{"id":46531,"date":"2026-05-22T11:10:18","date_gmt":"2026-05-22T09:10:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/moe-fellowship\/30010-277\/"},"modified":"2026-05-22T11:10:27","modified_gmt":"2026-05-22T09:10:27","slug":"30010-277","status":"publish","type":"moe-fellowship","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/moe-fellowship\/30010-277\/","title":{"rendered":"Untersuchungen zum Reproduktionserfolg von Uhubest\u00e4nden (Bubo bubo) in Bayern und im Karpartenbecken"},"content":{"rendered":"<p>Untersuchungen zum Reproduktionserfolg von Uhubest\u00e4nden (Bubo bubo) Bayern, Karpartenb<\/p>\n<p>HINTERGRUND<\/p>\n<p>Der Uhu (Bubo bubo) ist die gr\u00f6\u00dfte Eulenart Europas. Einst fast fl\u00e4chendeckend \u00fcber die gesamte Nordhalbkugel verbreitet, haben sich die Best\u00e4nde der Art in den vergangenen Jahren stark fragmentiert (DALBECK 2005). Die meisten europ\u00e4ischen Staaten z\u00e4hlen den Uhu daher zu den bedrohten Arten. Er wird in den Roten Listen der IUCN gef\u00fchrt und ist im Anhand II der CITES sowie im Anhang II der Berner Konvention aufgelistet. In Ungarn erreichte die Art im 1985 mit landesweit nur noch 12 Brutpaaren ihr Bestandstief. In den 1940er Jahren betrug der Bestand dagegen ungef\u00e4hr 60 Brutpaare. Seit einem Widereinb\u00fcrgerungsprojekt Ende der 80er Jahre ist der Bestand wieder auf ungef\u00e4hr 50 Paare gestiegen so PETROVICS (2009). Doch in manchen Jahren gibt es Schwierigkeiten mit dem Reprodiktionserfolg. \u00c4hnlich soll es in Bayern zu gehen wo es ebenfalls Schwierigkeiten mit den Best\u00e4nden der Uhu gibt. Nach Recherchierungen von GEIDEL (2008) k\u00f6nnten nach den allgemeinen Landesweiten erfolgreichen Bestandssteigerungen jetzt wegen schlechten Reproduktionszahlen in Bayern die Uhus wieder Gef\u00e4hrdet werden. Diese Schwankung scheint im festen Zusammenhang mit dem Landschaftsnutzung und Strukturierung der Reviere, sowie mit dem Nahrungsangebot zu sein.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>ZIELE UND FRAGEN<\/p>\n<p>Unser Ziel ist, die Ursachen der niedrigen Reprodiktionsrate festzustellen und die Ergebnisse der Managementplanung von Naturschutzgebieten zur Verf\u00fcgung zu stellen. \u00a0<\/p>\n<p>Ziel meines Promotionsvorhabens ist noch einen Einblick in den Aufbau der Uhuforschungsprojekts der LBV (Landesbund f\u00fcr Vogelschutz in Bayern e.V.) zu kriegen und in dem Projekt aktiv mit zu arbeiten.<\/p>\n<p>Helfen bei der Rupfungs- und Gew\u00f6lleanalysen um Informationen zu erhalten \u00fcber die Nahrungsnutzung des Uhus in Bayern im Zusammenhang des Reproduktionsrats.<\/p>\n<p>Mit einer Telemetriestudie soll der Habitatnutzung der Uhupaare festgestellt werden was ebenfalls wichtige Informationen \u00fcber die Qualit\u00e4t des aktuellen Uhureviers hergibt.<\/p>\n<p>Meine Hauptanliegen sind auch Habitatnutzung, Nahrungsnutzung und Reproduktionserfolg Vergleiche zwischen den ungarischen und bayerischen Uhupopulationen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Welche Auswirkungen haben Siedlungen? Vermindern sie das bestehende Angebot an Jagdfl\u00e4chen oder erschlie\u00dfen sie dem Uhu sogar neue Jagdgr\u00fcnde?