{"id":128429,"date":"2024-10-30T10:15:50","date_gmt":"2024-10-30T09:15:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/?post_type=news&#038;p=128429"},"modified":"2024-10-30T10:15:51","modified_gmt":"2024-10-30T09:15:51","slug":"wie-unkraut-im-gemuesebau-auch-ohne-pestizide-in-schach-gehalten-wird","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/news\/wie-unkraut-im-gemuesebau-auch-ohne-pestizide-in-schach-gehalten-wird\/","title":{"rendered":"Wie Unkraut im Gem\u00fcsebau auch ohne Pestizide in Schach gehalten wird"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<p>Osnabr\u00fcck. Die F\u00f6rderung einer zukunftsorientierten und umweltfreundlichen Landwirtschaft ohne den Einsatz gesundheitssch\u00e4dlicher Chemikalien ist ein Ziel der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Einen potenziellen Baustein daf\u00fcr entwickelt das<em> <\/em><a href=\"https:\/\/www.tfz.bayern.de\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.tfz.bayern.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Technologie- und F\u00f6rderzentrum<\/a> (TFZ) aus dem bayerischen Straubing. Mithilfe von umweltvertr\u00e4glichem Mulchmaterial soll das Wachstum von Unkraut gehemmt werden, ohne Nutzpflanzen und die Tierwelt zu beeintr\u00e4chtigen. In zwei Phasen hat die DBU das Projekt mit insgesamt rund 778.000 Euro gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-zucchinipflanzen-wolfgang-hollmach-lwg-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128457\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-zucchinipflanzen-wolfgang-hollmach-lwg-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-zucchinipflanzen-wolfgang-hollmach-lwg-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-zucchinipflanzen-wolfgang-hollmach-lwg-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Sichtbarer Unterschied: <\/strong>Das Mulchmaterial hemmt den Unkrautaufwuchs entlang der Pflanzenreihe, hier am Beispiel des Zucchinianbaus.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Bonde: B\u00e4uerinnen und Bauern m\u00fcssen finanziell mitziehen k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Projekt Opti Mulch ist Teil einer seit 2020 bundesweit laufenden <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/themen\/foerderinitiativen\/pestizidvermeidung\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/themen\/foerderinitiativen\/pestizidvermeidung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DBU-F\u00f6rderinitiative zur Pestizidvermeidung<\/a>, die die DBU in einer Serie in lockerer Folge mit verschiedenen Beitr\u00e4gen vorstellt. Die Initiative umfasst rund f\u00fcnf Millionen Euro F\u00f6rderung f\u00fcr 16 Projekte und findet dieses Jahr am 3. und 4. Dezember in Osnabr\u00fcck ihren Abschluss mit einer Veranstaltung unter dem Titel \u201e<a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/detox-auf-dem-acker-ernaehrungssicherung-in-intakten-oekosystemen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/termine\/detox-auf-dem-acker-ernaehrungssicherung-in-intakten-oekosystemen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Detox auf dem Acker: Ern\u00e4hrungssicherung in intakten \u00d6kosystemen<\/a>\u201c. Nach den Worten von DBU-Generalsekret\u00e4r Alexander <strong>Bonde <\/strong>sind im Zuge der F\u00f6rderinitiative Pestizidvermeidung \u201eviele innovative Ans\u00e4tze f\u00fcr eine pestizidfreie Landwirtschaft umgesetzt\u201c worden. Projekte wie Opti Mulch k\u00f6nnten \u201eechte Treiber bei der Neuausrichtung des Feldgem\u00fcsebaus sein.\u201c Bonde weiter: \u201eUnsere Lebensmittelversorgung beruht auf mittelst\u00e4ndischen Landwirtschaftsbetrieben aus der Region. F\u00fcr einen erfolgreichen Wandel m\u00fcssen die B\u00e4uerinnen und Bauern aber auch finanziell mitziehen k\u00f6nnen. Genau das erm\u00f6glichen echte Herbizid-Alternativen wie in dem von der DBU gef\u00f6rderten Straubinger Projekt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Abnehmende Artenvielfallt hat schwerwiegende Folgen f\u00fcr Menschen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Dilemma bei der Verwendung von Pestiziden fasst DBU-Referent Dr. Hans-Christian <strong>Schaefer <\/strong>so zusammen: \u201eDer Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist zwar einerseits ein wichtiges Hilfsmittel zur Sicherung der Lebensmittelversorgung. Andererseits f\u00fchrt aber eine massenhafte Anwendung dazu, dass nicht nur Sch\u00e4dlinge und unerw\u00fcnschte Beikr\u00e4uter bek\u00e4mpft werden.