{"id":129472,"date":"2024-12-03T09:14:41","date_gmt":"2024-12-03T08:14:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=129472"},"modified":"2024-12-18T11:02:36","modified_gmt":"2024-12-18T10:02:36","slug":"detox-auf-dem-acker-mit-weniger-pestiziden-ernaehrung-sichern","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/detox-auf-dem-acker-mit-weniger-pestiziden-ernaehrung-sichern\/","title":{"rendered":"Detox auf dem Acker: Mit weniger Pestiziden Ern\u00e4hrung sichern"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Mit einer Abschlussveranstaltung heute (Dienstag) und morgen geht die seit 2020 laufende F\u00f6rderinitiative der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt unter dem Titel <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/detox-auf-dem-acker-ernaehrungssicherung-in-intakten-oekosystemen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/detox-auf-dem-acker-ernaehrungssicherung-in-intakten-oekosystemen\/\">\u201eDetox auf dem Acker\u201c<\/a> zu Ende. \u201eWir k\u00f6nnen Wege f\u00fcr einen nachhaltigeren Umgang mit B\u00f6den, Wiesen, Wasser und Luft finden\u201c, sagt DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander Bonde. \u201eDas ist ein wichtiges Ergebnis unserer F\u00f6rderinitiative. Landwirtschaft und Umweltschutz h\u00e4ngen eng zusammen. Die Beispiele aus der Praxis zeigen, wie die Sicherung sowohl von Nahrung als auch Natur gelingt.\u201c Die DBU hat im Zuge der F\u00f6rderinitiative rund ein Dutzend Projekte unterst\u00fctzt \u2013 mit insgesamt 4,7 Millionen Euro.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zweit\u00e4gige Konferenz mit Keynote, Impulsvortrag und Podiumsdiskussion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Vermeidung oder Verringerung von Pflanzenschutzmitteln in der Umwelt f\u00e4llt dem Agrarsektor eine Schl\u00fcsselrolle zu. Denn vor allem in intensiv bewirtschafteten Agrarlandschaften sind Pestizide eine Hauptursache f\u00fcr Arten- und Lebensraumverlust und den R\u00fcckgang biologischer Vielfalt. Doch es gibt alternative L\u00f6sungen \u2013 zum Wohl von Landwirtschaft und Umwelt. Die zweit\u00e4gige Konferenz im DBU Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation startet heute Mittag nach der Begr\u00fc\u00dfung durch Dr. Maximilian Hempel, Leiter der DBU-Abteilung Umweltforschung, mit einer <em>Keynote<\/em> von Prof. Dr. Jens Dauber vom <a href=\"https:\/\/www.thuenen.de\/de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.thuenen.de\/de\/\">Th\u00fcnen-Institut Braunschweig<\/a>. Sein Anliegen: Stellschrauben f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft. Reichlich Gespr\u00e4chsstoff d\u00fcrften anschlie\u00dfend neben Hempels Erl\u00e4uterungen zur DBU-F\u00f6rderinitiative ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Dirk Bunke vom <a href=\"https:\/\/www.oeko.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.oeko.de\/\">\u00d6koinstitut Freiburg<\/a> zu Zielkonflikten und Handlungsl\u00f6sungen beim Spagat Pflanzenschutz sowie eine Podiumsdiskussion zur Frage liefern, ob Ern\u00e4hrungssicherung in intakten \u00d6kosystemen auch ohne Pestizide m\u00f6glich ist. Morgen steht die Tagung ganz im Zeichen diverser Workshops, unter anderem zu den Themen Monitoring und Kooperationsmodelle, Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln durch Digitalisierung sowie dem Potenzial von N\u00fctzlingen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zu viel chemischer Pflanzenschutz eine Gefahr f\u00fcr die biologische Vielfalt \u2013 und damit f\u00fcr den Menschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ambition der DBU-F\u00f6rderinitiative erkl\u00e4rt Bonde folgenderma\u00dfen: \u201eEs geht um zukunftsf\u00e4hige Perspektiven f\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern, damit deren wirtschaftliche Existenzgrundlage selbst bei Verzicht und Reduktion von Pestiziden gesichert bleibt. Die Ideen und Innovationen sollen aber zugleich der Umwelt zugutekommen.\u201c Denn zu viel chemischer Pflanzenschutz bedrohe die biologische Vielfalt \u2013 \u201emit direkten Folgen f\u00fcr Menschen. Sinkt zum Beispiel die Zahl von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und K\u00e4fern, werden auch weniger Kulturpflanzen best\u00e4ubt, von Kirschen und Kaffee bis Erdbeeren, Raps und Wassermelonen\u201c, so Bonde. Tats\u00e4chlich sind von den etwas mehr als 100 weltweit am meisten angebauten Kulturpflanzen rund 90 auf Best\u00e4ubung angewiesen. K\u00e4me es zu einem Worst-Case-Szenario und einem Totalverlust unter den Best\u00e4ubern, droht laut Experten ein nahezu vollst\u00e4ndiger Ernteverlust. Bonde: \u201eDeshalb ist ein Detox auf dem Acker \u2013 aber auch in der gesamten Umwelt \u2013 so notwendig.