Anwendung mit 300 bis 400 Euro zu Buche. Zum anderen besserer Umwelt- und Naturschutz, weil Akarizide \u2013 einmal in die Umwelt gelangt \u2013 der Tier- und Pflanzenwelt schaden k\u00f6nnen.\u201c Wenn nat\u00fcrlicher Schutz Ernteausf\u00e4lle ebenso gut verhindere wie chemische Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfung, w\u00fcrden alle Beteiligten profitieren. Weihrauch: \u201eDie Nutzung der nat\u00fcrlichen Resistenz gegen Sch\u00e4dlinge ist eine wichtige Etappe auf dem Weg hin zu einem nachhaltigen Pflanzenschutz.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei fachlichen Fragen (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35937-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35937-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">35937\/01<\/a>)&nbsp;<\/strong>: Dr. Florian Weihrauch, Tel.: +49 8161 8640 2332<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-f872353f-4e7b-49b6-8fda-37627d85870e' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-f872353f-4e7b-49b6-8fda-37627d85870e' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=YhFBmyiE5sL5ww1FNF0GWo9HQX2GNCY84MJbBxc8%2FT4%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Dr. Florian Weihrauch<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-f872353f-4e7b-49b6-8fda-37627d85870e' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-052-2025-tag-des-deutschen-bieres-1.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU f\u00f6rdert bayerisches Forschungsprojekt<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":132757,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[57,2477,47,49,2745,3046,51,52,53],"class_list":["post-132719","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-bayern","tag-deutschland","tag-klimaschutz","tag-landwirtschaft","tag-pestizide","tag-pestizidvermeidung","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/132719","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":13,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/132719\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":132813,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/132719\/revisions\/132813"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/132757"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=132719"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=132719"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=132719"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}