\u201c Die Folge, so Schaefer: \u201eOft t\u00f6ten die Chemikalien zahlreiche weitere Tiere und Pflanzen.\u201c Solcher Verlust von Biodiversit\u00e4t hat schwerwiegende Folgen auch f\u00fcr die Menschen. Schaefer: \u201eOhne Artenvielfalt und intakte \u00d6kosysteme bricht unsere Versorgung zusammen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bezahlbare Alternative f\u00fcr chemischen Pflanzenschutz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-applikationsgeraet-mulchmaterial-johannes-bodensteiner-tfz-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128453\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-applikationsgeraet-mulchmaterial-johannes-bodensteiner-tfz-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-applikationsgeraet-mulchmaterial-johannes-bodensteiner-tfz-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-applikationsgeraet-mulchmaterial-johannes-bodensteiner-tfz-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Das richtige Mischverh\u00e4ltnis: <\/strong>Im von den Firmen <em>Amazonenwerke<\/em> und <em>Schmotzer<\/em> entwickelten Applikationsger\u00e4t ist ein Statikmischer integriert, der das Vermengen der zwei fl\u00fcssigen Mulchkomponenten kurz vor der Ausbringung vornimmt.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zudem gelten laut aktuellen Studien unter anderem im <em><a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/journal\/journal-of-agriculture-and-food-research\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/journal\/journal-of-agriculture-and-food-research\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Journal of Agriculture and Food Research<\/a><\/em> immer mehr Pestizide als gesundheitsgef\u00e4hrdend f\u00fcr Menschen. Um diese Risiken f\u00fcr Mensch, Pflanze und Tier zu verringern, arbeitet das TFZ aus Straubing in Bayern unter Leitung von Dr. Edgar <strong>Remmele <\/strong>an umweltvertr\u00e4glichen Alternativen. Bereits von 2021 bis 2023 entwickelte das TFZ mit DBU-F\u00f6rderung ein Mulchverfahren f\u00fcr Feldgem\u00fcse wie Gurken, Zucchini und Karotten. Remmele erl\u00e4utert: \u201eSchon eine d\u00fcnne Mulchschicht hemmt das Wachstum von Beikr\u00e4utern \u2013 ohne dass die Gem\u00fcsepflanzen sowie die in der N\u00e4he beheimateten Insekten und Regenw\u00fcrmer Schaden nehmen.\u201c In dem bis 2025 laufenden Anschlussprojekt Opti Mulch will das TFZ ihre Technologie weiterentwickeln. Dabei geht es laut dem staatlichen Forschungsinstitut vor allem um die Verbesserung der Mulchausbringung und die Optimierung der Mulchrezeptur. Entscheidend bleibe: Die Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln soll f\u00fcr Landwirtschaftsbetriebe \u00f6kologisch wie finanziell attraktiv sein.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gem\u00fcse w\u00e4chst ohne Konkurrenz um N\u00e4hrstoffe<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1920\" height=\"1280\" src=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-mulchmaterial-acker-johannes-bodensteiner-tfz-1920x1280.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-128455\" srcset=\"https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-mulchmaterial-acker-johannes-bodensteiner-tfz-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-mulchmaterial-acker-johannes-bodensteiner-tfz-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.dbu.de\/app\/uploads\/dbu-media-2024-mulchmaterial-acker-johannes-bodensteiner-tfz-400x267.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1920px) 100vw, 1920px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Genau bemessen: <\/strong>Die Ausbringung des Mulchmaterials erfolgt in Streifen entlang der Saatspur. Dabei kann die Streifenbreite individuell auf die Bed\u00fcrfnisse der Kulturpflanzen angepasst werden.