{"id":46670,"date":"2026-05-22T11:12:37","date_gmt":"2026-05-22T09:12:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30013-428\/"},"modified":"2026-05-22T11:12:44","modified_gmt":"2026-05-22T09:12:44","slug":"30013-428","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30013-428\/","title":{"rendered":"Effektivit\u00e4t von Agrar-Umweltma\u00dfnahmen und Landschaftsstruktur f\u00fcr Biodiversit\u00e4t in Agrarlandschaften im Nord-Osten der EU"},"content":{"rendered":"<p>Effektivit\u00e4t von Agrar-Umweltma\u00dfnahmen<\/p>\n<p>\u00a0<strong>Zusammenfassung <\/strong><br \/>In meinem Projekt untersuchte ich die Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen in Estland auf die Biodiversit\u00e4t. Ich untersuchte landwirtschaftliche Betriebe, die sich in ihrer Bewirtschaftungsintensit\u00e4t unterscheiden: \u00f6kologische Landbaubetriebe mit sehr strikten Auflagen, umweltfreundliche Betriebe mit intermedi\u00e4ren Auflagen und als Kontrolle konventionelle Betriebe mit wenigen Auflagen. Das Projekt ist in zwei Studien unterteilt:<br \/>1)\tdie Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen in Estland auf die Biodiversit\u00e4t (2010\u20132012);<br \/>2)\tdie \u00c4nderung der Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen auf die Artenreichtum und Abundanz von Hummeln und V\u00f6geln (2006\u20132013) in Estland w\u00e4hrend der acht Untersuchungsjahre. <br \/>Die Biodiversit\u00e4t profitiert von kontrolliertem \u00f6kologischen Landbau. Generell weisen alle untersuchten Variablen der Biodiversit\u00e4t (Dichte der Bl\u00fctenpflanzen, Artenreichtum und Abundanz von Hummeln und V\u00f6geln) im \u00f6kologischen Landbau signifikant h\u00f6here Werte auf als in den konventionellen Landwirtschafts betrieben. <br \/>Unsere Ergebnisse zeigten auch, dass Hummeln von umweltfreundlichem Management profitierten. Dieses v\u00f6llig neue Resultat hat insbesondere hinsichtlich des weltweiten Best\u00e4uberr\u00fcckgangs eine gro\u00dfe Bedeutung. Unsere erste Studie zeigt erstmals Alternativen zum \u00f6kologischen Landbau in Nordost-Europa auf.<\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><br \/>Die Artenvielfalt in der Europ\u00e4ischen Agrarlandschaft ist seit mindestens 5 Jahrzehnten r\u00fcckl\u00e4ufig (Stoate et al., 2009; Potts et al., 2010; Tscharntke et al., 2012). Seit den achtziger Jahren (1980) wurde beispielsweise der Verlust von dreihundert Millionen V\u00f6geln aus Agrarlandschaften festgestellt (Birdlife, 2012). <br \/>Der Grunddaf\u00fcr ist Wachstums der Weltbev\u00f6lkerung. Die Weltbev\u00f6lkerung umfasste beim Jahreswechsel 2014 rund sieben Milliarden Menschen. Daher brauchen wir mehr Nahrung, worunter die Agrobidiversit\u00e4t leidet (Vickery et al., 2014). Die wichtigsten Gr\u00fcnde f\u00fcr das Abnehmen der Biodiversit\u00e4t in der Agrarlandschaft sind die Zunahme des Einsatzes von Pestiziden und D\u00fcngemitteln, sowie sind \u00c4nderungen der Landnutzung und Verlust von Wiesen, sowie Technisierung: heutzutage werden keine Pferde mehr eingesetzt, sondern Traktoren und andere technische Ger\u00e4te. Weiterhin f\u00fchrt der Verlust von Landschaftselementen zu Verlust von Futter- und Nistpl\u00e4tze (wie zum Beispiel von Gr\u00e4ben, Hecken und B\u00e4umen) (Donald et al., 2006; Butler et al., 2007; Gill et al., 2012). <br \/>Die L\u00f6sung f\u00fcr dieses problem k\u00f6nnten Agrar\u2013umweltma\u00dfnahmen sein. Agrar-umweltma\u00dfnahmen k\u00f6nnen die Landwirte dazu anhalten, die Artenvielfalt auf ihrem Ackerland zu sch\u00fctzen. Den Landwirten wird dabei Geld gezahlt, damit sie zum Beispiel Bl\u00fchstreifen am Feld anlegen oder den Einsatz von Pestiziden reduzieren. Auf diese Weise wird versucht, Biodiversit\u00e4t zu erhalten und ihren R\u00fcckgang zu stoppen (European Commission, 2005; Kleijn et., 2011). <br \/>In meinem Projekt untersuchte ich die Wirkung der Agrar\u2013umweltma\u00dfnahmen in Estland auf die Biodiversit\u00e4t. Ich untersuchte landwirtschaftliche Bestriebe, die sich in Ihrer Bewirtschaftungsintensit\u00e4t unterscheiden: \u00f6kologische Landbaubetriebe mit sehr strikten Auflagen, umweltfreundliche Betriebe mit intermedi\u00e4ren Auflagen und als Kontrolle konventionelle Betriebe mit wenigen Auflagen. Das Projekt ist in zwei Studien unterteilt: <br \/>1)\tdie Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen in Estland auf die Biodiversit\u00e4t (2010\u20132012);<br \/>2)\tdie \u00c4nderung der Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen auf die Artenreichtum und Abundanz von Hummeln und V\u00f6geln (2006\u20132013) in Estland w\u00e4hrend der acht Untersuchungsjahre. <br \/>Folgendes gibt einen kurzen \u00dcberblick \u00fcber meine Projektarbeit an der Georg-August-Universit\u00e4t G\u00f6ttingen und deren Ergebnisse.