{"id":46645,"date":"2026-05-22T11:12:25","date_gmt":"2026-05-22T09:12:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30012-399\/"},"modified":"2026-05-22T11:12:30","modified_gmt":"2026-05-22T09:12:30","slug":"30012-399","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30012-399\/","title":{"rendered":"Revitalisierung und nachhaltige Entwicklung von Brachfl\u00e4chen mit Hilfe integrierter Planungs- und Entscheidungsunterst\u00fctzungssysteme"},"content":{"rendered":"<p>Revitalisierung und nachhaltige Entwicklung von Brachfl\u00e4chen<\/p>\n<p style=\"text-align:left;\">Seit Beginn des 19 Jahrhunderts entstanden im Zuge der Industrialisierung in Europa kontaminierte Standorte, vor allem ehemalige Industrie-und Bergbaufl\u00e4chen. Heute sind in Europa etwa 250.000 solcher Altlasten bekannt, und es wird davon ausgegangen, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2025 verdoppeln wird.<br \/>Auf solchen Fl\u00e4chen (auf engl. &#8220;Brownfields&#8221; genannt), die meist brach liegen, sind Boden und Grundwasser typischer Weise durch gesundheitsgef\u00e4hrdende Stoffe verunreinigt. Die Sanierung des Untergrunds, die vor einer Wiedernutzung der Fl\u00e4chen erforderlich ist, ist oft sehr aufwendig und teuer. Die deshalb weiter ungenutzten Brachfl\u00e4chen stellen eine Bedrohung f\u00fcr die menschliche Gesundheit, f\u00fcr \u00d6kosysteme, und f\u00fcr die Wirtschaft dar. Andererseits sind sie eine wertvolle Ressource: Die Wiedernutzung von Brachfl\u00e4chen wird als eine wichtige Strategie zur Reduzierung der Fl\u00e4cheninanspruchnahme angesehen. <br \/>Durch die gro\u00dfe Zahl unbekannter Parameter (z.B. das Ausma\u00df der Kontaminationen, die Kosten f\u00fcr deren Sanierung) und die oft gegenl\u00e4ufigen Interessen der Beteiligten (z.B. lokale Beh\u00f6rden, private Bauherren, Grundeigent\u00fcmer, Investoren usw.) ist die Wiedernutzung von Brachfl\u00e4chen sehr komplex. Erfolgreiches Fl\u00e4chenrecycling erfordert einen optimalen Kompromiss zwischen g\u00fcnstigen Sanierungsstrategien und wirtschaftlich wertvoller Nachnutzung. Dabei m\u00fcssen zus\u00e4tzlich die sozio-\u00f6konomischen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Stadt-und Regionalentwicklung ber\u00fccksichtigt werden, um die Vorteile der Wiedernutzung in ihrer Gesamtheit zu erfassen. F\u00fcr die ad\u00e4quate Ber\u00fccksichtigung der Vielfalt der relevanten Parameter aus diesen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen k\u00f6nnen Computer-basierte Entscheidungs-Unterst\u00fctzungs-Systeme (engl. Decision Support Systems, DSS) sehr hilfreich sein, welche Entscheidungen durch die Analyse quantitativer und qualitativer r\u00e4umlicher Daten in geografischen Informationssystemen (GIS) unterst\u00fctzen.<br \/>W\u00e4hrend meines Aufenthaltes in T\u00fcbingen wende ich ein solches System &#8211; die SAFIRA II Megasite Management Toolsuite (MMT) &#8211; f\u00fcr die Beurteilung von Nachnutzungsoptionen auf einer Industriebrache in Hunedoara, Rum\u00e4nien, an. Diese Studie hat zum Ziel, die effiziente und nachhaltige Wiedernutzung des Standorts zu unterst\u00fctzen, indem sie (i) Boden- und Grundwassersanierungskosten, (ii) marktorientierte wirtschaftliche Beurteilung (Marktwert), und (iii) den erwarteten Beitrag der geplanten zuk\u00fcnftigen Nutzung zur nachhaltigen Stadt-und Regionalentwicklung ermittelt.<\/p>\n<p>Da die MMT-Software erst in den letzten Jahren entwickelt wurde, hat sie derzeit noch einige Einschr\u00e4nkungen. Eine dieser Einschr\u00e4nkungen ist, dass die MMT bei der Ber\u00fccksichtigung von Grundwassersch\u00e4den nur vom Status Quo ausgeht, ohne das Verhalten der Schadstoffe \u00fcber die Zeit zu betrachten. Letzteres spielt aber f\u00fcr die Planung eine wichtige Rolle, da bis zu einer abgeschlossenen Sanierung lange Zeitr\u00e4ume vergehen k\u00f6nnen, die kreativ genutzt werden k\u00f6nnen und bei der Planung ber\u00fccksichtigt werden sollten. Deshalb geh\u00f6rt neben der Anwendung der MMT auch die Entwicklung neuer Methoden zu meinen Aufgaben, u.a. die Kopplung der MMT mit einem Grundwasserstr\u00f6mungs- und Schadstofftransport-Modell. Gemeinsam mit dem Team der MMT-Entwickler erarbeite ich so Bausteine f\u00fcr die Umsetzung neuer Ideen und Konzepte in Entscheidungsunterst\u00fctzungsinstrumente, die die Nutzungsplanung f\u00fcr Brachfl\u00e4chen weiter verbessern und vereinfachen k\u00f6nnen.<br \/>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Revitalisierung und nachhaltige Entwicklung von Brachfl\u00e4chen Seit Beginn des 19 Jahrhunderts entstanden im Zuge der Industrialisierung in Europa kontaminierte Standorte, vor allem ehemalige Industrie-und Bergbaufl\u00e4chen. Heute sind in Europa etwa 250.000 solcher Altlasten bekannt, und es wird davon ausgegangen, dass sich diese Zahl bis zum Jahr 2025 verdoppeln wird.Auf solchen Fl\u00e4chen (auf engl. &#8220;Brownfields&#8221; genannt), [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2476],"class_list":["post-46645","moe-fellowship","type-moe-fellowship","status-publish","hentry","tag-rumaenien"],"meta_box":{"dbu_stipendiaten_az":"30012\/399","dbu_stipendiaten_anrede":"","dbu_stipendiaten_nachname":"Diaconescu","dbu_stipendiaten_vorname":"Alin George","dbu_stipendiaten_titel":"","dbu_stipendiaten_fbeginn":"2012-09-01 00:00:00","dbu_stipendiaten_fende":"2013-08-31 00:00:00","dbu_stipendiaten_e_anschrif":"Eberhard-Karls-Universit\u00e4t T\u00fcbingen<br>Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakult\u00e4t<br>Institut f\u00fcr Geowissenschaften","dbu_stipendiaten_betreuer":"Dr. Michael Finkel","dbu_stipendiaten_email_dienst":"a.g.diaconescu@gmail.com"},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/moe-fellowship\/46645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/moe-fellowship"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/moe-fellowship"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/moe-fellowship\/46645\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":60357,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/moe-fellowship\/46645\/revisions\/60357"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=46645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=46645"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=46645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}