{"id":47185,"date":"2026-05-22T11:22:01","date_gmt":"2026-05-22T09:22:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30023-006\/"},"modified":"2026-05-22T11:22:04","modified_gmt":"2026-05-22T09:22:04","slug":"30023-006","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30023-006\/","title":{"rendered":"Consumers\u2018 attitudes and willingness to pay towards vertical farming spices"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align:justify;\">Die Weltbev\u00f6lkerung ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und wird voraussichtlich bis 2050 auf 9,7 Milliarden Menschen ansteigen. Dieses Wachstum stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion dar. Um die steigende Bev\u00f6lkerung ausreichend zu versorgen, m\u00fcsste die derzeitige landwirtschaftliche Nutzfl\u00e4che verdoppelt werden. Gleichzeitig verbraucht die konventionelle Landwirtschaft etwa 70 % des weltweiten S\u00fc\u00dfwassers, was angesichts des Klimawandels und der voranschreitende Urbanisierung ein weiteres Problem darstellt. Vertikale Landwirtschaft (Vertical Farming, VF) bietet daf\u00fcr eine L\u00f6sung, indem beim VF Pflanzen in \u00fcbereinander liegenden Schichten angebaut werden, wodurch weniger Land und Wasser verbraucht werden. VF ist zwar ein innovatives landwirtschaftliches System, jedoch gibt es aktuell noch viele Unklarheiten in Bezug auf den Konsum von VF-Produkten in Albanien, u.a. fehlen Informationen \u00fcber Verbraucher*innenpr\u00e4ferenzen und die Zahlungsbereitschaft f\u00fcr VF-Produkte. Die weit verbreitete Skepsis gegen\u00fcber dieser neuen Technologie hat zur Folge, dass sich VF produzierte Nahrungsmitteln nur schwer am Markt etablieren. Um diese Wissensl\u00fccke zu schlie\u00dfen und vertikal angebaute Lebensmittel besser zu vermarkten, untersucht dieses Projekt die Einstellungen der Verbraucher*innen und deren Zahlungsbereitschaft f\u00fcr Gew\u00fcrze (Vanille und schwarzer Pfeffer), die mit VF-Methoden angebaut werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zur Untersuchung der Forschungsfragen wurde eine Kombination aus qualitativen und quantitativen Methoden verwendet. Zun\u00e4chst wurden mittels Netnography (qualitativer Ansatz) Diskussionen und Inhalte in sozialen Medien analysiert, um zu verstehen, was und wie Menschen \u00fcber VF-Gew\u00fcrze denken. Es wurden Prim\u00e4rdaten von Facebook gesammelt und mit Hilfe von Themenanalysen untersucht. Au\u00dferdem wurden visuellen Tools wie Wortwolken genutzt, um die vorherrschenden Einstellungen der Konsumierenden zu identifizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Au\u00dferdem, die Contingent Valuation Method (CVM) in Verbindung mit einer bin\u00e4rer logistischer Regressionsanalyse (quantitativer Ansatz) angewendet, um zu messen, wie hoch die Zahlungsbereitschaft (Willingness to Pay, WTP) der Menschen f\u00fcr VF-Gew\u00fcrze ist. Hierf\u00fcr wurde eine Online-Umfrage mit 151 albanischen Teilnehmer*innen durchgef\u00fchrt. Die Teilnehmer*innen wurden in der Befragung unter anderem gebeten aus einer Liste von Preisen den Preis auszuw\u00e4hlen, den sie f\u00fcr VF-Gew\u00fcrze zahlen w\u00fcrden (Payment Card approach, PC). Anschlie\u00dfend wurde mit Hilfe einer bin\u00e4ren logistischen Regressionsanalyse untersucht, wie soziodemographische und \u00f6konomische Faktoren wie Alter, Geschlecht, Bildung, Haushaltsgr\u00f6\u00dfe, Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte, Gesundheitsbewusstsein, sensorische Eigenschaften, Lebensmittelkosten etc. die WTP beeinflussen.Die netnographische Analyse zeigt, dass die Einstellung der Verbraucher*innen zu VF-Gew\u00fcrzen von positiv (als nachhaltig und innovativ angesehen) \u00fcber neutral bis zu negativ reichte, was auf gemischte Verbraucher*innen-einstellungen hindeutet. Die Ergebnisse zeigen, dass folgende Aspekte zu den Einflussfaktoren auf den Konsum von VF-Gew\u00fcrzen geh\u00f6ren: (1) Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte, (2) sensorische Eigenschaften, (3) Preis\u00fcberlegungen, (4) gesundheitliche Vorteile, (5) N\u00e4hrwertqualit\u00e4t, (6) informative Kennzeichnung sowie (7) soziale und ethische Faktoren (wie faire Handelspraktiken oder faire Arbeitsbedingungen).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die deskriptiven Ergebnisse der Online-Befragungen zeigen, dass die Stichprobe aus rund 40% Frauen und etwa 60% M\u00e4nnern bestand, wobei 51% der Befragten verheiratet waren. Das Alter der Teilnehmenden lag im Mittel bei 36 Jahren und das durchschnittliche Bildungsniveau bei 15 Jahren. Die durchschnittliche Haushaltsgr\u00f6\u00dfe lag bei 4 Personen und die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben f\u00fcr Lebensmittel lagen bei 19.600 albanischen Lek (ca. 190 Euro) pro Person.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Des Weiteren zeigen die Ergebnisse der bin\u00e4ren Regressionsanalyse, dass h\u00f6here Lebensmittelausgaben, Gesundheits- und Ern\u00e4hrungssorgen die wahrgenommene Qualit\u00e4t von VF-Gew\u00fcrzen (sensorische Eigenschaften) die WTP der albanischen Konsument*innen erh\u00f6hen. Insgesamt waren etwa 80% der Befragten bereit, einen Aufpreis f\u00fcr VF-Gew\u00fcrze zu zahlen, wobei der durchschnittliche WTP f\u00fcr schwarzen Pfeffer bei 17% und f\u00fcr Vanille bei 14% lag.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zusammenfassend verdeutlichen die Ergebnisse die Komplexit\u00e4t der Pr\u00e4ferenzen der Verbraucher*innen in Bezug auf VF Produkte. Es konnte gezeigt werden, dass das finanzielle Budget und das Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher*innen sowie die sensorischen Eigenschaften der VF Gew\u00fcrze die WTP der Verbraucher*innen f\u00fcr vertikal angebaute Gew\u00fcrze beeinflussen. Die Studien macht deutlich, dass es ein starkes Marktpotenzial f\u00fcr VF-Gew\u00fcrze gibt, insbesondere bei Verbraucher*innen, die Wert auf sensorische Eigenschaften sowie Gesundheit und die N\u00e4hrwerte von Lebensmitteln legen. Der allgemeine Mangel an Bewusstsein f\u00fcr VF zeigt jedoch, dass mehr Aufkl\u00e4rung und Informationen notwendig sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weltbev\u00f6lkerung ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und wird voraussichtlich bis 2050 auf 9,7 Milliarden Menschen ansteigen. Dieses Wachstum stellt eine gro\u00dfe Herausforderung f\u00fcr die Nahrungsmittelproduktion dar. 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