\u00a0Welche Rolle spielen kulturfolgende Arten wie Haus\/Stra\u00dfentauben (Columba livia) oder Ratten (Rattus norvegicus) im Beutespektrum des Uhus?<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>METHODEN<\/p>\n<p>Nahrungsanalysen Die Untersuchungen basieren vor allem auf Nahrungsanalysen, die mit einer Telemetriestudie erg\u00e4nzt werden. Zu den Analysen der Nahrungsnutzung werden im S\u00fcdlichen Frankenjura regelm\u00e4\u00dfig Gew\u00f6lle und Rupfungen an den Brutpl\u00e4tzen gesammelt. Die Gew\u00f6lle werden im sog. trockenen Verfahren auseinander genommen und die darin erhaltenen Reste mit Hilfe verschiedener Bestimmungsschl\u00fcssel artgenau bestimmt. Die Federn der Rupfungen werden bestimmt und archiviert. Die auf diese Weise 5367 bestimmten Beutetiere habe ich mit dem Ergebnissen von ungarischen Nahrungsanalysen verglichen und nach der Individuenzahl pro Art und den Jeweiligen Masseanteilen ausgewertet. TelemetriestudieHierzu werden Futterpl\u00e4tze an bestehende Rupfkanzel eingerichtet um den Vogel anzulocken. Sobald ein Vogel regelm\u00e4\u00dfig den Futterplatz besucht hat, was mit einem infrarotgesteuerte \u00dcberwachungskamera verfolgt wird, wird ein Fangversuch gestartet mit ein so genanntes \u201eBownet\u201c Schlagnetz. Sobald ein Uhu gefangen wurde, wird dieser umgehend aus dem Netz befreit, vermessen, gewogen, beringt und, sofern es sich um einen Altvogel handelt, mit einem 2AA2 e-obs Sender versehen. Die Daten werden mit Hilfe eines Basisstations alle paar Tage von dem Sender herunter geladen und anschlie\u00dfend am PC ausgewertet.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>ERGEBNISSE &#038; DISSQUSSION<\/p>\n<p>NahrungsanalysenIm S\u00fcdlichen Frankenjura werden nach Anzahl vor allem Feldm\u00e4use (Microtus arvalais) erbeutet (34,56%), im Karpatenbecken dagegen an erster Stelle Hamster (Cricetus cricetus) in 25,85%.Interessant ist weiterhin, dass die jeweils 5 dominantesten S\u00e4uger- und Vogelarten in den bayerischen Proben summiert nach Anzahl 72,89% und nach Masse 78,6% ausmachen. Die Proben aus Ungarn zeigen dagegen Werte von 78,41% (Summe nach Anzahl) und 89,92% (Summe nach Masse). Dass hei\u00dft, die jeweils 5 dominantesten Arten spielen eine viel gr\u00f6\u00dfere Rolle in der Nahrung der ungarischen Uhus als die im S\u00fcdlichen Frankenjura, wo die Uhus zus\u00e4tzlich andere Arten in hohen Prozentanteilen erbeuten. Demnach m\u00fcssen die \u201ebayerischen\u201d Uhus alles erbeuten, was sie kriegen k\u00f6nnen. Nach berechnen des Durchschnitts-Beutemasse pro Tier habe ich f\u00fcr den Karpatenbecken 476,46g erhalten, und f\u00fcr die S\u00fcdlichen Frankenjura dagegen nur 222,66g. Das hei\u00dft, de \u201ebayerischen\u201c Uhus m\u00fcssen viel mehr Energie investieren um die n\u00f6tige Biomassenmenge zusammenzukriegen. Die in der Stadtn\u00e4he lebenden Uhus