{"id":46783,"date":"2026-05-22T11:14:54","date_gmt":"2026-05-22T09:14:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30015-555\/"},"modified":"2026-05-22T11:14:57","modified_gmt":"2026-05-22T09:14:57","slug":"30015-555","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30015-555\/","title":{"rendered":"Starkniederschl\u00e4ge in den Mittelgebirgen Mitteleuropas: Fallstudie Erzgebirge"},"content":{"rendered":"<p>Heavy precipitation in the Ore Mountains (Erzgebirge)<\/p>\n<p>Das Untersuchungsgebiet des Erzgebirges liegt im Osten von Deutschland an der Grenze zur Tschechischen Republik. Es ist ein Beispiel f\u00fcr ein mitteleurop\u00e4isches Mittelgebirge, das aufgrund seiner starken Besiedlung besonders sensitiv gegen\u00fcber Naturgefahren wie z.B. Hochw\u00e4ssern und Erdrutschen ist. Auf Basis der Tagesniederschlagssummen von 165 meteorologischen Stationen des Deutschen Wetterdienstes und des Tschechischen Hydrometeorologischen Instituts im Zeitraum 1960-2013 wurde eine Analyse der mittleren und starken Niederschlagsereignisse durchgef\u00fchrt. Der Jahresgang des Niederschlags variiert regional mit den gr\u00f6\u00dften Niederschlagssummen in den h\u00f6chsten Lagen. Das Maximum liegt h\u00e4ufig im Juni-August. H\u00e4ufig tritt zudem im Dezember ein sekund\u00e4res Wintermaximum auf. Im Westerzgebirge sind bei gleicher H\u00f6henlagen die Niederschl\u00e4ge im Mittel etwas h\u00f6her als im Osterzgebirge. Aufgrund der Ausrichtung des Erzgebirges (Wests\u00fcdwest-Ostnordost) im Vergleich zur Hauptanstr\u00f6mungsrichtung (West) sind die Niederschl\u00e4ge im s\u00e4chsischen Teil (Luv-Seite) h\u00f6her als im tschechischen Teil. Die typische orographische Verst\u00e4rkung des Niederschlags ist im Winter am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt. Die Leeseite des Erzgebirges stellt die trockenste Region in Tschechien (\u008eatecko, d. i. Saazgebiet) dar.<br \/>Extreme Niederschl\u00e4ge sind als 1-10-t\u00e4gige Ereignisse betrachtet. Diese Ereignisse werden durch die statistische Verteilung GEV (Generalized Extreme Value) definiert, welche die Berechnung des Parameters dieser Verteilung als Wiederkehrintervalle erm\u00f6glicht. Danach wird mithilfe der \u0084Event-adjusted\u0093 Bewertungsmethode der WEI Index (Weather Extremity Index) berechnet. Dieser Index bewertet das Ausma\u00df des Extremereignisses in Raum und Zeit. Das extremste Starkniederschlagsereignis im Erzgebirge ist das 8-Tage-Ereignis vom 26.5.2013 (WEI=158, Wiederkehrintervall 338 Jahren an der Station Pockau-Forchheim vom 26.5.-2.6.). Das zweith\u00f6chste ist das im August 2002 aufgetretene (von 6. 13.8., WEI=153, Wiederkehrintervall 1000 Jahre an mehreren Stationen, z.B. mehr als 400 mm Rekordniederschlagsh\u00f6he an der Wetterstation Zinnwald).<br \/>F\u00fcr ausgew\u00e4hlte Extremereignisse wurden auch die synoptische Bedingungen erforscht. Zum Beispiel das August 2002 Ereignis war mit einem Tief verbunden, das sich von Italien nach Osten bewegte und in Deutschland und im Westen von Polen (sog. Vb van Bebbers Bahn) stagnierte. Au\u00dferordentlich ist, dass dieses Tief nicht mehr wie gew\u00f6hnlich nach Osten weitergezogen ist. Dadurch ist eine gro\u00dfe Niederschlagsmenge \u00fcber einem r\u00e4umlich begrenzten Gebiet niedergegangen, wobei der Regenkern \u00fcber dem Osterzgebirge lag. Dieser langandauernde Regen bewirkte eines der h\u00f6chsten Hochwasser in der Geschichte seit der Besiedlung des Gebiets um Dresden und des Erzgebirges.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heavy precipitation in the Ore Mountains (Erzgebirge) Das Untersuchungsgebiet des Erzgebirges liegt im Osten von Deutschland an der Grenze zur Tschechischen Republik. Es ist ein Beispiel f\u00fcr ein mitteleurop\u00e4isches Mittelgebirge, das aufgrund seiner starken Besiedlung besonders sensitiv gegen\u00fcber Naturgefahren wie z.B. Hochw\u00e4ssern und Erdrutschen ist. 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