{"id":46776,"date":"2026-05-22T11:14:30","date_gmt":"2026-05-22T09:14:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30015-547\/"},"modified":"2026-05-22T11:14:50","modified_gmt":"2026-05-22T09:14:50","slug":"30015-547","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30015-547\/","title":{"rendered":"Messung und Modellierung von hygienisch relevanten Mikroorganismen und Bewertung von Ma\u00dfnahmen zum nachhaltigen Management urbaner Flie\u00dfgew\u00e4sser"},"content":{"rendered":"<p>Die Gesetze des Tiefwassers f\u00fcr die Baden<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser dienen unter anderem der Naherholung sowie der Trinkwassergewinnung. Die Gew\u00e4hrleistung einer guten hygienischen Wasserqualit\u00e4t bildet somit die Voraussetzung zur Sicherstellung der \u00f6ffentlichen Gesundheit.<br \/>\u00dcbergeordnetes Ziel des Vorhabens ist es, durch ein besseres Verst\u00e4ndnis \u00fcber den Eintrag und die Dynamik hygienischer Belastungen sowohl die n\u00f6tigen Wissens-Informations- und Entscheidungsgrundlagen als auch Instrumente zu schaffen. Dies erm\u00f6glicht komplexe, multifunktionale Flie\u00dfgew\u00e4sser so zu bewirtschaften, dass ohne Einschr\u00e4nkung ihrer \u00f6konomischen Funktionen ein h\u00f6chstm\u00f6glicher Gesundheitsschutz der Bev\u00f6lkerung gew\u00e4hrleistet werden kann. Im Projekt \u201eFLUSSHYGIENE\u201c des BMBF (Juni 2015 \u2013 Mai 2018) werden diese Aspekte zun\u00e4chst f\u00fcr die sehr unterschiedlichen Ausgangslagen des Spree-Havel-Systems in Berlin, der Ruhr in Nordrhein-Westfalen, der Fl\u00fcsse Rhein und Mosel in Rheinland-Pfalz sowie der Fl\u00fcsse Isar und Ilz in Bayern erarbeitet und getestet, um aus den Erfahrungen einen f\u00fcr andere Flussgebiete \u00fcbertragbaren Leitfaden abzuleiten.<br \/>Im Projekt werden durch ein tieferes Prozessverst\u00e4ndnis \u00fcber das Verhalten von Indikatororganismen und Krankheitserregern im Gew\u00e4sser die notwendigen Wissens \u2013 und Entscheidungsgrundlagen geschaffen, um auf kurzzeitige Verschmutzungsereignisse zeitnah reagieren und langfristig effiziente Gegenma\u00dfnahmen planen und ergreifen zu k\u00f6nnen. Im Rahmen des Verbundvorhabens verfolgt das Teilprojekt des IWW prim\u00e4r folgende Ziele: <br \/>\u2022\tKl\u00e4rung der H\u00e4ufigkeit von hygienischen Beeintr\u00e4chtigungen in der Ruhr durch kurzzeitige Verschmutzungen;<br \/>\u2022\tKl\u00e4rung der Herkunft von Verschmutzungen und deren zeitlicher Verlauf;<br \/>\u2022\tUntersuchungen zu E.coli bez\u00fcglich UV-Inaktivierung, Elimination durch Grazing und Sorption an Partikeln;<br \/>\u2022\tErstellung eines Bilanzmodells sowie Weiterentwicklung von detaillierten Prognosen und Fr\u00fchwarnsystemen.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Hygienische Anforderungen von Badewasser sind in der EG-Badegew\u00e4sserrichtlinie 2006\/7\/EG (2006) festgelegt. Anhand der mikrobiologischen Parameter Intestinale Enterokokken und E.coli wird festgestellt, ob ein Gew\u00e4sser zum Baden geeignet ist oder ob Gesundheitsgefahren f\u00fcr die Badenden zu bef\u00fcrchten sind. <br \/>Im Projekt FLUSSHYGIENE ist eine ereignisorientierte bzw. eine zeitlich sehr engmaschige Beprobung vorgesehen, die es erm\u00f6glichen soll, auch kurzzeitige hygienische Beeintr\u00e4chtigungen der Wasserqualit\u00e4t zu erfassen. Zu Beginn des Projektes sind die Vorbereitungen f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Monitoring zu treffen. Aufgaben von IWW sind:<br \/>\u2022\tAuswahl einer Probenahmestelle an der Ruhr (m\u00f6glichst eine potenzielle Badestelle) in<br \/>Abstimmung mit dem Ruhrverband;<br \/>\u2022\tAuswahl einer Kl\u00e4ranlage im Anstrom der Probenahmestelle an der Ruhr in Abstimmung mit<br \/>dem Ruhrverband;<br \/>\u2022\tAuswahl eines Regenbeckens in Abstimmung mit dem Ruhrverband, das im Anstrom der <br \/>Probenahmestelle liegt und das \u00fcber die Erfassung von Mengen im Entlastungsfall verf\u00fcgt;<br \/>\u2022\tAuswahl eines Nebengew\u00e4ssers an der Ruhr, das \u00fcber eine gute Zug\u00e4nglichkeit verf\u00fcgt und f\u00fcr das m\u00f6glichst t\u00e4gliche Abflussmessungen vorliegen;<br \/>\u2022\tAbstimmung des Parameterumfangs und der Messverfahren mit den Projektpartnern;<br \/>\u2022\tAbstimmung von Probenahmeterminen und Organisation des Transports f\u00fcr Grazing-Proben zum Projektpartner Uni K\u00f6ln;<br \/>\u2022\tAuch der Einbau ben\u00f6tigter Probenahmeger\u00e4te wird sorgf\u00e4ltig geplant.