{"id":46847,"date":"2026-05-22T11:18:01","date_gmt":"2026-05-22T09:18:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30016-647\/"},"modified":"2026-05-22T11:18:06","modified_gmt":"2026-05-22T09:18:06","slug":"30016-647","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30016-647\/","title":{"rendered":"Urbane G\u00e4rten und kreative R\u00e4ume in Berlin als Beispiel f\u00fcr gemeinschaftlich getragene L\u00f6sungen f\u00fcr Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p>Urbane G\u00e4rten und kreative R\u00e4ume, Nachhaltigkeit<\/p>\n<p>Das Projekt wird in Berlin seit M\u00e4rz 2016 durchgef\u00fchrt. Im Zentrum des Projekts stehen die B\u00fcrgerinitiativen, die zu der nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen. Als Beispiel solcher Initiativen wurden vier Gemeinschaftsg\u00e4rten und vier kreative R\u00e4ume ausgew\u00e4hlt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen nach meiner R\u00fcckkehr in der Praxis in Polen genutzt werden. Das Praktikum wird bei dem Institut f\u00fcr kreative Nachhaltigkeit absolviert.<\/p>\n<p>Es wurden drei Leitfragen formuliert: <br \/>1)\tWie werden solche Initiativen im Hinblick auf ihre Organisation, Finanzierung, Beteiligung und Management gef\u00fchrt? <br \/>2)\tWelche Herausforderungen stellen sich ihnen und welche Chancen gibt es f\u00fcr die Zukunft? Was sind die Erfolgsfaktoren?<br \/>3)\tWelchen Beitrag leisten die Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4ume f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung der Stadt? Welche Haltungen f\u00f6rdern sie am meistens?<br \/>Das Projekt zielt darauf ab, diese Forschungsfragen zu beantworten. Es sollen die bew\u00e4hrte Arbeitsweisen im Bereich der sozialen Innovation f\u00fcr mehr Nachhaltigkeit in der Stadt kennengelernt werden und dieses Wissen sp\u00e4ter in der polnischen Praxis genutzt werden.<\/p>\n<p>Im ersten Forschungsstadium wurde ein umfassender \u00dcberblick zur Fachliteratur erstellt. Auf Basis dieser Recherchen wurde die Problemstellung herausgearbeitet. <br \/>Die Feldforschung wurde mit qualitativen, empirischen Methoden durchgef\u00fchrt. Auf diese Weise sollte ein tieferes Verst\u00e4ndnis der Ph\u00e4nomene, Besonderheiten und Prozesse, die in Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4umen stattfinden, erm\u00f6glicht werden. Als Feldforschungsmethoden nutzte ich die Methode der nicht-teilnehmenden Beobachtung von nat\u00fcrlichen Situationen. Zus\u00e4tzlich wurden Leitfadeninterviews und informelle Gespr\u00e4che mit den Gr\u00fcndern und den Nutzern der Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4umen sowie mit Experten aus dem Feld durchgef\u00fchrt.<br \/>Beitrag der Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4ume zu der nachhaltigen Entwicklung der Stadt<br \/>\u00d6kologische Rolle: Die Gemeinschaftsg\u00e4rten entstehen oft auf Brachfl\u00e4chen, deshalb tragen sie zur Begr\u00fc-nung der Stadt bei. Sie haben auch eine positive Wirkung auf das Stadtklima und die Rentention von Regen-wasser. Sie bieten gesunde, gr\u00fcne Orte f\u00fcr Erholung, Arbeit, Bildung und Begegnung. Die Pflanzen werden normalerweise \u00f6kologisch im Boden oder in Hochbeeten angebaut, dies h\u00e4ngt von der Qualit\u00e4t des Bodens ab) und auf diese Weise werden die Gemeinschaftsg\u00e4rten die Quelle von regionalem Bio-Gem\u00fcse.