{"id":46938,"date":"2026-05-22T11:18:37","date_gmt":"2026-05-22T09:18:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30018-771\/"},"modified":"2026-05-22T11:18:42","modified_gmt":"2026-05-22T09:18:42","slug":"30018-771","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30018-771\/","title":{"rendered":"Mikroverunreinigungen und ihre Toxizit\u00e4t in Grundwasser"},"content":{"rendered":"<p>Mikroverunreinigungen und ihre Toxizit\u00e4t in Grundwasser<\/p>\n<p style=\"text-align:center;\"><strong>Mikroverunreinigungen und ihre Toxizit\u00e4t in Grundwasser<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Grundwasser ist eine lebenswichtige Ressource. Europaweit werden etwa 60% des Trinkwasserbedarfs \u00fcber Grundwasser gedeckt; in Deutschland sind es 70%, in manchen L\u00e4ndern wie \u00d6sterreich und D\u00e4nemark sogar ann\u00e4hernd 100%. Im Zuge von zunehmenden Stoffeintr\u00e4gen, Extremwetterereignissen, Unf\u00e4llen und Nutzungs\u00e4nderungen ist die Qualit\u00e4t des Grundwassers vielerorts gef\u00e4hrdet oder bereits beeintr\u00e4chtigt. Um den langfristigen Schutz und die Verf\u00fcgbarkeit der Ressource Grundwasser sicherzustellen, sind innovative Konzepte zur Bewertung des &bdquo;Gesundheitszustands&quot; unseres Grundwassers sowie der Beurteilung der Belastbarkeit und des Selbstreinigungsverm\u00f6gens von Grundwasser\u00f6kosystemen notwendig.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Sauberes Grundwasser ist das Ergebnis physikalisch-chemischer, vor allem aber biologischer Reinigungsvorg\u00e4nge, die im Idealfall infiltrierenden Regen und Oberfl\u00e4chenwasser in eine f\u00fcr die Trinkwasseraufbereitung wertvolle Ressource verwandeln. \u00d6kologisch intakte B\u00f6den und Grundwasserleiter liefern somit wichtige \u00d6kosystemleistungen. Dazu z\u00e4hlt nicht nur die Reinigung des Wassers durch den biologischen Abbau von Schadstoffen und die Elimination von Krankheitserregern, sondern auch die Speicherung des gereinigten Wassers in bester Qualit\u00e4t \u00fcber Zeitr\u00e4ume von mehreren Jahrzehnten bis Jahrtausenden. Viele terrestrische \u00d6kosysteme, so etwa Feuchtgebiete, aber auch Quellen, B\u00e4che und Fl\u00fcsse sind grundwasserabh\u00e4ngige \u00d6kosysteme und auf die Verf\u00fcgbarkeit von Grundwasser in ausreichender Menge und guter Qualit\u00e4t angewiesen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Grundwasserleiter, auch Aquifere genannt, sind Gesteinsk\u00f6rper mit zusammenh\u00e4ngenden Hohlr\u00e4umen, die ausreichend por\u00f6s und durchl\u00e4ssig sind, um gro\u00dfe Wassermengen aufnehmen und fortleiten zu k\u00f6nnen. Grundwasserleiter werden als \u00fcberaus stabile Lebensr\u00e4ume angesehen, die auch nach anthropogener Verschmutzung durch ein niedriges Reaktionsverm\u00f6gen und geringe Dynamik gekennzeichnet sind.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der experimentelle Grundwasserleiter, mit dem gearbeitet wurde, war 4,8 m lang, 0,8 m breit und 0,7 m hoch. Das Sedimentmaterial in dem Grundwasserleiter wurde mit quart\u00e4rem Grundwasser durchstr\u00f6mt. In dieses Grundwasser wurden Spurenschadstoffe (Antibiotikum: Sulfamethoxazol; S\u00fc\u00dfstoff: Acesulfam, Korrosionsinhibitor: Benzotriazol und Metabolit von Aminopyrin: 4-Formylaminoantipyrin) mit niedrigen Konzentrationen (von 25 bis 500 ug\/L) injiziert. Diese Spurenschadstoffe wurden auch separat in Flaschen mit Sediment und Grundwasser dosiert = das sogenannte Batch-Experiment. In regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden wurden den Flaschen und Aquifer Proben zur N\u00e4hrstoff, Sauerstoff, pH, ATP, DNA, Gesamtzellzahl, Ionen, DOC, gesamte organische Trockenmasse und chemische Analyse entnommen. Aus diesen Daten wurde die Wirkung dieser Spurenschadstoffe auf die nat\u00fcrliche mikrobielle Gemeinschaft evaluiert.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Messungen haben gezeigt, dass AC \u00fcberhaupt nicht abgebaut wurde und nur adsorbiert wurde. SMX wurde weder abgebaut noch adsorbiert. Im Gegensatz dazu konnte f\u00fcr BT sowohl ein Abbau als auch eine anf\u00e4ngliche Adsorption festgestellt werden. Im Fall von FAA fand ein Abbau ohne anf\u00e4ngliche Adsorption statt. Messungen in Aquifer haben auch gezeigt, dass die Biomasse durch diese Substanzen w\u00e4hrend der gesamten Dauer der Experimente nicht inhibiert wird. Messungen der Wasserqualit\u00e4t im Aquifer haben gezeigt, dass die Parameter der ionischen Wasserqualit\u00e4t nach Zugabe dieser Substanzen nicht signifikant beeinflusst und \u00fcberschritten wurden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mikroverunreinigungen und ihre Toxizit\u00e4t in Grundwasser Mikroverunreinigungen und ihre Toxizit\u00e4t in Grundwasser Grundwasser ist eine lebenswichtige Ressource. Europaweit werden etwa 60% des Trinkwasserbedarfs \u00fcber Grundwasser gedeckt; in Deutschland sind es 70%, in manchen L\u00e4ndern wie \u00d6sterreich und D\u00e4nemark sogar ann\u00e4hernd 100%. 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