{"id":130485,"date":"2025-01-30T12:17:01","date_gmt":"2025-01-30T11:17:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=130485"},"modified":"2025-01-30T12:18:38","modified_gmt":"2025-01-30T11:18:38","slug":"bulgarien-erstes-kohlenstoffneutrales-industrie-und-gewerbegebiet-geplant","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/bulgarien-erstes-kohlenstoffneutrales-industrie-und-gewerbegebiet-geplant\/","title":{"rendered":"Bulgarien: erstes kohlenstoffneutrales Industrie- und Gewerbegebiet geplant"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-bulgarien-reise-joerg-lefevre-dbu-1-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-130506\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-bulgarien-reise-joerg-lefevre-dbu-1-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-bulgarien-reise-joerg-lefevre-dbu-1-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-bulgarien-reise-joerg-lefevre-dbu-1-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-bulgarien-reise-joerg-lefevre-dbu-1.jpg 2040w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Vorreiter in Europa: <\/strong>Eine Delegation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) trifft heute (Donnerstag) Projektpartner in Bulgarien. Im Mittelpunkt steht das Vorhaben, eine Machbarkeitsstudie zum ersten kohlenstoffneutralen Industrie- und Gewerbegebiet Europas zu entwickeln. Vorne sitzend von links: TEZ-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Plamen Panchev, DBU-Abteilungsleiterin Dr. Cornelia Soetbeer, Projektleiter Dr. Georgi Georgiev. Stehend: Bulgariens Vize-Premierminister Tomislav Peykov Donchev (3. v. l.) und die deutsche Botschafterin in Bulgarien Irene Maria Plank (2. v. r.).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Osnabr\u00fcck\/Plowdiw (Bulgarien). Das erste kohlenstoffneutrale Industrie- und Gewerbegebiet Europas soll im Umkreis von Bulgariens zweitgr\u00f6\u00dfter Stadt Plowdiw entstehen. Wie dieses Vorhaben der 200 dort bereits angesiedelten Unternehmen aus aller Welt realisierbar ist, erforscht eine von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) gef\u00f6rderte Machbarkeitsstudie. Auch die sichere und unabh\u00e4ngige Energieversorgung mit genossenschaftlicher Beteiligung wird untersucht. Viele Themen also f\u00fcr eine Delegationsreise der DBU nach Plowdiw, wo heute (Donnerstag) bei der \u00dcbergabe des F\u00f6rderbescheids auch Bulgariens Vize-Premierminister Tomislav Peykov <strong>Donchev <\/strong>und die deutsche Botschafterin Irene Maria <strong>Plank <\/strong>mit dabei sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bislang Nettostrom in Bulgarien zu einem Drittel aus fossilen Energietr\u00e4gern \u2013 vor allem Braunkohle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rund 32 Prozent des bulgarischen Nettostroms wurden 2024 nach Daten des statistischen Dienstes <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/437861\/umfrage\/stromerzeugung-in-bulgarien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eStatista\u201c<\/a> durch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen erzeugt, vor allem Braunkohle. Die Kernenergie hatte einen Anteil von rund 42 Prozent. Erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft trugen lediglich zu rund 25 Prozent an der gesamten bulgarischen Nettostromerzeugung bei. Das soll sich \u00e4ndern. \u201eDas Vorhaben der multinationalen Unternehmerschaft, den Standort kohlenstoffneutral zu machen, ist ehrgeizig\u201c, sagt DBU-Abteilungsleiterin Dr. Cornelia <strong>Soetbeer<\/strong>. Zun\u00e4chst m\u00fcsse ein Entwicklungsplan erstellt werden. Die Beratungsfirma <a href=\"https:\/\/www.georgiev-consulting.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Dr. Georgiev Consulting<\/a> aus Holzkirchen in Bayern wird diesen in Kooperation mit der bulgarischen nicht-staatlichen Organisation <a href=\"http:\/\/www.tez.bg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Trakia Economic Zone<\/a> (TEZ) erstellen, die DBU unterst\u00fctzt dieses Vorhaben mit einer F\u00f6rdersumme von rund 144.000 Euro. Soetbeer sieht \u201eein hohes Potenzial f\u00fcr eine nachhaltige energiebewusste Entwicklung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Vorhaben: Energieunabh\u00e4ngigkeit bis 2040 auf Basis der Erneuerbaren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das laut TEZ geplante erste kohlenstoffneutrale europ\u00e4ische Industriecluster umfasst 200 Unternehmen, die sich im Umkreis von 40 Kilometern um die 350.000-Menschen-Stadt Plowdiw angesiedelt haben. Darunter sind Niederlassungen bekannter Firmen aus Deutschland wie Liebherr, Osram und DB Schenker. Hinzu kommen andere Betriebe aus Frankreich, S\u00fcdkorea und den USA, aber auch zahlreiche lokale mittelst\u00e4ndische Unternehmen. \u201eDieser Firmenzusammenschluss will bis 2040 auf Basis von erneuerbaren Energien eigenst\u00e4ndig werden\u201c, sagt DBU-Experte Dr. J\u00f6rg <strong>Lef\u00e8vre<\/strong>. Neben \u00d6kostrom aus Sonne und Wind ist mit staatlicher und kommerzieller Unterst\u00fctzung der Aufbau eines Wasserstoffnetzes vorgesehen \u2013 ebenfalls auf Grundlage erneuerbarer Energien. Zudem sollen laut Lef\u00e8vre Prozesse und Energiesysteme intelligent gesteuert werden, etwa \u201eum Strom vor allem dann zu nutzen, wenn der \u00d6koanteil besonders hoch ist\u201c. Das mittelfristige Ziel der Kohlenstoffneutralit\u00e4t umfasst nach seinen Worten Produktion, Verkehr und Energieversorgung. Der DBU-Experte: \u201eIndustrie und Gewerbe in der Region Plowdiw wollen unabh\u00e4ngig von fossilen Energielieferanten wie Russland werden.