{"id":46697,"date":"2026-05-22T11:12:49","date_gmt":"2026-05-22T09:12:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30013-456\/"},"modified":"2026-05-22T11:12:58","modified_gmt":"2026-05-22T09:12:58","slug":"30013-456","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30013-456\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Regionalentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum des Landkreises Uckermark"},"content":{"rendered":"<p>Nachhaltige Regionalentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum des Landkreises Uckermark<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0 \u00a0In der Forschung \u00fcber die nachhaltige Regionalentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum des Landkreises Uckermark habe ich mich auf die Analyse der naturtouristischen Partner-Initiative beiden Gro\u00dfschutzgebiete Nationalpark Unteres Odertal und dem Naturpark Uckerm\u00e4rkische Seen konzentriert. Das Projekt stellt eine Einzelma\u00dfnahme im Leitprojekt: ,,Weiterentwicklung, Qualifizierung und In-Wert-Setzung naturtouristischer Potenziale des Nationalparks Unteres Odertal\u0093 der GLES dar. Er ist eine von 19 naturtouristischen Initiativen in ganz Deutschland, die nach den Qualit\u00e4tskriterien des Dachverbandes deutscher Gro\u00dfschutzgebiete, EUROPARC Deutschland, arbeitet.<br \/>\u00a0 \u00a0F\u00fcr die Umsetzung der Partner-Initiative in der Uckermark wurde ein externes Projektmanagement durch die Planungs- und Ingenieurgesellschaft Grontmij GmbH beauftragt. Ziel des Projektes war der Aufbau einer naturtouristischen Partnerschaft f\u00fcr den Nationalpark Unteres Odertal und den Naturpark Uckerm\u00e4rkische Seen, um den G\u00e4sten beider Gro\u00dfschutzgebiete zuk\u00fcnftig verl\u00e4ssliche und einheitliche Qualit\u00e4ts- und Umweltstandards in den touristischen Dienstleistungen bieten zu k\u00f6nnen. <br \/>\u00a0 \u00a0 Es wurde auch eine SWOT-Analyse f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes in der Uckermark untersucht. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse im Rahmen des naturtouristischen Projektes war es meine Hauptaufgabe, die naturtouristischen Kriterien mitzuentwickeln, nach denen die touristischen Leistungstr\u00e4ger zertifiziert werden sollen, die zuk\u00fcnftig als zertifizierte Partner mit dem Nationalpark bzw. dem Naturpark zusammen arbeiten wollen. Zudem hatte die Forschung den Zweck, Kenntnisse zu gewinnen, wie die Umsetzung  des konstruierten Leitbildes in der Region realisiert wird und welche konkrete Ma\u00dfnahmen  daraus abgeleitet werden.<br \/>\u00a0 \u00a0In der Arbeit wurde schwerpunktm\u00e4\u00dfig auf folgende Methoden der qualitativen Forschung zur\u00fcckgegriffen: Vor-Ort-Termine, Konzeption und Durchf\u00fchrung von Workshops in der Region mit den Akteuren, Inhaltanalyse von Dokumenten, Research, Datenanalyse, Experteninterviews und Beobachtung. <br \/>In der Forschungsarbeit wurden die Faktoren untersucht, die f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raumes in der Uckermark pr\u00e4gend und entscheidend sind. Priorit\u00e4r wurden festgestellt: Lage und Naturraum, Wirtschaft, Lebensqualit\u00e4t und Humanressourcen. Unter Ber\u00fccksichtigung oben genannter Faktoren wurden Hemmnisse und Potenziale der Lokalen Aktionsgruppe Uckermark bestimmt.  <br \/>Ein zentrales Ergebnis des LEADER-Projektes zum Aufbau der naturtouristischen Partner-Initiative in der Uckermark sind zum jetzigen Zeitpunkt die Konzeption der Leitf\u00e4den f\u00fcr die Vor-Ort-Begutachtung, durch die zuk\u00fcnftige Partnerbetriebe zertifiziert werden sollen. Sie beziehen sich auf: Beherbergungsbetriebe, Campingpl\u00e4tzen, Freizeitanbietern, Gastronomiebetrieben, Kanu-, Natur- und Landschaftsf\u00fchrer und Verkehrsbetriebe. <br \/>\u00a0 \u00a0 Als ,,Partner\u0093 werden regional ans\u00e4ssige Betriebe ausgezeichnet, die hohe Qualit\u00e4ts- und Umweltstandards nach bundeseinheitlichen Vorgaben erf\u00fcllen und in ihrer Region als Botschafter f\u00fcr den Schutz und Erhalt ihres Schutzgebiets fungieren. Der Kriterienkatalog  enth\u00e4lt Anforderungen an: Identifikation mit dem Schutzgebiet, Umweltorientierung, Regionalit\u00e4t und Qualit\u00e4t und Service.