{"id":128727,"date":"2024-11-13T10:33:56","date_gmt":"2024-11-13T09:33:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=128727"},"modified":"2024-11-13T10:33:57","modified_gmt":"2024-11-13T09:33:57","slug":"ohne-tiernutzung-antikoerper-aus-algen-fuer-schwangerschaftstests","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/ohne-tiernutzung-antikoerper-aus-algen-fuer-schwangerschaftstests\/","title":{"rendered":"Ohne Tiernutzung: Antik\u00f6rper aus Algen f\u00fcr Schwangerschaftstests"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Es kommt nicht allt\u00e4glich vor, dass junge Startups aus Deutschland eine Neuheit mit branchenver\u00e4nderndem Potential auf den Markt bringen. Doch genau das plant das aus der Universit\u00e4t Hannover heraus gegr\u00fcndete <a href=\"https:\/\/phaeosynt.com\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/phaeosynt.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Unternehmen <em>Phaeosyn<\/em><\/a><em><a href=\"https:\/\/phaeosynt.com\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/phaeosynt.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">t<\/a> <\/em>mit ihren aus Kieselalgen gewonnenen Antik\u00f6rpern f\u00fcr medizinische Diagnostik. Bisher ist die gesamte Branche daf\u00fcr gr\u00f6\u00dftenteils auf tierische Zellen oder lebende Tiere angewiesen. Phaeosynt will das \u00e4ndern. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) f\u00f6rdert das Startup mit 125.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1281\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20230927-phaeosynt-2313-p-1920x1281.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128731\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20230927-phaeosynt-2313-p-1920x1281.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20230927-phaeosynt-2313-p-800x534.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20230927-phaeosynt-2313-p-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Innovatives Phaeosynt-Team (v.l.): Eva-Maria Pl\u00f6nnigs, Ilka Kerren, Dr. Alina Eilers, Stas Hans, Stephanie Pfeil-Coenen, Dr. Maren Wichmann und Dr. Thomas Reinard wollen mit F\u00f6rderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Antik\u00f6rper-Markt ver\u00e4ndern.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>\u201eAus ethischer Sicht unbedingt f\u00f6rderw\u00fcrdig\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDie medizinische Biotechnologie ist ein hochinnovativer Bereich mit hohem, gesellschaftlichem Mehrwert, aber auch erheblichen Ressourcenaufwendungen\u201c, erl\u00e4utert Alexander <strong>Bonde<\/strong>. Der DBU-Generalsekret\u00e4r weiter: \u201eDas Umweltentlastungspotential des Konzepts von Phaeosynt ist erheblich, auch aus ethischer Sicht ist das Verfahren unbedingt f\u00f6rderw\u00fcrdig.\u201c Das Unternehmen fokussiert sich laut Gr\u00fcnderteam Stephanie <strong>Pfeil-Coenen<\/strong>, Dr. Alina <strong>Eilers<\/strong> und Stas <strong>Hans<\/strong> auf die Herstellung artfremder Proteine in Kieselalgen; meistens handelt es sich dabei um Antik\u00f6rper. Diese werden h\u00e4ufig in der medizinischen Diagnostik eingesetzt. Zu den bekanntesten Beispielen einer solchen Nutzung z\u00e4hlen die w\u00e4hrend der Corona-Pandemie eingef\u00fchrten Covid-19-Schnelltests, aber auch Schwangerschaftstests.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pflanzliche Alternative spart Ressourcen, Energie und Platz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell wird nach Phaeosynt-Angaben ein Gro\u00dfteil der ben\u00f6tigten Antik\u00f6rper mithilfe tierischer Zellen hergestellt. \u201eWir l\u00f6sen mit unseren Antik\u00f6rpern aus Kieselalgen gleich mehrere Probleme der bisherigen Produktion\u201c, so Eilers. Zun\u00e4chst ben\u00f6tigen demnach tierische Zellkulturen f\u00fcr die Z\u00fcchtung zur Antik\u00f6rpergewinnung erheblich mehr Ressourcen, Energie und Platz als ihre pflanzlichen Pendants. \u201eDiese gedeihen schon bei niedrigeren Temperaturen, n\u00e4mlich 20 statt \u00fcblicherweise 37 Grad Celsius, und haben somit weniger Energiebedarf\u201c, erl\u00e4utert Eilers. Zudem sei die Algenkultivierung wesentlich simpler und robuster.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ziel des Startups: Antik\u00f6rperproduktion ohne R\u00fcckgriff auf Tiere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\u201eNoch immer werden einige diagnostische Antik\u00f6rper in lebendigen Tieren gez\u00fcchtet\u201c, erkl\u00e4rt Eilers einen weiteren Nachteil der aktuellen Produktionsstandards. Dies betrifft zun\u00e4chst polyklonale Antik\u00f6rper, die nach Immunisierung eines Tieres aus der Blutbahn entnommen werden. Dieser Tierversuch bildet laut Eilers oft den ersten Schritt jedes tierisch produzierten Antik\u00f6rpers. Eine weitere Methode funktioniere mithilfe von im Bauchraum platzierten Krebszellen, die wiederum die gew\u00fcnschten Antik\u00f6rper generieren. Nach mehrfacher Gewinnung der