{"id":46945,"date":"2026-05-22T11:18:45","date_gmt":"2026-05-22T09:18:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30018-778\/"},"modified":"2026-05-22T11:18:45","modified_gmt":"2026-05-22T09:18:45","slug":"30018-778","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30018-778\/","title":{"rendered":"Untersuchung, Dokumentation und Bewertung von Umbau bzw. R\u00fcckbauma\u00dfnahmen von Querbauwerken in Gew\u00e4ssern im Grenzeinzugsgebiet der Lausitzer Nei\u00dfe und der Spree"},"content":{"rendered":"<p>Analyse der Effizienz der \u00f6kologischen Fliessdurchg\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Wiederherstellung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit der Fl\u00fcsse, die die l\u00e4ngsten nat\u00fcrlichen \u00f6kologischen Korridore darstellen, ist eines der Hauptziele der Wasserrahmenrichtlinie und der Hauptpriorit\u00e4ten im Einklang mit den Grunds\u00e4tzen der nachhaltigen Entwicklung. Ziel der Arbeit ist es, auf Basis von Baudokumentation und aktuellen Vor-Ort-Begehungen die Entwicklung von Gew\u00e4sserabschnitten nach Umsetzung von Bauma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Fischdurchg\u00e4ngigkeit zu dokumentieren und zu bewerten. Aus den gewonnenen Daten sind Schlussfolgerungen abzuleiten, die dem Betrieb Spree\/Nei\u00dfe f\u00fcr zuk\u00fcnftige Projekte Optimierungsans\u00e4tze liefern, um den \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Wert derartiger Projekte zu steigern.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es wurden 16 Fischaufstiegsanlagen im Bereich Betrieb Spree\/Nei\u00dfe analysiert. Die Fl\u00fcsse befinden sich im Bereich der zwei Flie\u00dfgew\u00e4ssertypen: Norddeutsches Tiefland und Mittelgebirge. Der Bereich des Betriebes Spree\/Nei\u00dfe umfasst Teilbearbeitungsgebiete der oberen Spree, der Lausitzer Nei\u00dfe und teilweise der Schwarze Elster. Die FAA befinden sich allgemein in den verschieden <strong>Fischregionen<\/strong>: Barberregion, \u00c4schenregion, Forellenregion (nach HUET). Die analysierten Fischaufstiegsanlagen stellen sowohl naturnahe als auch technische Typen dar Es wurden alle FAA hinsichtlich der biologische und hydraulische Eigenschaften charakterisiert. Die Arbeit wurde in 4 Schritten durchgef\u00fchrt:<strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>1. Literatur\u00fcbersicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Hauptdateiquellen sind die Fachliteratur \u00fcber Fischaufstiegsanlagen und Planungsunterlagen. Es wurde sich mit Entwurfs-, Genehmigungsplanungen und Ausf\u00fchrungsberichten vertraut gemacht<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">2. <strong>Vor-Ort-Begehungen und Untersuchungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die grundlegende Methode, um die Fischaufstiegsanlagenfunktionalit\u00e4t zu beurteilen, waren Messungen w\u00e4hrend der Vor-Ort-Begehungen. Es erfolgte die Kontrolle der Funktionalit\u00e4tsparameter (besonders Flie\u00dfgeschwindigkeit und Wassertiefe). W\u00e4hrend der Vor-Ort-Begehungen wurden die chemisch-physikalischen Parameter des Wassers gemessen, die verwendeten Baumaterialen beschrieben, die Einzelheiten der FAA beobachtet und auch Fotodokumentationen angefertigt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">3. <strong>Befischungsdatenbank <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Auf der Grundlage der Befischungsprotokolle des LfULG wurde jeweils eine biologische Analyse des Fischbestandes im Bereich des jeweiligen Bauwerkes durchgef\u00fchrt. Nicht alle Ergebnisse erlauben die biologische Effizienz der FAA zu beurteilen. Es erfolgte ebenso die Analyse der Ver\u00e4nderung in der Fischfauna.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">4. <strong>Grundlagenbearbeitung und Bewertung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es wurden Bewertungsschematabellen konstruiert. Das Tabellenschema basiert auf einer Empfehlung der DWA Publikation \u0084<em>Funktionskontrolle von Fischaufstiegsanlagen<\/em>, <em>Auswertung durchgef\u00fchrter Untersuchungen und Diskussionsbeitr\u00e4ge f\u00fcr Durchf\u00fchrung und Bewertung<\/em>\u0093. F\u00fcr jede Anlage erfolgte eine separate Analyse.