<\/p>\n<p><strong>Methoden <\/strong><br \/>Erste Studie<br \/>Die Daten \u00fcber Hummeln und V\u00f6gel wurden im Rahmen des Programms zur Entwicklung des l\u00e4ndlichen Raums im Zeitraum 2010-2012 erhoben. Ich habe die Daten \u00fcber zwei Regionen verwendet: intensiv genutzte Landwirtschaft in Zentral-Estland und extensiv genutzte im S\u00fcd-Estland. In jeder Region hatten wir 33 Betriebe: 11 mit \u00f6kologischem Landbau; 11 mit umweltfreundlicher Bewirtschaftung und 11 mit konventioneller Landwirtschaft (d.h. Landwirte, die nicht an Agrarumweltma\u00dfnahmen teilnahmen). Wir haben Transekt beobachtung (Bibby et al., 1992) verwendet. Ich habe Lineare gemischte Modelle und Redundanz-Analysen gemacht (Pinheiro et al., 2013, Oksanen et al., 2013).<br \/>Zweite Studie<br \/>Hier haben wir alle verf\u00fcgbaren Daten zur Biodiversit\u00e4t der Hummeln und V\u00f6gel in einer meta-analyse untersucht(R Development Core Team, 2013). Die Daten stammen aus den Jahren 2006 bis 2013. Diese Methode erlaubt es, alle Daten zusammen zu analysieren (in Einzel-Analysen).<\/p>\n<p><strong> <br \/>Ergebnisse und Diskussionen <\/strong><br \/>Erste Studie<br \/>Anbausysteme<br \/>Wir haben festgestellt, dass die Artenvielfalt deutlich vom kontrollierten \u00f6kologischen Landbau profitiert. Generell wiesen alle untersuchten Variablen der Biodiversit\u00e4t (Dichte der Bl\u00fctenpflanzen, Artenreichtum und Abundanz von Hummeln und V\u00f6geln) in \u00f6kologischen Landbaubetrieben signifikant h\u00f6here Werte auf als in konventionellen Landwirtschaftsbetrieben. Dies bedeutet, dass \u00f6kologisch Landwirtschaft auf europ\u00e4ischer Ebene unbedingt gest\u00e4rkt werden sollte, da die Biodiversit\u00e4t in landwirtschaftlichen Gebieten dadurch stark gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnte. Ein weiteres Zur\u00fcckgehen der Biodiversit\u00e4t kann so verlangsamt oder aufgehalten werden. Zus\u00e4tzliche Unterst\u00fctzung f\u00fcr den \u00f6kologischen Landbau ist daher notwendig. Unsere Ergebnisse zeigten auch, dass Hummeln von umweltfreundlichem Management profitierten. Dieses v\u00f6llig neue Resultat hat insbesondere im Hinblick auf den weltweiten Best\u00e4uberr\u00fcckgang gro\u00dfe Bedeutung. <br \/>Landschaftsstruktur<br \/>Die Struktur der Landschaft hatte einen zus\u00e4tzlichen, direkten Effekt auf die Biodiversit\u00e4t in Agrarlandschaften. So waren zum Beispiel Pflanzendichte sowie Artenreichtum und -zusammensetzung von Hummeln und V\u00f6geln signifikant h\u00f6her in S\u00fcdestland (strukturreiche Landschaft) als in Mittelestland (homogene Landschaft), was darauf hindeutet, dass die biologische Vielfalt von einer komplexen Landschaftsstruktur profitiert.<br \/>Agrarlandschaften mit komplexen Landschaftselementen (wie zum Beispiel Gr\u00e4ben, Hecken und B\u00e4umen), hoher Nutzpflanzendiversit\u00e4t sowie gemischten landwirtschaftlichen Betrieben (zum Beispiel eine Kombination aus Ackerbau und Tierhaltung) sind deshalb f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t im Landwirtschaftlichen Raum \u00e4usserst wichtig und daher zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Zweite Studie <br \/>Der Effekt von \u00f6kologischem Landbau auf V\u00f6gel war positiv und st\u00e4rker als der der umweltfreundlichen Betriebe. Die Effekte der Agrarumweltma\u00dfnahmen sind mit der Zeit (2006\u20132009, Periode I und 2010\u20132013, Periode II) zur\u00fcckgegangen. <br \/>F\u00fcr Hummeln hatten sowohl Management als auch Zeitspanne einen positiven Einfluss auf die Diversit\u00e4t (2006\u20132009, Periode I und 2010\u20132013, Periode II). Der Management-Effekt gewinnt \u00fcber die Zeit mehr Bedeutung, daher sollten diese Agrarumweltma\u00dfnahmen fortgesetzt werden. Hummeln profitieren mehr von den Agrarumweltma\u00dfnahmen als V\u00f6gel. Weiterhin fanden wir, dass der Einfluss des \u00f6kologischen Landbaus st\u00e4rker in intensiv bewirtschafteten Landschaften war als in extensiv bewirtschafteten Landschaften.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Effektivit\u00e4t von Agrar-Umweltma\u00dfnahmen \u00a0Zusammenfassung In meinem Projekt untersuchte ich die Wirkung der Agrar-Umweltma\u00dfnahmen in Estland auf die Biodiversit\u00e4t. 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