haben deutlich mehr Stra\u00dfen\/Haustauben (Columba livia) und Wanderratten (Rattus norvegicus) in ihre Beuteliste, als Uhus, deren Reviere weiter von der Stadt entfernt ist. Nach Biomasse profitieren \u201eStadtuhus\u201c also von den Siedlungen, denn Wanderraten und Tauben wiegen eindeutig mehr, als Feldm\u00e4use oder Waldm\u00e4use die in der Beuteliste der \u201eLanduhus\u201c so h\u00e4ufig auftreten. Dem entsprechen ist die Durschnitts-Beutemasse bei den \u201eStadtuhus\u201c mehr als bei den \u201eLanduhus\u201c. Der harte Winter 2010\/2011 und die anschlie\u00dfenden \u00dcberflutungen im S\u00fcdlichen Frankenjura haben den Zusammenbruch der Kleins\u00e4ugetierbest\u00e4nde (Feldm\u00e4use, Igel) verursacht. Dass wiederum hat bei dem Uhu zur eine niedrigen Reproduktionsrate gef\u00fchrt. Mit dem Ausfall der Feldm\u00e4use, Igel und Siebenschl\u00e4fer (Winterschlaf) fiel 53,71% der Beutetiere aus, nach Biomasse 40,7%. Darauf reagierten die Uhus mit eine Reproduktionsrate von nur 0,1 Jungvogel\/Revier. Die Reproduktionsrate der \u201ebayerischen\u201d Uhus h\u00e4ngt also stark vom Kleins\u00e4ugetierbestand ab. Bei einem Zusammenbruch der Kleins\u00e4ugetierbest\u00e4nde kommt der langfristige Bestandserhalt in Gefahr. Es sind nicht gen\u00fcgend \u201eAusweichbeutearten\u201d da, mit denen die Uhus den Zusammenbruch der Kleins\u00e4ugetierbest\u00e4nde kompensieren k\u00f6nnten. Telemetrie Der \u201eallein stehende\u201c besenderte M\u00e4nnchen bewegte sich bis zur 5 km Umkreis des Brutfelsens. Er pr\u00e4ferierte gerne Urbane gebiete, wo er die schon erw\u00e4hnten kulturfolgenden Arten jagen kann. Auch Steinbr\u00fcche und Fl\u00e4chen mit niedriger Vegetationsh\u00f6he werden gerne genutzt, da die Art ab Vegetationsh\u00f6hen von 40-60 cm nicht mehr jagen kann. In Naturschutzgebieten ist es empfehlenswert dies bei der Managementplanung vor Augen zu behalten.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>EMPFOLENE LITERATUR<\/p>\n<p>DALBECK, L. (2005): Das Schicksal des Uhus in Deutschland. Artenschutzbreif: Mitteilungen des Komitees gegen den Vogelmord e.V. 9: 29\u201331<\/p>\n<p>GEIDEL, C. (2008): Entwicklung neuartiger Schutzkonzepte f\u00fcr den Uhu (Bubo bubo). Zwischenbericht.<\/p>\n<p>PETROVICS, Z. (2009): Uhu (Bubo bubo) \u00e1llom\u00e1nyadatok. \u00c9ves jelent\u00e9s. [Uhu (Bubo bubo) Bestandssituation. Jahresbericht.] Aggteleki Nemzeti Park Igazgat\u00f3s\u00e1g, H-3758 J\u00f3svaf?, Tengerszem-oldal 1., Hungary<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Untersuchungen zum Reproduktionserfolg von Uhubest\u00e4nden (Bubo bubo) Bayern, Karpartenb HINTERGRUND Der Uhu (Bubo bubo) ist die gr\u00f6\u00dfte Eulenart Europas. Einst fast fl\u00e4chendeckend \u00fcber die gesamte Nordhalbkugel verbreitet, haben sich die Best\u00e4nde der Art in den vergangenen Jahren stark fragmentiert (DALBECK 2005). Die meisten europ\u00e4ischen Staaten z\u00e4hlen den Uhu daher zu den bedrohten Arten. 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