{"id":46806,"date":"2026-05-22T11:16:02","date_gmt":"2026-05-22T09:16:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30015-580\/"},"modified":"2026-05-22T11:16:11","modified_gmt":"2026-05-22T09:16:11","slug":"30015-580","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30015-580\/","title":{"rendered":"Verwitterungsph\u00e4nomene von glasierter Baukeramik durch Umweltfaktoren"},"content":{"rendered":"<p>Verwitterungsph\u00e4nomene von glasierter Baukeramik durch Umweltfaktoren<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\"><strong>Verwitterungsph\u00e4nomene von glasierter Baukeramik durch Umweltfaktoren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In meiner Studie untersuchte ich die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf glasierte Baukeramik von der Zsolnay-Fabrik aus Ungarn. Meine Proben kamen von zwei Geb\u00e4uden in Budapest: das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst und das Geologische und Geophysikalische Institut Ungarns.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Es ist bekannt, dass Keramiken und Gl\u00e4ser oft als korrosionsbest\u00e4ndige bezeichnet werden. In Wirklichkeit k\u00f6nnen die Luftschadstoffe aus verschiedenen Quellen sowohl die Baukeramik als auch die silikatischen Glasur besch\u00e4digen, besonders wenn diese Bauteile f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit den sch\u00e4digenden Einwirkungen ausgesetzt sind. Allerdings gibt es noch kein umfassendes Wissen \u00fcber die durch anthropogen bedingte Verwitterungsprozesse von glasierter Baukeramik. Die h\u00e4ufigsten Schadensph\u00e4nomene einer Glasur sind Farbwechsel, Verschmutzung, Salzausbl\u00fchungen, Mikrorisse, Krustenbildung und Abbl\u00e4ttern der oberfl\u00e4chennahen Schichten.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In den letzten 11 Monaten, war mein Ziel, mein Wissen mit den fehlenden Informationen \u00fcber die physikalischen Eigenschaften das glasierte keramische Material zu vervollst\u00e4ndigen. W\u00e4hrend meines Aufenthalts habe ich mir zum Ziel gesetzt, mehr \u00fcber die Struktur, Feuchtehaushalt und Auslaugung der Glasur und Keramik durch schwefeloxidhaltige Umgebung zu erfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Nach einschl\u00e4gigen Diskussionen und Sichtung der Proben und bisher gewonnenen Kenntnisse \u00fcber das Probenmaterial, haben wir uns entschieden, die im w\u00e4hrend des Stipendiums zur Verf\u00fcgung stehenden Zeitraum folgende Fragestellungen zu verfolgen: 1) Wasseraufnahmekapazit\u00e4t der Materialien (Karsten Pr\u00fcfr\u00f6hrchen, maximale Wasseraufnahme) und 2) Auswirkungen kontrollierten, k\u00fcnstlichen Bewitterung durch Schwefeloxid-haltigen Luft (Kesternich-Test, Raman-Mikroskop, Rasterelektronen-mikroskop).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Karsten Pr\u00fcfr\u00f6hrchen Test ist eine zerst\u00f6rungsfreie Methode zur Bestimmung der kapillaren Wasseraufnahme. Die Tests wurden sowohl auf der glasierten als auch auf der unglasierten Seite des Probenmaterials durchgef\u00fchrt, um den Unterschied in der Wasseraufnahmekapazit\u00e4t zwischen den beiden Materialien zu ermitteln. Weiterhin wurde die maximale Wasseraufnahmekapazit\u00e4t ermittelt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Der Kesternich-Test ist eine verbreitete Bezeichnung f\u00fcr die Korrosionspr\u00fcfung mit Schwefeldioxid unter allgemeiner Feuchtigkeitskondensation. Dieser Test simuliert die Schadensauswirkungen von saurem Regen. Die Kesternich-Tests wurden jeweils an 48 Proben pro Geb\u00e4ude durchgef\u00fchrt, um den Einfluss von SO2 im dauerfeuchten Milieu auf die glasierte Keramik in einer geschlossenen Kammer simulieren zu k\u00f6nnen. Die Proben wurden in 8er Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe von den beiden Geb\u00e4uden wurde 1 Woche lange getestet, solange die achte Gruppe 8 Woche lange getestet wurde. 1 Test dauert eine Woche lang und enth\u00e4lt 5 Zyklen. Ein Zyklus dauert 24 Stunden, davon 8 Stunden unter experimentellen Bedingungen (Schwefeloxidbelastung) und 16 Stunden unter normalen Klimabedingungen. Um auswertbare Ergebnisse in einer geringeren Zeitraum (von 1 bis 8 Woche lange) zu erreichen, wurden beschleunigte Korrosionstests unter Verwendung von T = 40 \u00b0C, RH (relative Feuchtigkeit) = 100 % und SO2-Gas (ca. 6000 ppm) als gasf\u00f6rmiger Schadstoff durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die erg\u00e4nzenden Untersuchungen mittels Rasterelektronenmikroskop und Raman-Mikroskop werden an der ELTE-Universit\u00e4t in Budapest durchgef\u00fchrt, um genaue Ergebnisse nach dem Kesternich-Test von der Ver\u00e4nderung der Proben und Kristallbildungen zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die Ergebnisse der Karsten Pr\u00fcfr\u00f6hrchen zeigen, dass die Wasseraufnahmekapazit\u00e4t der Glasuren deutlich geringer ist als die von der unglasierten R\u00fcckseite. Die Keramik ist por\u00f6ser im Vergleich zu der Glasur.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Die vorl\u00e4ufigen Ergebnisse der Kesternich-Test sind sehr vielversprechend. Schon nach der 1 Woche lang getestet Gruppe bildeten sich neue Kristalle von wenigen Mikrometer auf der glasierten Oberfl\u00e4che, deren Verteilung haupts\u00e4chlich entlang der Rissen, Mikrorissen und Vertiefungen konzentriert, insbesondere an der Grenze der Glasur und Keramikmaterial. Nach den Kesternich-Tests, wurde jeden Proben mit Raman-Mikroskop gepr\u00fcft, aber nur die achte Gruppe konnte bis jetzt mit Rasterelektronenmikroskop gepr\u00fcft werden. Die Kristalle auf der glasierten Oberfl\u00e4che sind Anglesitmineralen (Bleisulfat), die erscheinen vor allem auf den Proben von dem Museum. Der Grund von der Kristallbildung ist den unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung und der verwitterten Zustand der Glasuren zu suchen.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verwitterungsph\u00e4nomene von glasierter Baukeramik durch Umweltfaktoren Verwitterungsph\u00e4nomene von glasierter Baukeramik durch Umweltfaktoren In meiner Studie untersuchte ich die Auswirkungen von Umweltfaktoren auf glasierte Baukeramik von der Zsolnay-Fabrik aus Ungarn. Meine Proben kamen von zwei Geb\u00e4uden in Budapest: das Museum f\u00fcr Angewandte Kunst und das Geologische und Geophysikalische Institut Ungarns. 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