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eViele innovative und zugleich nicht-chemische Pflanzenschutzmethoden\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach den Worten von DBU-Abteilungsleiter Hempel ist davon auszugehen, \u201edass derzeit in Deutschland im vergangenen Vierteljahrhundert der Pestizidverkauf kaum zur\u00fcckgegangen ist\u201c. Hempel zufolge kommen demnach bundesweit jedes Jahr etwa 30.000 Tonnen Wirkstoffe in ungef\u00e4hr 90.000 Tonnen Pflanzenschutzmittelprodukten zum Einsatz. Und nach aktuellen Angaben des <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/\">Umweltbundesamtes<\/a> auf Grundlage von Daten des <a href=\"https:\/\/www.bvl.bund.de\/DE\/Home\/home_node.html\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.bvl.bund.de\/DE\/Home\/home_node.html\">Bundesamtes f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit<\/a> waren 2021 bundesweit 950 Pflanzenschutzmittel mit 1.809 Handelsnamen zugelassen. Hempel: \u201eWir haben 2020 die F\u00f6rderinitiative zur Pestizidvermeidung auch deshalb ins Leben gerufen, weil zwar die Nachfrage nach umweltschonenden Pestizid-Alternativen hoch, das praxiserprobte Angebot allerdings recht \u00fcberschaubar ist.\u201c Nun, zum Abschluss der F\u00f6rderinitiative, \u201ek\u00f6nnen wir ein erfreuliches Ergebnis vorlegen: Zusammen mit den Projektpartnern ist es gelungen, viele innovative und zugleich nicht-chemische Pflanzenschutzmethoden zu entwickeln. Darauf l\u00e4sst sich hervorragend aufbauen.\u201c Das soll auch ein Anreiz f\u00fcr kluge K\u00f6pfe sein. Denn das Bewerbungsverfahren f\u00fcr die DBU-F\u00f6rderinitiative Pestizidvermeidung ist zwar abgeschlossen. \u201eAber im Zuge der DBU-F\u00f6rdert\u00e4tigkeit k\u00f6nnen nat\u00fcrlich zu diesem wichtigen Umweltschutz-Thema weitere Projektantr\u00e4ge eingereicht werden\u201c, so Hempel. Der Link dazu: <a href=\"http:\/\/www.dbu.de\/antragstellung\">www.dbu.de\/antragstellung<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>N\u00fctzlingsrollwiesen: wie ein Rollrasen im Fu\u00dfballstadion<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein besonders erfolgreiches Projekt der DBU-F\u00f6rderinitiative war laut Hempel die in der <a href=\"https:\/\/sfg.landwirtschaft-bw.de\/,Lde\/Startseite\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/sfg.landwirtschaft-bw.de\/,Lde\/Startseite\">Staatsschule f\u00fcr Gartenbau<\/a> in Stuttgart-Hohenheim entwickelte Idee einer N\u00fctzlingsrollwiese im Freilandbau \u2013 zun\u00e4chst f\u00fcr Salatkulturen und Kohlrabipflanzen. Der Trick: Die N\u00fctzlingsrollwiese wird auf einem Geflecht von Hanf und Kokosfasern vorkultiviert und mit gew\u00fcnschten N\u00fctzlingen als Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfer best\u00fcckt. P\u00fcnktlich zur Pflanzung etwa von Kopfsalat wird die N\u00fctzlingsrollwiese ins Freiland gebracht \u2013 \u00e4hnlich wie ein Rollrasen im Fu\u00dfballstadion oder eigenen Hausgarten. Anderes Beispiel: Ein Team aus dem bayerischen Straubing hat f\u00fcr den Gem\u00fcseanbau ein <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/news\/wie-unkraut-im-gemuesebau-auch-ohne-pestizide-in-schach-gehalten-wird\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/news\/wie-unkraut-im-gemuesebau-auch-ohne-pestizide-in-schach-gehalten-wird\/\">biobasiertes Mulchverfahren<\/a> in die Praxis umgesetzt. Dabei dient eine Zwei-Komponenten-Mischung aus nachwachsenden Rohstoffen als Mulchmaterial und wird per Spritzger\u00e4t ausgebracht. Das Material ist biologisch abbaubar, geliert schnell auf der Erdoberfl\u00e4che und h\u00e4rtet aus. Das Ziel: Beikr\u00e4uter werden in ihrer Keimung gehemmt und bereits gekeimte Pflanzen am Wachstum gehindert.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Infos zur DBU-F\u00f6rderinitiative \u201eVermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt\u201c finden sich hier:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/themen\/foerderinitiativen\/pestizidvermeidung\/\">https:\/\/www.dbu.de\/themen\/foerderinitiativen\/pestizidvermeidung\/<\/a><br><br><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-379e3fc2-4ee9-41ce-8b02-eed9d2a9968f' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-379e3fc2-4ee9-41ce-8b02-eed9d2a9968f' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-pm-132-2024-abschluss-fi-pestizidvermeidung.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tagung zur DBU-F\u00f6rderinitiative \u2013 4,7 Millionen Euro f\u00fcr Projekte<\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":129474,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[3044,2477,47,2422,49,50,64,2745,3046,52,53],"class_list":["post-129472","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-ackerbau","tag-deutschland","tag-klimaschutz","tag-landnutzung","tag-landwirtschaft","tag-naturschutz","tag-niedersachsen","tag-pestizide","tag-pestizidvermeidung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/129472","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/129472\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":130093,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/129472\/revisions\/130093"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/129474"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=129472"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=129472"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=129472"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}