Antik\u00f6rper sterben laut Eilers die Tiere aufgrund der Gr\u00f6\u00dfe der Tumore. Das Verfahren sei zwar innerhalb der <a href=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/index_de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/index_de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Europ\u00e4ischen Union (EU)<\/a> noch mit Sondergenehmigung zul\u00e4ssig, \u00fcberwiegend finde eine derartige Antik\u00f6rperproduktion jedoch in Asien statt. Durch eine pflanzliche Alternative ist man f\u00fcr diese Antik\u00f6rperproduktion nicht mehr auf Tiere angewiesen. Auch zus\u00e4tzliche Transportkosten sowie der erhebliche Ressourcenverbrauch f\u00fcr allein wegen Antik\u00f6rpergewinnung gehaltene Tiere k\u00f6nnten eingespart werden. \u201eF\u00fcr uns ist das Projekt deshalb sowohl ethisch als auch marktwirtschaftlich ein gro\u00dfer Gewinn\u201c, so Eilers.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20240411-16-05-44-0377-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128729\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20240411-16-05-44-0377-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20240411-16-05-44-0377-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-20240411-16-05-44-0377-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Vom Labor in den Markt: Das Startup Phaeosynt will aus Kieselalgenkulturen produzierte Antik\u00f6rper unter anderem in Schwangerschaftstests einsetzen. Das ist umweltentlastend und vermeidet Tierversuche.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Erster tierversuchsfreier Schwangerschaftstest in Planung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Firma plant, sich auf die Herstellung solcher Antik\u00f6rper zu spezialisieren, zwei Patente sind bereits eingereicht. F\u00fcr mehr Sichtbarkeit ihrer Technologie will Phaeosynt zun\u00e4chst den ersten veganen und tierversuchsfreien Schwangerschaftstest auf Basis von Kieselalgen auf den Markt bringen. Dazu bestehe eine Kooperation mit der <a href=\"https:\/\/www.senova.de\/unternehmen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.senova.de\/unternehmen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weimarer Firma <em>Senova<\/em><\/a>, die die Herstellung der Tests aus Biokunststoff \u00fcbernimmt. Dies ist laut dem zust\u00e4ndigen DBU-Referenten Dr. Hans-Christian <strong>Schaefer<\/strong> jedoch nur der erste Schritt. \u201eDie medizinische Diagnostik ist besonders abseits solcher verbrauchernahen Produkte ein riesiges Feld. Die DBU-F\u00f6rderung kann zur Etablierung von Phaeosynt am Markt beitragen \u2013 zum Nutzen von Krankenh\u00e4usern, Laboren und zuliefernden Unternehmen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>\u201eMusterbeispiel f\u00fcr umweltfreundliche Biotechnologie\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das junge Startup hat laut Schaefer besonders in zwei Aspekten \u00fcberzeugt: Neben der forschungsbasierten Expertise bes\u00e4\u00dfen die Verantwortlichen einen guten Sinn f\u00fcr das Marktgeschehen. Dies zeige die Idee des tierversuchsfreien Schwangerschaftstests als Einstiegsprodukt. \u201eMit der guten Mischung aus Praxis- und Forschungsn\u00e4he ist Phaeosynt ein Musterbeispiel f\u00fcr umweltfreundliche Biotechnologie\u201c, so Schaefer.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt bei fachlichen Fragen (AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35507-59\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/35507-59\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">35507\/59<\/a>):<\/strong>&nbsp;Stephanie Pfeil-Coenen, Tel. +49 159 01611398<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-ff987144-6f7d-4391-a2b8-011df39f4083' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-ff987144-6f7d-4391-a2b8-011df39f4083' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=9gKeseHJjTOLyI0j5%2FoAVYf2uKYqnBfZ4ByiWVhipAs%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Stephanie Pfeil-Coenen<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-ff987144-6f7d-4391-a2b8-011df39f4083' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-pm-127-2024-phaeosynt-1.pdf'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Startup entwickelt neues Verfahren \u2013 DBU f\u00f6rdert<\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":128729,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2477,2662,64,51,52,53],"class_list":["post-128727","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-deutschland","tag-green-startup","tag-niedersachsen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128727\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128746,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128727\/revisions\/128746"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128729"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128727"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128727"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}