{"id":46868,"date":"2026-05-22T11:18:12","date_gmt":"2026-05-22T09:18:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30016-684\/"},"modified":"2026-05-22T11:18:14","modified_gmt":"2026-05-22T09:18:14","slug":"30016-684","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30016-684\/","title":{"rendered":"Umweltauswirkungen des Energiepflanzenanbaus f\u00fcr Biogasanlagen am Beispiel von Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<p>Landscape ecology<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Heute sind die erneuerbaren Energien weltweit verbreitet und viele L\u00e4nder nutzen diese sogenannten &bdquo;gr\u00fcnen&ldquo; L\u00f6sungen, um zum Beispiel ihren CO2-Aussto\u00df zu reduzieren. Deutschland investierte im Jahr 2012 19,5 Milliarden Euro in diese Branche. Im Jahr 2016 wurden 32 % des landesweiten Stromverbrauchs durch erneuerbare Energiequellen gedeckt. Es gibt inzwischen tausende von Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen in Deutschland.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Nord- und Mittelteil des Bundeslandes Schleswig-Holstein gibt es besonders viele Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 0,4 GW. Mein Forschungsschwerpunkt liegt daher auf den Umweltauswirkungen der Biogasproduktion, da diese Art der Energieproduktion gro\u00dfe Auswirkungen auf die Landnutzungsstruktur, die Landschaftsvielfalt und die verschiedenen Landschaftsdienste auf unterschiedlichen Raumebenen haben kann. In dieser Arbeit wurden folgende Fragen beantwortet:<\/p>\n<ul>\n<li>Wie ver\u00e4ndern die Biogasanlagen die Landschaft, die Landschaftsstruktur, die Landnutzung, die Vielfalt (Fauna, Flora) in Schleswig-Holstein?<\/li>\n<li>Kann man mit Landschaftsmetriken und Landschaftsindizes diese Ver\u00e4nderungen in Schleswig-Holstein identifizieren und zeigen?<\/li>\n<li>Was sind die Auswirkungen und Konsequenzen von Landnutzungswandel und \u00c4nderungen der Landschaftsstruktur auf Flora, Fauna und Vielfalt?<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align:justify;\">Schleswig-Holstein hat drei gro\u00dfe Naturr\u00e4ume: Marsch, Geest (Hohe und Vor-) und H\u00fcgelland. Es ist gibt \u00fcberwiegend Sandb\u00f6den mit schlechter Qualit\u00e4t, welche die Landwirte traditionell f\u00fcr intensive Weiden mit gro\u00dfen Weidefl\u00e4chen und dauerhafte Wiesen verwenden. Wegen der Biogasanlagen begannen die Grundeigent\u00fcmer, Energiepflanzen wie Silomais zu produzieren, sodass Dauergr\u00fcnland und Weiden zu Ackerland umgewandelt wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Zur Beschreibung des Zusammenhangs zwischen Biogasanlagen und Landschaftsnutzung benutzte ich drei Datengrundlagen: Corine Land Cover, Digitales Basis Landschaftsmodell, Agrarstrukturerhebung. Die Metriken in ArcGis 10.2 wurden mit dem Tool V-Late 2.0 bewertet und die Metrik in die richtige Formdatei eingef\u00fcgt. Die Diversit\u00e4tsindizes wurden mit dem Fragstat 4.0 und Microsoft Excel bewertet. Die Ergebnisse wurden in Microsoft Excel weiter bearbeitet. Die folgenden statistischen Berechnungen (Korrelation zwischen den Biogasanlagen und den Indizes) wurden mit der statistischen Software IBM SPSS durchgef\u00fchrt. Der Spearman-Korrelationskoeffizient wurde f\u00fcr die Berechnung von Korrelationen und der two-tailed Signifikanztest (* = 0,01-Niveau signifikant, ** = 0,05-Niveau signifikant) benutzt. Karten wurden mit ArcGis 10.2-Software erstellt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Im Geestgebiet fanden die meisten Ver\u00e4nderungen in der Landnutzung statt. Der Anteil des Silomaisanbaus an der Landnutzung stieg von 13% auf 28% und gleichzeitig sank der Anteil des Dauergr\u00fcnlands von 56% auf 42%. Der Anstieg beim Silomais um 15% und der korrespondierende R\u00fcckgang beim Dauergr\u00fcnland um 14% machen diesen Trend offensichtlich. Es wurde auch die Korrelation zwischen der Leistung von Biogasanlagen und den verschiedenen Getreidearten und Landnutzungstypen auf Gemeinde-Ebene analysiert. Die h\u00f6chsten Korrelationen gab es mit Silomais (p =0,467 **), Grass (p =0,340 **) und Roggen (p =0,194 **), welche auch oft in Biogasanlagen benutzt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In Gebieten mit hohen installierten Leistungen aus Biogasanlagen, zeigten die Ackerland-Metriken positive Ver\u00e4nderung. Ergo erh\u00f6hte sich der Wert von 2000 bis 2012, aber im gleichen Zeitraum nahmen die Metriken der Weiden ab. Das bedeutet, dass die Weidefl\u00e4chen kleiner und weniger komplex wurden. Die Schlussfolgerung ist, dass der n\u00f6rdliche Teil der Geest zu einem typischen landwirtschaftlichen Bereich wie das H\u00fcgelland geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Laut den Corine Land Cover und ATKIS Daten nehmen alle Diversit\u00e4tsindizes in Schleswig-Holstein ab. Die Korrelation zwischen der Leistung der Biogasanlagen und den Ver\u00e4nderungen in der Vielfalt war in allen F\u00e4llen signifikant negativ. Das bedeutet, dass mehr installierte Leistung aus Biogasanlagen weniger Vielfalt und mehr Monokultur in der Landwirtschaft bewirkt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Biogasanlagen haben somit einen gro\u00dfen Einfluss auf die Umwelt- und Landschaftsstruktur. Diese Art von erneuerbarer Energie ver\u00e4ndert die Landnutzung, wie hier am Beispiel Schleswig-Holstein mit Landschaftsmetriken und Diversit\u00e4tsindizes gezeigt wurde. Das kann auch die chemische Zusammensetzung des Bodens (Nitrat) und den Lebensraum von Tieren ver\u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Landscape ecology Heute sind die erneuerbaren Energien weltweit verbreitet und viele L\u00e4nder nutzen diese sogenannten &bdquo;gr\u00fcnen&ldquo; L\u00f6sungen, um zum Beispiel ihren CO2-Aussto\u00df zu reduzieren. Deutschland investierte im Jahr 2012 19,5 Milliarden Euro in diese Branche. Im Jahr 2016 wurden 32 % des landesweiten Stromverbrauchs durch erneuerbare Energiequellen gedeckt. 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