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es wurden Funktionskontrollen an insgesamt 16 verschiedenen Fischaufstiegsanlagen (FAA) durchgef\u00fchrt. F\u00fcnf FAA wurden als unbefriedigend, drei als m\u00e4\u00dfig, sieben als gut und eine als sehr gut beurteilt. Die ausgew\u00e4hlten Beispiele zeigen unterschiedliche L\u00f6sungen mit der Dominanz naturnaher Bauweisen. Jede Gestaltung einer FAA ist eine Einzelfallentscheidung. Zehn der betrachteten Anlagen wurden anhand des Merkblattes DVWK-M 232 von 1996 und sechs anhand des Merkblattes M-509 von 2014 errichtet. Aufgrund der analysierten Fischaufstiegsanlagen wurde beobachtet, wie sich der Kenntnisstand in einem Zeitraum von 20 Jahren ver\u00e4ndert hat. Die Entwicklung umfasst sowohl die Konstruktionstypen der FAA als auch die Anpassung an die Anforderungen der Fischfauna. Die Ma\u00dfnahmen zur Optimierung der Funktionsf\u00e4higkeit in der FAA betreffen vor allem die Bauweisegeometrie und die Optimierung der technisch\/hydraulischen Parameter.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es erfolgte die Betrachtung der h\u00e4ufigsten M\u00e4ngel bei der Funktionalit\u00e4t der Fischaufstiegsanlagen:<\/p>\n<ul>\n<li>die Fischaufstiegsanlagen sind selektiv funktionst\u00fcchtig,<\/li>\n<li>das Sohlmaterial ist nicht angepasst an Flussabschnitt,<\/li>\n<li>die Durchg\u00e4ngigkeit entlang des ganzen Flusses ist nicht gew\u00e4hrleistet (nicht alle Hindernisse wurden umgebaut),<\/li>\n<li>nicht geeignete Durchfl\u00fcsse durch die Anlage verursachen zu gro\u00dfe Leistungsdichte,<\/li>\n<li>Mangel der entsprechenden \u00dcberwachung nach der Umsetzung der Ma\u00dfnahme.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Ausblick f\u00fcr weitere Entwicklung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">1<strong>. Monitoring<\/strong> ist die wichtigste Aufgabe, um die FAA zu optimieren. Kontrollbefischungen sollten vor und nach Umsetzung der Ma\u00dfnahmen regelm\u00e4\u00dfig durchgef\u00fchrt werden. W\u00e4hrend der Planungsphase sollten nicht nur die Leitfische und Fischregion ber\u00fccksichtigen werden sondern auch der aktuelle Fischbestand im Fluss.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Jede neu gebaute Fischaufstiegsanlage soll bei der Optimierung der n\u00e4chsten Objekte helfen. Daf\u00fcr ist ein biologisches Monitoring n\u00f6tig. Das Monitoring soll regelm\u00e4\u00dfig (z. B. einmal pro Monat) minimal zwei Jahre vor und zwei Jahre nach Realisierung der FAA durchgef\u00fchrt werden. Die Befischungsstellen sollen sich oberhalb, unterhalb und innerhalb der FAA befinden. Solche Befischungsergebnisse k\u00f6nnen die Funktionst\u00fcchtigkeit und Migrationst\u00fcchtigkeit der FAA zeigen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">2. Bei der Planungsphase kommt sehr oft das Problem vor, dass das <strong>Budget beschr\u00e4nkt <\/strong>ist. Dadurch werden oft die FAA zu kurz mit zu gro\u00dfem Gef\u00e4lle gebaut, weil gr\u00f6\u00dfere Bauweisen h\u00f6here Kosten verursachen. Mit ausreichenden Mitteln k\u00f6nnen die Planer die FAA schon w\u00e4hrend der Planungsphase optimieren.<\/p>\n<p>3. W\u00e4hrend des Funktionslaufs der Anlage setzen sich oft die Durchl\u00e4sse zu. Wenn die FAA nicht unterhalten wird, ist die Funktionsf\u00e4higkeit beschr\u00e4nkt. Das verursacht sehr oft die \u00dcberschreitung der grenzwertigen hydraulischen Bedingungen, z. B. Flie\u00dfgeschwindig-keiten und Wasserspiegelunterschiede. Besonders bei den Laich- und Schonzeiten hilft\u00a0 die regelm\u00e4\u00dfige <strong>Unterhaltung<\/strong> bei der Verringerung der Ver\u00e4nderung in Fischaufstiegsanlagenstruktur als auch der Verschmutzungsmenge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Analyse der Effizienz der \u00f6kologischen Fliessdurchg\u00e4ngigkeit Die Wiederherstellung der \u00f6kologischen Durchg\u00e4ngigkeit der Fl\u00fcsse, die die l\u00e4ngsten nat\u00fcrlichen \u00f6kologischen Korridore darstellen, ist eines der Hauptziele der Wasserrahmenrichtlinie und der Hauptpriorit\u00e4ten im Einklang mit den Grunds\u00e4tzen der nachhaltigen Entwicklung. 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