{"id":46888,"date":"2026-05-22T11:18:21","date_gmt":"2026-05-22T09:18:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30017-719\/"},"modified":"2026-05-22T11:18:23","modified_gmt":"2026-05-22T09:18:23","slug":"30017-719","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30017-719\/","title":{"rendered":"Luchs, Wolf, Wildkatze &#8211; Fragmentierung der Landschaft und Habitatwahl"},"content":{"rendered":"<p>Schutz der gro\u00dfen Raubtiere und Wildkatzen<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Das vorliegende Projekt besch\u00e4ftigt sich mit dem Schutz gro\u00dfer Raubtiere und der Wildkatze im Nationalpark Bayerischer Wald. Das Wissen \u00fcber die Verbreitung bestimmter Arten und ihre Anspr\u00fcche an den Lebensraum sind beispielsweise wichtig, um geeignete Habitatmodelle zu erstellen. In meinem Projekt habe ich zun\u00e4chst beim Luchsmonitoring mitgearbeitet, weil diese Daten eine Grundlage zur Erstellung des Habitatmodells sind. Au\u00dferdem wurden Daten \u00fcber Wolf und Wildkatze gesammelt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Die Methoden werden in zwei Bereiche unterteilt:<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><strong><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">1\/ Monitoring der Beutegreifer<\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Je mehr Daten zur Verf\u00fcgung stehen, desto besser werden die entsprechenden Habitatmodelle. In unserem Fall wurden vier unterschiedliche Methoden verwendet. Die wichtigste Methode zur Erfassung der individuell gezeichneten Luchse ist heute das <strong>Fotofallen-Monitoring<\/strong>. Fotos von guter Qualit\u00e4t erm\u00f6glichen eine genaue Identifikation der Tiere anhand des individuell markanten Fellmusters. Im M\u00e4rz haben wir einige Kamerastandorte kontrolliert, um Batterien und SD-Karte zu wechseln.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Eine andere Methode ist die Verwendung von <strong>Infrarotkameras<\/strong>. Dazu wird die nat\u00fcrliche W\u00e4rmeabstrahlung von Warmbl\u00fctern genutzt, um die Wildtiere in der D\u00e4mmerung und Nacht zu detektieren. Dabei bewegte ich mich im Auto auf einer Linie (Transekt) und nahm alle sichtbaren Wildtiere auf. Die Daten gab ich in eine Software ein, mit der die Abundanz und Dichte der Tiere berechnet werden kann. Eine weitere Monitoringmethode sind <strong>Lockst\u00f6cke mit Lockstoff<\/strong>. Das Luchsmonitoring mit der Lockstock-Methode begann im April. 44 St\u00f6cke mit Fotofallen wurden systematisch zwischen Rachel und Falkenstein aufgestellt. Vom 7.4. bis 30.4.2017 wurde mit Baldrian gearbeitet, danach haben wir die Lockst\u00f6cke bis zum 28.5.2017 mit Rotluchs-Urin bespr\u00fcht. Eine neue Methode im Wildtiermonitoring ist der Einsatz von <strong>Suchhunden zum Auffinden von Wildtierkotproben<\/strong>. Die Datenaufnahme begann im M\u00e4rz\/April 2017. Das Gebiet des Nationalparks Bayerischer Wald wurde in 44 verschiedene Transekte unterteilt. Die ausgew\u00e4hlten Transekte repr\u00e4sentieren verschiedene Landschaftsnutzungsformen, menschliche Einfl\u00fcsse, H\u00f6hen \u00fcber dem Meeresspiegel und topographische Komplexit\u00e4t. Unser \u0084Monitoringteam\u0093 bestand aus einem Hund, dem Coach des Hundes, und mir. Ich war verantwortlich f\u00fcr die Orientierung auf dem Transekt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><strong><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">2\/ Habitatmodellierung &#8211; MAXENT<\/span><\/span><\/strong><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:10pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Der