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In Anlehnung an die geplanten Monitoring-Strategien werden eine potenzielle Badestelle, eine kontinuierlich betriebene Messstelle des Ruhrverbands an der Ruhr stromauf der potenziellen Badestelle, ein Nebengew\u00e4sser, eine Kl\u00e4ranlage und ein Regenbecken im Entlastungsfall beprobt. Die regul\u00e4ren Probenahmen werden \u00fcber einen Zeitraum von drei Monaten w\u00e4hrend der Badesaison durchgef\u00fchrt.<br \/>Die stoffliche und mikrobielle Analytik aller an der Ruhr genommener Proben wird am IWW durchgef\u00fchrt. Untersucht werden hierbei Bakterien mit der Funktion als Indikatororganismen (E. coli, intestinale Enterokokken), die einen direkten Bezug zu gesundheitlichen Risiken haben, da sie auf eine f\u00e4kale Verunreinigung und somit auf die Gefahr des Vorkommens von Krankheitserregern f\u00e4kaler Herkunft im Oberfl\u00e4chenwasser hindeuten. Die Beurteilung der Werte erfolgt anhand der EU-Badegew\u00e4sserrichtlinie. Zus\u00e4tzlich werden physikalisch-chemische Begleitparameter bestimmt (Temperatur. Tr\u00fcbung, pH-Wert, elektrische Leitf\u00e4higkeit, O2, SAK 254, SAK 436, Ammonium). Zus\u00e4tzlich wird eine weitere Auswertung der Messwerte durchgef\u00fchrt, wo die Daten zur Entwicklung und Kalibrierung eines Fr\u00fchwarnsystems, welches am IWW entwickelt wird, verwendet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">In urbanen Flie\u00dfgew\u00e4ssern ist es eine besondere Herausforderung, eine wesentliche Verbesserung der hygienischen Situation an den einzelnen Badestellen zu erreichen. Als klassische technische Minderungsma\u00dfnahmen zur Verringerung des Keimeintrags aus der Siedlungsentw\u00e4sserung kommen hier beispielsweise in Frage:<br \/>\u2022\tDesinfektion des Kl\u00e4ranlagenablaufs (z.B. UV oder Ozonung);<br \/>\u2022\tDesinfektion der \u00dcberl\u00e4ufe aus der Kanalisation (z.B. UV oder Ozonung);<br \/>\u2022\tKanalnetzsteuerung mit dem Ziel, die Anzahl der Mischwasserentlastungen und das Volumen des entlasteten Mischwassers zu reduzieren;<br \/>\u2022\tWeitergehende Behandlung des \u00fcberlaufenden Mischwassers mit dem Ziel, unter anderem auch den kein Eintrag zu reduzieren (z. B. Retentionsbodenfilter).<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Das Projekt FLUSSHYGIENE unterst\u00fctzt damit die sinnvolle Umsetzung der Europ\u00e4ischen Badegew\u00e4sserrichtlinie (EU 2006). Die Erkenntnisse aus dem BMBF-Projekt \u201eSichere Ruhr\u201c sollen an anderen Flie\u00dfgew\u00e4ssern unterschiedlichen Typs gepr\u00fcft werden und aufgrund der Projektergebnisse an den anderen Gew\u00e4ssern und neuer Untersuchungen weiterentwickelt werden. Die in FLUSSHYGIENE entwickelten Leitf\u00e4den und Instrumente sind somit geeignet die geforderten detaillierten Badegew\u00e4sserprofile f\u00fcr sehr verschiedenartige Gew\u00e4ssertypen zu erarbeiten, Ma\u00dfnahmen zur Erreichung und Verbesserung der Badegew\u00e4sserqualit\u00e4t abzuleiten sowie den Umgang mit kurzzeitigen Verschmutzungsereignissen zu definieren.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gesetze des Tiefwassers f\u00fcr die Baden Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser dienen unter anderem der Naherholung sowie der Trinkwassergewinnung. 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