{"id":47124,"date":"2026-05-22T11:20:43","date_gmt":"2026-05-22T09:20:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30022-010\/"},"modified":"2026-05-22T11:20:49","modified_gmt":"2026-05-22T09:20:49","slug":"30022-010","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30022-010\/","title":{"rendered":"Wertewandel und der Trend der nachhaltigen Entwicklung &#8211; Fair Fashion und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Das Thema meiner Forschung ist \u201eFair Fashion und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie\u201d. Mein oberstes Ziel ist, eine klimafreundliche Kultur zu schaffen und Fast Fashion zu verlangsamen.\u00a0<\/p>\n<p>Aber warum ist Nachhaltigkeit in der Modeindustrie so wichtig? Und was sollte man eigentlich \u00fcber Fast Fashion und Fair Fashion wissen?<\/p>\n<p>Die Modeindustrie ist heutzutage die zweitgr\u00f6\u00dfte Umweltverschmutzungsbranche.\u00a0<\/p>\n<p>Die Bekleidungsindustrie verursacht 10% der gesamten globalen Emissionen und wird Sch\u00e4tzungen zufolge bis 2050 25% der Gesamtemissionen erreichen, wenn wir nichts dagegen unternehmen.\u00a0<\/p>\n<p>In den letzten 20 Jahren hat sich die Modebranche aufgrund der Globalisierung und der technologischen Entwicklung grundlegend ver\u00e4ndert. Die Konsumenten haben sich neue Einkaufsgewohnheiten entwickelt. Das hat zur Entstehung des sog. Marktsegments \u201eFast Fashion\u201d gef\u00fchrt.\u00a0<\/p>\n<p>Unter Fast Fashion verstehen wir Mode, die den Markt in beispielloser Geschwindigkeit mit minderwertigen, billigen Modeartikeln \u00fcberschwemmt. Dar\u00fcber hinaus werden dabei Produkte nach den neuesten Trends in gro\u00dfen Mengen extrem g\u00fcnstig hergestellt und verkauft.\u00a0<\/p>\n<p>Fr\u00fcher vergingen nur zwei oder drei Wochen zwischen der Produktion von zwei unterschiedlichen Kollektionen, aber in der letzten Zeit hat sich dieser Prozess mit der Verbreitung von Ultra Fast Fashion noch weiter beschleunigt. Sie bringen n\u00e4mlich jede Woche eine neue Kollektion auf den Markt.\u00a0<\/p>\n<p>Die Produkte werden haupts\u00e4chlich im Nahen und Fernen Osten in Massenproduktion hergestellt, wobei jedes Jahr 80 Milliarden neue Kleidungsst\u00fccke hergestellt werden.<\/p>\n<p>Leider hat dieses schnelle und billige System auch viele negative Auswirkungen auf die\u00a0<\/p>\n<p>Menschheit und die Umwelt. In der Herstellung arbeiten haupts\u00e4chlich Frauen mit gef\u00e4hrlichen chemischen Materialien. Diese Materialien k\u00f6nnen nicht nur f\u00fcr die Fabrikarbeiter und ihre Umgebung sondern auch f\u00fcr zuk\u00fcnftige Kleidungsbesitzer sch\u00e4dlich sein. Dank des Systems, bei dem es fast ausschlie\u00dflich um den Profit geht, sind die L\u00f6hne der Arbeiter ziemlich niedrig, ganz zu schweigen von den vielen Fabrikunf\u00e4llen. Au\u00dferdem wird die Umwelt &#8211; die Ozeane, Meere und die gesamte Atmosph\u00e4re wegen des langen Transportweges und der chemischen Behandlung der Klamotten extrem belastet. Die Chemikalien landen letztendlich leider in den Ozeanen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Mit meinen Forschungsarbeiten m\u00f6chte ich alle dazu anregen, dar\u00fcber nachzudenken, warum die Gesellschaft ihr Konsumverhalten grundlegend in Richtung Nachhaltigkeit umdenken sollte und wie dieser Wandel im Mindset \u00fcberhaupt m\u00f6glich w\u00e4re. Durch den eigenen Lebensstil und bewusstes Konsumverhalten kann jeder eine ma\u00dfgebliche Rolle bei der Verbreitung und Gestaltung von Eco-Fashion spielen. Durch unsere Entscheidungen in der Gegenwart k\u00f6nnen wir n\u00e4mlich das Angebot der Zukunft beeinflussen bzw. mitgestalten.<\/p>\n<p>Mein Ziel ist es, Fast Fashion auf ein Minimum zu reduzieren und vorhandene Kleidung so lange wie m\u00f6glich im Umlauf zu behalten (z.B. mithilfe vom Kleidertausch). Wenn ab heute kein einziges neues Kleidungsst\u00fcck mehr produziert w\u00fcrde, h\u00e4tten wir genug, um damit 10 bis 15 Jahre die ganze Welt einzukleiden.\u00a0<\/p>\n<p>Zusammenfassend kann ich also feststellen, dass jede einzelne Person eine aktive Rolle in der Gestaltung unserer Zukunft spielt und damit auch die eigene Verantwortung tr\u00e4gt.\u00a0 So kann man die Verbreitung des Fast Fashions effektiv verlangsamen und parallel eine klimafreundliche Kultur durch Mindsetwandel f\u00f6rdern.\u00a0 Dazu brauchen wir vor allem eine umweltfreundlichere Erziehung von Konsumenten, verantwortungsvolle Promotionen und Marketingkampagnen gegen \u00dcberkonsum &#8211; \u201cweniger kaufen und wegschmei\u00dfen\u201d &#8211; bezahlbares Leasing auch f\u00fcr Alltagsklamotten, Mieten statt Kaufen, sowie Secondhand-L\u00e4den. Au\u00dferdem k\u00f6nnten wir verschiedene Veranstaltungen organisieren, wo Leute die M\u00f6glichkeit haben, ihre Klamotten untereinander zu tauschen.<\/p>\n<p>Bei Fair Fashion werden Produkte in der Regel mit einem Siegel versehen. Dadurch werden Konsumenten dar\u00fcber informiert, dass diese Waren aus fairem Handel stammen und bei deren Herstellung bestimmte soziale, \u00f6kologische und \u00f6konomische Kriterien eingehalten wurden. Deswegen ist die Bekanntmachung und Vermarktung von Produkten mit Siegeln unerl\u00e4sslich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema meiner Forschung ist \u201eFair Fashion und Nachhaltigkeit in der Modeindustrie\u201d. Mein oberstes Ziel ist, eine klimafreundliche Kultur zu schaffen und Fast Fashion zu verlangsamen.\u00a0 Aber warum ist Nachhaltigkeit in der Modeindustrie so wichtig? Und was sollte man eigentlich \u00fcber Fast Fashion und Fair Fashion wissen? 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