{"id":47243,"date":"2026-05-22T11:22:15","date_gmt":"2026-05-22T09:22:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30023-067\/"},"modified":"2026-05-22T11:22:19","modified_gmt":"2026-05-22T09:22:19","slug":"30023-067","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30023-067\/","title":{"rendered":"Functional textiles research using environmentally friendly processes"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Forschung zu Funktionstextilien mit umweltfreundlichen Verfahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Textilindustrie ist f\u00fcr eines der gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzungsprobleme der Welt verantwortlich, da sie unerw\u00fcnschte Veredelungshilfsmittel im Abwasser freisetzt und bei der Produktion viel Wasser und Energie verbraucht. Die wachsende Besorgnis \u00fcber diese Probleme f\u00fchrt dazu, dass viele der traditionellen nasschemischen Textilverarbeitungsprozesse nach und nach durch verschiedene Formen von schonenden Fl\u00fcssig- und Trockenveredelungsverfahren ersetzt werden. Unsere Forschung zielt daher darauf ab, umweltfreundlichere Verfahren f\u00fcr die Beschichtung leitf\u00e4higer Polymere einzusetzen, um elektrisch leitf\u00e4hige und antimikrobielle Eigenschaften auf Textilien zu erzielen. Auf der Grundlage fr\u00fcherer Studien wurde eine umweltfreundliche Methode zur Modifizierung von Textilien mit Hilfe eines nichtpolymeren Gasplasmas angewandt.\u00a0 Polyamid (PA) und biologisch abbaubare Wollstoffe wurden ausgew\u00e4hlt, um die Entwicklung von elektrisch leitf\u00e4higen und antimikrobiellen Materialien zu untersuchen. Es hat sich best\u00e4tigt, dass eine nicht-thermische Plasmabehandlung die Hydrophilie erh\u00f6ht und die Reaktivit\u00e4t der Woll- und Polyamidfaseroberfl\u00e4che verbessert, ohne die elementare Zusammensetzung und die makroskopischen mechanischen Eigenschaften zu beeintr\u00e4chtigen. Die handels\u00fcblichen Poly(3,4-Ethylendioxythiophen)-Polystyrolsulfonate (PEDOT: PSS), Clevios F ET und Clevios S V3 (Heraeus Holding GmbH, Hanau, Deutschland) wurden aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung und Viskosit\u00e4t f\u00fcr unsere Druck-\/Beschichtungsmethoden ausgew\u00e4hlt. &#8220;Table Top&#8221; &#8211; Druckmaschinen und Siebdruckverfahren in verschiedenen Variationen wurden eingesetzt, um eine bessere elektrische Leitf\u00e4higkeit der mit PEDOT PSS beschichteten Gewebe zu erreichen.\u00a0 PEDOT: PSS kann als &#8220;leitf\u00e4higer S\u00e4urefarbstoff&#8221; bezeichnet werden, da negativ geladene PSS-Sulfonat-Ionen (-SO<sub>3<\/sub>-) mit den kationischen Aminogruppen der Woll- und Polyamidfasern wechselwirken. Einige der untersuchten Proben wurden mit einem Melaminharz mit niedrigem Formaldehydgehalt namens Tubicoat Fixiermittel HT (CHT Germany GmbH, T\u00fcbingen) behandelt. Melaminharzsysteme mit niedrigem Formaldehydgehalt werden f\u00fcr Textilien verwendet, um widerstandsf\u00e4hige Beschichtungen herzustellen, die die Abrieb- und Waschbest\u00e4ndigkeit erh\u00f6hen. Die Oberfl\u00e4chenmorphologie und -struktur von Wolle und PA-Geweben, die verschiedenen Modifikationen unterzogen wurden, wurde mittels Rasterelektronenmikrsokopie (REM) untersucht. Die chemischen Strukturen der mit PEDOT: PSS beschichteten Woll- und PA-Gewebe wurden zudem mittels FTIR-ATR charakterisiert. Verschiedene Clevios-Produkte und Beschichtungsmethoden wurden mit der VIS\/NIR-Absorption im Bereich von 600-1200 nm untersucht. Eine elektrische Leitf\u00e4higkeit auf der Nanoskala konnte bei den PEDOT: PSS-Beschichtungen, mittels Strom-sensitiven-Atomkraftmikroskopie (CS-AFM) beobachtet werden, was wiederum auf eine Korrelation der Oberfl\u00e4che und den elektrischen Eigenschaften schlie\u00dfen lie\u00df. Dies ist eine neu entdeckte und \u00e4u\u00dferst viel versprechende Methode zur Messung der elektrischen Leitf\u00e4higkeit solcher Materialien. Unsere Erkenntnisse k\u00f6nnen zur Entwicklung von Textilien f\u00fcr die Bereiche Medizin\/Gesundheitswesen, Sport, Mode und Milit\u00e4r genutzt werden. In Zukunft werden wir weitere Studien durchf\u00fchren, um die elektrische Leitf\u00e4higkeit und die antimikrobiellen Eigenschaften der Proben zu analysieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschung zu Funktionstextilien mit umweltfreundlichen Verfahren Die Textilindustrie ist f\u00fcr eines der gr\u00f6\u00dften Umweltverschmutzungsprobleme der Welt verantwortlich, da sie unerw\u00fcnschte Veredelungshilfsmittel im Abwasser freisetzt und bei der Produktion viel Wasser und Energie verbraucht. 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