\u00a0Nach einer offiziellen \u00dcberpr\u00fcfung und Anerkennung durch einen regionalen Vergaberat, bekommen die Partnerbetriebe das ,,Partner-Logo\u0093 ihres Schutzgebiets verliehen und k\u00f6nnen fortan damit werben. Zurzeit haben sich 22 Betriebe in Naturpark Uckerm\u00e4rkische Seen und 7 Betriebe in Nationalpark Unteres Odertal gemeldet, die an der Mitarbeit  in der Partner-Initiative  interessiert sind. <br \/>\u00a0 \u00a0 W\u00e4hrend der Forschung wurde der Aspekt untersucht, welche konkrete Wirkung eine solche Zusammenarbeit auf die touristische Entwicklung in der Uckermark hat. Nach einem Austausch der Erfahrungen und des fachlichen Wissen aller Akteure kann man feststellen:<br \/>a)\tNutzen f\u00fcr die Partner-Betriebe: <br \/>\u0095\tgute Werbeplattform regional, aber auch national via EUROPARC,<br \/>\u0095\tdurch Kooperation vom regionalen wie auch bundesweiten Netzwerk der Partnerbetriebe profitieren (z.B. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Angebote entwickeln \u0096 insbesondere interessant f\u00fcr regionale Produzenten, Reiseveranstalter),<br \/>\u0095\tInformationsvorsprung gegen\u00fcber Nicht-Mitglieder-Betrieben in der NLP \u0096 Region, <br \/>\u0095\tChance zur betrieblichen Weiterentwicklung.<br \/>b)\tNutzen f\u00fcr den National- bzw. Naturpark:<br \/>\u0095\t\u00fcber die Partner-Betriebe gelangen die Philosophie und auch die aktuellen Informationen des National- bzw. Naturpark direkt an den Gast,<br \/>\u0095\tdie Partner-Betriebe tragen somit auch zur Besucherlenkung bei.<br \/>c)\tNutzen f\u00fcr die Region: <br \/>\u0095\tAufwertung der Region als naturtouristisches Reiseziel (zus\u00e4tzliche Eink\u00fcnfte in die Region, Verbesserung der Tourismusqualit\u00e4t),<br \/>\u0095\tRessourcenschonung durch die Umweltorientierung im Handeln der Partner-Betriebe,<br \/>\u0095\tWerbung f\u00fcr die Region durch die Partner-Betriebe.<\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">\u00a0 \u00a0Diese Kooperationsanbahnung zwischen Naturschutzgebieten und benachbarter Betriebe verbindet ein g\u00e4steorientiertes Naturerlebnis mit hohem Qualit\u00e4tsanspruch und tr\u00e4gt zugleich dem Schutz der Natur Rechnung. Sie sind ein beispielgebendes Erfolgsmodell einer Win-Win-Situation f\u00fcr die Tourismuswirtschaft, den Gast und die Natur. Reale Effekte f\u00fcr die Region werden langfristig sichtbar. Zum jetzigen Zeitpunkt des Projektes kann man schon feststellen, dass sich das Netzwerk sowohl zwischen den Partnerbetrieben, aber auch zwischen Partnerbetrieben und Nationalpark Unteres Odertal bzw. Naturpark Uckerm\u00e4rkische Seen sich immer besser entwickelt. Eine immer gr\u00f6\u00dfer werdende Partner-Initiative ist hier nicht das gro\u00dfe Ziel, sondern die regionale und inhaltliche Ausgewogenheit \u0096 Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t. <br \/>\u00a0 Als kritische Diskussion, wurde angemerkt, dass die Akzeptanz unter den zuk\u00fcnftigen Partnern beider Gro\u00dfschutzgebiete unterschiedlich gro\u00df ist. In der \u00f6stlichen Uckermark sieht man, dass das Interesse noch gering ist  im Vergleich zur westlichen Uckermark. Das wird durch die verschiedenen Charakteristika der beiden Gebiete verursacht. Die westliche Uckermark und der benachbarte Naturpark Feldberger Seenlandschaft sind seit Jahrzehnten schon touristisch gepr\u00e4gt. Der \u00f6stliche Teil des Landkreises mit der Stadt Schwedt ist eher industriell ausgerichtet, mit wenig Tourismus, daher gibt es bisher kaum Bewusstsein und Interesse an solchen touristischen Qualit\u00e4tsoffensiven. Deshalb merkt man bisher nur eine verhaltene Unterst\u00fctzung durch die Tourismuswirtschaft in der \u00f6stlichen Uckermark. Eine kontinuierliche Arbeit an diesem Thema wird aber zu einem Bewusstseinswandel unter den naturtouristischen Anbietern f\u00fchren.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltige Regionalentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum des Landkreises Uckermark \u00a0 \u00a0In der Forschung \u00fcber die nachhaltige Regionalentwicklung im l\u00e4ndlichen Raum des Landkreises Uckermark habe ich mich auf die Analyse der naturtouristischen Partner-Initiative beiden Gro\u00dfschutzgebiete Nationalpark Unteres Odertal und dem Naturpark Uckerm\u00e4rkische Seen konzentriert. 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