\u201c Das sichere zugleich die Energieversorgung am Standort.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Machbarkeitsstudie untersucht 300-Hektar-Industriegebiet f\u00fcr europaweites Modell<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die insgesamt rund 1.050-Hektar-Fl\u00e4che verteilt sich auf sechs verschiedene Industrie- und Gewerbeparks. F\u00fcr die Machbarkeitsstudie wird ein neues Gebiet in Kalekovetz erschlossen, genannt <em>Carbon Neutral Industrial Park (CNIP)<\/em>, zu Deutsch in etwa: kohlenstoffneutraler Industriepark. Es befindet sich 17 Kilometer entfernt vom Plowdiw-Stadtzentrum und umfasst 300 Hektar. Eine binnen zwei Jahren entwickelte Strategie soll Lef\u00e8vre zufolge als Blaupause f\u00fcr die anderen Industrie- und Gewerbeparke rund um Plowdiw dienen, wo sich bereits 200 Unternehmen aus Automobil-, Chemie-, Textil-, Logistik-, Lebensmittel- und Energieanlagen-Branchen angesiedelt haben. Die Beh\u00f6rden seien wegen der EU-rechtlichen Vorschriften bei der Genehmigung mit im Boot. \u201eDurch die EU-Gesetzgebung ist das Modell sogar ein europaweites Modell f\u00fcr Industriegebiete\u201c, so der DBU-Experte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gr\u00fcne Anleihen unter Beteiligung von Privatinvestoren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zur Finanzierung der Investitionen werden gr\u00fcne Anleihen unter Beteiligung von Privatinvestoren in Betracht gezogen. Soetbeer: \u201eDabei sollen sich Zivilgesellschaft, Mitarbeitende der Werke und \u00f6ffentliche Akteure finanziell an Anleihen beteiligen, die international vereinbarte Nachhaltigkeitsstandards einhalten.\u201c Die Entwicklung eines sogenannten <em>Green-Bonds<\/em>-Modells sei besonders innovativ und bisher noch nicht erprobt. Soetbeer: \u201eDas ist ein starkes Finanzierungs-Instrument f\u00fcr den Prozess des industriellen Wandels.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>B\u00fcrgerenergie ist Schwerpunkt bei internationaler Projektf\u00f6rderung der DBU<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wegen der Folgen f\u00fcr die Energieversorgung in ganz Europa durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist die Frage der Energiesicherheit gerade in mittel- und osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern von zunehmender Bedeutung. Soetbeer: \u201eEine dezentrale Energieversorgung mit Photovoltaik, Bioenergie und Windkraftanlagen er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten f\u00fcr b\u00fcrgerschaftliches Engagement, f\u00fcr Zusammenschl\u00fcsse im Energiesektor und f\u00fcr eine aktivere Rolle einzelner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger.\u201c B\u00fcrgerenergie spielt nach ihren Worten f\u00fcr die Transformation zu einer treibhausgasneutralen Energieversorgung bis 2050 eine wichtige Rolle. Die DBU hat unter diesem F\u00f6rder-Schwerpunkt bisher 17 Projekte mit insgesamt mehr als 2,23 Millionen Euro bewilligt, weitere Projekt-Antr\u00e4ge befinden sich in der Pr\u00fcfung. Seit Aufnahme ihrer T\u00e4tigkeit hat die DBU in Mittel-, Ost- und S\u00fcdosteuropa 562 Projekte mit insgesamt rund 67 Millionen Euro unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei fachlichen Fragen (AZ<\/strong>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/39891-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/39891-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">39891\/01<\/a><strong>):<\/strong>&nbsp;Dr. Georgi Georgiev, Tel. +49 176 8009 7419<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-119227fd-7a33-45a8-8fcd-f5cb086442a8' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-119227fd-7a33-45a8-8fcd-f5cb086442a8' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=qoD%2F5D%2B%2BaBHfK6DHPaEYEft0r%2FNbIc9W8eIgYt20pjY%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Dr. Georgi Georgiev<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-119227fd-7a33-45a8-8fcd-f5cb086442a8' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2025-pm-005-2025-bulgarien-reise-1.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorreiter in Europa \u2013 DBU f\u00f6rdert \u2013 Delegationsreise<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":130506,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2701,46,47,51,53],"class_list":["post-130485","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-erneuerbare-energien","tag-internationale-aktivitaeten","tag-klimaschutz","tag-ressourcenschonung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/130485","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/130485\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130508,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/130485\/revisions\/130508"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/130506"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=130485"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=130485"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=130485"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}