{"id":46784,"date":"2026-05-22T11:14:54","date_gmt":"2026-05-22T09:14:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30015-556\/"},"modified":"2026-05-22T11:14:57","modified_gmt":"2026-05-22T09:14:57","slug":"30015-556","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30015-556\/","title":{"rendered":"Die Effektivit\u00e4t des Schmetterlingsschutzes durch das Natura 2000 Netzwerk"},"content":{"rendered":"<p>Butterfly conservation<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Naturschutzgebiete werden als Kernelement des Arten- und Biodiversit\u00e4tsschutzes angesehen. Trotzdem ist ihre tats\u00e4chliche Effektivit\u00e4t \u00fcber lange Zeitspannen hinweg schlecht bekannt. Der Schwerpunkt der Naturschutzpolitik in der Europ\u00e4ischen Union liegt auf dem Schutzgebietsnetz Natura 2000. In meinem Projekt habe ich die Effektivit\u00e4t des Naturschutzes im Natura 2000 Netzwerk in Deutschland ausgewertet. Meine Modellgruppe waren die Tagfalter \u0096 eine der am besten erforschten Insektengruppen in Europa mit anerkanntem Indikationsverm\u00f6gen.<br \/>Ich benutzte die Daten aus dem Tagfalter-Monitoring Deutschland. Diese Daten wurden von Freiwilligen bei w\u00f6chentlichen Begehungen entlang festgelegter Strecken (Transekte) erfasst. Bundesweit gibt es viele Transekte mit bis zu 10-j\u00e4hrigen Beobach-tungsreihen. F\u00fcr die Analyse w\u00e4hlte ich 246 Transekte aus, die eine Beobachtungsreihe von 5 bis 10 Jahren aufwiesen. Mit Hilfe von GIS Software wertete ich aus, ob die Tran-sekte innerhalb oder au\u00dferhalb der Natura 2000 Schutzgebiete liegen und auch wie weit entfernt sie vom n\u00e4chsten Schutzgebiet liegen. F\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt benutzte ich Daten \u00fcber das Vorkommen von 134 Tagfalterarten. Auf Grundlage dieser Daten berechnete ich f\u00fcr jedes Transekt und jedes Jahr die Biodiversit\u00e4tsma\u00dfe: Artenreichtum, funktionale Diversit\u00e4t und phylogenetische Diversit\u00e4t. Mit Hilfe verschiedener statistischer Modelle analysierte ich die zeitliche Entwicklung dieser drei Biodiversit\u00e4tsindizes innerhalb und au\u00dferhalb von Natura 2000- Gebieten. Zudem wurde untersucht, ob die Entfernung eines Transektes zum n\u00e4chstgelegenen Natura 2000-Gebiet einen Einfluss auf die Entwicklung der Diversit\u00e4tsindizes hat. Die Transektl\u00e4nge wurde als Kovariable einbezogen, um den Effekt variabler Transektl\u00e4ngen zu korrigieren. Insgesamt wurden sechs Modelle gerechnet. Die benutzten Modelle waren \u0084Lineare Gemischte Modelle\u0093 (LMM) und \u0084Generalisierte Lineare Gemischte Modelle\u0093 (GLMM). Alle Berechnungen und statistischen Modellierungen durchgef\u00fchrte ich mit Hilfe der Software R.<br \/>Die Ergebnisse zeigten einen R\u00fcckgang aller Biodiversit\u00e4tsindizes \u00fcber die Zeit. Der modellierte R\u00fcckgang des Artenreichtums betrug 1.5 Tagfalterarten pro 10 Jahre (von 19.5 auf 18 Arten im Durchschnitt). Die Biodiversit\u00e4tsindizes waren h\u00f6her innerhalb von Natura 2000 Schutzgebieten, was hei\u00dft, dass die Schutzgebiete gut ausgew\u00e4hlt wurden. Allerdings fand ich keinen signifikanten Unterschied zwischen dem R\u00fcckgang der Diversit\u00e4t innerhalb und au\u00dferhalb der Natura 2000 Gebiete. Das bedeutet, dass das Natura 2000 Netzwerk zwar durch eine h\u00f6here Diversit\u00e4t gekennzeichnet ist, aber nicht effizient genug ist, den allgegenw\u00e4rtigen Biodiversit\u00e4tsverlust zu stoppen. Die verschiedenen Modellvarianten zeigten gleiche Trends, jedoch war die Entfernung ein besserer Prediktor f\u00fcr die Entwicklung der Diversit\u00e4tsindizes als die Klassifizierung \u0084innerhalb\/au\u00dferhalb\u0093 eines Schutzgebietes. Dieses zus\u00e4tzliche Ergebnis deutet darauf hin, dass es einen positiven Effekt von Natura 2000 Gebieten auch au\u00dferhalb deren Grenzen gibt und dass Natura 2000 Gebiete eine Funktion als Kerngebiete besitzen. Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass das Natura 2000 Netzwerk einen Beitrag f\u00fcr den Naturschutz leistet, aber nicht effektiv genug ist, den Biodiversit\u00e4tsverlust zu verhindern. Das kann durch unzureichendes Management der Gebiete oder auch andere gro\u00dfr\u00e4umig wirkende Einflussfaktoren, z. B. \u00c4nderungen der Landschaft oder des Klimas, bedingt sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Butterfly conservation Naturschutzgebiete werden als Kernelement des Arten- und Biodiversit\u00e4tsschutzes angesehen. Trotzdem ist ihre tats\u00e4chliche Effektivit\u00e4t \u00fcber lange Zeitspannen hinweg schlecht bekannt. Der Schwerpunkt der Naturschutzpolitik in der Europ\u00e4ischen Union liegt auf dem Schutzgebietsnetz Natura 2000. In meinem Projekt habe ich die Effektivit\u00e4t des Naturschutzes im Natura 2000 Netzwerk in Deutschland ausgewertet. 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