<\/p>\n<p>Soziale Rolle:\u00a0G\u00e4rtnern ist aber eher selten der einzige Fokus der Gemeinschaftsg\u00e4rten. Die soziale Rolle urbaner G\u00e4rten und kreativer R\u00e4ume wird von den Informanten besonders betont. Solche Initiativen st\u00e4rken die sozialen Netzwerke, das Sozialkapital und die gesellschaftliche Integration bzw. Inklusion. . Es wird bspw. mit Senioren, Gefl\u00fcchteten, Behinderten gearbeitet. So entstehen Orte der interkulturellen Vielfalt, wo Begegnungen und Interaktionen von Gruppen unterschiedlichster Altersstufen mit verschiedenen kulturellen und sozio\u00f6konomischen Hintergr\u00fcnden, stattfinden. <br \/>(B\u00fcrger)Beteiligungsrolle, politische Rolle:\u00a0In vielen Debatten \u00fcber die Nachhaltigkeit wird betont, dass eine nachhaltige Stadtentwicklung die gezielte Beteiligung der B\u00fcrger voraussetzt. Das ist einer der wichtigste Beitr\u00e4ge, den die Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4ume f\u00fcr die Nachhaltigkeit leisten. Solche B\u00fcrgerinitiativen schaffenden Raum f\u00fcr Begegnungen, Diskussionen, und Austausch sowie f\u00fcr Selbstbestimmung sowie Mitbestimmung \u0096 also f\u00fcr mehr B\u00fcrgeraktivit\u00e4t. Oft werden die urbanen G\u00e4rten als Orte politischer Aktivit\u00e4t betrachtet. Sie stellen Teilhabe im politischen und sozialen Sinn dar. Hier wird direkte Demokratie, \u0084planning for real\u0093 und b\u00fcrgerliches Engagement ge\u00fcbt. Sie erm\u00f6glichen den B\u00fcrgern, ihre Umgebung-Nachbarschaft zu gestalten und auf ihre Stadt Einfluss zunehmen.  Politisch relevant ist au\u00dferdem die Frage, wie mit kommunalem Eigentum der Gesellschaft umgegangen wird. In den beforschten Initiativen erhalten die B\u00fcrger direkten Zugang zum Boden, der eine wichtige Ressource f\u00fcr das Gemeinwohl darstellt. Was zudem Aufmerksamkeit verdient, ist dass solche Initiativen den Mitwirkenden die Verantwortung f\u00fcr ihre Nachbarschaft \u00fcbernehmen lassen. Die Menschen erhalten auf diese Weise nicht nur Rechte, sondern m\u00fcssen auch bestimmte Pflichten \u00fcbernehmen.<br \/>Bildungsrolle:\u00a0Die Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreativen R\u00e4ume bieten vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten eines praxisnahen Lernens. Im Rahmen der Bildungsarbeit im weiteren Sinne bieten Gemeinschaftsg\u00e4rten und kreative R\u00e4ume Workshops, Vortr\u00e4ge, Debatten, Experimente, Schulunterricht, wissenschaftliche Projekte, F\u00fchrungen, Studentenprojekte etc. an. Die Zielgruppen sind ganz unterschiedlich alt \u0096 vom Kitakind bis zum Rentner. Diese M\u00f6glichkeit des praktischen, erfahrungsbasierten Lernens ist eine gro\u00dfer Standortvorteil. Anders als an den Universit\u00e4ten werden bspw. in Fab Labs , Maschinen und Prozesse von einer praktischen Seite kennengelernt. <br \/>Die Lebensstile beeinflussen:Weiterhin verfolgen viele der Initiativen das ZielEdas Bewu\u00dftsein der Menschen f\u00fcr Themen der Nachhaltigkeit zu sch\u00e4rfen. In der Stadt ist es besonders wichtig, dass man sich umweltgerecht verh\u00e4lt.Gute Vorbilder helfen, \u00fcber den eigenen Lebensstil nachzudenken und diesen ggf. zu \u00e4ndern, um somit umwelt-, klima- und sozialgerechter zu leben. Orte, in denen das Reparieren, Selbstmachen, Upcycling, Foodsharing, Sachen Tauschen und Teilen Alltag ist (wie bspw. in Fab Labs, im RepairCafe, Trail und error)multiplizieren die Idee von M\u00fcllvermeidung und ausgewogener Ressourcennutzung. Sie f\u00f6rdern eine aktive Haltung und Kreativit\u00e4t anstelle des passiven Konsums.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urbane G\u00e4rten und kreative R\u00e4ume, Nachhaltigkeit Das Projekt wird in Berlin seit M\u00e4rz 2016 durchgef\u00fchrt. Im Zentrum des Projekts stehen die B\u00fcrgerinitiativen, die zu der nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen. Als Beispiel solcher Initiativen wurden vier Gemeinschaftsg\u00e4rten und vier kreative R\u00e4ume ausgew\u00e4hlt. Die gewonnenen Erfahrungen sollen nach meiner R\u00fcckkehr in der Praxis in Polen genutzt werden. 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