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>\u201eDas Mulchmaterial ist vollst\u00e4ndig biologisch abbaubar und hindert die unerw\u00fcnschten Beikr\u00e4uter durch Abschirmen von Sonnenlicht und Sauerstoff am Wachstum\u201c, erl\u00e4utert Remmele. Das Gem\u00fcse kann ungest\u00f6rt und ohne Konkurrenz um N\u00e4hrstoffe und Wasser gedeihen. Nach Ende der Wirkungsdauer wird der Mulch zersetzt, ohne sch\u00e4dliche Stoffe an seine Umwelt abzugeben. \u201eDurch die zweite Phase des Projekts konnten wir sicher nachweisen, dass unser Mulchverfahren der Tierwelt nicht schadet\u201c, so Remmele. \u201eAuch die praxisgerechte Ausbringung mit einem neu entwickelten Applikationsger\u00e4t konnte inzwischen demonstriert werden.\u201c Die Zusammensetzung des Mulchs soll laut Remmele ebenfalls weiter verbessert werden: \u201eTeures Raps\u00f6l und F\u00fcllstoffe wollen wir dabei durch g\u00fcnstigere Komponenten ersetzen\u201c, sagt der Projektleiter. Remmele weiter: \u201eDie meisten der bisher untersuchten Gem\u00fcsepflanzen zeigen im Mulchanbau keine Ertragsminderung im Vergleich zur Verwendung herk\u00f6mmlicher Herbizide.\u201c Da jedoch Ernten bei im Jahr 2023 extrem trockener und im Jahr 2024 extrem feuchter Witterung stattfanden, sind bei einigen Gem\u00fcsekulturen laut Remmele noch weitere Tests abzuwarten. Erst dann k\u00f6nnten endg\u00fcltige Aussagen zur allgemeinen Praxistauglichkeit des Mulchverfahrens gemacht werden. Fest stehe jedoch: \u201eDiese neuen Mulchverfahren helfen, Beikr\u00e4uter auch ohne Herbizide in Schach zu halten.\u201c Begleitet wurden beide TFZ-Projekte von der zust\u00e4ndigen DBU-Referentin Christiane <strong>Grimm<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Kontakt bei fachlichen Fragen ( AZ <a href=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38758-01\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/38758-01\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">38758<\/a>\/01):<\/strong>\u00a0Dr. Edgar Remmele, Tel. +49 9421 300 130<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-wordpress-dbu-dbu-container\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Medien &amp; Infos<\/h3>\n\n\n<div id='dbu_icon_mb-block-e28f0cec-9fc3-4dd9-8a0a-08fd49920230' class='dbu-icon__container '><a id='dbu_icon_mb-block-e28f0cec-9fc3-4dd9-8a0a-08fd49920230' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='\/app\/plugins\/hidden-send.php?id=HNxfswkCrZCDWLw6JG1CAzLT50S2qIecsvISgjm6uEw%3D'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-at'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Dr. Edgar Remmele<\/div><div class='dbu-icon__content-text'>Projektleitung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-e28f0cec-9fc3-4dd9-8a0a-08fd49920230' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href=''><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-file-pdf'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Pressemitteilung<\/div><\/div><\/a><a id='dbu_icon_mb-block-e28f0cec-9fc3-4dd9-8a0a-08fd49920230' class='dbu-icon dbu-icon_light ' href='https:\/\/www.dbu.de\/news\/eine-alternative-zu-chemischen-pflanzenschutzmitteln\/'><div class='dbu-icon__image'><i class='fa-sharp fa-solid fa-link'><\/i><\/div><div class='dbu-icon__content'><div class='dbu-icon__content-headline'>Weitere Pressemitteilung zum Projekt<\/div><\/div><\/a><\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DBU f\u00f6rdert umweltfreundliches Mulchverfahren<\/p>\n","protected":false},"author":30,"featured_media":128455,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[2477,2422,49,50,2745,3046,51,2808,53],"class_list":["post-128429","news","type-news","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-dbu","tag-deutschland","tag-landnutzung","tag-landwirtschaft","tag-naturschutz","tag-pestizide","tag-pestizidvermeidung","tag-ressourcenschonung","tag-umweltschutz","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[],"dbu_news_mail":"1","dbu_news_mail_status":"Mails wurden versandt"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128429","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/news"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/30"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128429\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":128462,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/news\/128429\/revisions\/128462"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/128455"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=128429"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=128429"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=128429"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}