Luchs ist eine perfekte Leitart um eine Habitatmodellierung zu erstellen. Er besitzt eine mittlere Ausbreitungsf\u00e4higkeit und hat hohe Anspr\u00fcche an seinen Biotop. Dauerhaft besiedelt der Luchs in geringer Dichte geeignete Habitate von mehreren hundert Quadratkilometern Fl\u00e4chenausdehnung. Dieses Projekt setzt den Fokus darauf, ein Habitatmodell f\u00fcr Mitteleuropa zu entwickeln, das mit Hilfe der Maxent Methode simuliert und analysiert wird. Als Grundlage eines effektiven und umfangreichen Habitatmodells wurden Telemetriedaten verwendet. In meinem Projekt lag ein Augenmerk auch darauf, die Streifgebiete der Luchse zu untersuchen. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"margin-bottom:0.0001pt;margin-left:0cm;margin-right:0cm;margin-top:0cm;text-align:justify;\"><span style=\"font-size:10pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Zusammengefasst kann man durch das Habitatmodell erkennen, dass einerseits genug potenziell geeignete Lebensr\u00e4ume in Zentraleuropa vorhanden sind, andererseits die Kerngebiete aufgrund Zersiedelung und Zerschneidung isoliert sind. Die Verbindung der Kerngebiete, kann nur durch Vernetzung auf Basis \u00fcberregionaler Wanderkorridore quer durch Europa erreicht und sichergestellt werden, um den genetischen Austausch zwischen lokalen Populationen gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. <\/span><\/span><\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\">Im Rahmen dieser Aktivit\u00e4ten nahm ich an verschiedenen Veranstaltungen teil. Das Jahr 2017 gilt als ein \u0084Wolfsjahr\u0093 in Bayern. Zum jetzigen Zeitpunkt kann niemand vorhersagen, ob sich W\u00f6lfe in Bayern etablieren k\u00f6nnen. Mit Hilfe einer DNA-Analyse und einem Fotofallenbild wurde nachgewiesen, dass sich ein Wolfspaar im Nationalpark Bayerischer Wald aufh\u00e4lt. Da eventuell Wolfsnachwuchs zu erwarten ist, blicken die Wissenschaftler gespannt auf den Herbst. <span style=\"color:#000000;\">Der <\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"><span style=\"color:#000000;\">Bayerische Jagdverband<\/span><\/span><\/span><span style=\"font-size:12pt;\"><span style=\"line-height:150%;\"> veranstaltete in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie f\u00fcr Jagd und Natur und der Wildland-Stiftung Bayern am 6. und 7. April 2017 ein Symposium zum Thema \u0084Gro\u00dfe Beutegreifer \u0096 Luchs und Wolf\u0093. W\u00e4hrend des Symposiums hatten wir auch eine Tagung mit Wissenschaftler aus dem Nationalpark \u008aumava. Ende April lud der Nationalpark zur Internationalen Konferenz \u00fcber Waldnaturschutz (\u0084Temperate and Boreal Forest Conservation in a rapidly changing world\u0093) ein. Ich nahm an der Konferenz teil und war Mitglied im Organisationskomitee. W\u00e4hrend der Konferenz wurde mein Poster ausgestellt. Ich besuchte einige Veranstaltungen der wissenschaftlichen Vortragsreihe der Nationalparkverwaltung u. a. \u00fcber die W\u00f6lfe in Bayern \u0096 Status, Management, Perspektiven von Walter Joswig (Bayerisches Landesamt f\u00fcr Umwelt).<\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schutz der gro\u00dfen Raubtiere und Wildkatzen Das vorliegende Projekt besch\u00e4ftigt sich mit dem Schutz gro\u00dfer Raubtiere und der Wildkatze im Nationalpark Bayerischer Wald. Das Wissen \u00fcber die Verbreitung bestimmter Arten und ihre Anspr\u00fcche an den Lebensraum sind beispielsweise wichtig, um geeignete Habitatmodelle zu erstellen. 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