{"id":46578,"date":"2026-05-22T11:10:59","date_gmt":"2026-05-22T09:10:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30011-328\/"},"modified":"2026-05-22T11:10:59","modified_gmt":"2026-05-22T09:10:59","slug":"30011-328","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30011-328\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zur genetischen Diversit\u00e4t von Pilz- und Algenpartnern in der Pustelflechte Lasallia pustulata \u0096 Bedeutung f\u00fcr den Schutz bedrohter Flechtenarten in den Sudeten"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchungen zur genetischen Diversit\u00e4t von Pilz- und Algenpartnern in der Pustelflechte LasalliaFlechten sind  hochentwickelte und vermutlich stammesgeschichtlich sehr alte Symbioseorganismen aus Pilzen (Mykobionten) und Algen, bzw. Cyanobakterien (Photobionten). Nur in der Symbiose entwickelt sich die charakteristische Gestalt, der man von au\u00dfen nicht ansieht, dass es sich um ein Konsortium aus nicht-verwandten Organismengruppen handelt. Sie symbiotische Lebensweise erm\u00f6glicht es Flechten an Standorten zu gedeihen, die f\u00fcr Gef\u00e4\u00dfpflanzen zu trocken, zu n\u00e4hrstoffarm oder zu kalt sind. Aus diesem Grund kommen Flechten in allen Regionen der Erde vor, insbesondere an Extremstandorten. Da Flechten nur langsam wachsen reagieren sie empfindlich auf Umweltver\u00e4nderungen durch den Menschen. Sie sind als Bioindikatoren im Rahmen der Umwelt\u00fcberwachung einsetzbar. Luftverschmutzung, Landnutzungs- und Klima\u00e4nderungen k\u00f6nnen zu einer Verarmung der Flechtenvegetation f\u00fchren. Genetische Untersuchungen bei Flechten konzentrierten sich bisher darauf, Verwandtschaftsverh\u00e4ltnisse der Arten aufzukl\u00e4ren. \u00dcber die genetische Struktur von Flechtenpopulationen ist bisher nicht viel bekannt. Die wenigen vorhandenen Studien zeigen, dass die genetische Diversit\u00e4t der Pilzpartner h\u00f6her ist, als die morphologische Diversit\u00e4t. Das hei\u00dft, dass Flechten aus verschiedenen Regionen, die wir bisher f\u00fcr eine Art gehalten haben, genetisch tats\u00e4chlich sehr unterschiedlich sind. Um bedrohte Arten effektiv sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen ist es wichtig, den vorhandenen Genpool zu kennen und die genetische Diversit\u00e4t von Populationen zu erhalten.In meiner Arbeit untersuche ich die Pustelflechte (Lasallia pustulata), die in Polen und vielen deutschen Bundesl\u00e4ndern sehr selten und gef\u00e4hrdet ist. Mithilfe von molekularen Markern erfasse ich die genetische Diversit\u00e4t und die Populationsstruktur der Pilz- und Algenpartner. Insbesondere m\u00f6chte ich Populationen entlang von H\u00f6hengradienten untersuchen, um zu verstehen, ob unterschiedliche Mikroklimate das Vorhandensein bestimmter Genotypen f\u00f6rdern. Diese Untersuchungen vertiefen unser Grundlagenverst\u00e4ndnis der Populationsbiologie bei Flechten und helfen eventuell dabei abzusch\u00e4tzen, wie symbiotische Organismen auf zu erwartenden Klima\u00e4nderungen in den n\u00e4chsten Jahrzehnten reagieren werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchungen zur genetischen Diversit\u00e4t von Pilz- und Algenpartnern in der Pustelflechte LasalliaFlechten sind hochentwickelte und vermutlich stammesgeschichtlich sehr alte Symbioseorganismen aus Pilzen (Mykobionten) und Algen, bzw. Cyanobakterien (Photobionten). Nur in der Symbiose entwickelt sich die charakteristische Gestalt, der man von au\u00dfen nicht ansieht, dass es sich um ein Konsortium aus nicht-verwandten Organismengruppen handelt. 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